Am Samstag, 20. Mai 2017, findet das Finale der Talentbühne im Kurbrunnensaal in Rheinfelden. | © Roger Wehrli

Bereit für die grosse Bühne

Dank der Talentbühne wagen Jugendliche den Schritt ins Rampenlicht

Marie-Christine Andres Schürch, 11.5.17

Am 20. Mai steigt in Rheinfelden das Finale der Talentbühne 2017. Die Veranstaltung soll nicht einfach eine weitere Castingshow sein, sondern Jugendliche ermuntern, an ihrem Talent dranzubleiben.

Sabine Hass verschwindet hinter dem Vorhang und drückt den Knopf. Wumm! Kräftige Beats füllen den Saal bis unters Dach. Die Musik macht wach. Acht junge Frauen, die eben noch auf dem Sofa lümmelten, strecken ihr Rückgrat und spannen die Muskeln an. Dann lassen sie sich ergreifen von der Kraft der Musik. Die Choreografie sitzt.

Ein gefühltes Leben lang

Alina, Anastasia, Sandra, Milena, Alina, Lena, Vanessa und Nathalie sind zwischen 14 und 16 Jahren alt und tanzen schon länger als ihr halbes Leben. Im Kindergartenalter habe sie mit Tanzen begonnen, erzählt etwa Sandra. Heute bereitet sie sich mit ihren Freundinnen auf einen wichtigen Auftritt vor. Unter der Leitung von Sabine Hass haben sich die jungen Frauen zur Tanztruppe «Jokesters» formiert, die am 20. Mai am Finale der Talentbühne 2017 auftritt. Sabine Hass hat die Tanztalente zur Teilnahme am Casting im vergangenen Januar ermuntert. Selber tanzt sie ebenfalls schon «gefühlt ein Leben lang», wie sie es formuliert. Im vergangenen Jahr hat sie die Tanzgalerie Möhlin gegründet. Ein Ort nicht nur zum Tanzen, «sondern auch, um Kinder Kind sein zu lassen und ihnen einen Treffpunkt zu bieten», sagt sie.

Als Preis winkt ein Auftritt

Mit dieser Philosophie liegt sie ganz auf der Linie der Talentbühne-Verantwortlichen. Simon Hohler, Mitarbeiter der Fachstelle für Jugendarbeit Juseso Fricktal und Mitglied des Organisationskomitees (OK), sagt: «Die Talentbühne ist nicht einfach eine Castingshow. Wir legen Wert auf unser sozialpädagogisches Know-how und fördern die Teilnehmer ganzheitlich.» Dazu gehöre, dass man die Jugendlichen ermuntere, an ihrem Talent dranzubleiben. «Es braucht Mut, auf eine Bühne zu stehen und sich zu präsentieren. Wir bieten den Rahmen dafür und bringen die Talente weiter.» Diesem «Nachhaltigkeitsgedanken» in der Talentförderung tragen auch die Preise Rechnung, die es am Finale zu gewinnen gibt. Der erste Platz jeder Kategorie wird mit einer Auftrittsmöglichkeit belohnt.

Support vom Profi

Die Talentbühne ist ein grenzüberschreitender Anlass, der heuer zum 15. Mal stattfindet. Jugendliche zwischen 12 und 20 Jahren, deren Talent in eine der Kategorien Tanz, Gesang, DJ, Rap oder Band passt, können kostenlos teilnehmen. Über ein Casting eruiert die Jury pro Kategorie drei Finalteilnehmer. Zwischen Casting und Finale finden Workshops statt, in denen Profis den Bühnen-Neulingen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Juseso Fricktal ist seit den Anfängen dabei

Organisiert wird die Talentbühne von acht Institutionen im Bereich der Jugendarbeit. Seit 2013 ist die Veranstaltung grenzüberschreitend. Zwischen Grenzach-Wyhlen und Bad Säckingen machen vier deutsche Partner mit. Auf Schweizer Seite ist Juseso Fricktal seit den Anfängen dabei. Laut Juseso-Mitarbeiter Simon Hohler ist die Fachstelle via Personalkosten und die Bereitstellung von Infrastruktur finanziell in den Anlass involviert. Jeder der acht Mitorganisatoren schickt einen Vertreter ins OK.

Ungleichgewicht wegen Castingshows

Am 20. Mai steigt das Finale in Rheinfelden. Die Qualifikation dafür war vor allem in den Sparten Gesang und Tanz nicht einfach. In diesen beiden Kategorien gab es insgesamt 24 Anmeldungen für die Castings. In der Kategorie Bands waren es gerade mal drei Teilnehmer. Und in der Sparte Rap meldete sich niemand an. Die Casting-Shows im TV seien eben meist auf Gesang und Tanz fokussiert, das erzeuge einen gewissen Nachahmungseffekt, begründet Simon Hohler das Ungleichgewicht. Das OK werde sich wahrscheinlich nach dem Finale überlegen müssen, die Kategorien für eine allfällige weitere Durchführung anzupassen.

Tanzen bricht das Eis

Im Fall der «Jokesters» ist dies Mentor Shalijani. Der Profitänzer und Tanzlehrer ist Europa- und Vizeweltmeister im Breakdance und arbeitete unter anderem mit DJ Bobo und Xavier Naidoo zusammen. Kein Wunder, verschlägt es den jugendlichen Tänzerinnen ob so viel Erfahrung zuerst einmal die Sprache. «Hey, ihr müsst mit mir sprechen!», fordert Mentor Shalijani die Gruppe auf. Zum Glück zeigen Musik und Tanz auch in diesem Fall ihre positive Kraft: Nach und nach bricht das Eis zwischen den Tänzerinnen und ihrem Coach. Mentor Shalijani verfolgt aufmerksam die Choreografie und schlägt an zwei, drei Stellen Änderungen vor. Während zweier Stunden feilen die «Jokesters»  an diesem Tag mit dem Workshopleiter an ihrem Auftritt. Talentbühne, wir sind bereit!

 

Talentbühne 2017

Das Finale der Talentbühne findet am Samstag, 20. Mai 2017 ab 15 Uhr im Kurbrunnensaal in Rheinfelden statt. Infos zu den Finalisten gibt es auf www.dietalentbuehne.com

 

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Die Tänzerinnen Sandra, Milena und Alina (v.l.) freuen sich auf ihren Auftritt am Finale der Talentbühne 2017. | © Roger Wehrli
Positive Kraft von Musik und Tanz
Sabine Hass hat sich und den Kindern und Jugendlichen der Region Möhlin mit ihrer Tanzgalerie einen Traum erfüllt. | © Roger Wehrli
Sabine Hass, Tanzgalerie Möhlin
Der Profitänzer und Tanzlehrer Mentor Shalijani ist angereist, um mit der Gruppe an den letzten Finessen ihrer Show zu arbeiten. | © Roger Wehrli
Mentor Shalijani, Tänzer und Tanzlehrer
Viele Tänzerinnen bei den «Jokesters» tanzen seit dem Kindergartenalter. | © Roger Wehrli
Bereit für das grosse Finale
Mentor Shalijani pickt einige Passagen heraus und macht konkrete Ergänzungsvorschläge.  | © Roger Wehrli
Feilen an den Finessen
Auch das gemütliche Beisammensein gehört zum Training. | © Roger Wehrli
Entspannt auf dem Sofa - gespannt aufs Finale
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