Die Jubla wächst weiter. Laut der Bundesleitung erstaunt das nicht: «In einer von Individualismus und Selbstoptimierung geprägten Gesellschaft scheinen der Zusammenhalt in der Gemeinschaft und das Spiel in der Natur wieder beliebter zu sein». | © Jubla
Die Jubla wächst weiter. Laut der Bundesleitung erstaunt das nicht: «In einer von Individualismus und Selbstoptimierung geprägten Gesellschaft scheinen der Zusammenhalt in der Gemeinschaft und das Spiel in der Natur wieder beliebter zu sein». | © Jubla

Jubla legt weiter zu

29.04.2019, 16:15

Die Attraktivität der Jungwacht-Blauring-Scharen scheint ungebrochen: Der grösste katholische Kinder- und Jugendverband  hat auch im vergangenen Jahr neue Mitglieder gewinnen können. 2018 zählte der Verband rund 31’500 Kinder und Jugendliche. Dies seien 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr, heisst es in einer Medienmitteilung . Damit hält das Mitgliederwachstum der vergangenen Jahre an. Der Verband erlebt seit 2014 und 2015 einen Aufwärtstrend, nachdem er in den Jahren zuvor mit sinkenden Mitgliederzahlen konfrontiert war und 2012 mit rund 28’000 Mitgliedern einen Tiefststand erreicht hatte.

So präsentiert sich der Innenhof der Kaserne der Schweizergarde im Vatikan zur Zeit. | © Marie-Christine Andres
So präsentiert sich der Innenhof der Kaserne der Schweizergarde im Vatikan zur Zeit. | © Marie-Christine Andres

Doris Leuthards Charisma für die neue Kaserne

24.04.2019, 23:41

Der Neubau der Kaserne der Schweizergarde im Vatikan kostet 55 Millionen. Die ehemalige Bundesrätin Doris Leuthard wird sich künftig für die Mittelbeschaffung einsetzen. Gemäss einer Meldung von cath.ch wird die ehemalige Bundesrätin ein Patronatskomitee für den Wiederaufbau der Kaserne der päpstlichen Schweizergarde im Vatikan leiten. Dies geht laut cath.ch aus einer Meldung des Nachrichtenportals tio.ch hervor. Eine einfache Renovation ist laut früheren Medienberichten nicht möglich. Das Tessiner Architekturbüro Durisch+Nolli wurde mit einem Vorprojekt für den Neubau beauftragt. Die Einweihung des neuen Gebäudes soll 2023 erfolgen. Die Stiftung für die Renovation der Kaserne hofft gemäss der Meldung von cath.ch, dass die Mittelbeschaffung «vom Charisma und der Dynamik der Ende 2018 aus dem Bund ausgeschiedenen Doris Leuthard profitieren wird». 

Vitus Huonder am Tag seiner Bischofsweihe im September 2007. | © KNA Bild
Vitus Huonder am Tag seiner Bischofsweihe im September 2007. | © KNA Bild

Bischof Huonder bleibt vorerst im Amt

22.04.2019, 22:03

Der Churer Bischof Vitus Huonder und die Bistumsleitung bleiben so lange im Amt, bis Huonders Nachfolge geregelt ist. Das teilte das Bistum Chur am Ostermontag, 22. April 2019, mit. Bischof Huonder hätte eigentlich am Ostersonntag, seinem 77. Geburtstag, nach knapp 12 Jahren im Bischofsamt abtreten sollen. Ein neuer Termin für das Ende seiner Amtszeit ist gemäss Mitteilung nicht bekannt. Offen ist auch, wer Vitus Huonder ablösen wird. Neu ist eine solche Verlängerung für das Bistum mit seinen knapp 700'000 Katholikinnen und Katholiken in sechs Kantonen nicht. Bereits Huonders Vorgänger, Bischof Amedée Grab, leitete nach seinem 77. Geburtstag noch fünf Monate die Diözese, als apostolischer Administrator. Huonder hingegen bleibt Bischof, wie ein Sprecher des Bistums Chur auf Anfrage präzisierte.

