Historisches
Der in der öffentlichen Wahrnehmung wenig präsente Heinrich Bullinger war Nachfolger Zwinglis in Zürich und einigte die verschiedenen Schweizer Reformationsbewegungen. Während Zürich 2019 Reformationsjubiläum feiert, ist es im Aargau erst in zehn Jahren soweit: 1529 wurde im Aargau durch die Pfingspredigt Bullingers in Bremgarten die Reformation eingeführt. | opac.nebis
Der in der öffentlichen Wahrnehmung wenig präsente Heinrich Bullinger war Nachfolger Zwinglis in Zürich und einigte die verschiedenen Schweizer Reformationsbewegungen. Während Zürich 2019 Reformationsjubiläum feiert, ist es im Aargau erst in zehn Jahren soweit: 1529 wurde im Aargau durch die Pfingspredigt Bullingers in Bremgarten die Reformation eingeführt. | opac.nebis

Ein Aargauer als Kompromiss-Finder

  • Zürich feiert 2019 Reformationsjubiläum. Im Aargau ist es erst in zehn Jahren so weit: In Bremgarten wurde 1529 durch die Pfingstpredigt von Heinrich Bullinger die Reformation eingeführt.
  • Der in der öffentlichen Wahrnehmung wenig präsente Heinrich Bullinger war Nachfolger Zwinglis in Zürich und einigte die verschiedenen Schweizer Reformationsbewegungen.
(mehr …)
Zu Beginn des neuen Jahres sind Horoskope gefragt – kirchlich gesehen Aberglaube. Doch die Sterndeuter aus dem Morgenland erinnern uns daran: Astrologie, Astronomie und Religion gingen einst Hand in Hand. | © Marie-Christine Andres
Zu Beginn des neuen Jahres sind Horoskope gefragt – kirchlich gesehen Aberglaube. Doch die Sterndeuter aus dem Morgenland erinnern uns daran: Astrologie, Astronomie und Religion gingen einst Hand in Hand. | © Marie-Christine Andres

Die Sterne und die Schrift führen ans Ziel

  •  Zu Beginn des neuen Jahres sind Horoskope gefragt – kirchlich gesehen Aberglaube.
  • Doch die Sterndeuter aus dem Morgenland erinnern uns daran: Astrologie, Astronomie und Religion gingen einst Hand in Hand.
  • Gedanken zu den Sterndeutern im Matthäusevangelium aus theologischer, astronomischer und astrologischer Sicht.
(mehr …)
Kinder sind fasziniert von Halloween. Auch katechetisch Tätige werden damit konfrontiert. Wie kann die Kirche Halloween als Chance nutzen? | © Roger Wehrli
Kinder sind fasziniert von Halloween. Auch katechetisch Tätige werden damit konfrontiert. Wie kann die Kirche Halloween als Chance nutzen? | © Roger Wehrli

Halloween kann eine Chance sein

  • An Halloween scheiden sich die Geister. Viele Kinder, Jugendliche und zunehmend auch Erwachsene sind fasziniert von diesem Brauch.
  • Anderen ist das gruslige Treiben am Vorabend von Allerheiligen suspekt.
  • Die Kirche muss Halloween weder lieben noch verteufeln, sollte aber die Chance nicht verpassen,  das zentrale Thema von Halloween aufzugreifen.
(mehr …)
Am vergangenen Donnerstag lösten Oberstufenschülerinnen und -schüler aus Niederweningen knifflige Aufgaben auf dem jüdischen Kulturweg in Lengnau. | © Roger Wehrli
Am vergangenen Donnerstag lösten Oberstufenschülerinnen und -schüler aus Niederweningen knifflige Aufgaben auf dem jüdischen Kulturweg in Lengnau. | © Roger Wehrli

