Ethisches
Diskutierten am 27. November 2018 über dein Fall einer 60-jährigen Frau, die mit Hilfe der Sterbehilfe-Organisation «Exit» ihr Leben beendet hatte (von links): Heimseelsorger Andreas Zimmermann, die Schwester und die Schwiegertochter der Verstorbenen, Pflegefachfrau Irène Syla, Brigitte Fischer  von «Exit» und Daniela Foos von «Palliative Aargau». | © Andreas C. Müller
Diskutierten am 27. November 2018 über dein Fall einer 60-jährigen Frau, die mit Hilfe der Sterbehilfe-Organisation «Exit» ihr Leben beendet hatte (von links): Heimseelsorger Andreas Zimmermann, die Schwester und die Schwiegertochter der Verstorbenen, Pflegefachfrau Irène Syla, Brigitte Fischer von «Exit» und Daniela Foos von «Palliative Aargau». | © Andreas C. Müller

Seelsorge und Sterbehilfe: Dabei bleiben oder gehen?

  • Vergangenen Mittwoch, 28. November, 2018, wurde in Muri das Verhältnis der Seelsorge zur Sterbehilfe diskutiert. Gegenüber Horizonte hatte im Vorfeld Heimseelsorger Andreas Zimmermann öffentlich gemacht, dass er einer Person auf ihrem Weg mit «Exit» bis zuletzt beigestanden hatte.
  • An der Veranstaltung in Muri brachte die Bio- und Ethikkommission der Schweizer Bischofskonferenz SBK ihre Sicht ein (siehe Interview mit Roland Graf).
  • Von der zuständigen Aargauer Fachstelle für Heim- und Spitalseelsorge der Römisch-Katholischen Landeskirche Aargau war niemand anwesend. Die Fachstelle hatte allerdings im Vorfeld an ihre Angestellten die Order erlassen, «auf Anfragen seitens der Presse auf Interviews zu verzichten».
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Die seelsorgliche Begleitung von Menschen, die mit Sterbehilfe-Organisationen ihrem Leben ein Ende setzen wollen, ist innerhalb der Kirche umstritten. Immer mehr Seelsorgende wie auch Andreas Zimmermann wollen auch für diese Personen da sein. | © Andreas C. Müller
Die seelsorgliche Begleitung von Menschen, die mit Sterbehilfe-Organisationen ihrem Leben ein Ende setzen wollen, ist innerhalb der Kirche umstritten. Immer mehr Seelsorgende wie auch Andreas Zimmermann wollen auch für diese Personen da sein. | © Andreas C. Müller

Seelsorge und «Exit» – Kein Widerspruch

  • Katholische Seelsorgende begleiten Menschen, die mit der Sterbehilfe-Organisation«Exit» ihr Leben beenden möchten – auch wenn das von Seiten der Kirche nicht gern gesehen wird.
  • Andreas Zimmermann ist Seelsorger in der «pflegimuri» und hat eine 60-jährige Bewohnerin begleitet, die zu Beginn dieses Jahres mit «Exit» ihrem Leben ein Ende gesetzt hat. Andreas Zimmermann war bis zuletzt dabei. Mit Horizonte hat er über diese Erfahrung gesprochen.
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Der Verbrauch von Palmöl in den Industrieländern steht seit Längerem in der Kritik. In der Schweiz mahnen unter anderem die christlichen Hilfswerke wie Fastenopfer eine Reduktion des Palmölverbauchs an. Nun reagieren die Grossverteiler. | © Brot für alle
Der Verbrauch von Palmöl in den Industrieländern steht seit Längerem in der Kritik. In der Schweiz mahnen unter anderem die christlichen Hilfswerke wie Fastenopfer eine Reduktion des Palmölverbauchs an. Nun reagieren die Grossverteiler. | © Brot für alle

Coop, Migros, Aldi und Lidl und das umstrittene Palmöl

  • Der Grossverteiler Coop reduziert die Verwendung von Palmöl. Das meldeten Fastenopfer, Brot für alle und Pro Natura diese Woche. Auch bei Migros, Aldi und Lidl ist man sich des Problems des genannten Öls bewusst und sucht, so es geht, nach Lösungen.
  • Die erwähnten NGOs verbuchen die Reaktionen der Schweizer Grossverteiler als Etappensieg bei ihrem Einsatz gegen Landraub und Umweltzerstörung.
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Das Podium mit den Vertretern der verschiedenen Vorsorgeeinrichtungen von links: Niklaus Schär von der Sammelstiftung CoOpera, Roland Frauchiger von der Pensionskasse der reformierten Landeskirche Aargau, Daniel Roth von der Pensionskasse Mauritius der römisch-katholischen Kirche Aargau und beider Basel, Moderator Heinz Altorfer. | © Roger Wehrli
Das Podium mit den Vertretern der verschiedenen Vorsorgeeinrichtungen von links: Niklaus Schär von der Sammelstiftung CoOpera, Roland Frauchiger von der Pensionskasse der reformierten Landeskirche Aargau, Daniel Roth von der Pensionskasse Mauritius der römisch-katholischen Kirche Aargau und beider Basel, Moderator Heinz Altorfer. | © Roger Wehrli

«Macht es freiwillig, macht es rasch!»

