25.08.2021

Wieviel Religion braucht die Schweiz?

Die interreligiöse Arbeitsgemeinschaft in der Schweiz, Iras Cotis, betreibt eine neue Informationsplattform, deren Inhalte zur freien Lektüre zur Verfügung stehen. Unter der Webadresse www.religion.ch sind diesen August und September Artikel von renommierten Autoren zu finden, die sich alle mit der Frage beschäftigen: Wieviel Religion braucht die Schweiz? Iras Cotis schreibt dazu: «Die Internetplattform religion.ch will die Bedeutung religiöser Traditionen als Teil unserer Kultur in breiten Kreisen ins Gespräch bringen mit dem Ziel, Ängste abzubauen, Verständnis zu fördern und den Weg zu gegenseitigem Respekt und friedlichem Zusammenarbeiten der Religionsgemeinschaften zu ebnen.» In welcher Beziehung sollen Staat und Religion stehen? Welchen Platz dürfen Religionen in unserer Gesellschaft und dem öffentlichen Raum heute noch einnehmen? Eine Debatte, die insbesondere im Kontext von zugewanderten Religionen wie dem Islam sehr kontrovers geführt wird. Braucht es eine vollständige Trennung zwischen Kirche und Staat? Oder ist eine Anerkennung der bessere Weg? Die neue Artikelserie auf religion.ch beleuchtet diese und viele weitere Themen rund um die Frage «Wieviel Religion braucht die Schweiz?» aus verschiedenen Perspektiven.

23.08.2021

Europäische Tage des Denkmals am 11. /12. September

Am Wochenende vom 11./12. September 2021 findet die 28. Ausgabe der Europäischen Tage des Denkmals statt. Unter dem Motto «Gewusst wie» bieten die Kantonale Denkmalpflege und zahlreiche weitere Kulturinstitutionen an 41 Standorten – 18 davon in der Kantonshauptstadt – kostenlose Führungen an. Die Kantonale Denkmalpflege, die Kantonsarchäologie, diverse Standorte des Museums Aargau, aber auch lokale Kulturinstitutionen in Aarau, Baden, Lenzburg, Muri, Rheinfelden und Zofingen beteiligen sich mit Workshops und Führungen. 

Aufgrund der letztjährigen Reduzierung des Angebots setzt die Kantonale Denkmalpflege Aargau ihren Schwerpunkt nochmals auf die Kantonshauptstadt. Als kantonale Koordinatorin der Denkmaltage lädt sie die Öffentlichkeit am Sonntag, 12. September ins Säulenhaus an der Laurenzenvorstadt 107 in Aarau ein. Um 11 Uhr begrüssen der Landstatthalter Alex Hürzeler, der Stadtpräsident Dr. Hanspeter Hilfiker und der kantonale Denkmalpfleger Reto Nussbaumer das Publikum vor dem Säulenhaus. Verpflegungs- und Informationsstände laden zum Verweilen ein. Die Kantonsarchäologie präsentiert verschiedene Handwerkstechniken und dazugehörige Originalfunde aus 5000 Jahren.

Die Kantonsarchäologie setzt weitere Schwerpunkte im Kloster Königsfelden und beim Pfahlbauhaus Seengen. Ausserdem nimmt sie am Sonntag um 13 Uhr archäologisch Interessierte mit auf eine Wanderung zum keltischen Aarau auf dem Eppenberg. Das detaillierte Programm mit allen Angeboten und Führun- gen ist zu finden unter: www.ag.ch/denkmalpflege und www.hereinspaziert.ch.

Aufgrund der beschränkten Plätze ist für die meisten Führungen eine Anmeldung erforderlich. Für die Sicherheit der Besuchenden sorgt ein Schutzkonzept mit diversen Massnahmen wie Einhaltung von Abständen, Maskentragpflicht in Innenräumen, Aufnahme der Kontaktdaten sowie ausrei- chend Desinfektionsmittel.

20.08.2021

Facebook entdeckt Religion als Geschäftsfeld

Wie die katholische Nachrichtenagentur kna berichtet, hat die Social-Media-Plattform Facebook Religion als Geschäftsmodell entdeckt. Vor vier Jahren schrieb Mark Zuckerberg ein langes Manifest über die Rolle von Facebook in einer vernetzten Welt. Darin entdeckte er die Religion – genauer gesagt «Partnerschaften mit Glaubensgemeinschaften» – als Wachstumsfeld. Er beauftragte die christliche Autorin Nona Jones, diesen neuen Geschäftsbereich für Facebook zu entwickeln. Die Evangelikale verstehe sich darauf, Religion über elektronische Medien zu vermarkten und habe dafür hat den Begriff der «Social Ministries» geprägt, der ausdrücke, die Sozialen Medien in den Dienst der Evangelisierung zu stellen.

