07.09.2021

Gelungener Auftakt zur SchöpfungsZeit

Am 1. September hat die ökumenische SchöpfungsZeit begonnen. Die Auftaktveranstaltung fand zum fünften Mal in Rheinfelden statt. Dieses Jahr passte der Ort thematisch besonders gut, denn im Mittelpunkt der SchöpfungsZeit 2021 steht das Wasser. «Damit Ströme lebendigen Wassers fliessen» lautet die Überschrift. Die poetischen Worte stammen aus dem Johannesevangelium im Neuen Testament. Ein Stationenweg führte von der römisch-katholischen Kirche am Rhein entlang bis hoch zum Kraftwerk. Rolf Bürgi, Präsident des Fischereivereins Bezirk Rheinfelden, führte die dreissig Frauen und Männer vom Städtli flussaufwärts und erzählte über das Leben am und im Wasser. Von der sensiblen Äsche, die in den heissen Sommern 2003 und 2018 fast ausgestorben wäre, vom Aal, der unter den Turbinen der Kraftwerke leidet, vom Lachs, der darauf wartet, dass bei drei Kraftwerken im Elsass endlich auch Fischtreppen eingebaut werden, damit er wieder wie früher seine Reise vom Meer den Fluss hoch antreten kann. Bürgi schilderte, wie bei den Treppen Fische gezählt, gewogen und mit Sendern versehen werden, wies darauf hin, dass die Flüsse in Bezug auf Plankton oft zu sauber, in Bezug auf chemische Substanzen zu schmutzig seien und dass die Rückstände von Antibiotika und Antibabypille die Fische unfruchtbar mache.

Bei der abschliessenden liturgischen Feier beim Kraftwerk erzählte Daniel Frei vom Pfarramt für weltweite Kirche beider Basel die Geschichte von Mara, dem «Bitterbrunnen» in der Wüste, wie sie im Buch Exodus im Alten Testament überliefert ist. Mose wirft ein Stück Holz ins Wasser, worauf dieses trinkbar wird. Frei setzte die Geschichte in Beziehung zum Unfall von Schweizerhalle 1986, als Fische bis hinunter nach Mannheim starben, das Wasser sich rot färbte und eine dunkle Wolke über Basel hing. Dass das Rheinwasser heute trinkbar ist und Fische im Fluss schwimmen, sei keine Selbstverständlichkeit. Der Auftakt in die SchöpfungsZeit wurde musikalisch begleitet von Tamar Eskenian, einer international erfolgreichen Querflötistin, die auf der armenischen Hirtenflöte Shvi spielte. Ein eigens für diesen Anlass geschriebener Kanon von Jutta Wurm von der reformierten Kirche Region Rheinfelden sowie ein Ritual mit guten Wünschen fürs Wasser von Claudia Nothelfer von der römisch-katholischen Landeskirche Aargau schlossen die Feier ab. 

Vom 1. September (Schöpfungstag der orthodoxen Kirchen) bis zum 4. Oktober (Gedenktag des Schöpfungsheiligen Franz von Assisi) feiern die Kirchen schweiz- und weltweit die SchöpfungsZeit. Sie ist dem Gebet für die Erde und der Förderung eines nachhaltigen Lebensstils gewidmet. Der Verein «oeku – Kirchen für die Umwelt» erarbeitet jeweils Informationsmaterial und liturgische Unterlagen. Seit 2017 findet der Anlass der Landeskirchen Aargau und beider Basel zur Eröffnung der SchöpfungsZeit jeweils in Rheinfelden statt.

05.09.2021

Vorbeugen ist besser als trauern

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die International Association for Suicide Prevention (IASP) haben 2003 erstmals den 10. September als Welttag der Suizidprävention ausgerufen. Seitdem finden jährlich an diesem Datum Veranstaltungen statt, die vorwiegend von Organisationen aus dem Gesundheitsbereich bzw. der Suizidprävention veranstaltet werden. Im Kanton Aargau engagieren sich Tel 143 – Die Dargebotene Hand zusammen mit der Fachstelle Suizid-Netz Aargau, der Römisch-Katholischen Kirche im Aargau und dem Verband Aargauer Psychologinnen und Psychologen VAP in diesem Jahr mit einer Strassenaktion und einer Abendveranstaltung am Welttag der Suizidprävention. Dabei stellen alle beteiligten Organisationen die psychische Gesundheit in den Fokus.