  • Am Donnerstag, 22. März, diskutierten an einer Podiumsveranstaltung der ökumenischen Kommission Kirche und Wirtschaft Vertreter verschiedener Vorsorgeeinrichtungen öffentlich über nachhaltiges Investieren.
  • In der Podiumsrunde dabei waren die Präsidenten der Pensionskassen der römisch-katholischen und der reformierten Landeskirche im Aargau, Daniel Roth und Roland Frauchiger.
  • Der Präsident von Swiss Sustainable Finance (SSF), Jean-Daniel Gerber, hielt das Einstiegsreferat und rief die Verantwortlichen zum Handeln auf.
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Soll sich die Kirche in die Politik einmischen? Diese Frage diskutierten am 20. März in Brugg (von rechts nach links): Thomas Wallimann-Sasaki, Präsident der bischöflichen Kommission «Justitia et Pax», CVP-Präsidentin Marianne Binder-Keller, Moderator Jürgen Heinze, Béatrice Acklin-Zimmermann, FDP Freiburg, und Kommunikationsfrau Carmen Frei, ehemals Redaktionsleitung Horizonte. | © Andreas C. Müller
Soll sich die Kirche in die Politik einmischen? Diese Frage diskutierten am 20. März in Brugg (von rechts nach links): Thomas Wallimann-Sasaki, Präsident der bischöflichen Kommission «Justitia et Pax», CVP-Präsidentin Marianne Binder-Keller, Moderator Jürgen Heinze, Béatrice Acklin-Zimmermann, FDP Freiburg, und Kommunikationsfrau Carmen Frei, ehemals Redaktionsleitung Horizonte. | © Andreas C. Müller

«Kirche ist nicht Partei, aber immer parteiisch»

  • Ob No Billag-Initiative, Asylgesetzreform oder Präimplantationsdiagnostik: Immer wieder äussern sich kirchliche Vertreter zu politischen Fragen und Abstimmungen. Ein Podium am Dienstagabend, 20. März, im Kulturhaus Odeon, ging der Frage nach, inwieweit sich Kirchen in die Politik einmischen sollten.
  • Über den Auftrag der Kirche mit Blick auf die Politik diskutierten die Aargauer CVP-Präsidentin Marianne Binder-Keller, der Sozialethiker Thomas Wallimann-Sasaki, die ehemalige Horizonte-Redaktionsleiterin Carmen Frei und die Freiburger FDP-Parlamentsabgeordnete Béatrice Acklin-Zimmermann.
  • Einig waren sich alle in einem Punkt: Den moralischen Anspruch der Kirchen auf die Politik abzuleiten, geht gar nicht. Ob und wie Kirchenvertreter sich politisch äussern sollten, darüber gingen die Meinungen hingegen stark auseinander.
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Justitia et Pax ist die Nationale Ethikommission der Schweizer Bischofskonferenz (SBK). Sie veröffentlicht Stellungnahmen zu verschiedenen Themen. Ihr Präsident, Thomas Wallimann-Sasaki, erklärt im Interview, wie Justitia et Pax und die SBK zusammenhängen. | © Screenshot (14. Februar 2018)
Justitia et Pax ist die Nationale Ethikommission der Schweizer Bischofskonferenz (SBK). Sie veröffentlicht Stellungnahmen zu verschiedenen Themen. Ihr Präsident, Thomas Wallimann-Sasaki, erklärt im Interview, wie Justitia et Pax und die SBK zusammenhängen. | © Screenshot (14. Februar 2018)

«Kirche muss nicht geliebt, sondern respektiert werden» – Wenn Bischöfe politisch werden

