Josef Stübi, Stadtpfarrer und Domherr, feiert den ersten Römisch-Katholischen TV-Gottesdienst auf Tele M1 | © Roger Wehrli

Josef Stübi vor seinem grossen TV-Auftritt

Cornelia Suter, 2.4.20
  • Die Kirchgemeinden dürfen zurzeit keine Gottesdienste mit der Gemeinde feiern. Deshalb strahlt der Aargauer Regionalsender Tele M1, jeden Sonntag um 10.00 Uhr, einen TV-Gottesdienst aus.
  • Die Reformierte und die Römisch-Katholische Landeskirche im Aargau werden sich auf dem Sender abwechseln.
  • Der erste Römisch-Katholische TV-Gottesdienst aus dem Aargau wird am 5. April zu sehen sein – aus der Badener Stadtkirche, mit Domherr Josef Stübi.

 

Herr Stübi: Sie werden am Sonntag, 5. April den ersten Römisch-Katholischen TV-Gottesdienst auf dem Regionalsender Tele M1 abhalten. Wie gross ist die Vorfreude?
Josef Stübi: Die «Vorfreude» hält sich in Grenzen. Ich habe bereits einige Erfahrungen von Radiogottesdiensten, welche aus der Stadtkirche Baden übertragen wurden. Es ist nicht viel anders. Einmal zugesagt, bedeutet dies Organisation, Absprachen, Texte formulieren, Drehbuch erstellen und – weil vor der Kamera – wohl auch Probe. Fernsehen ist trotzdem nochmals anders als Radio. Allerdings, wenn ich es nicht gerne machen würde, hätte ich mich nicht zur Verfügung gestellt.

Was erhoffen Sie sich durch diese TV-Übertragungen?
Ich weiss, dass es für viele Gläubige sehr schwer ist, ausgerechnet am Sonntag keinen Gottesdienst besuchen zu dürfen. Die Gottesdienste in unserer Stadtkirche werden an Werktagen und vor allem am Sonntag von zahlreichen Leuten, auch aus der Region, besucht. Es wäre schön, wenn neben Diesen auch viele Weitere die Übertragung sehen und im Herzen mitfeiern und mitbeten würden.

Wie haben Sie sich auf diesen speziellen Gottesdienst vorbereitet?
Ich weiss, wer mitgestalten wird. Ich weiss, wann die Aufzeichnung stattfinden wird. Mehr weiss auch ich noch nicht. Es ist alles ziemlich kurzfristig – verständlich in dieser Zeit.

Während der Messe werden mehrere Kameras auf Sie gerichtet sein. Wie nervös sind Sie?
Ich bin nicht nervös.

Die Kirche wird während der Übertragung komplett leer sein. Wie fühlt es sich an, einen Gottesdienst ohne mitfeiernde Christinnen und Christen zu zelebrieren?
Das kann ich jetzt noch nicht sagen, das weiss ich erst, wenn der Gottesdienst aufgezeichnet wurde.

Werden Sie nach der Corona-Krise als TV-Pfarrer in die Geschichte eingehen?
Das ist nicht meine Absicht.

Können Sie sich vorstellen, dieses Angebot auch nach der Corona-Krise weiter anzubieten?
Das wird in dieser Form nicht mehr nötig sein. Ich hoffe und bete, dass diese für viele so schwere Zeit, bald vorbei sein wird.

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Gottesdienste auf TeleM1

Dei Aufzeichnung eines TV-Gottesdienstes erfordert viel Vorbereitung. | © Roger Wehri

Weil die Kirchgemeinden zurzeit keine Gottesdienste mit der Gemeinde feiern dürfen, übernehmen abwechslungsweise die Reformierte und die Römisch-Katholische Landeskirche im Aargau die Produktion eines TV-Gottesdienstes, der auf dem Aargauer Lokalsender Tele M1 ausgestrahlt wird. Der erste Römisch-Katholische TV-Gottesdienst aus dem Aargau wird somit am 5. April zu sehen sein – aus der Badener Stadtkirche mit Domherr Josef Stübi. Auf einen reformierten Gottesdienst am Osterwochenende folgt dann am 19. April eine Übertragung aus Windisch mit Maria Daetwyler. Weitere Angebote zu gestreamten Gottesdiensten finden Sie hier.

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