Bis zur Wahl eines neuen Bischofs von Chur könnte Vitus Huonder oder ein anderer Priester das Bistum als «Apostolischer Administrator» führen. | © Sylvia Stam
Bis zur Wahl eines neuen Bischofs von Chur könnte Vitus Huonder oder ein anderer Priester das Bistum als «Apostolischer Administrator» führen. | © Sylvia Stam

Tritt Vitus Huonder ab?

20.04.2019, 12:35

Am Ostersonntag endet die um zwei Jahre verlängerte Amtszeit des Churer Bischofs Vitus Huonder. Dass am Ostermontag ein neuer Bischof bekannt sein wird, gilt als unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist eine Übergangslösung mit oder ohne Vitus Huonder. Für einen neuen Bischof muss der Apostolische Nuntius, Thomas E. Gullickson, zunächst Vorschläge nach Rom schicken. Der apostolische Stuhl trifft dann eine Auswahl, aus der heraus das 24-köpfige Domkapitel seinen Favoriten wählen muss. Dieser wird dann noch vom Papst bestätigt. Gegenwärtig ist noch nicht einmal bekannt, ob der Nuntius bereits seine Kandidatenvorschläge nach Rom geschickt hat. Am 22. April soll, so liess das Bistum Chur verlauten, ein «kurzes Communiqué» verbreitet werden.

Ostermärsche sind ein europäisches Phänomen und werden von pazifistischen Bewegungen getragen. Ihre Ursprünge gehen auf britische Atomwaffengegner der Kampagne für nukleare Abrüstung mit den «Aldermaston Marches» in den 1950er-Jahren zurück. | zvg
Ostermärsche sind ein europäisches Phänomen und werden von pazifistischen Bewegungen getragen. Ihre Ursprünge gehen auf britische Atomwaffengegner der Kampagne für nukleare Abrüstung mit den «Aldermaston Marches» in den 1950er-Jahren zurück. | zvg

Ostermarsch gegen Waffenexporte

17.04.2019, 08:33

Unter dem Motto «Frieden statt Krieg exportieren» will der diesjährige Ostermarsch am Ostermontag, 22. April, in Bern gegen Waffenexporte protestieren. «Die Schweiz ist pro Kopf die viertgrösste Waffenexporteurin weltweit», heisst es in einer Medienmitteilung. «Was im Ausland mit unseren Waffen geschieht, haben wir nicht in der Hand. Einschüchterung, Unterdrückung, offene Gewalt bis hin zu Kriegshandlungen sind möglich». Im Fokus der Kritik steht der bundeseigene Rüstungskonzern Ruag. All dies liesse sich mit der humanitären Tradition der Schweiz nicht vereinbaren.

 

«Die DEZA-Gelder machen rund einen Viertel am Gesamtbudget bei Fastenopfer aus», erklärt Daniel Hostettler, bei Fastenopfer Leiter Internationale Programme. Kürzungen bei der Entwicklungshilfe hätten somit auch Folgen für die Länderprogramme des kirchlichen Hilfswerks. | © Fastenopfer
«Die DEZA-Gelder machen rund einen Viertel am Gesamtbudget bei Fastenopfer aus», erklärt Daniel Hostettler, bei Fastenopfer Leiter Internationale Programme. Kürzungen bei der Entwicklungshilfe hätten somit auch Folgen für die Länderprogramme des kirchlichen Hilfswerks. | © Fastenopfer

Entwicklungshilfe wird neu ausgerichtet

15.04.2019, 21:06

Während die kirchlichen Hilfswerke «Fastenopfer», «Brot für alle» und «Partner sein» am Wochenende in Bern das 50-jährige Bestehen der Ökumenischen Fastenkampagne feierten, sickerte durch: Bundesrat Ignazio Cassis möchte nun doch die Entwicklungshilfe neu ausrichten. Neu sollen Entwicklungshilfegelder nicht mehr einfach nur vorbehaltlos zur Armutsbekämpfung gesprochen werden, sondern neu gezielt Schweizer Interessen wie der Migrationspolitik dienen. Konkret: Schweizer Geld gibt's nur noch gegen Bedinungen. Das kirchliche Hilfswerk Fastenopfer, das zu einem Viertel mit Bundesgeldern operiert, müsste demzufolge, wie in einem Interview erwähnt, wohl Landesprogramme in Südamerika aufgeben.

