Im Frühjahr 2016 marschierte eine Gruppe unter dem Motto «Für eine Kirche mit den Frauen» von St. Gallen nach Rom. Dem Papst wurde von Seiten der Pilger das Anliegen überbracht, dass Frauen in der katholischen Kirche in Entscheidungsprozesse einbezogen werden sollten. Das Projekt erregte international für Aufsehen, bei der Ankunft in Rom schlossen sich den Pilgern mehrere Hundert Sympathisanten an. | © Vera Rüttimann

Preis für das Pilger-Projekt

«Für eine Kirche mit* den Frauen» erhält den «Herbert Haag Preis»

kath.ch/Anne Burgmer, 16.3.17

1000 Kilometer legte die Pilgergruppe letztes Jahr bis nach Rom zurück. Etappenweise begleitet von weiteren 1651 Menschen. Eine Audienz bei Papst Franziskus gab es zwar nicht, doch nun erhält das Projekt den «Herbert Haag Preis für Freiheit in der Kirche».

Am 19. März 2017 findet im Schweizerhof in Luzern die Preisverleihung statt. Gemäss Medienmitteilung des Pilger-Projektes bekomme man den Preis gemeinsam mit anderen Preisträgerinnen und Projekten verliehen. Zudem sei der Preis für alle, die das Projekt in irgendeiner Form unterstützt haben.

Pilgernd zur Preisverleihung

In der detaillierten Beschreibung der Preisträgerinnen und Projekte der Herbert Haag Stiftung heisst es am 29. August 2016: «Die Freiheit in der Kirche steht aus biblischer und theologischer Sicht allen Menschen zu.

Es darf nicht sein, dass die katholische Kirche nach überholtem Verständnis noch immer die Hälfte der Menschen aufgrund des Geschlechts aus dieser Freiheit ausschliesst und diskriminiert. Die vier Herbert Haag Preise 2017 machen bewusst, dass wahrer Glaube sich nur aus dem freien Wort entfalten kann, und dass die Kirche nur mit den Frauen Zukunft hat». Den Weg zur Preisverleihung werden das Kernteam und alle, die Interesse haben, pilgernd zurücklegen.

«Habemus feminas»

Nicht nur der Preis zeigt, welche Strahlkraft das Projekt entwickelt hat, es wird zudem einen Dokumentarfilm über «für eine Kirche mit* den Frauen» geben. Drei junge Filmemacher, zwei davon konfessionslos, begleiteten die Pilgerinnen und Pilger auf ihrem Weg und lernten, «wie der Glaube eigentlich sein sollte», wie sie gegenüber dem Medienportal kath.ch erzählten.

Weiter heisst es, dass Drehen des Films sei für die Filmschaffenden geradezu zu einer Pilgererfahrung geworden, der ursprünglich geplante 15-minütige Film in TV-Auflösung im Laufe der Zeit zu einem ein-stündigen Film in Kinoauflösung gewachsen. Für die Fertigstellung liess sich Regisseur Silvan Maximilian Hohl, der sich in der Ausbildung zum Filmregisseur befindet, ein halbes Jahr von der Schule beurlauben. Der Titel des Films, «Habemus feminas», spielt auf die Papstwahl an. Es gehe darum, in die Welt hinauszuposaunen,  «dass es in der Kirche auch Frauen gibt, so Silvan Maximilian Hohl.

www.kirche-mit.ch

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