Unter dem Titel «Alltagsfarbentauglich – eine Strassenaktion­» werden am Freitag, 10. September 2021, von 11 – 13 Uhr, auf der Igelweid in Aarau die Passanten vor Ort dazu ermutigt, im persönlichen Umfeld die psychische Gesundheit ins Sichtfeld zu rücken. Bei dieser Aktion kommt Farbe ins Spiel und ein unbeschriebenes Blatt wartet auf Farbtupfer. Zusammengefügt entsteht ein einmaliges Kunstwerk. Dazu liegen Informationen verschiedener Fachstellen bereit, um im grauen Alltag zu wissen, wo Hilfe zu holen ist.

Die Veranstaltung «Aufeinander zugehen – Können wir’s noch?» lädt ein zur physischen oder auch virtuellen Teilnahme. Dabei geht es um die Frage, wie man das Aufeinander-Zugehen üben kann und wie es trotz Abstandhalten gelingt. Ungewissheit, schlechtes Gewissen oder Unsicherheit lassen Menschen einer Begegnung entgegenfiebern oder diese eben auch vermeiden. Welche Steine legen sich der Begegnung in unserer heutigen Welt in den Weg? Die Reaktionen der Teilnehmer nimmt das Playbacktheater gehdicht.ch entgegen und spielt diese ad hoc zurück, am 10. September, von 19.30 – 21.30 Uhr, entweder live im Reformierten Kirchengemeindehaus, Oelrainstrasse 21, in Baden oder via Livestream. Hier geht’s zum Trailer der Veranstaltung. Mehr Informationen und die Möglichkeit, sich direkt anzumelden gibt’s auf der Website von Tel 143 – Die dargebotene Hand.

Ausserdem finden aktuell und noch bis am 1. November 2021 die Aktionstage psychische Gesundheit statt. Mehr als 30 Institutionen sensibilisieren für das Thema, vermitteln Informationen und schaffen ein Bewusstsein für den Umgang mit psychischer Gesundheit.

01.09.2021

SRF info überträgt Gedenkfeier für Hans Küng live

Zum Andenken an Hans Küng findet in der Jesuitenkirche in Luzern am 3. September um 17.30 Uhr eine Gedenkfeier statt. Der international bekannte römisch-katholische Theologe, Kirchenkritiker und Gründer der Friedensinitiative «Weltethos» ist am 6. April 2021 an seinem Wohnort Tübingen gestorben. «Ein besinnliches und heiteres Gedenken» hatte sich der 1928 geborene Hans Küng gewünscht. Diesem Wunsch kommen die Stiftungen «Herbert Haag – für Freiheit in der Kirche» und «Weltethos Schweiz» mit dieser Gedenkfeier nach. Der Priester, Professor und Weltbürger Hans Küng rief seine Kirche zu radikalem Umdenken auf. Er provozierte und hinterfragte die Unfehlbarkeit des Papstes. Die Freiheit des Glaubens und die Verantwortung für ein globales und interreligiöses Ethos waren Eckpfeiler seines Christseins. Während der Gedenkfeier in Luzern werden Würdigungen und Texte aus dem Werk von Hans Küng vorgetragen. Der Basler Bischof Felix Gmür spricht zusammen mit dem Rottenburger Bischof Gebhard Fürst ein Gebet für Hans Küng. Musikalisch gestalten die Feier das Basler Capriccio Barockorchester und die Sängerinnen und Sänger des Ensemble Corund Luzern unter der Dirigentin Lena-Lisa Wüstendörfer. Schweizer Radio und Fernsehen SRF überträgt die Gedenkfeier live auf dem Kanal SRF info. Mehr über Leben und Werk von Hans Küng lesen Sie hier.

30.08.2021

Die Jubla wächst weiter

Der Kinder- und Jugendverband Jungwacht Blauring (Jubla) verzeichnet für das Jahr 2020 trotz vieler Herausforderungen einen erfreulichen Mitgliederzuwachs von 342 Personen. Das entspricht einem Plus von 1.06 Prozent. Wie Jubla Schweiz in einer Medienmitteilung schreibt, trage die hohe Motivation der rund 32’500 Jubla-Mitglieder dazu bei, dass der Verband auch in schwierigen Zeiten stark bleibe. Die Jubla sei nicht allein: «Leitende, Begleitpersonen, Ehemalige und Kursleitende nähren sie. Pfarreien, Partnerorganisationen, Geldgebende stützen sie.»
 