Wie kna berichtet, besteht für Glaubensgemeinschaften neuerdings etwa die Möglichkeit, Gottesdienste über die Plattform live zu streamen, Spenden zu sammeln und Fürbitten ins Cyberspace zu schicken. Jones beschreibt die Stossrichtung der Religions-Initiative des Internetriesen als selbstloses Angebot. Kritiker werfen dem Unternehmen jedoch vor, auf Profit abzuzielen – mehr Nutzer bedeuteten für Facebook mehr Daten und ein potenziell grösseres Stück vom Werbekuchen. Bedenken hinsichtlich des Schutzes der Privatsphäre lägen nahe, schreibt kna, zumal in den Gebetsanliegen sehr persönliche Dinge geäussert würden: die Bitte um Heilung von einer schweren Krankheit, Sorgen am Arbeitsplatz, Probleme in Ehe und Familie. Unter den jeweiligen Gebetsanliegen haben andere Nutzer die Möglichkeit, statt wie üblich «gefällt mir» nun «I prayed», ich habe gebetet, zu klicken.

18.08.2021

Priorin Irene Gassmann wiedergewählt

In einer Medienmitteilung vom Dienstag, 17. August 2021, geben die Benediktinerinnen vom Kloster Fahr bekannt, dass Schwester Irene Gassmann für weitere sechs Jahre als Priorin wiedergewählt ist. Die Wahl erfolgte unter dem Vorsitz von Abt Urban Federer, Abt der Klöster Einsiedeln und Fahr sowie Schwester Simone Buchs, Priorin im Kloster Heiligkreuz in Cham. Abt Urban Federer hat die Wahl bestätigt. Schwester Irene Gassmann ist seit 2003 Priorin des Benediktinerinnenklosters Fahr. Im Kloster Fahr leben zur Zeit 19 Schwestern und eine Novizin.

16.08.2021

Klimapilgerweg gestartet

Der 5. Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit ist am Wochenende mit einem Gottesdienst im polnischen Zielona Gora gestartet. Dies berichtete die Katholische Nachrichtenagentur kna. Der Pilgerweg führt über 1450 Kilometer durch Polen, Deutschland, die Niederlande und England bis nach Glasgow in Schottland. Dort beginnt am 31. Oktober die Weltklimakonferenz. 30 Pilger brachen am Samstag mit dem Segen der polnischen katholischen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Polen und des Bischofs der Evangelischen Kirche in Berlin und Brandenburg, Christian Stäblein, auf. Die Dauerpilger aus Polen und Deutschland wollen Glasgow in 77 Tagen erreichen.

Der Umweltbischof der evangelischen Kirche Polens, Waldemar Pytel, und der Umweltbischof der katholischen Kirche in Polen, Tadeusz Litynski, erklärten in einem gemeinsamen Brief an Papst Franziskus, die Weltklimakonferenz in Glasgow müsse ein entscheidender Schritt zur Bewahrung der Schöpfung werden. Die Organisatoren betonten, auch nach der Corona-Pandemie sei keine Rückkehr in ein unbeschwertes Leben möglich. Denn diese Normalität sei gekennzeichnet durch einen exzessiven Ressourcenverbrauch, ein dramatisches, wenngleich stilles, millionenfaches Aussterben von Pflanzen und Tieren, sowie eine drastische Klimakrise. Der 5. Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit wird von Evangelischen Landeskirchen, katholischen Bistümern und kirchlichen Hilfswerken getragen. Ausgerichtet wird er vom Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen.

