Jeder einzelne Kirchgänger sei mitverantwortlich, den Weg, den die Jugendsynode eingeschlagen hat, weiterzugehen. Im Bild Jungwacht-Blauring-Leiter im Sommerlager. | © zvg

Verantwortung nach unten delegiert

Marie-Christine Andres Schürch, 4.11.18
  • Vor einer Woche ging die Jugendsynode in Rom zu Ende.
  • Während drei Wochen debattierten 260 Bischöfe aus aller Welt über das Thema «Jugend, Glaube und die Berufungsunterscheidung».
  • Welche Auswirkungen hat die Synode auf die Arbeit der Jugendseelsorgenden bei uns?
  • Damit der Weg auf lokaler Ebene weitergeht, müssen sich Bischöfe und Pfarreien auch mal was trauen. 

 

«Ich habe den Verlauf der Synode auf Facebook mitverfolgt und die Beiträge von Synodenteilnehmern gelesen», sagt Simon Hohler. Er ist Geschäftsleiter der Fachstelle für Jugendarbeit Juseso Fricktal. Aus den Beiträgen auf den sozialen Medien habe er eine positive Stimmung wahrgenommen und den Eindruck erhalten, Papst Franziskus wolle mit dieser Synode wirklich etwas bewegen, fasst Simon Hohler zusammen. Mit dieser Wahrnehmung ist er nicht allein. Von Synodenteilnehmenden wird die Bereitschaft, einander zuzuhören, als wichtigstes Merkmal der Synode hervorgehoben. Die Synode stimmte zuletzt über ein Schlussdokument ab, das der Vatikan veröffentlichte. Das 167 Artikel und 55 Druckseiten umfassende Papier wird bald auch in deutscher Sprache erscheinen.

Plötzliche Freiheit

Susanne Muth leitet die Fachstelle Jugend und junge Erwachsene der Aargauer Landeskirche. Sie ist nicht überrascht, dass Papst Franziskus, wie es scheint, die Ortskirche stärkt und Verantwortung nach unten delegiert. Das finde sie gut, doch habe unsere Kirche noch nicht gelernt, mit dieser plötzlichen Freiheit angemessen umzugehen: «Weil es immer sehr klare Vorgaben von oben gab, tut man sich ‚unten’ noch schwer, sich einfach mal etwas zu trauen.» Das betreffe sowohl die Bischöfe, aber auch die Pfarreien.

Verantwortung jedes einzelnen Kirchgängers

Jugendbischof Alain de Raemy hat die Schweizer Bischöfe an der Synode vertreten. Er betont gegenüber kath.ch die Verantwortung jedes Einzelnen: «Im Abschlusspapier wird mehrmals betont, dass wir uns von einer Kirchgemeinde, die delegiert, verabschieden müssen. Das gilt auch für den Kirchengänger, der davon ausgeht, dass der Priester oder die Pfarreipräsidentin die Kirche ist! »

Jugendarbeitende im Aargau

Simon Hohler von der Juseso Fricktal teilte Beiträge zur Synode auf sozialen Medien und verbreitete sie so auch unter Jugendlichen. Die Umsetzung im Aargau könnte unter anderem vom «Verband Aargauer Jugendarbeiter VAJ» ausgehen. Susanne Muth leitet dieses Gremium: «Wir haben die Jugendsynode regelmässig mit den Jugendarbeitenden im VAJ thematisiert und das werden wir sicher auch tun, wenn das Abschlussdokument auf Deutsch vorliegt.» Falls das Papier konkrete Ergebnisse oder Vorschläge enthalte – was Susanne Muth begrüssen würde – sähe sie die Fachstelle Jugend und junge Erwachsene in der Verantwortung, diese Anregungen umzusetzen.

 

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