Vom 27. Bis 29. April 2018 findet in Fribourg der nationale Weltjugendtag statt. Ein breites Spektrum katholischer Gruppierungen feiert den Glauben. Die Verantwortlichen sehen sich der Neuevangelisation verpflichtet. | © Screenshot Homepage FR2018/Patrick Honegger

Nationaler Weltjugendtag in Fribourg

Anne Burgmer, 25.4.18
  • In den Jahren, in denen es keinen grossen, internationalen Weltjugendtag (WJT) gibt, findet in der Schweiz ein nationaler Weltjugendtag statt. 2017 wurde der Event in Zürich durchgeführt. Vom 27. Bis 29. April 2018 ist nun Fribourg Ort des Treffens.
  • Die ARGE Weltjugendtag zeichnet sich für die Organisation verantwortlich. Die Finanzierung des WJT geschieht allein durch Spenden und Gönnerbeiträge. Es gibt keine finanzielle Unterstützung durch Kirchensteuern, Bistümer oder Landeskirchen.

Eingeladen sind alle am katholischen Glauben Interessierten im Alter zwischen 16 und 35 Jahren. Online können Neugierige nicht nur das Programm studieren, sondern auch einen Tagespass für die Veranstaltung kaufen. Diese bietet  – ein Blick in das Programm verrät es – Abwechslung. Verschiedenste sogenannte Speaker aus den USA, der Schweiz, dem Südsudan, den Niederlanden oder aus Österreich treten auf und legen Zeugnis ihres Glaubens und ihrer Tätigkeit ab. Aufgelockert wird der Anlass durch Bands, die mit ihrer christlichen Musik Schwung in den WJT bringen. Kardinal Kurt Koch wird dem abschliessenden Sonntagsgottesdienst vorstehen. Gleichzeitig gibt es diverse Workshops: Katholische Apologetik, Bibel, Beichte und Konzilstexte – oder auch zum Umgang mit dem Glauben im medizinischen Umfeld.

Gemeinsames Christin-Sein erleben

Daniela Leimgruber, langjährige Mitarbeiterin der Juseso Fricktal hat bereits einen grossen WJT in Rio de Janeiro (2013) erlebt, ebenso auch den ersten nationalen WJT in Fribourg (2015). «Die Atmosphäre an diesen Tagen ist unglaublich. Man spürt, dass man nicht alleine katholische Christin ist, sondern in Gemeinschaft», erzählt Daniela Leimgruber auf Nachfragen. Gleichzeitig schätzt sie manches kritisch ein: «Manche Gruppierungen, die an den WJTs aktiv sind, habe ich als recht missionarisch empfunden – auch bei speziellen Themen wie zum Beispiel der Beichte. Es gibt so viele verschiedene Strömungen innerhalb der katholischen Kirche, mit einigen habe ich mehr Mühe als mit anderen», erinnert Daniela Leimgruber sich. Doch insgesamt, sei es bereichernd, diese Vielfalt so konzentriert zu erleben. Sie überlege deshalb, ob sie zumindest am Sonntag zur Abschlussmesse mit Kurt Koch fahre.

Finanzierung allein durch Spenden und Gönnerbeiträge

Organisiert wird der nationale WJT durch die ARGE Weltjugendtag. Diese koordiniert auch die Reisen zu den internationalen WJTs und besteht seit 2002 als Verein. «Die ARGE Weltjugendtag bekommt keine kirchlichen Gelder. Es gibt keine finanzielle Unterstützung durch Kirchensteuern, Bistümer und Landeskirchen», heisst es auf der Website. Der Vorsitzende ad interim der ARGE Weltjugendtag, Martin Iten, ergänzt: «Im Rahmen von Partnerschaften (zum Beispiel für die jeweiligen Events) gab es schon Zusammenarbeiten mit «Institutionen», die durchaus auch durch Kirchensteuergelder gestützt werden. Aktuell gibt es auch eine Partnerschaft mit dem katholischen Stadtverband in Zürich, die auf Erbringen von gegenseitigen Leistungen beruht. Eine klassische Finanzierung durch (landes-)kirchliche Strukturen gibt es nicht». Die Kosten belaufen sich auf 80’000 bis 100’000 Franken im Jahr.

Kritische Wahrnehmung des WJT ist den Verantwortlichen bewusst

Martin Iten ist sich bewusst, dass der WJT auch kritisch beurteilt wird: «Der Weltjugendtag hat ein gewisses (weltkirchliches) Profil, das auch von Papst Franziskus gewünscht und vorgegeben ist. Dass diese Kirchlichkeit nicht alle jungen Menschen anspricht, ist dabei klar. Innerhalb der Szene der katholischen Jugendarbeit der Schweiz wird der Weltjugendtag natürlich  durchaus kritisch betrachtet. Allerdings hat sich dieses Verhältnis in den letzten Jahren positiv entwickelt. Man kennt sich gegenseitig immer besser und achtet und respektiert sich».

www.fr2018.ch

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