Mit allen Sinnen – Katholisches Brauchtum
Im Seitenschiff steht der Altar, der dem Katakombenheiligen Synesius geweiht ist. Darin ruhen die Gebeine, die 1653 aus den Katakomben Roms nach Bremgarten gebracht wurden. | © zvg
Im Seitenschiff steht der Altar, der dem Katakombenheiligen Synesius geweiht ist. Darin ruhen die Gebeine, die 1653 aus den Katakomben Roms nach Bremgarten gebracht wurden. | © zvg

Bremgartens Stadtheiliger öffnet das innere Auge

  • Am Sonntag, 27. Oktober feiert Bremgarten seinen Stadt- und Landpatron Synesius.
  • Die Reliquien des Katakombenheiligen ruhen seit dem Jahr 1653 in der Bremgarter Stadtkirche.
  • Zu seiner Verehrung gehört auch der Brauch der Augensegnung. Der Augenheilige soll vor allem für eine klare innere Sicht sorgen.
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Die Prozession auf ihrem Weg zum ersten Altar auf dem Vorplatz der Klosterkirche in Muri. | © der Freiämter, zvg
Die Prozession auf ihrem Weg zum ersten Altar auf dem Vorplatz der Klosterkirche in Muri. | © der Freiämter, zvg

Mit Blumen und Kanonen

  • Am zweiten Donnerstag nach Pfingsten feiert die katholische Kirche Fronleichnam. Es gilt als das katholischste aller Feste.
  • Nur in knapp der Hälfte aller Aargauer Bezirke ist Fronleichnam mehrheitlich ein Feiertag.
  • In den überwiegend katholischen Teilen des Kantons finden zu Fronleichnam üppige Prozessionen mit Blumen, Fahnen, Musik und sogar Böllerschüssen statt.
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Maria D'Arino und Marcel Geissman, die Mitarbeiterin und der Geschäftsführer der G. Geissmann-Huber AG in Hägglingen, inmitten ihres umfangreichen Sortiments an Erstkommunionkränzen. | © Roger Wehrli
Maria D'Arino und Marcel Geissman, die Mitarbeiterin und der Geschäftsführer der G. Geissmann-Huber AG in Hägglingen, inmitten ihres umfangreichen Sortiments an Erstkommunionkränzen. | © Roger Wehrli

Kränze zur Erstkommunion: Haltbar oder vergänglich

  • Während manche Pfarreien bereits am vergangenen «Weissen Sonntag» Erstkommunion feierten, begehen viele Aargauer Pfarreien das Fest am kommenden Wochenende. Traditionell gehört dazu der Kranz als Kopfschmuck der Mädchen.
  • Wie pflegen Aargauer Pfarreien diesen Brauch? Welche Kränze sind beliebt? Und wo im Aargau lagert die umfangreichste Kollektion? Horizonte begab sich auf die Spur der Erstkommunion-Kränze.
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Die Rätsche in der Kirche St. Martin in Oberrohrdorf steht das Jahr durch im Seitenschiff der Kirche. | © Johanna Moser
Die Rätsche in der Kirche St. Martin in Oberrohrdorf steht das Jahr durch im Seitenschiff der Kirche. | © Johanna Moser

Das Knattern ersetzt den Glockenschlag

  • Am Karfreitag werden die Kirchenglocken nicht geläutet, sie schweigen vom Abend des Hohen Donnerstags bis zur Osternacht.
  • Deshalb rufen «Rätschen» zum Gottesdienst. Das laute Rattern ersetzt die Glocken und erinnert an das Beben der Erde beim Tod Jesu.
  • Im Aargau haben zahlreiche Pfarreien ein solches Holzinstrument, das «Raffel», «Rätsche», «Klapper» oder ähnlich genannt wird.
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Die heiligen drei Könige verleihen bis heute einer Krippe Glanz. Den Menschen gefiel die Vorstellung, dass auch die Reichen und Mächtigen zum neu geborenen Kind in der Krippe kamen. Nach und nach entwickelte sich dann auch das Stersingen sowie anderes Brauchtum rund um die Weisen aus dem Morgenland, welche von Sterndeutern zu Königen avancierten. | © Roger Wehrli
Die heiligen drei Könige verleihen bis heute einer Krippe Glanz. Den Menschen gefiel die Vorstellung, dass auch die Reichen und Mächtigen zum neu geborenen Kind in der Krippe kamen. Nach und nach entwickelte sich dann auch das Stersingen sowie anderes Brauchtum rund um die Weisen aus dem Morgenland, welche von Sterndeutern zu Königen avancierten. | © Roger Wehrli