Das Jahr 2020 auferlegte dem Jugendverband mit der Corona-Pandemie eine schwierige Aufgabe. Um das Vereinsleben aufrecht zu erhalten, wurde der Hashtag #jublazuhause ins Leben gerufen – ein Symbol für die vielen kreativen Ideen, mit denen die Jubla der Krise trotzten. Diesen Sommer folgte die nächste Herausforderung: Heftige Regenfällen und Unwetter erschütterten die Schweiz während der Sommerferien und trafen auch viele Gruppen auf ihrem Lagerplatz. Die Leiterinnen und Leiter stellten ihre Risikokompetenz unter Beweis, indem sie Wassergraben ausschaufelten, Hochbauten aufstellten oder in gefährlichen Situationen die Gruppe sicher in die zuvor organisierte Notunterkunft brachten. Konnten die Gruppen das Lager trotz allem Effort nicht weiterführen, stellten die Scharen auf ein Tageslager im eigenen Dorf um. Christoph Ratz, Co- Präsident der Verbandsleitung Jubla Schweiz, stellt fest: «Der Umgang der Leitenden mit dem Unwetter und der Corona-Situation hat wieder einmal gezeigt, dass sie durch ihre Ausbildung bei der Jubla verantwortungsvoll mit Risiken umgehen und kreative Lösungen entwickeln können.»
 
Mit einem neuen Werbefilm zeigt die Jubla, was sie ausmacht, dankt allen Mitwirkenden und freut sich auf zukünftige tolle Erlebnisse.

 

 

26.08.2021

Am Sonntag, 29. August, eröffnet das Museum Gnadenthal

Diesen Sonntag, 29. August 2021, öffnet das Museum Gnadenthal seine Tore. Bereits im Jahr 2017 hatte der Verein Gnadenthal  beschlossen, die Kloster- und Pflegegeschichte aufzuarbeiten und neu zu vermitteln. Nun ist das neue Museum bereit für die Besucherinnen und Besucher. Facettenreich wird  die bewegte Geschichte des Ortes an der Reuss erzählt. So erhalten Besucher im ehemaligen Refektorium (Speisesaal) Einblick in die Schätze des Klosters. Die Originalobjekte erzählen vom Alltag der Nonnen, der geprägt war vom Gebet, der Arbeit und der Lesung. Ein kurzer Einführungsfilm im ehemaligen Entenhaus gibt einen Überblick über die Kloster- und Pflegegeschichte im Gnadenthal. Zudem bietet ein Audiospaziergang auf dem Klosterareal vertiefte Informationen zum Hören. Die Eröffnung wird von einem vielfältigen Rahmenprogramm begleitet.

 

Eröffnungs-Programm vom 29. August 2021  

10 bis 11 Uhr Gottesdienst
11.30 bis 12.30 Uhr Öffentliche Museumsführung
13.30 bis 14.30 Uhr Szenischer Rundgang
15 bis 15.45 Uhr Konzert von Romanesca (Barocke Musik)
16 Uhr Szenischer Rundgang
Der Tag wird begleitet von historischen Darstellerinnen und Darstellern.

Ein Grillstand mit Getränken steht zur Verfügung.

Weitere Informationen: www.museum-gnadenthal.ch

25.08.2021

Wieviel Religion braucht die Schweiz?

Die interreligiöse Arbeitsgemeinschaft in der Schweiz, Iras Cotis, betreibt eine neue Informationsplattform, deren Inhalte zur freien Lektüre zur Verfügung stehen. Unter der Webadresse www.religion.ch sind diesen August und September Artikel von renommierten Autoren zu finden, die sich alle mit der Frage beschäftigen: Wieviel Religion braucht die Schweiz? Iras Cotis schreibt dazu: «Die Internetplattform religion.ch will die Bedeutung religiöser Traditionen als Teil unserer Kultur in breiten Kreisen ins Gespräch bringen mit dem Ziel, Ängste abzubauen, Verständnis zu fördern und den Weg zu gegenseitigem Respekt und friedlichem Zusammenarbeiten der Religionsgemeinschaften zu ebnen.» In welcher Beziehung sollen Staat und Religion stehen? Welchen Platz dürfen Religionen in unserer Gesellschaft und dem öffentlichen Raum heute noch einnehmen? Eine Debatte, die insbesondere im Kontext von zugewanderten Religionen wie dem Islam sehr kontrovers geführt wird. Braucht es eine vollständige Trennung zwischen Kirche und Staat? Oder ist eine Anerkennung der bessere Weg? Die neue Artikelserie auf religion.ch beleuchtet diese und viele weitere Themen rund um die Frage «Wieviel Religion braucht die Schweiz?» aus verschiedenen Perspektiven.

