Wie die Katholiken verzeichneten auch die Reformierten im Aargau im vergangenen Jahr eine Zunahme an Austritten. | © kna-bild

Reformierte: Höchstzahl an Austritten

Andreas C. Müller, 3.4.19

3‘288 Personen oder 1,97 Prozent der Mitglieder sind laut einer Medienmitteilung der Reformierten Kirche Aargau im vergangenen Jahr aus den 75 reformierten Kirchgemeinden ausgetreten. «Das ist die höchste Zahl von Austritten bisher», heisst es. Die Zahl der Austritte habe gegenüber dem Vorjahr um 18,9 Prozent zugenommen. In Zahlen: 523 Austritte mehr als 2017 (2‘765 Austritte). Auch wenn mit 323 Eintritten (Erwachsene ohne Zuwanderung) im Gegensatz zu 2017  deutlich mehr Menschen (17 Prozent) den Weg zur reformierten Kirche fanden, bleibt die Bilanz negativ: Gemäss Medienmitteilung hat die Reformierte Kirche im Aargau nur noch 161‘317 Mitglieder. Somit vergrössert sich die Kluft zu den Katholiken, die den Kanton mit 215 984 Personen dominieren. Frank Worbs vom Informationsdienst der Reformierten Kirche erklärt auf Nachfragen, dass die Zunahme von Austritten in ähnlich starkem Umfange wie bei den Katholiken erfolgt sei, man aber aufgrund der Tatsache, dass nur 10 Prozent der Austritte begründet erfolgten, keine Angabe zu den Gründen machen könne. Die Vermutung von Seiten der Horizonte-Redaktion, wonach die Reformierten nach 2014 erneut infolge der Missbrauchskandale bei den Katholiken mehr Austritte zu verzeichnen hatten, wollte Frank Worbs nicht weiter kommentieren. Dass das Projekt «Lebenslang Mitglied bleiben», welches einen intensiveren Kontakt zu distanzierten Kirchenmitgliedern zur Aufgabe habe, Austritten vorbeugen könne, erachtet Frank Worbs als unwahrscheinlich. Die Zunahme an Eintritten führt Frank Worbs hingegen auf das Reformationsjubiläum zurück.

 

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