Pizza für Familie Bloch

  • «Dialogue en Route» ist ein Projekt der Interreligiösen Arbeitsgemeinschaft in der Schweiz IRAS COTIS.
  • Landesweit gehören 63 ausgewählte religiöse Stätten, Kulturorte und Bildungshäuser zu den Stationen von «Dialogue en Route». Neu auch  der jüdische Kulturweg Endingen-Lengnau.
  • Vor wenigen Tagen testeten Schülerinnen und Schüler der 3. Oberstufe aus Niederweningen den jüdischen Kulturweg auf einem Postenlauf.
(mehr …)
Das Kloster St. Urban wurde im Jahr 1194 gegründet und liegt in einem Spicke des Kantons Luzern, der vom Aargau und dem Bernbiet umgeben ist. Die Region ist seit alten Zeiten Grenzgebiet. Auch die «Jasskartengrenze» verläuft hier. Der nahegelegene Aussichtspunkt Ahorn ist einer der wenigen Orten, wo nebeneinander gleichzeitig mit französischen und deutschen Jasskarten gespielt wird. Die Grenze zwischen der Verbreitung der beiden Jasskartensorten verläuft von St. Urban über den Napf und den Wachthubel bis zum Brünig und weiter hinauf zum Furkapass. In der Regel wird im Kanton Bern und in der westlichen Schweiz mit den «welschen» Jasskarten, in der Zentralschweiz jedoch ebenso strikt mit den deutschen Jasskarten gespielt, erklärt die Webseite grenzpfad.ch.
| © Roger Wehrli
Das Kloster St. Urban wurde im Jahr 1194 gegründet und liegt in einem Spicke des Kantons Luzern, der vom Aargau und dem Bernbiet umgeben ist. Die Region ist seit alten Zeiten Grenzgebiet. Auch die «Jasskartengrenze» verläuft hier. Der nahegelegene Aussichtspunkt Ahorn ist einer der wenigen Orten, wo nebeneinander gleichzeitig mit französischen und deutschen Jasskarten gespielt wird. Die Grenze zwischen der Verbreitung der beiden Jasskartensorten verläuft von St. Urban über den Napf und den Wachthubel bis zum Brünig und weiter hinauf zum Furkapass. In der Regel wird im Kanton Bern und in der westlichen Schweiz mit den «welschen» Jasskarten, in der Zentralschweiz jedoch ebenso strikt mit den deutschen Jasskarten gespielt, erklärt die Webseite grenzpfad.ch. | © Roger Wehrli

Ein Kloster, drei Kantone

  • Das Horizonte-Team hat sich ganz in den Westen seines Gebietes begeben für die Sommerserie «Im wilden Westen»
  • Begeben Sie sich mit Horizonte auf Entdeckungsreise zu den Glaubens- und Kulturschätzen an den Rändern des Aargaus.
  • Erste Folge: Das Kloster St. Urban im Dreikantonseck Luzern-Bern-Aargau
(mehr …)
Wurde als Kind vom Pfarrer, der im Kinderheim St. Benedikt Hermetschwil als Religionslehrer ein und ausging, immer wieder sexuell missbraucht: Andreas Santoni. | © Roger Wehrli
Wurde als Kind vom Pfarrer, der im Kinderheim St. Benedikt Hermetschwil als Religionslehrer ein und ausging, immer wieder sexuell missbraucht: Andreas Santoni. | © Roger Wehrli

«Viele haben es gewusst und niemand hat etwas gesagt»

  • Mitte Juni entschuldigten sich die Verantwortlichen des Kinderheims St. Benedikt im Rahmen einer Medienkonferenz bei einem Mann, der während seines Aufenthalts im Kinderheim St. Benedikt Hermetschwil zwischen 1978 und 1981 mehrfach sexuell missbraucht worden.
  • Der damals zuständige Heimleiter Peter Bringold kritisierte im Anschluss diesen Schritt.
  • Horizonte traf die aktuelle Heimleiterin Pia Iff, den für die Institution in dieser Sache tätigen Krisenmanager Herbert Wyss und Andreas Santoni, der an besagter Medienkonferenz über das berichtete, was ihm widerfahren war, zu einem Gespräch. (mehr …)
Auw ist der Geburtsort der Heiligen Maria Bernarda Bütler. Zehn Jahre nach ihrer Heiligsprechung gründet die Bernarda-Kommission einen Maria-Bernarda-Verein. Von links: Gerhard Imbach, Martin Abt und Sr. Consilia Hofer. | © Roger Wehrli
Auw ist der Geburtsort der Heiligen Maria Bernarda Bütler. Zehn Jahre nach ihrer Heiligsprechung gründet die Bernarda-Kommission einen Maria-Bernarda-Verein. Von links: Gerhard Imbach, Martin Abt und Sr. Consilia Hofer. | © Roger Wehrli