Von Sterndeutern zu Königen: Die Karriere dreier Figuren

  • Ihre Popularität steht mit Königskuchen und Sternsingen in krassem Gegensatz zum Raum, den die heiligen drei Könige in der Weihnachtserzählung einnehmen. Nur gerade im zweiten Kapitel des Matthäus-Evangelium kommen sie vor.
  • Im Laufe der Zeit avancierten die Sterndeuter aus dem Morgenland zu regelrechten Popstars der Weihnachtserzählung. Doch die Unterschiede in Bezug auf deren Darstellung könnten grösser nicht sein. Horizonte hat genauer hingeschaut.
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Volles Verenamünster am Gedenktag der heiligen Verena am 1. September. | © Marie-Christine Andres
Volles Verenamünster am Gedenktag der heiligen Verena am 1. September. | © Marie-Christine Andres

Volles Münster für Verena

  • Am 1. September feiert die Pfarrei St. Verena Bad Zurzach den Gedenktag ihrer Heiligen.
  • Die Wallfahrt zum Grab der heiligen Verena ist ab dem 5. Jahrhundert nachweisbar.
  • Auch heute kommen am Verenatag und rund ums Jahr rund 60 Pilgergruppen nach Bad Zurzach ins Verenamünster.
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«Eine Spur von Gottes Geheimnis liegt im Klang. Musik bewegt», sagen Regula und Albert Blum-Kolb. Im Pfarrrektorat Strengelbach pflegen der Seelsorger und die Kirchenmusikerin eine partizipative Kirche. | © Roger Wehrli
«Eine Spur von Gottes Geheimnis liegt im Klang. Musik bewegt», sagen Regula und Albert Blum-Kolb. Im Pfarrrektorat Strengelbach pflegen der Seelsorger und die Kirchenmusikerin eine partizipative Kirche. | © Roger Wehrli

Der Klang trifft direkt ins Herz

  • Regula und Albert Blum-Kolb stehen für eine Kirche mit partizipativem Stil, sie wollen Mitfeiernde statt Konsumenten.
  • In Strengelbach, Brittnau und Vordemwald rufen sie die Pfarreiangehörigen mehrmals im Jahr zum Mitsingen in einem Chorprojekt zusammen. Bis zu 90 Kinder und Jugendliche, Frauen und Männer folgen jeweils dem Aufruf.
  • Auch in der Osternacht hat das gemeinsame Singen in Strengelbach Tradition.
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Am 25. März 2018 feiert die katholische Kirche den Palmsonntag. An diesem Tag wird des Einzugs Jesu nach Jerusalem gedacht. Das Palmenbinden und die Segnung der Palmen und Palmzweige ist ein lebendiger und weit verbreiteter Brauch. | © Eveline Amherd
Am 25. März 2018 feiert die katholische Kirche den Palmsonntag. An diesem Tag wird des Einzugs Jesu nach Jerusalem gedacht. Das Palmenbinden und die Segnung der Palmen und Palmzweige ist ein lebendiger und weit verbreiteter Brauch. | © Eveline Amherd

Ein Brauch zum Anpacken

  • Am Sonntag, 25. März 2018 beginnt mit dem Palmsonntag die Karwoche.
  • Die Palmsonntagsfeier erinnert an den Einzug Jesu nach Jerusalem.
  • Das Palmenbinden und die Segnung der Palmen und Palmzweige sind lebendiges und weit verbreitetes Brauchtum.
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Am Gedenktag des Heiligen Blasius spendet die katholische Kirche den  Blasiussegen «gegen Halskrankheit und alles Übel». | © Roger Wehrli
Am Gedenktag des Heiligen Blasius spendet die katholische Kirche den Blasiussegen «gegen Halskrankheit und alles Übel». | © Roger Wehrli

Dreifacher Segen für Katholiken

  • Anfang Februar pflegt das katholische Brauchtum kurz hintereinander drei Feste
  • Am 2. Februar das Fest «Darstellung des Herrn», am 3. Februar den Gedenktag des Heiligen Blasius und am 5. Februar das Fest der Heiligen Agatha
  • Viele Pfarreien feiern die drei Feste in einem Gottesdienst, wo dann Kerzen und Agatha-Brot gesegnet werden und der Blasiussegen gespendet wird.
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Schon einen Monat bevor ihr Fenster aufgeht, sind Noemi, Fiona und Monica Peterhans in Sternenproduktion - schliesslich soll es ein ganzes Fenster voller Sterne geben. | © Roger Verlieh
Schon einen Monat bevor ihr Fenster aufgeht, sind Noemi, Fiona und Monica Peterhans in Sternenproduktion - schliesslich soll es ein ganzes Fenster voller Sterne geben. | © Roger Verlieh