  • Thomas Wallimann-Sasaki ist Sozialethiker und Präsident a.i. von Justitia et Pax, der Nationalkommission der Schweizer Bischofskonferenz (SBK). Im Interview erklärt er, dass Kirche immer politisch ist, auch wenn sie schweigt.
  • Die Kirche sollte mehr Mut zeigen, als Gemeinwohl-orientiertes Gewissen auf die unangenehmen Widersprüche in der Gesellschaft hinzuweisen, fordert der Thomas Wallimann, der ebenso das sozialethische Institut «ethik22» leitet, das aus dem Sozialinstitut der KAB heraus entstanden ist.
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Die christlichen Hilfswerke Brot für alle und Fastenopfer lassen Worten Taten folgen: Das Pensionskassengeld ihrer Angestellten investieren Vorsorge-Einrichtungen, die sich auf nachhaltige Investments spezialisiert haben. | © kna-bild
Die christlichen Hilfswerke Brot für alle und Fastenopfer lassen Worten Taten folgen: Das Pensionskassengeld ihrer Angestellten investieren Vorsorge-Einrichtungen, die sich auf nachhaltige Investments spezialisiert haben. | © kna-bild

Hilfswerkskassen investieren nachhaltig

Kirchliche Pensionskassen werden dem moralischen Anspruch der Kirche im Umgang mit Geld nur bedingt gerecht. Weiterführende Recherchen von Horizonte zeigen: Gewisse Hilfswerke machen es besser. (mehr …)
Davis Mac-Iyalla ist der diesjährige Gast bei der Segensfeier für gleichgeschlechtlich Liebende, ihre Freundinnen und Freunde, Bekannten und Familien. Er stammt aus Nigeria und engagiert sich von London aus für die Gleichberechtigung der LGBT-Menschen in seiner Heimat. | © Marcin Mazur
Davis Mac-Iyalla ist der diesjährige Gast bei der Segensfeier für gleichgeschlechtlich Liebende, ihre Freundinnen und Freunde, Bekannten und Familien. Er stammt aus Nigeria und engagiert sich von London aus für die Gleichberechtigung der LGBT-Menschen in seiner Heimat. | © Marcin Mazur

Gefährdet an Leib und Leben

Seit vier Jahren wird im Aargau einmal im Jahr eine Segensfeier für gleichgeschlechtlich Liebende, ihre Freundinnen und Freunde, Bekannten und Familien gefeiert. Bereichert wird die Feier jeweils durch einen Gast und seinen Blickwinkel auf die Welt. Dieses Jahr ist das der nigerianisch-britische Doppelbürger Davis Mac-Iyalla. (mehr …)
223 Fälle von sexuellem Missbrauch durch katholische Seelsorger wurden im Zeitraum von 2010 bis 2015 für die ganze Schweiz gemeldet. Mehr als die Hälfte betrifft Kinder. | © Roger Wehrli
223 Fälle von sexuellem Missbrauch durch katholische Seelsorger wurden im Zeitraum von 2010 bis 2015 für die ganze Schweiz gemeldet. Mehr als die Hälfte betrifft Kinder. | © Roger Wehrli

«Sexuelle Übergriffe sind Gott sei Dank Ausnahmen»

Mit einem obligatorischen Präventionskurs für alle Seelsorgenden mit Missio will das Bistum Basel sexuellen Übergriffen vorbeugen. Im März und Mai finden entsprechende Kurse im Aargau statt. Horizonte hat mit der Kursreferentin Rita Wismann-Baratto aus Suhr sowie mit Aargauer Teilnehmenden aus bereits durchgeführten Kursen in anderen Bistumsregionen gesprochen. (mehr …)
Aufgrund des moralischen Anspruchs der Kirchen sollten auch deren Pensionskassen vorbildlich agieren. Konkret unter Ausschluss aller Anagen, die auch nur im entferntesten Sinne mit Umweltzerstörung und Menschenechtsverletzungen in Verbindung stehen. Alles andere bedeutet ein Glaubwürdigkeitproblem. Bei seiner Recherche musste Horizonte feststellen, dass zumindest im Aargau und den beiden Basel eine grosse Lücke zwischen Anspruch und Realität klafft. | © Werner Rolli
Aufgrund des moralischen Anspruchs der Kirchen sollten auch deren Pensionskassen vorbildlich agieren. Konkret unter Ausschluss aller Anagen, die auch nur im entferntesten Sinne mit Umweltzerstörung und Menschenechtsverletzungen in Verbindung stehen. Alles andere bedeutet ein Glaubwürdigkeitproblem. Bei seiner Recherche musste Horizonte feststellen, dass zumindest im Aargau und den beiden Basel eine grosse Lücke zwischen Anspruch und Realität klafft. | © Werner Rolli

Kirchliche Pensionskassen auf dem Prüfstand

Die Ökumenische Fastenkampagne 2017 fordert zu nachhaltigen Investitionen auf, die weder Menschenrechte noch Umwelt gefährden. Bei kirchlichen Pensionskassen kontrastieren Anspruch und Wirklichkeit. (mehr …)