Ein Verein für unsere Heilige

  • Am 28. Mai 1848 wurde Verena Bütler im aargauischen Auw geboren. Später trat sie ins Kloster ein und nahm den Namen Maria Bernarda an.
  • Vor zehn Jahren, am 12. Oktober 2008, wurde die Franziskaner Missionsschwester heiliggesprochen.
  • Bald hat die Heilige ihren eigenen Verein: Zum 10-Jahr-Jubiläum der Heiligsprechung findet am 28. Mai die Gründungsversammlung für den Verein «Maria Bernarda» statt. Interessierte sind herzlich willkommen!
  • Alle Infos zum Verein gibt es auf der Seite www.maria-bernarda.ch
(mehr …)
Bruno Maurer (links), Leiter des gta Archivs der ETH Zürich, erhält vom Präsidenten der Kirchenpflege Brugg-Windisch, Hans Schilling,  das Kirchenmodell von Walter Förderer. | © Astrid Baldinger
Bruno Maurer (links), Leiter des gta Archivs der ETH Zürich, erhält vom Präsidenten der Kirchenpflege Brugg-Windisch, Hans Schilling, das Kirchenmodell von Walter Förderer. | © Astrid Baldinger

Wertvolles Puzzleteil für Architektur-Archiv

  • Während der Pfarrhausrenovation in Windisch war 2016 in einem Archivraum ein Kirchenmodell gefunden worden.
  • Beim Modell handelt es sich um einen Wettbewerbsbeitrag zum Bau der Marienkirche in Windisch von 1962 und stammt von Walter M. Förderer, der in den 60er- und 70er-Jahren zum erfolgreichen Architekten für neo-expressionistische Kirchenbauten avancierte.
  • Das Modell wurde kürzlich von der Kirchgemeinde Brugg-Windisch als Schenkung dem Archiv des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur (gta) der ETH Zürich übergeben.
(mehr …)
Am Gedenktag des Heiligen Blasius spendet die katholische Kirche den  Blasiussegen «gegen Halskrankheit und alles Übel». | © Roger Wehrli
Am Gedenktag des Heiligen Blasius spendet die katholische Kirche den Blasiussegen «gegen Halskrankheit und alles Übel». | © Roger Wehrli

Dreifacher Segen für Katholiken

  • Anfang Februar pflegt das katholische Brauchtum kurz hintereinander drei Feste
  • Am 2. Februar das Fest «Darstellung des Herrn», am 3. Februar den Gedenktag des Heiligen Blasius und am 5. Februar das Fest der Heiligen Agatha
  • Viele Pfarreien feiern die drei Feste in einem Gottesdienst, wo dann Kerzen und Agatha-Brot gesegnet werden und der Blasiussegen gespendet wird.
(mehr …)
Im Rahmen der aktuellen Kirchturmsanierung  öffnete das Kloster Fahr nach 50 Jahren seine Zeitkapsel. Für die geladenen Medienvertreter führte die Reise bis in die Zeit der Französischen Revolution, als das Kloster angegriffen wurde.  | © Roger Wehrli
Im Rahmen der aktuellen Kirchturmsanierung öffnete das Kloster Fahr nach 50 Jahren seine Zeitkapsel. Für die geladenen Medienvertreter führte die Reise bis in die Zeit der Französischen Revolution, als das Kloster angegriffen wurde. | © Roger Wehrli

Per Zeitkapsel in die Klostervergangenheit

Im Rahmen der aktuellen Kirchturmsanierung samt Turmkreuz öffnete das Kloster Fahr nach 50 Jahren seine Zeitkapsel. Es erwartete die geladenen Medienvertreter eine spannende Reise in die Vergangenheit – bis zurück in die Zeit der französischen Revolution. (mehr …)
Die Kirche St. Johannes in Buchs wird heuer 50 Jahre alt. Nach zwei Sanierungen hat sie ihren ursprünglichen Charakter zurückerhalten. Ein ausdrucksstarkes Ensemble aus Beton, das wie angegossen ins Gelände passt. | © Werner Rolli
Die Kirche St. Johannes in Buchs wird heuer 50 Jahre alt. Nach zwei Sanierungen hat sie ihren ursprünglichen Charakter zurückerhalten. Ein ausdrucksstarkes Ensemble aus Beton, das wie angegossen ins Gelände passt. | © Werner Rolli