Aufgrund der positiven Ergebnisse des Vorprojektes haben die beiden Stiftungsräte am 29. März beziehungsweise 5. April 2019 den Grundsatzentscheid getroffen, dass Brot für alle und Heks bis 2021 in eine gemeinsame Organisation zusammengeführt werden. Dabei sollen beide Marken vorläufig erhalten bleiben. Hauptsitz der neuen Organisation wird Zürich sein, die Geschäftsstellen der beiden Organisationen in Bern und Lausanne bleiben bestehen. | © screenshotmontage/abu
Aufgrund der positiven Ergebnisse des Vorprojektes haben die beiden Stiftungsräte am 29. März beziehungsweise 5. April 2019 den Grundsatzentscheid getroffen, dass Brot für alle und Heks bis 2021 in eine gemeinsame Organisation zusammengeführt werden. Dabei sollen beide Marken vorläufig erhalten bleiben. Hauptsitz der neuen Organisation wird Zürich sein, die Geschäftsstellen der beiden Organisationen in Bern und Lausanne bleiben bestehen. | © screenshotmontage/abu

Hilfswerke fusionieren per 2021

12.04.2019, 18:03

Gemäss einem Bericht von kath.ch werden das «Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz» (Heks) und «Brot für alle» (Bfa) per 2021 fusionieren. Initiativen für einen Zusammenschluss habe es in den vergangenen 30 Jahren des öfteren gegeben, doch nun soll er unter Dach und Fach: Damit wollen Brot für alle und Heks ihre Position in einem zunehmend kompetitiven Umfeld stärken und gleichzeitig die Wirkung ihrer Projekte und Aktivitäten im In- und Ausland weiter optimieren. Der Zusammenschluss soll bis im Jahr 2021 vollzogen werden. Der entsprechende Grundsatzbeschluss wurde durch die Stiftungsräte der beiden Hilfswerke auf der Grundlage eines im Oktober 2018 begonnenen Vorprojektes gefasst.

Das Orinariat des Bistums Basel in Solothurn. Hier erhielt das Missbrauchsofper Einsicht in die Personalakte des Täters. Im Bericht heisst es auch, das Bistum Basel habe die entsprechende Akte bereits im Februar 2019 an die Erzdiözese Freiburg weitergegeben. Dort will man die Post nicht erhalten haben. | © zvg/Bistum Basel
Das Orinariat des Bistums Basel in Solothurn. Hier erhielt das Missbrauchsofper Einsicht in die Personalakte des Täters. Im Bericht heisst es auch, das Bistum Basel habe die entsprechende Akte bereits im Februar 2019 an die Erzdiözese Freiburg weitergegeben. Dort will man die Post nicht erhalten haben. | © zvg/Bistum Basel

Akteneinsicht: Bistum Basel schneidet gut ab

10.04.2019, 14:48

Im Rahmen eines Missbrauchsfalles führten die Spuren des deutschen ARD Magazins Report Mainz auch nach Solothurn. Ein Missbrauchsopfer hatte in der eigentlich zuständigen Erzdiözese Freiburg um Akteneinsicht gebeten und war abgewiesen worden: es gebe keine entsprechende Personalakte zum Täter. Im Bistum Basel allerdings lag eine Akte zum Täter vor, hier bekam das Missbrauchsopfer Einsicht. Damit handhabt das Bistum Basel die Akteneinsicht, die für die Opfer ein zentraler Punkt ist, offener als die meisten deutschen Diözesen. Diese regeln die Akteneinsicht uneinheitlich, wie eine entsprechende Umfrage des TV-Magazins ergab.