Adventsfenster – Aargauer Exportschlager

  • Den Brauch der Adventsfenster gibt es erst seit etwa 30 Jahren
  • Vom aargauischen Mittelland aus hat der Adventsbrauch fast die gesamte Schweiz, beinahe ganz Deutschland sowie Teile Österreichs und Frankreichs erobert
  • Adventsfenster sollen dafür sorgen, dass die Leute sich und das Dorf kennenlernen und gemeinsam besinnliche Momente teilen
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Die Marienstatue in der Kapelle Mariawil in Baden ist das Ziel vieler Pilger. | © Roger Wehrli
Die Marienstatue in der Kapelle Mariawil in Baden ist das Ziel vieler Pilger. | © Roger Wehrli

Salve Regina

Im Mai gedenken Katholiken der Mutter Jesu als Inbegriff des neuen Lebens. Horizonte nimmt den Marienmonat zum Anlass, die Orte der Marienverehrung im Aargau vorzustellen. (mehr …)

Angelus Silesius formulierte: «Und wäre Christus tausendmal in Betlehem geboren und nicht in dir, du wärest ewiglich verloren.»
Das Bild zeigt eine junge Frau aus Palästina, die mit ihrem Baby auf dem Arm in der Geburtskirche Jesu Christi in Bethlehem Kerzen am Kerzenaltar anzündet. | Foto © kna-bild
Angelus Silesius formulierte: «Und wäre Christus tausendmal in Betlehem geboren und nicht in dir, du wärest ewiglich verloren.» Das Bild zeigt eine junge Frau aus Palästina, die mit ihrem Baby auf dem Arm in der Geburtskirche Jesu Christi in Bethlehem Kerzen am Kerzenaltar anzündet. | Foto © kna-bild

Ohne Mühe in Herrgottsfrühe

Trotz Dunkelheit und Kälte raus aus den Federn, um bereits um 6.30 Uhr in der Kirche hellwach Gottesdienst zu halten: Das schaffen alle Jahre wieder in der Adventszeit die Roratefeiern. (mehr …)
Viele Bräuche sind mit dem Johannistag verbunden, der besonders in Skandinavien aber auch im Baltikum gefeiert wird. Beliebt sind selbst gemachte Kränze aus allen möglichen Feldblumen, die junge Frauen frisch pflücken. In Litauen brennen jährlich in der Nacht vom 23. Juni bis 24. Juni Johannisfeuer, die Gewitter, Hagelschlag und Viehsterben vertreiben sollen. | © kna-bild
Viele Bräuche sind mit dem Johannistag verbunden, der besonders in Skandinavien aber auch im Baltikum gefeiert wird. Beliebt sind selbst gemachte Kränze aus allen möglichen Feldblumen, die junge Frauen frisch pflücken. In Litauen brennen jährlich in der Nacht vom 23. Juni bis 24. Juni Johannisfeuer, die Gewitter, Hagelschlag und Viehsterben vertreiben sollen. | © kna-bild

Sonnenwende – Zeitenwende

Sonnenwende in der Mitte des Jahres, Zeitenwende in der Geburt Jesu - das Fest der Geburt von Johannes dem Täufer verbindet Kosmos und Geschichte. (mehr …)
Zwar lässt sich seine Wirkung ebenso wenig beweisen wie der Einfluss der Eisheiligen auf die Frostnächte. Doch der Wettersegen ist noch immer verbreitet und beliebt. Den einen gibt er Ruhe und Zuversicht, anderen kann er die Herkunft unserer Nahrung neu bewusst machen. | © Marie-Christine Andres
Zwar lässt sich seine Wirkung ebenso wenig beweisen wie der Einfluss der Eisheiligen auf die Frostnächte. Doch der Wettersegen ist noch immer verbreitet und beliebt. Den einen gibt er Ruhe und Zuversicht, anderen kann er die Herkunft unserer Nahrung neu bewusst machen. | © Marie-Christine Andres

Hagel, Blitz und Bodenfrost

Zwar lässt sich seine Wirkung ebenso wenig beweisen wie der Einfluss der Eisheiligen auf die Frostnächte. Doch der Wettersegen ist noch immer verbreitet und beliebt. Den einen gibt er Ruhe und Zuversicht, anderen kann er die Herkunft unserer Nahrung neu bewusst machen. (mehr …)
Der Brauch der Salzsegnung am Dreifaltigkeitssonntag scheint zumindest im deutschsprachigen Raum verbreitet zu sein. Er ist in den Kantonen Aargau, Luzern, St. Gallen, Thurgau und Zug sowie in einigen Regionen Deutschlands anzutreffen. | © Marie-Christine Andres
Der Brauch der Salzsegnung am Dreifaltigkeitssonntag scheint zumindest im deutschsprachigen Raum verbreitet zu sein. Er ist in den Kantonen Aargau, Luzern, St. Gallen, Thurgau und Zug sowie in einigen Regionen Deutschlands anzutreffen. | © Marie-Christine Andres