13.08.2021

Klimawandel: Fastenopfer kritisiert Bundesrat

Die Gletscher-Initiative fordert ein faktisches Verbot fossiler Brennstoffe. Der Bundesrat reagiert mit einem Gegenvorschlag. Er will das Netto-Null-Ziel zwar in der Verfassung verankern, doch ein Verbot fossiler Brennstoffe geht dem Bundesrat zu weit. «Es ist zentral, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien sozial und wirtschaftlich verträglich ist», sagte die Umweltministerin Simonetta Sommaruga laut der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor den Medien in Bern. Dem Hilfswerk Fastenopfer geht alles zu langsam: Es fordert beim CO2-Ausstoss eine Netto-Null bis 2040 – und nicht erst im Jahr 2050. Dies berichtet das Nachrichtenportal kath.ch. «Der Umstieg auf erneuerbare Energien bietet auch neue wirtschaftliche Möglichkeiten», teilt Stefan Salzmann auf Anfrage mit. Er ist bei Fastenopfer für das Thema Energie- und Klimagerechtigkeit zuständig und Co-Präsident der Klima-Allianz. Man sei überzeugt, dass der Umstieg sozial- und wirtschaftsverträglich erfolgen könne und sogar «neue Chancen» eröffne, so Salzmann. Das Fastenopfer findet: Der Gegenentwurf des Bundesrates geht zu wenig weit. Dies sei umso tragischer, als viele Menschen im Süden schon jetzt die Klimakrise spürten, bedauert Salzmann. Der Gegenentwurf der Regierung nehme die Dringlichkeit dieser Krise nicht auf. «Wir müssen jetzt handeln – und zwar weitgehend», fordert er. Aus diesem Grund unterstütze das Fastenopfer die Gletscher-Initiative weiterhin.

11.08.2021

Minitag 2021 mit Mitmachkrimi

Das Ministrantenfest 2021 fiel wegen der Coronabeschränkungen aus. Doch im kleineren Rahmen erwartet die Ministrantinnen und Ministranten nun doch ein spannendes Abenteuer. Der «Minitag21» findet am 12. September 2021 , von 11 bis 16 Uhr dezentral in den einzelnen Pfarreien statt. Für diesen Tag hat der Kinder- und Jugendbuchautor Stephan Sigg einen Mitmach-Krimi produziert, den die Minis zu lösen versuchen werden. Alles dreht sich dabei um die Minikrimibox, welche die Ministranten nach der Anmeldung bekommen. Sie beinhaltet das Krimispiel, Spielzubehöre und Fanartikel der Deutschschweizerischen Arbeitgruppe für Ministrant*innenpastoral (damp). Die Box wird mit Videoclips, welche an diesem Tag auf der Webseite damp.ch zu finden sind, abgerundet. Zudem erhalten die Teilnehmer nach der Anmeldung einen Zugang für den Downloadbereich auf damp.ch, wo zusätzlich diverse Ideen und Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden. Anmeldeschluss ist der 31. August 2021.

07.08.2021

Von der Atombombe zum Olympischen Feuer

Es ist genau 76 Jahre her: Am 6. August 1945 fiel die Atombombe auf Hiroshima, und drei Tage später auf Nagasaki. Der traurige Jahrestag fällt diesmal mit den Olympischen Spielen in Japan zusammen – und das gibt dem Erzbischof von Nagasaki zu denken. Die Botschaft des olympischen Feuers laute, auf Japan gemünzt: «Nie wieder Bomben.» Das sagt Joseph Mitsuaki Takami im Interview mit Vatican News. Takami ist Bischof des größten japanischen Bistums: Nagasaki. Vor zwei Jahren konnte er den Papst in Nagasaki willkommen heissen. Dabei zeichnete Franziskus das Bild einer Welt ohne Atomwaffen. «Die Zahl der Überlebenden der Atombombenabwürfe schrumpft von Jahr zu Jahr», so der Bischof. «Aber sie hinterlassen uns eine wichtige, wertvolle Erfahrung. Sie muss vor allem an Kinder weitervermittelt werden – dieser Übergang ist, wie das auch der Papst immer wieder sagt, sehr wichtig. Das Zeugnis muss weitergegeben werden – auch durch Mittel wie Kino, Literatur oder Medien. Wir müssen uns weiter bemühen, das Gedenken am Leben zu erhalten!» Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), keine Schweigeminute bei den Spielen abzuhalten, stösst bei vielen Japanern auf Unverständnis und Kritik. Bischof Takami will trotzdem an die Friedensbotschaft von Olympia glauben.

03.08.2021

Mona Vetsch fragt: «Macht glauben glücklich?»