Im Schreiben Christus vivit macht Franziskus keine konkreten Vorschläge für die Jugendarbeit, sondern spricht von «offenen Räumen» für die Jugend. | © screenshot
Im Schreiben Christus vivit macht Franziskus keine konkreten Vorschläge für die Jugendarbeit, sondern spricht von «offenen Räumen» für die Jugend. | © screenshot

Jugendsynode: «Christus vivit»

08.04.2019, 16:07

Am 24. März 2019 veröffentlichte Papst Franziskus das erwartete nachsynodale apostolische Schreiben zur Jugendsynode (3. bis 28. Oktober 2018). Christus vivit heisst das 299 Abschnitt lange Dokument. Im Interview mit kath.ch zeigt sich Jugendbischof und Synodenteilnehmer Alain de Reamy überzeugt, dass das Schreiben Wirkung entfalten werde. Er begründet das damit, dass « Reflexion des Papstes [auf den] Grundlagen des Glaubens [basiert]: Was ist Berufung? (…) Diese Überlegungen können auf alle Gläubigen angewendet werden. Der Text bleibt allgemein, ohne ins Oberflächliche zu fallen». Für die Schweiz unterstützt Alain de Raemy die Idee eines Jugendrates für junge und vor allem von jungen Menschen.

Wurde als Kind vom Pfarrer, der im Kinderheim St. Benedikt Hermetschwil als Religionslehrer ein und ausging, immer wieder sexuell missbraucht: Andreas Santoni. | © Roger Wehrli
Wurde als Kind vom Pfarrer, der im Kinderheim St. Benedikt Hermetschwil als Religionslehrer ein und ausging, immer wieder sexuell missbraucht: Andreas Santoni. | © Roger Wehrli

St. Benedikt: Untersuchungskommission

05.04.2019, 05:34

Vergangenen Sommer wurde publik, dass im Kinderheim St. Benedikt in Hermetschwil ein Knabe gegen Ende der 1970er Jahre mehrfach sexuell missbraucht worden war. Für die Aufarbeitung der bislang bekannten sowie weiteren, heute noch unbekannten Übergriffe, haben die Verantwortlichen nun eine unabhängige externe Untersuchungskommission eingesetzt. In dieser nehmen drei Personen Einsitz: Die ehemalige SP-Grossrätin und Friedensrichterin Edith Lüscher, der Historiker Bruno Meier und der Rechtsanwalt und ehemalige Eidgenössische Datenschützer Hanspeter Thür.

 

 

Wie die Katholiken verzeichneten auch die Reformierten im Aargau im vergangenen Jahr eine Zunahme an Austritten. | © kna-bild
Wie die Katholiken verzeichneten auch die Reformierten im Aargau im vergangenen Jahr eine Zunahme an Austritten. | © kna-bild

Reformierte: Höchstzahl an Austritten

03.04.2019, 11:48

3‘288 Personen oder 1,97 Prozent der Mitglieder sind laut einer Medienmitteilung der Reformierten Kirche Aargau im vergangenen Jahr aus den 75 reformierten Kirchgemeinden ausgetreten. «Das ist die höchste Zahl von Austritten bisher», heisst es. Die Zahl der Austritte habe gegenüber dem Vorjahr um 18,9 Prozent zugenommen. In Zahlen: 523 Austritte mehr als 2017 (2‘765 Austritte). Auch wenn mit 323 Eintritten (Erwachsene ohne Zuwanderung) im Gegensatz zu 2017  deutlich mehr Menschen (17 Prozent) den Weg zur reformierten Kirche fanden, bleibt die Bilanz negativ: Gemäss Medienmitteilung hat die Reformierte Kirche im Aargau nur noch 161‘317 Mitglieder. Somit vergrössert sich die Kluft zu den Katholiken, die den Kanton mit 215 984 Personen dominieren. Frank Worbs vom Informationsdienst der Reformierten Kirche erklärt auf Nachfragen, dass die Zunahme von Austritten in ähnlich starkem Umfange wie bei den Katholiken erfolgt sei, man aber aufgrund der Tatsache, dass nur 10 Prozent der Austritte begründet erfolgten, keine Angabe zu den Gründen machen könne. Die Vermutung von Seiten der Horizonte-Redaktion, wonach die Reformierten nach 2014 erneut infolge der Missbrauchskandale bei den Katholiken mehr Austritte zu verzeichnen hatten, wollte Frank Worbs nicht weiter kommentieren. Dass das Projekt «Lebenslang Mitglied bleiben», welches einen intensiveren Kontakt zu distanzierten Kirchenmitgliedern zur Aufgabe habe, Austritten vorbeugen könne, erachtet Frank Worbs als unwahrscheinlich. Die Zunahme an Eintritten führt Frank Worbs hingegen auf das Reformationsjubiläum zurück.