Würziges Wundermittel

Am Sonntag nach Pfingsten feiert die katholische Kirche den Dreifaltigkeitssonntag. Ein nicht immer einfaches Fest, das mancherorts aber spezielle Würze hat. (mehr …)
Die Weihnachtsfeier des regionalen Alterszentrums Schöftland beginnt mit einem feurigen Spektakel. |© Roger Wehrli
Die Weihnachtsfeier des regionalen Alterszentrums Schöftland beginnt mit einem feurigen Spektakel. |© Roger Wehrli

Hier brennt’s wie am Schnürchen

Christbäume stehen in fast allen Aargauer Kirchen. Doch nicht überall entflammen die Kerzen so spektakulär wie in der Pfarrei Schöftland. (mehr …)
Wie lange braucht der Samichlaus, bis er ausgehfertig ist? Genau dreissig Minuten. In den Unterrock schlüpfen, den Mantel überwerfen, Make-up auftragen, Augenbrauen bürsten, Schnauz, Bart und Haare frisieren. Dafür braucht der Samichlaus Helferinnen und Helfer im Hintergrund. In der aktuellen Story der Woche berichtet Horizonte in einer Bildreportage, wie sich Samichlaus, Schmutzli und Esel auf ihren Einsatz vorbereiten. |© Roger Wehrli
Wie lange braucht der Samichlaus, bis er ausgehfertig ist? Genau dreissig Minuten. In den Unterrock schlüpfen, den Mantel überwerfen, Make-up auftragen, Augenbrauen bürsten, Schnauz, Bart und Haare frisieren. Dafür braucht der Samichlaus Helferinnen und Helfer im Hintergrund. In der aktuellen Story der Woche berichtet Horizonte in einer Bildreportage, wie sich Samichlaus, Schmutzli und Esel auf ihren Einsatz vorbereiten. |© Roger Wehrli

Achtung, fertig, Samichlaus

Zwei Männer und zwei Frauen betreten den Raum. Eine halbe Stunde später tritt der Samichlaus aus der Tür, drei Schmutzli folgen ihm. Was passiert hinter den Kulissen? Horizonte berichtet in einer Bild-Reportage, wie sich Chlaus, Schmutzli und Esel auf ihren Einsatz vorbereiten. (mehr …)
Gänse sind Teil des Brauchtums rund um den Martinstag. In Sursee gibt es die bekannte "Gansabhauet", in Rohrdorf bleiben die Gänse am Leben. die Festbesucher sollen lediglich ihr Gewicht schätzen, um den Preis zu gewinnen. |© zvg
Gänse sind Teil des Brauchtums rund um den Martinstag. In Sursee gibt es die bekannte "Gansabhauet", in Rohrdorf bleiben die Gänse am Leben. die Festbesucher sollen lediglich ihr Gewicht schätzen, um den Preis zu gewinnen. |© zvg

Markttreiben und Gänsebraten

Der heilige Martin von Tours ist vor mehr als 1600 Jahren gestorben. Das Brauchtum rund um seinen Gedenktag aber ist bis heute lebendig. Zu erleben zum Beispiel am kommenden Mittwoch, 11. November in Rohrdorf. (mehr …)
Die Ausrüstung des Pilgerleiters lässt sich in einer Hand tragen. Auch trägt jeder Pilger den Rucksack mit Ersatzkleidern und Necessaire selber. |© Roger Wehrli
Die Ausrüstung des Pilgerleiters lässt sich in einer Hand tragen. Auch trägt jeder Pilger den Rucksack mit Ersatzkleidern und Necessaire selber. |© Roger Wehrli

Mit Rosenkranz und Regenschirm

Die Wallfahrt von Hornussen über gut 80 Kilometer zu Fuss nach Todtmoos und zurück erfreut sich noch immer grosser Beliebtheit. Am Montag, 18. Mai 2015 ist es wieder so weit. Pilgerleiter Karl Herzog erwartet erneut gegen 200 Teilnehmende. (mehr …)
Auffahrtsumritt im luzernischen Müswangen. |© Roger Wehrli
Auffahrtsumritt im luzernischen Müswangen. |© Roger Wehrli

Acht Stunden hoch zu Ross

Feierliche Prozessionen und Bittgänge durch Felder und Wiesen am und um den Auffahrtstag, also an Christi Himmelfahrt am vierzigsten Tag nach Ostern, waren früher in katholischen Gebieten verbreitet. Heute finden sie nur noch an einigen Orten rund ums luzernische Beromünster statt. (mehr …)