Die Suche nach Antworten auf die Frage, ob glauben glücklich macht, führt SRF-Moderatorin Mona Vetsch zunächst an den Stadtrand von Zürich, genauer gesagt zur katholischen Kirche Maria-Lourdes in Seebach. Dorthin nämlich pilgern täglich zahlreiche Menschen, um die Jungfrau Maria um Rat zu fragen, um ihr Dank auszusprechen oder um sich ihr einfach nahe zu fühlen. Auch Adelbert Imboden aus Brig kommt immer wieder hierher, vor allem jetzt, wo Wallfahrten ins Ausland wegen der Coronakrise schwierig sind. «Ich habe mich entschieden, mich dem Glauben hinzugeben», sagt der Walliser. Er bezweifle nicht, dass das der richtige Weg zum Glück sei. Der Stadtzürcher und Komiker Beat Schlatter kennt in Seebach eigentlich nur das Schwimmbad, ihn zieht es nach Würenlos in die Emma-Kunz-Grotte, wenn er auf der Suche nach Spiritualität ist. «Das ist ein Kraftort, die Energie hier ist unglaublich», meint Schlatter. Raphael Grubenmann aus Herisau hat eine unschöne Trennung von seinem Geschäftspartner hinter sich. Um mit sich ins Reine zu kommen, macht er sich auf eine Pilgerreise durch die Schweiz. Allein unterwegs auf dem Jakobsweg muss sich der 25-Jährige erst mal mit den eigenen Dämonen auseinandersetzen – eine Erfahrung vieler Pilger, wie ihm der Pater im Kloster Einsiedeln erklärt. Auf dem Berner Gurten trifft Mona Vetsch die Pfarrerin Ella de Groot. Sie habe sich entschieden, einen anderen Weg einzuschlagen als den der traditionellen Kirche, erzählt die gebürtige Holländerin. «Der Himmel ist leer», erklärt sie. Trotzdem sei sie ein tiefgläubiger Mensch. «Glauben ist Beziehung – und das macht glücklich.» Die Sendung kann man auf der Website des Schweizer Fernsehens SRF anschauen.

30.07.2021

Weg von statischer Kirche, hin zur mobilen Einsatztruppe

Religionssoziologe Michael Ebertz von der Theologischen Hochschule Freiburg i. Br. will «mobile Einsatztruppen» statt einer statischen Kirche. Angesichts der hohen Austrittszahlen sieht die Zukunft der Kirche nicht rosig aus. Ebertz ist der Meinung, dass sie ihre Angebote viel stärker auf einzelne gesellschaftliche Gruppen, sogenannte «soziale Milieus», zuschneiden sollte. Dazu müsse sich die Seelsorge aber radikal ändern, fordert er im Interview mit katholisch.de. Interessant sind auch Ebertz‘ Überlegungen zu den digitalen Gottesdiensten, die wegen der Coronapandemie als valable Alternative zum Präsenzgottesdienst aufgetaucht sind. Auch Horizonte hat mit gutem Erfolg Gottesdienste gestreamt, die weit über die jeweiligen Pfarreigrenzen hinaus mitgefeiert wurden. Im Interview sagt der Religionssoziologe: «Die Reichweite der Gottesdienstgemeinde hat sich manchenorts vergrößert, wenn auch nicht alle Kirchenmitglieder ans Internet angeschlossen sind. Ich habe selbst an solchen Gottesdiensten teilgenommen, da konnten die Leute auch chatten und sich so aktiv beteiligen. Leute aus ganz verschiedenen Regionen haben sich eingeklinkt. Eine Chance des Digitalen ist also die Reichweite – und Menschen anzusprechen, die vorher vielleicht noch gar nicht so gottesdienstaffin waren.»

28.07.2021

Tierisch meditieren auf der Rigi

Die Franziskanerin Theresia Raberger kümmert sich um Tiere, die niemand mehr will. Sie betreut die Tierschutzstelle Stiftung Felsentor auf der Rigi. Sie ist der Meinung, dass Tiere besser leben als Menschen. Deshalb sind sie bei Meditationskursen dabei. In der Reportage, die Vera Rüttimann für das katholische Medienzentrum kath.ch geschrieben hat, erfahren die Leser, wie Schwester Theresia ihren Weg auf die Rigi und damit ihre Bestimmung gefunden hat. So erklärt die Vermittlerin zwischen Mensch und Tier etwa, dass der Mensch viel zu sehr damit beschäftigt sei, darüber nachzudenken, was gestern war und morgen passiere. Dieses Nicht-bei-sich-Sein ziehe Energien ab. «Dabei liegt im Leben im Augenblick die erneuerbare Kraft, die Gegenwart Gottes.» Das sei für sie das einzig wahre Leben. Die Tiere, beobachtet sie, seien von Natur aus authentisch und lebten im Hier und Jetzt. Sie seien immer «in der Kraft».