Wie Sand im Sonnenlicht

An heissen Sommertagen kann der Besuch in einer der schönsten Aargauer Betonkirchen für Architekturinteressierte zu einem richtig coolen Erlebnis werden. Horizonte machte die Probe aufs Exempel und liess sich ausgewählte Schmuckstücke vom leitenden Denkmalpfleger Reto Nussbaumer zeigen - in dieser Folge die Kirche St. Johannes in Buchs, die dieses Jahr 50 Jahre alt wird. Nach zwei Sanierungen hat sie ihren ursprünglichen Charakter zurückerhalten. Ein ausdrucksstarkes Ensemble aus Beton, das wie angegossen ins Gelände passt. (mehr …)
Der Pilger-Hype wird zum Mitmachspektakel: Radio und Fernsehen SRF lässt dieser Tage eine fünfköpfige Gruppe eine historische Wallfahrt machen. Alltägliche Dinge wie Feuer machen werden für die Gruppe zur Herausforderung - und fürs Publikum zur spannenden Unterhaltung. Per Online-Voting kann sogar mitgestaltet werden. | © Andreas C. Müller
Der Pilger-Hype wird zum Mitmachspektakel: Radio und Fernsehen SRF lässt dieser Tage eine fünfköpfige Gruppe eine historische Wallfahrt machen. Alltägliche Dinge wie Feuer machen werden für die Gruppe zur Herausforderung - und fürs Publikum zur spannenden Unterhaltung. Per Online-Voting kann sogar mitgestaltet werden. | © Andreas C. Müller

Pilgern vor Mikrofon und Kamera

Pilgern ist in. Auch die säkularen Medien haben das Wallfahren entdeckt. Die Aargauer Zeitung pilgert in sechs Folgen durchs Freiamt, während Schweizer Radio und Fernsehen SRF dieser Tage eine historische Pilgertruppe von Basel nach Fribourg schickt. Horizonte traf die zeitreisenden Wallfahrer in Mariastein und analysierte die neue Dimension des Pilger-Hypes. (mehr …)
Die Ranftschlucht als Wirkungsstätte von Niklaus von Flüe steht als Kraftort im Fokus der Gedenkfeierlichkeiten zu seinem 600 Geburtstag. | © Bruder-Klausen-Stiftung
Die Ranftschlucht als Wirkungsstätte von Niklaus von Flüe steht als Kraftort im Fokus der Gedenkfeierlichkeiten zu seinem 600 Geburtstag. | © Bruder-Klausen-Stiftung

In der Tiefe liegt die Kraft

Vor 600 Jahren ist Niklaus von Flüe in Flüeli in der Gemeinde Sachseln geboren. Nur wenige Minuten von seinem Geburtshaus entfernt liegt in der Tiefe jener Ort, der zu seiner wichtigsten Wirkstätte wurde. (mehr …)
Vom kleinen Zmorge im Pilgerstübli der Kapelle St. Ottilien in Buttisholz bis zum Taizé-Nachtgebet in der Mutterhauskapelle des Klosters Baldegg; vom Besuch der Kapelle Leuenstern in Hohenrain inklusive Erläuterung zum alten Brennverfahren der Distillerie Seetal bis zur begleiteten Wanderung vom Stiftsbezirk Beromünster zur Waldkathedrale: Der «Tag der offenen Kapellen» 2016, organisiert von der «Sakrallandschaft Innerschweiz», hat Einiges zu bieten. | © www.sakrallandschaft-innerschweiz.ch
Vom kleinen Zmorge im Pilgerstübli der Kapelle St. Ottilien in Buttisholz bis zum Taizé-Nachtgebet in der Mutterhauskapelle des Klosters Baldegg; vom Besuch der Kapelle Leuenstern in Hohenrain inklusive Erläuterung zum alten Brennverfahren der Distillerie Seetal bis zur begleiteten Wanderung vom Stiftsbezirk Beromünster zur Waldkathedrale: Der «Tag der offenen Kapellen» 2016, organisiert von der «Sakrallandschaft Innerschweiz», hat Einiges zu bieten. | © www.sakrallandschaft-innerschweiz.ch

