Caritas Schweiz setzte beispielsweise für Nothilfe-Projekte in Syrien EU-Gelder ein. DIe humanitäre Arbeit von Caritas Schweiz sei durch den Entscheid aus Brüssel aber nicht beeinträchtigt, erklärte Kommunikationsleiters Stefan Gribi gegenüber Horizonte. | Alexandra Wey, Caritas

EU-Geldstop tangiert kirchliche Hilfswerke kaum

Andreas C. Müller, 6.2.19

Schweizer Hilfswerke erhalten künftig keine EU-Gelder mehr für Nothilfe-Projekte. Dies gemäss Beschluss der EU-Kommission. Gleichwohl tangiert dieser Beschluss kirchliche Hilfswerke kaum. Fastenopfer beispielsweise habe nie EU-Gelder bezogen, erklärt Mediensprecherin Madlaina Lippuner auf Anfrage. «Unsere Projekte leisten ja keine Nothilfe. EU-Gelder hätten wir nur beantragen dürfen, wenn die Projektarbeit in einem bestimmten Land aufgrund eines besonderen Ereignisses wie beispielsweise einer Naturkatastrophe gefährdet gewesen wäre.» Caritas Schweiz hingegen leistet weltweit viel Nothilfe. Für Projekte in Syrien und Tadschikistan erhielt das Hilfswerk 2018 von der EU 2 Millionen Franken. Stefan Gribi, Leiter Kommunikation, bedauert den Entscheid, denn diese Unterstützung hatte grosses Potenzial. Das humanitäre Engagement der Caritas würde aber durch den EU-Entscheid nicht beeinträchtig, denn man sei bei der Finanzierung breit abgestützt. Und bei Kooperationen mit anderen Caritas-Organisationen müsse halt die Federführung künftig in einem EU-Land liegen.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Abonnieren Sie unseren Newsletter. Er erscheint alternierend zur Printausgabe alle zwei Wochen – immer mit den aktuellsten Horizonte-Geschichten und oftmals spannenden Verlosungen.