23.08.2021

Europäische Tage des Denkmals am 11. /12. September

Am Wochenende vom 11./12. September 2021 findet die 28. Ausgabe der Europäischen Tage des Denkmals statt. Unter dem Motto «Gewusst wie» bieten die Kantonale Denkmalpflege und zahlreiche weitere Kulturinstitutionen an 41 Standorten – 18 davon in der Kantonshauptstadt – kostenlose Führungen an. Die Kantonale Denkmalpflege, die Kantonsarchäologie, diverse Standorte des Museums Aargau, aber auch lokale Kulturinstitutionen in Aarau, Baden, Lenzburg, Muri, Rheinfelden und Zofingen beteiligen sich mit Workshops und Führungen. 

Aufgrund der letztjährigen Reduzierung des Angebots setzt die Kantonale Denkmalpflege Aargau ihren Schwerpunkt nochmals auf die Kantonshauptstadt. Als kantonale Koordinatorin der Denkmaltage lädt sie die Öffentlichkeit am Sonntag, 12. September ins Säulenhaus an der Laurenzenvorstadt 107 in Aarau ein. Um 11 Uhr begrüssen der Landstatthalter Alex Hürzeler, der Stadtpräsident Dr. Hanspeter Hilfiker und der kantonale Denkmalpfleger Reto Nussbaumer das Publikum vor dem Säulenhaus. Verpflegungs- und Informationsstände laden zum Verweilen ein. Die Kantonsarchäologie präsentiert verschiedene Handwerkstechniken und dazugehörige Originalfunde aus 5000 Jahren.

Die Kantonsarchäologie setzt weitere Schwerpunkte im Kloster Königsfelden und beim Pfahlbauhaus Seengen. Ausserdem nimmt sie am Sonntag um 13 Uhr archäologisch Interessierte mit auf eine Wanderung zum keltischen Aarau auf dem Eppenberg. Das detaillierte Programm mit allen Angeboten und Führun- gen ist zu finden unter: www.ag.ch/denkmalpflege und www.hereinspaziert.ch.

Aufgrund der beschränkten Plätze ist für die meisten Führungen eine Anmeldung erforderlich. Für die Sicherheit der Besuchenden sorgt ein Schutzkonzept mit diversen Massnahmen wie Einhaltung von Abständen, Maskentragpflicht in Innenräumen, Aufnahme der Kontaktdaten sowie ausrei- chend Desinfektionsmittel.

20.08.2021

Facebook entdeckt Religion als Geschäftsfeld

Wie die katholische Nachrichtenagentur kna berichtet, hat die Social-Media-Plattform Facebook Religion als Geschäftsmodell entdeckt. Vor vier Jahren schrieb Mark Zuckerberg ein langes Manifest über die Rolle von Facebook in einer vernetzten Welt. Darin entdeckte er die Religion – genauer gesagt «Partnerschaften mit Glaubensgemeinschaften» – als Wachstumsfeld. Er beauftragte die christliche Autorin Nona Jones, diesen neuen Geschäftsbereich für Facebook zu entwickeln. Die Evangelikale verstehe sich darauf, Religion über elektronische Medien zu vermarkten und habe dafür hat den Begriff der «Social Ministries» geprägt, der ausdrücke, die Sozialen Medien in den Dienst der Evangelisierung zu stellen.