Sakrale Perlen präsentieren

Vom kleinen Zmorge im Pilgerstübli der Kapelle St. Ottilien in Buttisholz bis zum Taizé-Nachtgebet in der Mutterhauskapelle des Klosters Baldegg; vom Besuch der Kapelle Leuenstern in Hohenrain inklusive Erläuterung zum alten Brennverfahren der Distillerie Seetal bis zum Kamishibais, dem japanischen Papiertheater in der Kapelle Maria in Linden Kehrsiten in Stansstad: Der «Tag der offenen Kapellen» vom 22. Oktober 2016, organisiert von der «Sakrallandschaft Innerschweiz», hat Einiges zu bieten. Sogar Aargauer Beteiligung und einen Fotowettbewerb. (mehr …)
250 Jahre existiert im Kappelerhof-Quartier zu Baden bereits die Kapelle Mariawil. Ein Grund zum Feiern für die Pfarrei Baden. Zugleich jährt sich in diesem Jahr zum 150sten Mal die Übergabe der Ikone «Mutter von der Immerwährenden Hilfe» an die Redemptoristen im Jahre 1866 durch Papst Pius IX. in Rom. Die Redemptoristen leben seit den 1920er Jahren auch in Mariawil und gestalten vor Ort die Seelsorge im Auftrag der Pfarrei Baden. | © Roger Wehrli
250 Jahre existiert im Kappelerhof-Quartier zu Baden bereits die Kapelle Mariawil. Ein Grund zum Feiern für die Pfarrei Baden. Zugleich jährt sich in diesem Jahr zum 150sten Mal die Übergabe der Ikone «Mutter von der Immerwährenden Hilfe» an die Redemptoristen im Jahre 1866 durch Papst Pius IX. in Rom. Die Redemptoristen leben seit den 1920er Jahren auch in Mariawil und gestalten vor Ort die Seelsorge im Auftrag der Pfarrei Baden. | © Roger Wehrli

Doppeltes Jubiläum

Am 10. und 11. September 2016 gibt's bei der Kapelle Mariawil in Baden ein Festwochenende. Horizonte hat Pater Franz-Toni Schallberger von den Redemptoristen besucht, die das Seelsorge-Angebot mitgestalten. (mehr …)
Der Brauch der Salzsegnung am Dreifaltigkeitssonntag scheint zumindest im deutschsprachigen Raum verbreitet zu sein. Er ist in den Kantonen Aargau, Luzern, St. Gallen, Thurgau und Zug sowie in einigen Regionen Deutschlands anzutreffen. | © Marie-Christine Andres
Der Brauch der Salzsegnung am Dreifaltigkeitssonntag scheint zumindest im deutschsprachigen Raum verbreitet zu sein. Er ist in den Kantonen Aargau, Luzern, St. Gallen, Thurgau und Zug sowie in einigen Regionen Deutschlands anzutreffen. | © Marie-Christine Andres

Würziges Wundermittel

Am Sonntag nach Pfingsten feiert die katholische Kirche den Dreifaltigkeitssonntag. Ein nicht immer einfaches Fest, das mancherorts aber spezielle Würze hat. (mehr …)
Vom Vatikan aus strahlt die Arbeit eines Papstes mal mehr und mal weniger in die katholische Welt. Franziskus hat - gemessen an der durchschnittlichen Amtszeit der Päpste durch die Zeit - die Hälfte seiner «Dienstjahre» hinter sich. | © Michael Jablonowski
Vom Vatikan aus strahlt die Arbeit eines Papstes mal mehr und mal weniger in die katholische Welt. Franziskus hat - gemessen an der durchschnittlichen Amtszeit der Päpste durch die Zeit - die Hälfte seiner «Dienstjahre» hinter sich. | © Michael Jablonowski

Der barmherzige Papst und die arme Kirche

Vor drei Jahren wurde er zum Papst gewählt, seitdem hat Franziskus eine Menge bewegt. Aber wo steht die katholische Kirche heute wirklich unter der Führung des charismatischen Mannes «vom Ende der Welt», wie er sagt? (mehr …)
Christenverfolgung im Irak: Eine Madonnenfigur steht in einer verrußten Nische des Klosters St. Hourmized nahe Alqosh im Norden des Irak. |© kna-bild
Christenverfolgung im Irak: Eine Madonnenfigur steht in einer verrußten Nische des Klosters St. Hourmized nahe Alqosh im Norden des Irak. |© kna-bild

