Vernetzung ist das A und O der Palliative Care. Jeweils am Samstag im Oktober wird der Welthospiztag begangen. Palliative Aargau lädt zur Filmvorführung mit anschliessender Diskussion und Apéro ins Odeon Brugg. | © Roger Wehrli

Was zählt der Mensch, was zahlt der Mensch?

Palliative Aargau organisiert Veranstaltung zum Welthospiztag

Anne Burgmer, 11.10.17

Jährlich am zweiten Samstag im Oktober wird der Welt Hospiz und Palliative Care Tag begangen. Bereits zum dritten Mal organisiert Palliative Aargau im Odeon Brugg eine Filmvorführung mit anschliessendem Podium und Apéro.

Es ist eine beeindruckende SRF Dokumentation, die am Samstag, 14. Oktober 2017, um 11.10 Uhr im Odeon zu sehen sein wird. «Puls vor Ort» aus dem Jahr 2015 begleitet Ärzte und Sterbenskranke auf ihrem Weg mit der Palliative Care. Der dreiviertelstündige Film bietet einen umfassenden Blick auf die Palliative Care. Er erklärt, was der Begriff genau meint, und welche Herausforderungen die Palliative Care zu meistern hat.

Finanzierung ist eine Herausforderung

Der Schwerpunkt der Veranstaltung von Palliative Care im Odeon Brugg liegt dabei auf der Finanzierung der Palliative Care. Dieter Hermann, Geschäftsführer Hospiz Aargau, sagt: «Die Finanzierung von Palliative Care Versorgung sowohl im stationären wie auch im ambulanten Bereich oder daheim ist eine Herausforderung. Zwar haben wir beispielsweise für das stationäre Hospiz in Brugg oft eine gefüllte Warteliste, doch es ist und bleibt ein Verlustgeschäft. Anfragen beim Kanton für eine leistungsgerechte Vergütung verliefen bisher im Sande. Auch, weil im Departement für Gesundheit und Soziales (DGS) immer wieder Ansprechpartner ändern und allgemein Hospize und deren Leistungen bisher in der Gesetztgebung schlichtweg nicht vorgesehen sind.»

Podium: Vernetztes Diskutieren

Zum Thema «Am Ende zählt der Mensch – am Ende zahlt der Mensch» diskutieren im Anschluss an den Film Vertreter verschiedener Dienste und Einrichtungen, die mit dem Thema Palliative Care zu tun haben. Die Vielfalt der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Podium zeigt den Kern der Palliative Care: Vernetzung.

Es diskutieren: Christine Kaderli (Vizepräsidentin Palliative Aargau), Christine Huber (Leiterin Spitalplanung und –abrechnung, DGS), Olga Hürlimann (Fachspezialistin Pflege ambulant, DGS), Thomas Peterhans (Direktor Reusspark Niederwil), Max Moor (Geschäftsführer Spitex Verband Aargau), Dieter Hermann (Geschäftsführer Hospiz Aargau), Gaby Fuchs (Palliativmedizinerin) und Andreas Zimmermann (Seelsorger, Begleitdienst Aargauer Landeskirchen). Moderiert wird das Podium von Stephan Rathgeb, Korrespondent des SRF.

Unter freiem Himmel sterben

Dieter Hermann sieht die Frage nach der Finanzierung der Palliative Care eingebettet in die Frage nach der Finanzierung des Alters allgemein. «Wer in der Schweiz nicht lange genug ausreichend etwas geleistet oder vorgesorgt hat, der kann später tief fallen. Ich denke, über die Finanzierung des Alters sollte man anders nachdenken, als man es bisher tut und muss neue Wege finden», ist Dieter Hermann überzeugt.

In Brugg selber verändert er, was möglich ist um das Überleben zu sichern und die Qualität für Bewohner und Angehörige auf einem möglichst idealen Stand zu halten. So hat das Hospiz ein weiteres Zimmer einrichten können, weil noch Räume auf derselben Etage frei wurden. Neu ist auch, dass das «Stübli» verlegt wurde und einen Zugang zur begrünten Dachterrasse hat. «Es gibt Studien, die zeigen, dass Menschen draussen freier sterben können, weil sie sich im Angesicht des Himmels geborgen fühlen», erzählt Dieter Hermann.

www.palliative-aargau.ch

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ambulanten Bereich oder daheim ist eine Herausforderung», erklärt Dieter Hermann. Wie diese Herausforderung angegangen werden kann, diskutieren Vertreter verschiedener Organisationen und des Kantons Aargau auf dem Podium in Brugg. © Anne Burgmer
Bei gefüllter Warteliste ein Verlustgeschäft
Dieter Hermann, Geschäftsführer Hospiz Aargau, sagt: «Wer in der Schweiz nicht lange genug ausreichend etwas geleistet oder vorgesorgt hat, der kann später tief fallen. Ich denke, über die Finanzierung des Alters sollte man anders nachdenken, als man es bisher tut und muss neue Wege finden» | © Anne Burgmer
Dieter Hermann, Hospiz Aargau
Konkret vor Ort, im stationären Hospiz in Brugg, verändert Dieter Hermann, was möglich und sinnvoll ist. Neu gibt es ein weiteres Zimmer und das «Stübli» wurde verlegt. Es hat nun einen Zugang zu einer begrünten Dachterasse. | © zvg/Hospiz Aargau
Das neue «Stübli» im Hospiz in Brugg
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