17.06.2019

Frauen*Kirchenstreik: «Geduld hilft nicht!»

  • 2’000 bis 2’500 Männer und Frauen gingen am vergangenen Freitag, 14. Juni 2019, in Aarau zum zweiten Frauenstreik nach 1991 auf die Strasse.
  • Unter dem Motto «Gleichberechtigung. Punkt. Amen» nahmen auch zahlreiche Frauen vom Aaraugischen Katholischen Frauenbund (AKF) mit pinken Mitren teil.

 

Basteln im Pfarrhaus, Sitzstreik auf dem Schlossplatz Aarau, Ahninnengedenken in der Kirche und im Anschluss raus auf die Strasse: Die Frauen vom AKF sowie Mitarbeiterinnen der Fachstelle Bildung und Propstei der Römisch-Katholischen Landeskirche Aargau hatten ein straffes Programm am Frauenstreiktag. Die Stimmung dabei war gut und kämpferisch. «Wir sind hier, weil wir nicht den Eindruck haben, dass sich seit 1991 viel geändert hat», sagt eine Frau trocken. Sie hält den Streikpunkt mit dem Kurzgebet «Gleichberechtigung. Punkt. Amen» in ihrer Hand.

Pink, pink, pink und blau

Den pinken Punkt sah man allerorten. Ebenso die pinken Mitren, die die Frauen zuvor im Pfarrhaus Peter und Paul gebastelt hatten. Unterstützt wurden sie von den Männern der Fachstelle Bildung und Propstei und der Fachstelle Jugend und junge Erwachsene, die – zufällig alle eher blau gekleidet, – aus verschiedenen Gründen an diesem Tag dabei waren. Sie kochten, servierten, räumten auf und waren nachher ebenfalls im Demonstrationszug dabei. Es gehe ja darum, dass das Leben in allen Bereichen für beide – Frauen und Männer – gerechter gestaltet werde, so der Tenor.

Am Ende der Geduld

Schon immer haben Frauen sich dem widersetzt, was ihnen von Männern gesagt wurde, hiess es später beim Ahninnengedenken in der Kirche Peter und Paul. Beginnend bei den Hebammen, die sich im Buch Exodus dem Pharao widersetzen, wurden starke und selbstbewusste biblische Frauen in das Bewusstesein der versammelten Menschen um den Altar gerufen. 50 bis 60 Frauen und wenige Männer besuchten den spirituellen Impuls, der um den Widerstandstandstext der Theologin Jacqueline Keune herum aufgebaut war: «Mit Geduld werden wir die Verhältnisse des Unrechts nicht verändern und erst recht nicht beseitigen, das haben wir über die Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg erfahren und gelernt. Darum wollen wir uns sichtbar und hörbar machen und heute laut sagen: «Gleichberechtigung. Punkt. Amen!»

Aktionen auch am Wochenende

Die Frauen vom AKF und ihre Mitstreiterinnen reihten sich hernach in den Demonstrationszug in Aarau ein, Vroni Peterhans, Vize-Präsidentin des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes (SKF), bekam an der Abschlussveranstaltung sogar Redezeit. Der Frauen*Kirchenstreik erstreckte sich aber über den Frauenstreiktag hinaus bis Sonntag, 16. Juni. An zahlreichen Orten hing darum die Blache mit dem pinken Punkt an Kirchen, und in den Gottesdiensten wurde auf die Anliegen der Frauen aufmerksam gemacht. So erzählten beispielsweise in der Kirche Heiliggeist in Basel Menschen davon, welchen Schmerz sie spüren, weil sie ihre Berufung aufgrund der Zugangsbestimmungen der Kirche zu den Ämtern nicht vollumfänglich leben dürfen.

Mehr zum Frauen*Kirchenstreik 

Dokumentationen zum Frauen*Kirchenstreik finden Sie auf www.frauenbund.ch

Das katholische Medienzentrum kath.ch hat Impressionen vom Freitag in einem kurzen Film verpackt.

 

 

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