Im Kurs «MediTIERE», der unlängst im Felsentor durchgeführt wurde, meditieren die Besucher mit den Tieren. «Die Stimmung war einfach wunderbar», erzählt Schwester Theresia im Interview. Mit einer Glocke seien der Anfang und das Ende der Meditation ein- und ausgeläutet worden. «Die Tiere waren in keiner Weise auf das Geschehen vorbereitet. Wir wollten sehen, was passiert», so die Ordensfrau. Die Leute seien angeleitet worden, an ihrem Platz zu meditieren. «Die Tiere tauchten von allein auf. Es war berührend zu sehen, wie sich die Schafe jeweils einzeln zu jemandem dazugelegt haben.» Sogar die scheuen Katzen seien gekommen.

26.07.2021

Projekt «Auf vier Rädern zur Schwarzen Madonna» ist gestartet

Im Konstanzer Münster wurde am vergangenen Samstag das Projekt «Auf vier Rädern zur Schwarzen Madonna» mit Pilgersegen gestartet (Horizonte hat hier über das Projekt berichtet). Der Feier stand der Ordo Equestris Reginae Caeli, der Ritterorden der Königin des Himmels vor. Eingeladen hatte die Projektgruppe «Auf vier Rädern zur Schwarzen Madonna» unter der Leitung von Hildegard Hochstrasser. Damit wurde der offizielle Startschuss für das Projekt gegeben, das bis 2023 die Strecke von Konstanz bis Einsiedeln auf dem Jakobsweg für Rollstuhlfahrer durchgehend befahrbar machen will.

Das Alphorntrio «Säntisblick» aus St. Gallen empfing auf dem Münsterplatz die Gäste zur Projekteröffnungsfeier. Die Projektinitiantin Hildegard Hochstrasser hiess alle Beteiligten im Namen des Vereins Jakobsweg.ch herzlich willkommen und bedankte sich bei den Organisatoren und Zelebranten, allen voran S.E. Fra. Don David Pérez y Álvarez, Grossmeister des Ordens. Er hatte die eindrucksvolle Feier vorbereitet, welche vom Alphorntrio musikalisch umrahmt wurde. Dann stellte Hochstrasser anhand der Funktionen der Mitwirkenden das Projekt vor. Allen voran die Rollstuhlfahrer, welche die Strecke abfahren, um Informationen über die Wegbeschaffenheit und Serviceleistungen aufzunehmen. Das Dreierteam besteht aus Thomas Merz, Kleindöttingen, Andreas Brändli, Jona, und Jakob Schiess, Appenzell. Als Routenplaner fungiert Erwin Dubs, Zürich, der für die Aufarbeitung und Implementierung der Daten zuständig ist, die die Rollstuhlfahrer liefern. Präsident des Vereins Jakobsweg.ch ist Rudolf Käsermann, Emmetten. Fehlt das Geld,  geht gar nichts. Darum ist Felice Vögele, Fisibach, als Fundraiser und Verhandler in der Projektgruppe aktiv. Mehr Informationen unter www.jakobsweg.ch und fortlaufend auch hier auf Horizonte online.

23.07.2021

Ordensfrauen starten Kampagne gegen Menschenhandel

Rund 3000 katholische Schwestern und Unterstützer starten eine weltweite Kampagne gegen Menschenhandel. Wie kath.ch berichtet, sind darunter auch Ordensschwestern aus der Schweiz. Alle Regierungen sollten den Opfern von Menschenhandel Zugang zu Bildung, Arbeit, Justiz und Gesundheitsversorgung ermöglichen, erklärte das Netzwerk «Talitha Kum» in Rom. Ziel sei es, die systemischen, oft wirtschaftlichen Gründe für Menschenhandel stärker und langfristiger zu bekämpfen. Anlass des Aufrufs ist der Internationale Tag gegen Menschenhandel am 30. Juli. Das im Jahr 2010 gegründete internationale Netzwerk «Talitha Kum» umfasst nach eigenen Angaben 50 Organisationen in rund 90 Ländern. Im vergangenen Jahr seien über das Netzwerk etwa 17’000 Opfer von Menschenhandel betreut und versorgt worden. Zudem hätten 170’000 Menschen über die Risiken und Probleme aufgeklärt werden können. Laut dem im Frühjahr veröffentlichten UN-Bericht «Global Report on Trafficking in Persons 2020» wurden im Jahr 2018 weltweit rund 50’000 Fälle von Menschenhandel offiziell registriert. Die Vereinten Nationen gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus. Insbesondere Kinder würden immer öfter Opfer von Menschenhandel.