Wie kna berichtet, besteht für Glaubensgemeinschaften neuerdings etwa die Möglichkeit, Gottesdienste über die Plattform live zu streamen, Spenden zu sammeln und Fürbitten ins Cyberspace zu schicken. Jones beschreibt die Stossrichtung der Religions-Initiative des Internetriesen als selbstloses Angebot. Kritiker werfen dem Unternehmen jedoch vor, auf Profit abzuzielen – mehr Nutzer bedeuteten für Facebook mehr Daten und ein potenziell grösseres Stück vom Werbekuchen. Bedenken hinsichtlich des Schutzes der Privatsphäre lägen nahe, schreibt kna, zumal in den Gebetsanliegen sehr persönliche Dinge geäussert würden: die Bitte um Heilung von einer schweren Krankheit, Sorgen am Arbeitsplatz, Probleme in Ehe und Familie. Unter den jeweiligen Gebetsanliegen haben andere Nutzer die Möglichkeit, statt wie üblich «gefällt mir» nun «I prayed», ich habe gebetet, zu klicken.

18.08.2021

Priorin Irene Gassmann wiedergewählt

In einer Medienmitteilung vom Dienstag, 17. August 2021, geben die Benediktinerinnen vom Kloster Fahr bekannt, dass Schwester Irene Gassmann für weitere sechs Jahre als Priorin wiedergewählt ist. Die Wahl erfolgte unter dem Vorsitz von Abt Urban Federer, Abt der Klöster Einsiedeln und Fahr sowie Schwester Simone Buchs, Priorin im Kloster Heiligkreuz in Cham. Abt Urban Federer hat die Wahl bestätigt. Schwester Irene Gassmann ist seit 2003 Priorin des Benediktinerinnenklosters Fahr. Im Kloster Fahr leben zur Zeit 19 Schwestern und eine Novizin.

16.08.2021

Klimapilgerweg gestartet

Der 5. Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit ist am Wochenende mit einem Gottesdienst im polnischen Zielona Gora gestartet. Dies berichtete die Katholische Nachrichtenagentur kna. Der Pilgerweg führt über 1450 Kilometer durch Polen, Deutschland, die Niederlande und England bis nach Glasgow in Schottland. Dort beginnt am 31. Oktober die Weltklimakonferenz. 30 Pilger brachen am Samstag mit dem Segen der polnischen katholischen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Polen und des Bischofs der Evangelischen Kirche in Berlin und Brandenburg, Christian Stäblein, auf. Die Dauerpilger aus Polen und Deutschland wollen Glasgow in 77 Tagen erreichen.

Der Umweltbischof der evangelischen Kirche Polens, Waldemar Pytel, und der Umweltbischof der katholischen Kirche in Polen, Tadeusz Litynski, erklärten in einem gemeinsamen Brief an Papst Franziskus, die Weltklimakonferenz in Glasgow müsse ein entscheidender Schritt zur Bewahrung der Schöpfung werden. Die Organisatoren betonten, auch nach der Corona-Pandemie sei keine Rückkehr in ein unbeschwertes Leben möglich. Denn diese Normalität sei gekennzeichnet durch einen exzessiven Ressourcenverbrauch, ein dramatisches, wenngleich stilles, millionenfaches Aussterben von Pflanzen und Tieren, sowie eine drastische Klimakrise. Der 5. Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit wird von Evangelischen Landeskirchen, katholischen Bistümern und kirchlichen Hilfswerken getragen. Ausgerichtet wird er vom Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen.

13.08.2021

Klimawandel: Fastenopfer kritisiert Bundesrat

Die Gletscher-Initiative fordert ein faktisches Verbot fossiler Brennstoffe. Der Bundesrat reagiert mit einem Gegenvorschlag. Er will das Netto-Null-Ziel zwar in der Verfassung verankern, doch ein Verbot fossiler Brennstoffe geht dem Bundesrat zu weit. «Es ist zentral, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien sozial und wirtschaftlich verträglich ist», sagte die Umweltministerin Simonetta Sommaruga laut der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor den Medien in Bern. Dem Hilfswerk Fastenopfer geht alles zu langsam: Es fordert beim CO2-Ausstoss eine Netto-Null bis 2040 – und nicht erst im Jahr 2050. Dies berichtet das Nachrichtenportal kath.ch. «Der Umstieg auf erneuerbare Energien bietet auch neue wirtschaftliche Möglichkeiten», teilt Stefan Salzmann auf Anfrage mit. Er ist bei Fastenopfer für das Thema Energie- und Klimagerechtigkeit zuständig und Co-Präsident der Klima-Allianz. Man sei überzeugt, dass der Umstieg sozial- und wirtschaftsverträglich erfolgen könne und sogar «neue Chancen» eröffne, so Salzmann. Das Fastenopfer findet: Der Gegenentwurf des Bundesrates geht zu wenig weit. Dies sei umso tragischer, als viele Menschen im Süden schon jetzt die Klimakrise spürten, bedauert Salzmann. Der Gegenentwurf der Regierung nehme die Dringlichkeit dieser Krise nicht auf. «Wir müssen jetzt handeln – und zwar weitgehend», fordert er. Aus diesem Grund unterstütze das Fastenopfer die Gletscher-Initiative weiterhin.

