Die Synodenaula, die in den letzten Jahren des öfteren im Bild war (hier anlässlich der Familiensynode). Seit dem 6. Oktober tagen hier die Bischöfe des Amazonasgebiets und andere Teilnehmer an der Amazonassynode, die möglicherweise Impulse auch für die europäische Kirche setzt. | © Mazur/catholicnews.org.uk

Erste Woche der Amazonas-Synode – Papst stellt sich hinten an

Stefanie Stahlhofen/cic/kath.ch/abu, 14.10.19
  • Seit einer Woche tagt die Amazoniensynode im Vatikan. Nach drei Vortragstagen folgte der Austausch in den Sprachgruppen zu Themen wie Umweltschutz, Seelsorge, Frauen in der Kirche und mehr.
  • Am Beginn der Pressekonferenz am Samstag, 12. Oktober, äusserte der Präfekt des Kommunikationsdikasteriums, Paolo Ruffini, den Gedanken, das Thema Frauen und Kirche an einer eigenen Synode zu behandeln.

 

Gearbeitet wird in der Synodenaula derzeit von Montag bis Samstag, jeweils von 9 bis 12.30 Uhr sowie von 16.30 bis 19.15 Uhr. Der Papst als Vorsitzender der Synode sitzt vorne und leitet jede Runde mit einem Gebet ein. Zu Wort kommen sowohl Bischöfe, als auch einige so genannte Auditoren (Hörer), Vertreter anderer Konfessionen sowie geladene Experten. Die Redezeit für alle: maximal vier Minuten, danach wird das Mikrofon abgedreht.

Keine Details ausserhalb der Aula

Nach vier Beiträgen folgen vier Minuten Schweigen – um das Gehörte sich setzen zu lassen. Geschwiegen werden soll auch ausserhalb der Aula, zu Details über Redner und ihre Beiträge. Die Öffentlichkeit wird von den Kommunikationsbeauftragten der Synode in täglichen Presse-Briefings über Inhalte informiert, wechselnde Synodenteilnehmer ergänzen ihre persönlichen Erfahrungen aus der Aula und ihrer Arbeit zu Hause.

In der ersten Synodenwoche deckten die Vortragenden ein breites Themenspektrum ab, wobei sich einige Schwerpunkte abzeichneten. Oft kamen Umweltzerstörung in der Amazonasregion und deren Auswirkungen zur Sprache. Bei diesem Thema waren sich die Teilnehmer im Plenum und den Sprachzirkeln dem Vernehmen nach einig.

Immer wieder wurde auch nach neuen Wegen in der Seelsorge gesucht – angesichts von Priestermangel und riesigen, oft unwegsamen Gebieten. Respekt vor den indigenen Einwohnern war ein weiteres durchgehendes Thema.

Unterschiedliche Meinungen zu «viri probati»

Zum Thema «viri probati» – also der möglichen Zulassung bewährter verheirateter Männer zum Priesteramt – gab es unterschiedliche Meinungen. Etliche, wie der frühere Amazonas-Bischof Erwin Kräutler befürworten eine solche Ausnahme-Lösung in der Region, ohne den Zölibat generell aufheben zu wollen. Andere sind skeptischer. Vor allem für konservative Kreise, auch ausserhalb der Synode, ist dies ein rotes Tuch.

Eine Stärkung der Rolle von Frauen in der Kirche, die in der Amazonasregion oft Gemeinden leiten, wurde in der ersten Synodenwoche auch öfter angesprochen. Hin und wieder fiel das Stichwort Frauendiakonat. Zudem forderten einige ein Stimmrecht von Ordensfrauen bei der Abstimmung über das Schlussdokument. Dort sind bisher nur die 185 Synodenväter, Bischöfe, Ordenspriester sowie ein Ordensbruder, stimmberechtigt.

Gegen Ende der ersten Woche dämpften Teilnehmer Erwartungen, dass sich ein Frauenstimmrecht noch beim laufenden Bischofstreffen einführen lasse. Zu Beginn der Pressekonferenz am Samstag, 12. Oktober, äusserte sich der Präfekt des Kommunikationsdikasteriums, Paolo Ruffini, mit Blick auf das Thema Frauen, dass beim Thema „Frauen und Kirche“ eine eigene Synode stattfinden sollte. Dies könne und solle nicht bei der jetzigen Synode das Hauptaugenmerk sein.

Es steht noch viel Arbeit an

Nach dem Input der Vortragstage teilten sich die Synodenteilnehmer am Donnerstag in insgesamt zwölf Kleingruppen auf: fünf auf Spanisch, vier auf Portugiesisch, zwei auf Italienisch; zudem gibt es eine französisch-englisch-sprachige Gruppe. Am Samstag nahm die Synode ihre Arbeit wieder im Plenum auf, das sich bis Dienstag mit den bisherigen Ergebnissen auseinandersetzt.

Danach geht es noch einmal in die Kleingruppen, deren Ergebnisse am 17. Oktober im Plenum präsentiert werden. Die grosse Herausforderung wird sein, alles für das Schlussdokument zu bündeln. Dieses soll am 21. Oktober vorgestellt und danach für Änderungsanträge diskutiert werden. Eine Schlussfassung wird am 25. Oktober in der Aula präsentiert und am Folgetag zur Abstimmung gestellt. Ob der Text veröffentlicht wird, entscheidet der Papst.

Papst hält sich zurück

Franziskus selbst hält sich bei der Synode übrigens mit Redebeiträgen zurück; neben der Eröffnungsrede, in der er sich auch explizit gegen eine Diskriminierung von Indigenen-Vertretern in der Kirche wandte, resümierte er lediglich am Mittwoch seine bisherigen Eindrücke.

Das Kirchenoberhaupt will auch sonst keine Sonderbehandlung: In den Kaffeepausen bei der Synode stellt sich der Papst wie alle anderen hinten an, wie der deutsch-brasilianische Bischof Johannes Bahlmann berichtete.

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