21.07.2021

Neuer Liturgie-Erlass kontrovers aufgenommen

Der päpstliche Erlass «Traditionis custodes» wurde von kirchlichen Exponenten unterschiedlich aufgenommen. Der Churer Bischof, Joseph Bonnemain, dankte Papst Franziskus für das  «Traditionis custodes», während Martin Grichting, ehemaliger Generalvikar des Bistums Chur, widerspricht und den Erlass als Ausdruck von Angst bezeichnet. Wie das katholische Medienzentrum kath.ch berichtete, kritisierte Martin Grichting die Einschränkung des ausserordentlichen Ritus harsch. In einem Beitrag für das Internetportal kath.net schrieb er, der Erlass von Papst Franziskus mache die Eucharistiefeier zu einem Kampfplatz und ziele damit in das Herz des christlichen Lebens. Der Gesetzestext sei für die Betroffenen «so verletzend und demütigend, dass er nur Widerstand hervorrufen kann».

Im Gegensatz dazu liess Bischof Bonnemain verlauten, er sei dankbar für die Klärung durch Papst Franziskus, die er sehr begrüsse: «Für die Gläubigen, die bis anhin die Heilige Messe in der ausserordentlichen Form vorgezogen haben, werden wir im Einklang mit den neuen Bestimmungen des Papstes weiterhin geeignete Möglichkeiten vorsehen.»

18.07.2021

Papst Franziskus regelt Feier der «Alten Messe» neu

Papst Franziskus hat neue Normen zur vorkonziliaren «Alten Messe» festgelegt, wie Vatican News am Freitag, 16. Juli, berichtete. Die neuen Regeln sprechen dem Bischof die Verantwortung für Erlaubnis, Gestaltung und Rolle dieser Messfeiern zu. Mit seinem Erlass «Traditionis custodes – Über den Gebrauch der römischen Liturgie vor der Reform von 1970» legt Papst Franziskus den ordentlichen Messritus als «einzige Ausdrucksweise» des Römischen Ritus fest. Der von seinem Vorgänger Benedikt XVI. im Jahr 2007 umfangreicher erlaubte vorkonziliare Ritus darf mit sofortiger Wirkung nur noch mit Erlaubnis des Ortsbischofs gefeiert werden. 

Seit der Zulassung durch Benedikt XVI hat der Vatikan zur Praxis der «Alten Messe» in Ortskirchen weltweit eine Befragung durchgeführt. Die Ergebnisse der Umfrage von 2020 dienten Papst Franziskus als Basis seiner Entscheidung, engere Regeln für diese liturgische Praxis aufzustellen. Seine Beweggründe erläutert der Papst in einem Brief an alle Bischöfe weltweit. 

 

15.07.2021

Hochwasser bedroht auch kirchliche Gebäude

Die aktuelle Hochwassergefahr am Ufer von Flüssen und Seen bedroht mancherorts auch kirchliche Gebäude. Wie das katholische Medienzentrum kath.ch in einem Übersichtsartikel vom 13. Juli schreibt, musste die Jesuitenkirche in Luzern am Ufer der Reuss mit Sandsäcken und Bretterwänden gesichert werden. Entlang der Limmat sind die Gebiete jenseits der Zürcher Stadtgrenze besonders bedroht, darunter der Auenwald, wo das Kloster Fahr liegt. Gegenüber kath.ch erklärte Priorin Irene Gassmann: «Wenn das Wasser der Limmat weiter steigt, dann kann es schon bedrohlich werden.» Der Einsiedler Abt Urban Federer habe am Dienstagmorgen am Schluss der Messe im Kloster Fahr den Wettersegen gespendet. «Dieser wird bei uns vom 25. April bis im Herbst, bis alle Trauben im Keller sind, jeweils am Ende der Messe gespendet», sagte die Priorin. Und die Benediktinerinnen im Kloster Fahr beteten «in den Fürbitten für gedeihliches Wetter und insbesondere auch für die Menschen, die vom Unwetter – auch weltweit – betroffen sind».