11.08.2021

Minitag 2021 mit Mitmachkrimi

Das Ministrantenfest 2021 fiel wegen der Coronabeschränkungen aus. Doch im kleineren Rahmen erwartet die Ministrantinnen und Ministranten nun doch ein spannendes Abenteuer. Der «Minitag21» findet am 12. September 2021 , von 11 bis 16 Uhr dezentral in den einzelnen Pfarreien statt. Für diesen Tag hat der Kinder- und Jugendbuchautor Stephan Sigg einen Mitmach-Krimi produziert, den die Minis zu lösen versuchen werden. Alles dreht sich dabei um die Minikrimibox, welche die Ministranten nach der Anmeldung bekommen. Sie beinhaltet das Krimispiel, Spielzubehöre und Fanartikel der Deutschschweizerischen Arbeitgruppe für Ministrant*innenpastoral (damp). Die Box wird mit Videoclips, welche an diesem Tag auf der Webseite damp.ch zu finden sind, abgerundet. Zudem erhalten die Teilnehmer nach der Anmeldung einen Zugang für den Downloadbereich auf damp.ch, wo zusätzlich diverse Ideen und Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden. Anmeldeschluss ist der 31. August 2021.

07.08.2021

Von der Atombombe zum Olympischen Feuer

Es ist genau 76 Jahre her: Am 6. August 1945 fiel die Atombombe auf Hiroshima, und drei Tage später auf Nagasaki. Der traurige Jahrestag fällt diesmal mit den Olympischen Spielen in Japan zusammen – und das gibt dem Erzbischof von Nagasaki zu denken. Die Botschaft des olympischen Feuers laute, auf Japan gemünzt: «Nie wieder Bomben.» Das sagt Joseph Mitsuaki Takami im Interview mit Vatican News. Takami ist Bischof des größten japanischen Bistums: Nagasaki. Vor zwei Jahren konnte er den Papst in Nagasaki willkommen heissen. Dabei zeichnete Franziskus das Bild einer Welt ohne Atomwaffen. «Die Zahl der Überlebenden der Atombombenabwürfe schrumpft von Jahr zu Jahr», so der Bischof. «Aber sie hinterlassen uns eine wichtige, wertvolle Erfahrung. Sie muss vor allem an Kinder weitervermittelt werden – dieser Übergang ist, wie das auch der Papst immer wieder sagt, sehr wichtig. Das Zeugnis muss weitergegeben werden – auch durch Mittel wie Kino, Literatur oder Medien. Wir müssen uns weiter bemühen, das Gedenken am Leben zu erhalten!» Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), keine Schweigeminute bei den Spielen abzuhalten, stösst bei vielen Japanern auf Unverständnis und Kritik. Bischof Takami will trotzdem an die Friedensbotschaft von Olympia glauben.

03.08.2021

Mona Vetsch fragt: «Macht glauben glücklich?»

