Papst Franziskus schrieb diese Woche eine weltweite Meldepflicht für Missbrauchsfälle ins kirchliche Gesetzbuch. In jedem Land muss zudem auch zwingend eine Anlaufstelle für Opfer geschaffen werden. | © Reuters

Missbrauch: Papst führt Anzeigepflicht ein

Andreas C. Müller, 12.5.19

Papst Franziskus hat die Kirchenrechtsnormen im Kampf gegen den sexuellen Missbrauch durch Geistliche drastisch verschärft. Ein derartiger Schritt war unter anderem von Opferverbänden, Politikern und zahlreichen Bischöfen der Weltkirche gefordert worden. Neu müssen kirchliche Stellen die staatlichen Strafermittler in ihrer Arbeit unterstützen. Zudem müssen alle Diözesen bis spätestens Juni 2020 ein leicht zugängliches Meldesystem für Anzeigen einrichten. Die Ankündigungen des Papstes wurden begrüsst, aber auch kritisiert. «Ein Zeichen, dass man mit den Bemühungen in der Schweiz auf dem richtigen Weg sei», erklärte beispielsweise Toni Brühlmann, Präsident des Fachgremiums «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld». Nicht zufrieden ist Jacques Nuoffer, der Vertreter der Westschweizer Organisation Sapec, die Opfer von Missbrauch in kirchlichem Kontext unterstützt. Jacques Nuoffer stört, dass das Beichtgeheimnis bestehen bleibt. Das schliesse eine Anzeige eines auf diesem Wege bekannt gewordenen Missbrauchs aus.

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