Vor hundert Jahren – und leider auch heute

Von Bremgarten bis Zuzgen läuten morgen Freitagabend, 24. April, um 19 Uhr für fünf Minuten die Kirchenglocken. Es ist ein Zeichen der Solidarität zum 100. Gedenktag des Völkermordes an den Armeniern, aber auch für all die Christen, die heute wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (AGCK) in der Schweiz hat ihre Mitgliedskirchen zu Gedenkgottesdiensten und zum gemeinsamen Glockengeläut aufgerufen. Am Freitag, 24. April 2015 jährt sich zum hundertsten Mal der Beginn des Völkermordes an den Armeniern. Der 24. April 1915 gilt als der Tag, an dem im Osmanischen Reich die Deportationen und Massaker an der armenischen Minderheit ihren Anfang nahmen. Die junge türkische Regierung liess über 200 armenische Intellektuelle, Politiker und Geistliche in Istanbul, damals noch Konstantinopel, festnehmen und grösstenteils töten. In den Jahren 1915/16 folgten Massaker und Deportationen in die nordsyrische Wüste. Unzählige Armenier, die die Todesmärsche überlebten, starben an Hunger, Erschöpfung und Krankheiten. Vor dem Ersten Weltkrieg hatten schätzungsweise mehr als zwei Millionen Armenier im Gebiet der heutigen Türkei gelebt, heute leben dort noch 50'000 bis 60'000 Menschen dieser christlichen Minderheit. Die Säuberungsaktionen der jungtürkischen Regierung trafen nicht nur die Armenier, sondern auch Assyrer und Aramäer, ebenfalls Christen, sowie die Minderheit der Griechen. 1915/16 sollen Studien zufolge bis zu eineinhalb Millionen Armenier ums Leben gekommen sein. Das Verbrechen an den Armeniern gilt heute als erster organisierter Völkermord des 20. Jahrhunderts. Christen sind die am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft Zum 100. Gedenktag des Genozids an den Armeniern rief die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (AGCK) in der Schweiz ihre Mitgliedskirchen dazu auf, der Opfer des armenischen Völkermordes und ihrer Angehörigen besonders im Gebet zu gedenken und schlägt dafür den jeweiligen Sonntagsgottesdienst vom 26. April vor. Ausserdem bittet die AGCK die Kirchgemeinden, dem Wunsch der Armenisch Apostolischen Kirche der Schweiz zu entsprechen und am Freitagabend, den 24. April, um 19 Uhr, während fünf Minuten die Glocken ihrer Kirchen als Zeichen des Mitgefühls zu läuten. Laut dem christkatholischen Bischof Harald Rein, derzeitiger Präsident der AGCK, will die Arbeitsgemeinschaft dem Gedenken an den Genozid viel Raum geben. Einerseits weil der Genozid und die damit einhergehende Zwangsislamisierung vor hundert Jahren bis heute theologische, soziale, politische und psychologische Folgen habe, andererseits weil die Christen auch heute noch die weltweit am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft sind. In einem Interview mit Radio SRF2 am Sonntag, 19. April 2015 betonte Harald Rein, dass die Kirche und die Politik Europas zu den aktuellen Christenverfolgungen im Nahen Osten nicht schweigen dürfe. Ebenso erklärte er, dass er es sehr bedauerlich finde, dass sich der Schweizer Bundesrat nicht dazu durchringen kann, den Völkermord an den Armeniern öffentlich anzuerkennen – aus falscher Rücksicht auf die Türkei, wie er findet. So gesehen solle der Gedenktag auch Appell an die politische Schweiz sein. Schmerz auch nach hundert Jahren Die Armenier sehen in den Geschehnissen der Jahre 1915/16 ein ungesühntes Unrecht und fordern seit Jahrzehnten ein angemessenes Gedenken auch in der Türkei. Dagegen bestreiten die offizielle türkische Geschichtsschreibung und die Regierung der aus dem Osmanischen Reich hervorgegangenen Republik Türkei, dass es überhaupt einen Völkermord gegeben habe. Sie bezeichnen die Deportationen als «kriegsbedingte Sicherheitsmaßnahmen», die notwendig geworden seien, da die Armenier das Osmanische Reich verraten, seine damaligen Kriegsgegner unterstützt und ihrerseits Massaker an Muslimen begangen hätten. Der Streit um die Anerkennung des Genozids als historische Tatsache belastet bis heute die Beziehungen zwischen der Türkei und Armenien. Erzbischof Karekin Bekdjian, Primas der Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland, schrieb kürzlich zum Thema: «Diese unbeschreibliche menschliche Tragödie, die wir Armenier «Aghed» (Katastrophe) nennen, hat nicht nur mindestens 1,5 Millionen Opfer gefordert, sondern auch die gesamte westarmenische Kultur mit tausenden Kirchen, Klöstern und Schulen zerstört. Überlebende wurden oft zwangsislamisiert oder weltweit zerstreut, unzählige Kinder wurden zu Waisen. Die Wunde, die dieser Völkermord hinterlassen hat, schmerzt und blutet auch nach hundert Jahren noch, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Nachkommen der Täter diese historische Tatsache nach wie vor verleugnen. 