Der neue Lehrplan für den konfessionellen Religionsunterricht LeRUKa lehnt sich in verschiedenen Aspekten am Lehrplan 21 an. Ab dem Schuljahr 2019/20 wird der LeRUKa im Aargau sukzessive eingeführt. | © margritegger.ch

Startschuss für den LeRUKa im Aargau

Anne Burgmer, 1.8.19
  • Der neue, an den Lehrplan 21 angelehnte Lehrplan für Religion und Katechese (LeRUKa) wird ab dem Schuljahr 2019/2020 sukzessive auch im Aargau eingeführt.
  • Im LeRUKa spielen die Begriffe Bildung und Beheimatung eine zentrale Rolle, wie die ehemalige Fachstellenmitarbeiterin Fachstelle Katechese und Medien, Moni Egger, betont.

 

Zum Schuljahr 2019/2020 ist es soweit: Der neue Lehrplan für Religion und Katechese (LeRUKa) für die Deutschschweiz hört im Aargau den Startschuss zur Einführung. «Das stimmt, aber die konkrete Umsetzung braucht vor Ort unterschiedlich viel Zeit. Jeder Pastoralraum kann dabei sein eigenes Tempo gehen», präzisiert Moni Egger, ehemalige Mitarbeiterin der Fachstelle Katechese und Medien in Aarau.

Neu: Sprache und Aufbau

Dass es überhaupt einen neuen Lehrplan gibt, hat verschiedene Gründe so die Theologin: «Ein Lehrplan muss etwa alle 10 Jahre angepasst werden und im Zusammenhang mit der Entwicklung des Lehrplans 21 hatte man sich seitens der Konferenz Netzwerk Katechese, in der die Leitenden aller Deutschschweizer katechetischen Fachstellen, Vertreterinnen und Vertreter der religionspädagogischen Lehrstühle sowie diverse Fachpersonen vertreten sind, Gedanken über ein neues Konzept für den konfessionellen Religionsunterricht gemacht. Es lag nahe, diesen in Sprache und Aufbau kompatibel zum Lehrplan 21 zu gestalten». So spricht auch der LeRUKa von Kompetenzen und von Zyklen; Letzteres meint die verschiedenen Altersstufen von null bis 18 Jahre.

Bildung und Beheimatung

Wichtiger ist Moni Egger jedoch das Begriffspaar Bildung und Beheimatung. «Die Kompetenzorientierung ist wichtig. Doch noch zentraler ist, dass die Kinder und Jugendlichen durch das Fachwissen (Bildung), das sie erhalten bewusst «ja» sagen können zu einer Beheimatung in der Kirche», beschreibt Moni Egger die Idee. Katechese, so fügt sie an, müsse endlich als Teil der Gesamtpastoral erkannt, verstanden und unterstützt werden. Zwar gebe es in grossen Pastoralräumen oft Personen, die für die Katechese verantwortlich seien, doch in den wenigsten Fällen würden extra Stellenprozent dafür ausgewiesen.

Grosser Handlungsspielraum

Den positiven Nutzen des LeRUKa verortet Moni Egger auch in seiner Offenheit. Jedes Kind sei anders und bringe unterschiedliche Stärken und Fragen in den Unterricht ein. Aber im neuen LeRUKa hätten die katechetisch Tätigen auch einen grossen Handlungsspielraum. Zudem begleite der LeRUKa die Kinder und Jugendlichen nicht nur während der Zyklen 1 bis 3, also in den Jahren von 5 bis 15. Er biete fundierte Begleitung bereits ab der Geburt (Zyklus 0: Null bis 4 Jahre) und bis zur Firmung (Zyklus 4: 16 bis 18 Jahre) an. Damit stelle er eine Grundlage dar, auf der sich Heranwachsende verantwortet mit ihrem Leben, Glauben und der Kirche auseinandersetzen könnten.

 

LeRUKa – Erklärvideo

www.reli.ch

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Moni Egger, ehemalige Mitarbeiterin der Fachstelle Katechese und Medien in Aarau, nahm sich Zeit, die Kernpunkte des LeRUKa zu verdeutlichen. | © zvg
Moni Egger, Theologin
Im Erklärvideo (Link unter dem Beitrag) wird ausführlich beschreiben, wie der LeRUKa aufgebaut und gedacht ist. | © margritegger.ch
LeRUKa per Video erklärt

Konfessioneller und staatlicher Reliunterricht

Symbolbild | © Anne Burgmer

Seit dem 01. August 2017 gilt für die katholische Kirche Deutschschweiz ein neuer Lehrplan. Mit Zustimmung der Konferenz Netzwerk Katechese und auf Beschluss der Deutschschweizerischen Ordinarienkonferenz haben die Bischöfe der Deutschschweiz den Lehrplan für den konfessionellen Religionsunterricht und die Katechese (LeRUKa) in Kraft gesetzt und den Kantonen zur Umsetzung übergeben.

Der konfessionelle Religionsunterricht ergänzt als selbstständiges, von den Kirchgemeinden getragenes Fach das staatlich verantwortete Fach Ethik, Religionen und Gemeinschaft (ERG) um die konfessionelle Sichtweise.

ERG ist für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend und stellt die Aussensicht auf verschiedene Religionen im Kontext der Gesellschaft dar. Getaufte Mädchen und Jungen besuchen zusätzlich den konfessionellen Religionsunterricht der die christliche Innensicht vermittelt und den Bezug des Glaubens zum eigenen Leben herstellt.

Der LeRUKa ist ökumenisch offen und wird je nach Kanton um Zusatzmaterial ergänzt.

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