 

Um die aktuelle Krise der Kirche zu bewältigen, forderte RKZ-Präsident Luc Humbel die Schweizer Bischöfe zu einem entschlossenen und gemeinsamen Vorgehen mit den Landeskirchen auf. | © Roger Wehrli
Um die aktuelle Krise der Kirche zu bewältigen, forderte RKZ-Präsident Luc Humbel die Schweizer Bischöfe zu einem entschlossenen und gemeinsamen Vorgehen mit den Landeskirchen auf. | © Roger Wehrli

RKZ-Präsident fordert «Weg der Erneuerung»

01.04.2019, 11:19

Die römisch-katholische Kirche befinde sich derzeit «in der wohl grössten Krise der vergangenen Jahrzehnte», stellte Präseident Luc Humbel in seinem Eingangsvotum zur Plenarversammlung der Römisch-katholischen Zentralkonferenz vom 22./23. März fest. Er rufe daher die Schweizer Bischöfe auf, «sich an ihren deutschen Kollegen ein Vorbild zu nehmen.» Die deutschen Bischöfe hätten anlässlich ihrer letzten Vollversammlung Mitte März einen «verbindlichen synodalen Weg» zur Erneuerung und Veränderung der Kirche beschlossen. Luc Humbel versicherte den Schweizer Bischöfen, dass das «Laiengremium der RKZ mitsamt den darin versammelten kantonalkirchlichen Organisationen» bereit sei, an einem solch synodalen Weg mitzuwirken. Das Thema werde an der nächsten gemeinsamen Sitzung der RKZ mit der Schweizer Bischofskonferenz SBK vom 31. Mai 2019 eingebracht.

Mitte Juni werden sich Monika Hungerbühler und Jacqueline Keune zusammen mit vier weiteren Theologinnen und einem Theologen mit Bischof Felix Gmür und Generalvikar Markus Thürig in Solothurn zum Gespräch treffen. Gmür ist derzeit Präsident der Schweizer Bischofskonferenz (SBK). | © Roger Wehrli
Mitte Juni werden sich Monika Hungerbühler und Jacqueline Keune zusammen mit vier weiteren Theologinnen und einem Theologen mit Bischof Felix Gmür und Generalvikar Markus Thürig in Solothurn zum Gespräch treffen. Gmür ist derzeit Präsident der Schweizer Bischofskonferenz (SBK). | © Roger Wehrli

Theologinnen setzen Druck auf

29.03.2019, 09:49

Sieben Theologinnen und Theologen fordern umfassende Reformen zur Gleichstellung von Frauen in der Kirche (eine Stellungnahme der Theologinnen Monika Hungerbühler und Jacqueline Keune von Anfang Dezember 2018 hatten innert kurzer Zeit 300 Theologinnen und Theologen mitunterzeichnet). Im Juni werden sie von Bischof Felix Gmür und Generalvikar Markus Thürig zum Gespräch empfangen. Im Hinblick auf das Gespräch fordern die Initiantinnen nun, dass so lange keine Männer zu Priestern und Diakonen geweiht werden, bis der Zugang zu diesen Ämtern auch Frauen offen stehe. Unter anderem sollen sich die Schweizer Bischöfe auch von Aussagen Roms distanzieren, die Frauen herabsetzen oder gar kriminalisieren. Damit beziehen sie sich auf Papst Franziskus, der im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit Abtreibungen von «Auftragsmord» gesprochen hatte.