Die Suche nach Antworten auf die Frage, ob glauben glücklich macht, führt SRF-Moderatorin Mona Vetsch zunächst an den Stadtrand von Zürich, genauer gesagt zur katholischen Kirche Maria-Lourdes in Seebach. Dorthin nämlich pilgern täglich zahlreiche Menschen, um die Jungfrau Maria um Rat zu fragen, um ihr Dank auszusprechen oder um sich ihr einfach nahe zu fühlen. Auch Adelbert Imboden aus Brig kommt immer wieder hierher, vor allem jetzt, wo Wallfahrten ins Ausland wegen der Coronakrise schwierig sind. «Ich habe mich entschieden, mich dem Glauben hinzugeben», sagt der Walliser. Er bezweifle nicht, dass das der richtige Weg zum Glück sei. Der Stadtzürcher und Komiker Beat Schlatter kennt in Seebach eigentlich nur das Schwimmbad, ihn zieht es nach Würenlos in die Emma-Kunz-Grotte, wenn er auf der Suche nach Spiritualität ist. «Das ist ein Kraftort, die Energie hier ist unglaublich», meint Schlatter. Raphael Grubenmann aus Herisau hat eine unschöne Trennung von seinem Geschäftspartner hinter sich. Um mit sich ins Reine zu kommen, macht er sich auf eine Pilgerreise durch die Schweiz. Allein unterwegs auf dem Jakobsweg muss sich der 25-Jährige erst mal mit den eigenen Dämonen auseinandersetzen – eine Erfahrung vieler Pilger, wie ihm der Pater im Kloster Einsiedeln erklärt. Auf dem Berner Gurten trifft Mona Vetsch die Pfarrerin Ella de Groot. Sie habe sich entschieden, einen anderen Weg einzuschlagen als den der traditionellen Kirche, erzählt die gebürtige Holländerin. «Der Himmel ist leer», erklärt sie. Trotzdem sei sie ein tiefgläubiger Mensch. «Glauben ist Beziehung – und das macht glücklich.» Die Sendung kann man auf der Website des Schweizer Fernsehens SRF anschauen.

30.07.2021

Weg von statischer Kirche, hin zur mobilen Einsatztruppe

Religionssoziologe Michael Ebertz von der Theologischen Hochschule Freiburg i. Br. will «mobile Einsatztruppen» statt einer statischen Kirche. Angesichts der hohen Austrittszahlen sieht die Zukunft der Kirche nicht rosig aus. Ebertz ist der Meinung, dass sie ihre Angebote viel stärker auf einzelne gesellschaftliche Gruppen, sogenannte «soziale Milieus», zuschneiden sollte. Dazu müsse sich die Seelsorge aber radikal ändern, fordert er im Interview mit katholisch.de. Interessant sind auch Ebertz‘ Überlegungen zu den digitalen Gottesdiensten, die wegen der Coronapandemie als valable Alternative zum Präsenzgottesdienst aufgetaucht sind. Auch Horizonte hat mit gutem Erfolg Gottesdienste gestreamt, die weit über die jeweiligen Pfarreigrenzen hinaus mitgefeiert wurden. Im Interview sagt der Religionssoziologe: «Die Reichweite der Gottesdienstgemeinde hat sich manchenorts vergrößert, wenn auch nicht alle Kirchenmitglieder ans Internet angeschlossen sind. Ich habe selbst an solchen Gottesdiensten teilgenommen, da konnten die Leute auch chatten und sich so aktiv beteiligen. Leute aus ganz verschiedenen Regionen haben sich eingeklinkt. Eine Chance des Digitalen ist also die Reichweite – und Menschen anzusprechen, die vorher vielleicht noch gar nicht so gottesdienstaffin waren.»

28.07.2021

Tierisch meditieren auf der Rigi

Die Franziskanerin Theresia Raberger kümmert sich um Tiere, die niemand mehr will. Sie betreut die Tierschutzstelle Stiftung Felsentor auf der Rigi. Sie ist der Meinung, dass Tiere besser leben als Menschen. Deshalb sind sie bei Meditationskursen dabei. In der Reportage, die Vera Rüttimann für das katholische Medienzentrum kath.ch geschrieben hat, erfahren die Leser, wie Schwester Theresia ihren Weg auf die Rigi und damit ihre Bestimmung gefunden hat. So erklärt die Vermittlerin zwischen Mensch und Tier etwa, dass der Mensch viel zu sehr damit beschäftigt sei, darüber nachzudenken, was gestern war und morgen passiere. Dieses Nicht-bei-sich-Sein ziehe Energien ab. «Dabei liegt im Leben im Augenblick die erneuerbare Kraft, die Gegenwart Gottes.» Das sei für sie das einzig wahre Leben. Die Tiere, beobachtet sie, seien von Natur aus authentisch und lebten im Hier und Jetzt. Sie seien immer «in der Kraft».