Der Wettersegen, den die katholische Kirche seit Jahrhunderten kennt, ist noch immer aktuell. Mit Klick aufs Bild gelangen Sie auf den Horizonte-Artikel  «Hagel, Blitz und Bodenfrost» vom Mai 2016, welcher der Tradition des Wettersegens nachgeht.

 

 

13.07.2021

Jubla-Lager meistern schwierige Wetterlage gut

Der anhaltende Regen und die Gewitter in weiten Teilen der Schweiz machen den Sommerlagern von Jungwacht Blauring (Jubla) zu schaffen. Jubla Schweiz schreibt in einer Medienmitteilung vom 13. Juli 2021: «Nach eineinhalb Jahren Corona wünschten wir den Kindern und Jugendlichen vor allem eines: ein unbeschwertes Sommerlager voller Sonne, Spass und Abenteuer.» Doch obwohl die Sonne bisher weitgehend ausblieb, erleben die Lagerteilnehmenden unvergessliche Lagertage. Die Leitungspersonen seien zwar gefordert, doch sie meisterten die Situation hervorragend, hält Jubla Schweiz in ihrer Mitteilung fest. Jene Zeltlager, die in eine vorgängig organisierte Notunterkunft hätten ausweichen müssen, seien gut organisiert und erhielten Unterstützung durch Begleitpersonen im Hintergrund sowie helfende Hände vor Ort, zum Beispiel die lokale Feuerwehr. Vereinzelte Lager mussten aufgrund der schwierigen Wetterlage abgebrochen werden, so dass das Lagerprogramm nun zuhause weitergeführt wird. Das sei sehr schade, doch Sicherheit habe Priorität, betont Jubla Schweiz.

Jubla Schweiz bekräftigt aber auch, dass ein Extra-Notfallsystem aktuell nicht notwendig sei, weil jedes einzelne Lager grundsätzlich auf das Risiko «Unwetter» vorbereitet sei – das gehöre zum Sicherheitskonzept eines Lagers dazu. Auch ein Schlechtwetterprogramm gehört in den «Notfall»-Koffer eines jeden Lagers. Auch wüssten die verantwortlichen Leitungspersonen dank einem breiten Erfahrungsrucksack, qualitativer Aus- und Weiterbildung sowie einem stabilen Begleitnetzwerk im Rücken, was zu tun sei. Im Ernstfall hilft das Krisennetzwerk des Jubla-Verbandes weiter. «So können die rund 20’000 Kinder und Jugendlichen, die diesen Sommer im Lager sind oder bald gehen, trotz herausfordernder Wetterlage wunderbare Tage geniessen. Zwar nicht wie vorgesehen, aber genauso erinnerungswürdig wie bei Sonnenschein.»

12.07.2021

50 Jahre Frauenstimmrecht auf dem Rütli

Die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG) kaufte die Rütliwiese im Jahr 1859 und schenkte das Gelände am See der Eidgenossenschaft. Seither verwaltet die SGG die Rütliwiese. Mit der jährlichen Bundesfeier vom 1. August will die SGG bewusst dem Zusammenhalt der modernen Schweiz dienen.  Sie sorgt jeweils das Festprogramm, das typische Schweizer Traditionen vermittelt. Höhepunkt ist die Festrede durch eine Schweizer Persönlichkeit, den Abschluss bildet das gemeinsame Singen der Nationalhymne. 

Die SGG lädt zum diesjährigen 1. August alle Frauen und Frauenverbände aufs Rütli ein, um dort 50 Jahre Wahl- und Stimmrecht der Frauen in der Schweiz zu feiern. alliance F – der Bund Schweizerischer Frauenorganisationen wird die Feier als Partnerorganisation der SGG leiten. Zum Fest eingeladen haben auch die weiteren Frauenverbänden und Frauenfachstellen. Zu ihnen gehören die Evangelischen Frauen Schweiz (EFS), der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV), der Dachverband Schweizerischer Gemeinnütziger Frauen (SGF), der Schweizerische Katholische Frauenbund (SKF), der Verein CH2021 und die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen (EKF). «Der Stil und das Programm der Feier werden von der bisherigen Tradition abweichen», schreibt die SGG auf ihrer Webseite.