Beim Tag der Nachbarn am 19. Mai 2017 muss es nicht gleich das grosse Grillfest sein. Oft reicht eine Einladung zum Kaffee, um zu zeigen: Uns sind die Nachbarn nicht egal. Der Tag der Nachbarn will genau dieses Engagement und die Solidarität unter Nachbarinnen und Nachbarn stärken. | © Andreas C. Müller

Für eine gute Nachbarschaft

Am 19. Mai 2017 feiern weltweit bis zu 30 Millionen Menschen

Anne Burgmer, 15.5.17

In Paris fand 2000 der erste «European Neighbours Day» statt. Schnell schwappte die Idee auch in die Westschweiz über. Mit Zürich fand die Aktion 2007 den Weg in die Deutschschweiz. Im Aargau ist der Nachbarschaftstag indessen noch kein grosses Thema – auch nicht bei den Kirchen.

Angemeldet ist im Aargau laut Aussagen der koordinierenden Stelle in Zürich nur das Projekt «Impuls Zusammenleben AargauSüd». Ein Zusammenschluss von zehn politischen Gemeinden. Doch auch «benevol aargau» hat den Tag der Nachbarn verlinkt und in Suhr wird an diesem Tag gar das katholische Pfarrhaus zur Zwischennutzung als Nachbarschaftshaus für die Quartierbevölkerung eröffnet, so «Suhr plus – Suhrer Nachrichten».

Gemeinsames Grillfest

«Das Gute liegt häufig näher als man denkt: Gute Nachbarschaft hilft, die Herausforderungen des Alltags zu meistern. Deshalb rufen wir initiative Bewohnerinnen und Bewohner auf, gemeinsam ein unkompliziertes Fest unter Nachbarn zu organisieren», heisst es auf der Homepage der Aktion. Gute Tipps werden mitgeliefert.

Der Tag der Nachbarn ist in der Schweiz vor allem in der Westschweiz bekannt. Dort listet die Homepage die meisten beteiligten Städte und Gemeinden. Weltweit machen bis zu 30 Millionen Menschen in 36 Ländern mit. Ins Leben gerufen wurde die Aktion von der in Brüssel ansässigen « European Federation of Local Solidarity». Ziel ist die Förderung jedweden nachbarschaftlichen Engagements und der Solidarität zwischen Nachbarinnen und Nachbarn.

Man sollte mehr machen!

Andy Huwyler, Projektleiter eines Nachbarschafthilfeprojekts der Caritas (Horizonte berichtete) ist als «professioneller Nachbar» in Suhr unterwegs. Er weiss sofort, worum es geht: «Wir haben aus Zürich auch Unterlagen zugeschickt bekommen, doch um vom Projekt aus noch etwas für diesen Tag auf die Beine zu stellen, war es einfach zu kurzfristig. Privat machen wir aber mit».

«Es ist schade, wenn man sich im Quartier oft nicht einmal mehr Grüezi sagt», berichtet Rita Maria Wildi, Pfarreisekretärin in Baden von ihren Erfahrungen. Das Plakat für den Tag der Nachbarn hat sie nur ennet der Grenze in Deutschland gesehen. «Hier wüsste ich nicht, dass das bekannt ist. Dabei wäre es gut, wenn man da mehr machen würde», sagt sie. Dem stimmt Andy Huwyler zu. Im Rahmen seiner «aufsuchenden Arbeit» in Suhr merke er immer wieder, wie wichtig es sei, die Kontakte zwischen den Menschen zu pflegen, die sich ein Mehrparteienhaus, eine Strasse oder ein Quartier teilten.

Zeigt euer Fest

Natalie Ammann hat für das Projekt «Impuls Zusammenleben AargauSüd» die Verteilung der Flyer zum Nachbarschaftsprojekt an die Haushalte in den Gemeinden koordiniert. «Damit wir im Nachhinein einige Anhaltspunkte dazu haben, wer mitgemacht hat, gibt es einen Wettbewerb: Wer uns Bilder von seiner Aktion am Tag der Nachbarn einsendet, kann an einer Verlosung teilnehmen», erklärt sie. Aber natürlich wisse man nicht, wer letztendlich alles tatsächlich mitmache.

www.tagdernachbarn.ch

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