Im Kurs «MediTIERE», der unlängst im Felsentor durchgeführt wurde, meditieren die Besucher mit den Tieren. «Die Stimmung war einfach wunderbar», erzählt Schwester Theresia im Interview. Mit einer Glocke seien der Anfang und das Ende der Meditation ein- und ausgeläutet worden. «Die Tiere waren in keiner Weise auf das Geschehen vorbereitet. Wir wollten sehen, was passiert», so die Ordensfrau. Die Leute seien angeleitet worden, an ihrem Platz zu meditieren. «Die Tiere tauchten von allein auf. Es war berührend zu sehen, wie sich die Schafe jeweils einzeln zu jemandem dazugelegt haben.» Sogar die scheuen Katzen seien gekommen.

26.07.2021

Projekt «Auf vier Rädern zur Schwarzen Madonna» ist gestartet

Im Konstanzer Münster wurde am vergangenen Samstag das Projekt «Auf vier Rädern zur Schwarzen Madonna» mit Pilgersegen gestartet (Horizonte hat hier über das Projekt berichtet). Der Feier stand der Ordo Equestris Reginae Caeli, der Ritterorden der Königin des Himmels vor. Eingeladen hatte die Projektgruppe «Auf vier Rädern zur Schwarzen Madonna» unter der Leitung von Hildegard Hochstrasser. Damit wurde der offizielle Startschuss für das Projekt gegeben, das bis 2023 die Strecke von Konstanz bis Einsiedeln auf dem Jakobsweg für Rollstuhlfahrer durchgehend befahrbar machen will.

Das Alphorntrio «Säntisblick» aus St. Gallen empfing auf dem Münsterplatz die Gäste zur Projekteröffnungsfeier. Die Projektinitiantin Hildegard Hochstrasser hiess alle Beteiligten im Namen des Vereins Jakobsweg.ch herzlich willkommen und bedankte sich bei den Organisatoren und Zelebranten, allen voran S.E. Fra. Don David Pérez y Álvarez, Grossmeister des Ordens. Er hatte die eindrucksvolle Feier vorbereitet, welche vom Alphorntrio musikalisch umrahmt wurde. Dann stellte Hochstrasser anhand der Funktionen der Mitwirkenden das Projekt vor. Allen voran die Rollstuhlfahrer, welche die Strecke abfahren, um Informationen über die Wegbeschaffenheit und Serviceleistungen aufzunehmen. Das Dreierteam besteht aus Thomas Merz, Kleindöttingen, Andreas Brändli, Jona, und Jakob Schiess, Appenzell. Als Routenplaner fungiert Erwin Dubs, Zürich, der für die Aufarbeitung und Implementierung der Daten zuständig ist, die die Rollstuhlfahrer liefern. Präsident des Vereins Jakobsweg.ch ist Rudolf Käsermann, Emmetten. Fehlt das Geld,  geht gar nichts. Darum ist Felice Vögele, Fisibach, als Fundraiser und Verhandler in der Projektgruppe aktiv. Mehr Informationen unter www.jakobsweg.ch und fortlaufend auch hier auf Horizonte online.

23.07.2021

Ordensfrauen starten Kampagne gegen Menschenhandel

Rund 3000 katholische Schwestern und Unterstützer starten eine weltweite Kampagne gegen Menschenhandel. Wie kath.ch berichtet, sind darunter auch Ordensschwestern aus der Schweiz. Alle Regierungen sollten den Opfern von Menschenhandel Zugang zu Bildung, Arbeit, Justiz und Gesundheitsversorgung ermöglichen, erklärte das Netzwerk «Talitha Kum» in Rom. Ziel sei es, die systemischen, oft wirtschaftlichen Gründe für Menschenhandel stärker und langfristiger zu bekämpfen. Anlass des Aufrufs ist der Internationale Tag gegen Menschenhandel am 30. Juli. Das im Jahr 2010 gegründete internationale Netzwerk «Talitha Kum» umfasst nach eigenen Angaben 50 Organisationen in rund 90 Ländern. Im vergangenen Jahr seien über das Netzwerk etwa 17’000 Opfer von Menschenhandel betreut und versorgt worden. Zudem hätten 170’000 Menschen über die Risiken und Probleme aufgeklärt werden können. Laut dem im Frühjahr veröffentlichten UN-Bericht «Global Report on Trafficking in Persons 2020» wurden im Jahr 2018 weltweit rund 50’000 Fälle von Menschenhandel offiziell registriert. Die Vereinten Nationen gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus. Insbesondere Kinder würden immer öfter Opfer von Menschenhandel.