2015 gedenken wir ein weiteres Mal der Opfer des Völkermordes an den Armeniern und tun dies in ökumenischer Gemeinschaft. Wir danken unseren Geschwistern anderer Konfessionen für die entgegengebrachte Solidarität.» Solidarität auch im Aargau Solidarisch zeigen sich auch viele Pfarreien im Aargau. Alexander Pasalidi, Pfarrer in Wegenstetten, sagt: «Wir werden uns der Einladung der AGCK anschliessen und als Zeichen des Mitgefühls in unseren Gemeinden läuten. In Wegenstetten, Hellikon und Zuzgen läuten die Glocken.» Aber auch in den Pfarreien Bad Zurzach, Birmenstorf, Bremgarten, Dottikon, Gebenstorf, Kaiseraugst, Koblenz, Lenzburg, Neuenhof, Oeschgen, Rothrist-Murgenthal, Sarmenstorf, Schneisingen-Siglistorf, Suhr-Gränichen, Unterkulm, Wildegg, Wohlen und Zeiningen verkünden die Kirchenglocken Solidarität mit den Opfern der Christenverfolgung - vor hundert Jahren, aber auch heute. Verhinderung eines Genozids im Nahen Osten Auch die christliche Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity International (CSI) ruft zum Gedenken auf. CSI legt den Akzent aber vor allem auch auf die Verhinderung eines weiteren Genozids heute im Nahen Osten. Beim 100. Gedenktag an 1915 müsse es auch um die existenzielle Bedrohung der Nachkommen von Überlebenden in der Gegenwart gehen, schreibt die Organisation. Neben der Anerkennung des Genozids durch Bundesrat und Türkei fordert sie den Stopp der religiösen Säuberung in Syrien und im Irak, der die Nachkommen von Überlebenden des Genozids von 1915 heute zum Opfer fallen. CSI appelliert mit einer Petition an Bundesrat Didier Burkhalter, dem Einsatz für religiöse Minderheiten im Nahen Osten höchste Priorität zu geben. Meenschenrechtsaktivist John Eibner machte sich in Syrien ein Bild über die Lage der Religionsminderheiten. Im Gespräch mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete er über die Erkenntnisse und Eindrücke seiner Syrien-Reise. «Eines der grossen Dramen des Syrien-Krieges sind die religiösen Säuberungen.», sagte er gegenüber der Zeitung. In Homs und Maaloula zum Beispiel hätten die sunnitischen Extremisten innerhalb der Rebellengruppen Säuberungen gegen Christen und andere Religionsminderheiten durchgeführt. In diesen Gebieten wurden Christen Opfer von Morden und Enteignungen, es wurden Kirchen geschändet und religiöse Symbole zerstört. Aber auch Alawiten und moderate Sunniten flohen vor den Rebellen. In einem Kommentar in der «Schweiz am Sonntag» schreibt John Eibner dazu: «Wenn diese Entwicklung nicht aufgehalten wird, werden die biblischen Länder im Nahen Osten – mit Ausnahme von Israel – bald der biblischen Völker beraubt sein. Die Juden wurden bereits in den 1950er- und 60er-Jahren aus den mehrheitlich sunnitischen Ländern des Nahen Ostens verjagt. Jetzt sind die Christen an der Reihe. ‚Auf den Sabbat folgt der Sonntag’, wie oft gesagt wird, wenn es um das Verschwinden der Christen aus dem Nahen Osten geht.» Keime einer friedlicheren Menschheit Auch Papst Franziskus hat die Weltgemeinschaft zum Handeln im Nahen Osten aufgerufen. Beim diesjährigen Ostersegen auf dem Petersplatz sagte er: «Die internationale Gemeinschaft möge nicht untätig bleiben angesichts der immensen menschlichen Tragödie im Inneren dieser Länder und des Dramas unzähliger Flüchtlinge.» Der Lärm der Waffen in Syrien und im Irak müsse aufhören und ein friedliches Zusammenleben aller Gruppen wieder hergestellt werden Papst Franziskus erinnerte daran, dass besonders Christen von der Gewalt und den Kriegen auf der Welt betroffen sind. Christen seien die Keime einer friedlicheren Menschheit.   Marie-Christine Andres / kath.ch   Veranstaltungen zum 100. Gedenktag des Genozids an den Armeniern Requiem für die 1,5 Millionen Ermordeten Freitag, 24. April, 13.30 Uhr
Eglise St-Hagop, Troinex-Genève.
Die Kirchenglocke wird 100 mal anschlagen für die 100 vergangenen Jahre. Gedenkkonzert mit sakraler Musik Freitag, 24. April 2015, 19.15 Uhr
, Berner Münster. Mit Rezitationen in Deutsch, Armenisch und Französisch, Musik aus dem Requiem und 
Stellungnahmen von Schweizer Politikern. Requiem für die Opfer Samstag, 25. April, 19.15 Uhr, 
Fraumünster Zürich. Konzert zum Gedenken Samstag,
 25. April, 19.30 Uhr
, in der Kirche Hundwil/Appenzell. Gottesdienst zum Gedenken Sonntag, 
26. April, 10 Uhr
, in der Kirche von Muri bei Bern. «Erinnern - nicht Vergessen»: «ER hört mein Klagen» (Psalm 55,18) Manuschak Karnusian erinnert an ihre Grosseltern und den Völkermord an den Armeniern vor 100 Jahren. Pfarrer Christoph Knoch richtet den Blick auf die Situation der Christen in Syrien und im Irak heute.
 Mit Talita Karnusian, Geige, Micha Hornung, Akkordeon. Manuschak Karnusian, Texte. Christoph Knoch, Predigt, Liturgie, Taufe. Christine Heggendorn, Orgel. Konzert mit armenischen Liedern Samstag, 6. Juni, 17 bis 17.45
 Uhr Eglise Saint-François, Lausanne. Anschliessend protestantischer Gottesdienst, Samstag, 6. Juni, 18 Uhr
Mit Gebet für die Verfolgten im Mittleren Osten. Ökumenischer Gottesdienst Sonntag, 7. Juni, 18 Uhr
Kathedrale Lausanne. Mit Vertretern der armenischen und der syrischen
Kirchen sowie den Mitgliedskirchen der AGCK Waadt.   Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (AGCK) in der Schweiz Die AGCK ist eine national tätige ökumenische Plattform in der Schweiz. Sie wurde 1971 gegründet. Zehn Kirchen sind Mitglied, unter anderem der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK), die Römisch-katholische Kirche der Schweiz, die Christkatholische Kirche der Schweiz, christlich-orthodoxe und weitere Kirchen. Sie haben 2005 in St. Ursanne die Charta Oecumenica unterzeichnet. Das Dokument nennt Selbstverpflichtungen im Verhalten der Kirchen untereinander, gegenüber der Gesellschaft und anderen Religionen und Weltanschauungen, insbesondere dem Judentum und dem Islam.   (mehr …)
Die Sebastianibrüder tragen die 400 Jahre alte Pestlaterne durch die verdunkelten Rheinfelder Gassen. | zvg
Die Sebastianibrüder tragen die 400 Jahre alte Pestlaterne durch die verdunkelten Rheinfelder Gassen. | zvg

