Nicht alle Pfarreien reagierten gleich auf die Corona-Massnahmen der Schweizer Bischofskonferenz. | © Marie-Christine Andres

Bischöfe mussten auf Lockdown insistieren

Marie-Christine Andres Schürch, 14.6.20

An ihrer ordentlichen Versammlung in Einsiedeln sprachen die Schweizer Bischöfe über den Ausbruch der Coronapandemie und die Reaktionen in den Pfarreien. «Die zeitnahe Reaktion der SBK und der Bistümer auf die jeweiligen Beschlüsse von Bund und Kantonen war wichtig, um den Gläubigen und den Verantwortlichen vor Ort Halt und Handlungssicherheit zu vermitteln, heisst es in der Mitteilung der Bischofskonferenz (SBK). Die Empfehlungen seien nicht überall mit demselben Verständnis aufgenommen worden. Auf das Verbot öffentlicher Gottesdienste hätten einige Pfarreien mit Unverständnis reagiert, vor allem an Orten, wo die Pandemie in ihrer vollen Tragweite nicht wahrgenommen worden sei, erklärte SBK-Sprecherin Encarnación Berger-Lobato gegenüber kath.ch. Die Bischöfe hätten zum Teil persönlich intervenieren müssen. Auch hätten sich einzelne Priester nicht an die Weisungen der Bischöfe gehalten. In Regionen, in denen kaum Erkrankungen auftraten, wollte man schnell zum normalen Gottesdienstalltag zurückfinden. «Dies hätte zu einem Gottesdiensttourimus geführt», vermutet die Sprecherin. Die grosse Teilnahme an den Liveübertragungen von Gottesdiensten oder Gebeten auf Internet, Radio oder TV habe die Bischöfe überrascht. Nach Einschätzung der SBK habe dies dazu geführt, «dass mehr Menschen mitgebetet haben als vor der Coronavirus-Krise», heisst es in der Mitteilung.

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