Stichwort Auffahrt
Die Geschichte zum Hochfest Christi Himmelfahrt
Was feiern wir eigentlich an Auffahrt? Nachdem die Aufnahme Jesu in den Himmel bis ins vierte Jahrhundert nach Christus noch Teil des Osterfests war, wurde Auffahrt alsbald als eigenes Hochfest gefeiert.
In den Schriften des Neuen Testaments heisst es, dass der auferstandene Christus sich während vierzig Tagen seinen Jüngern zu verschiedenen Gelegenheiten gezeigt hatte. Am vierzigsten Tage nach seiner Auferstehung soll Jesus seine Jünger in Betanien zusammengerufen haben. Während er mit ihnen sprach, sie segnete und ihnen einen Missionsauftrag erteilte, schied er von ihnen und entschwand in den Himmel.
Frage der Kompatibilität
Die Himmelfahrt Christi wurde von den ersten christlichen Generationen nicht als eigenes Fest begangen, sondern war selbstverständlich als ein Teilaspekt des Osterfestes zusammen mit der Geistsendung gefeiert worden - 50 Tage lang. Im 4. Jahrhundert setzte sich allmählich das Bedürfnis durch, einzelne Aspekte der Verherrlichung Christi auszufalten und gesondert zu feiern. Die Zahl 40 bezeichnet biblisch meist eine Heils- oder Busszeit, die auf einen Abschluss hin zielt. Lukas mag also mit erwähnung der Zahl 40 im Evangelium auf die Intensität der nachösterlichen Christuspräsenz hingewiesen haben, die aber in eine andere, eine schwierige Zeit, jene der Kirche, hineinmünden musste. Durch die historisierende Ausfaltung und manch angehängtes Brauchtum verdunkelte sich im Verlauf der Zeit der innere Zusammenhang mit Ostern.
Spezielles Brauchtum im angrenzenden Luzern
Die jüngste Neuordnung der Liturgie hat versucht, den österlichen Bogen wieder deutlicher bis nach Pfingsten hin auszuspannen. Für den Festtag selbst lebt im luzernischen Beromünster, in Hitzkirch, in Schwyz und in der Luzerner Hofkirche der in der Barockzeit verbreitete Brauch fort, während der Messe eine Christusstatue durch eine Öffnung der Kirchendecke entschwinden zu lassen. Verbreitet waren und sind vereinzelt noch immer in ländlichen Gebieten Flurprozessionen mit Feldsegnung. Beim spektakulären Auffahrtsritt in manchen Luzerner Landgemeinden ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts der Pfarrer mit Monstranz bei den bisweilen Hunderten Reitern mit dabei. So beispielsweise in Beromünster, Altishofen, Hitzkirch, Ettiswil, Grosswangen und Sempach.
Peter Spichtig, Leiter des Liturgischen Instituts der deutschsprachigen Schweiz in Freiburg
Horizonte Aargau