Zwölf Brüder gegen Tod und Schrecken

Die Gassen des Städtchens am Rhein sind ausgestorben. Viele Häuser stehen leer und leblos, die Türen sind mit Brettern vernagelt, einige mit einem schwarzen Kreuz bemalt. Bereits im 12., im 14. und im 15. Jahrhundert suchte die Pest die Stadt Rheinfelden heim. Auch andernorts verbreitete die Krankheit ihren Schrecken, in manchen Städten starb ein Drittel aller Einwohner. Die Angst war umso grösser, als niemand wusste, wie die Seuche entstand und wie sie verbreitet wurde. (mehr …)
Die St. Ursen-Kathedrale trägt den «Elferbeziehungen» der Stadt auch in sakralem Sinne Rechnung: Elf Altäre, elf Türen und je elf Stufen pro Lauf auf der majestätisch anmutenden Freitreppe. | © Andreas C. Müller
Die St. Ursen-Kathedrale trägt den «Elferbeziehungen» der Stadt auch in sakralem Sinne Rechnung: Elf Altäre, elf Türen und je elf Stufen pro Lauf auf der majestätisch anmutenden Freitreppe. | © Andreas C. Müller

Im Schatten des vollen Dutzend

Im elften Monat des Jahres geht mit dem Christkönigsfest das Kirchenjahr zu Ende. Grund genug, jener Zahl einmal genauer nachzuspüren, zu der nicht nur die Solothurner eine ganz spezielle Beziehung pflegen. Im Fussball ist sie das Mass aller Dinge, ebenso im Karneval. Doch letztlich steht die Elf fast immer im Schatten der Zwölf. Auch dort, wo wir es auf den ersten Blick nicht vermuten würden. (mehr …)