Seit über 50 Jahren bestreitet Fastenopfer zusammen mit dem reformierten Hilfswerk «Brot für alle» jedes Jahr die Ökumenische Fastenkampagne. Suppentage und Rosenaktion (im Bild) ergänzten über Jahrzehnte die Spendenaktion. | © Fastenopfer
Seit über 50 Jahren bestreitet Fastenopfer zusammen mit dem reformierten Hilfswerk «Brot für alle» jedes Jahr die Ökumenische Fastenkampagne. Suppentage und Rosenaktion (im Bild) ergänzten über Jahrzehnte die Spendenaktion. | © Fastenopfer

Traditionelle Rosenaktion am Samstag

27.03.2019, 09:12

Am kommenden Samstag, 30. März 2019, verkaufen Freiwillige an verschiedenen Orten in der Schweiz wieder Rosen zugunsten von Projekten der Hilfswerke «Fastenopfer», «Brot für alle» und «Partner sein». Mit jeder echten Rose kann zudem eine digitale Rose verschickt werden. Dies mit der App «Give a Rose». Der Grossverteiler Coop stellt wie jedes Jahr 100’000 Rosen vergünstigt zur Verfügung, die dann zum Preis von 5 Franken das Stück verkauft werden. Zu jeder verkauften Rose gehört ein Code zum Versenden einer virtuellen Rose. Neu wird Coop ab dem 2. April 2019 eine Aktionswoche durchführen und von jedem verkauften Fairtrade-Strauss 50 Rappen an die drei Hilfswerke spenden.

Beim Frauenkirchenstreik steht nicht das Streiken im eigentlichen Sinne im Vordergrund. Vielmehr wird zu Aktivitäten vor Ort aufrufen. Dies könne auch eine «Teilete» sein, die anstelle eines Gottesdienstes angeboten werde. | © Anne Burgmer
Beim Frauenkirchenstreik steht nicht das Streiken im eigentlichen Sinne im Vordergrund. Vielmehr wird zu Aktivitäten vor Ort aufrufen. Dies könne auch eine «Teilete» sein, die anstelle eines Gottesdienstes angeboten werde. | © Anne Burgmer

Auch Kirchenfrauen wollen streiken

24.03.2019, 06:39

«Gleichberechtigung. Punkt. Amen.» Unter diesem Motto sollen sich Kirchenfrauen unter die Streikenden mischen, wenn am 14. Juni der nationale Frauenstreik stattfindet. Dazu werden erschiedene kirchliche Frauengruppen, darunter der Schweizerische Katholische Frauenbund (SKF) und die Interessengemeinschaft Feministische Theologinnen, aufrufen. Gleichzeitig wird auch zur Teilnahme an einem Frauenkirchenstreik vom 15. und 16. Juni aufgerufen. Für letztgenanntes Datum hätten engagierte Kirchenfrauen eine «Arbeitsgruppe Kirchenstreik» gebildet. Die Forderung des Frauenkirchenstreiks lautet: «Wir wollen eine Kirche, die Frauen auf allen Ebenen mitreden, mittun und mitentscheiden lässt», so Kathrin Winzeler vom SKF.

Fastenopfer gehört zu den Mitträgern der Konzernverantwortungsinitiative. Das kirchliche Hilfswerk hat für das Volksbegehren aktiv Unterschriften gesammelt. | zvg
Fastenopfer gehört zu den Mitträgern der Konzernverantwortungsinitiative. Das kirchliche Hilfswerk hat für das Volksbegehren aktiv Unterschriften gesammelt. | zvg

Kovi: «Jetzt erst recht!»

21.03.2019, 07:44

Nach dem Nein zur Ständerat zum Gegenvorschlag als Alternative zur Konzernverantwortungsinitiative (Kovi) intensiviert Fastenopfer nun wieder seine Unterstützung für das Volksbegehren. «Umso mehr setzen wir uns für die Initiative ein, nachdem der Ständerat Nein zum Gegenvorschlag gesagt hat», heisst es in einer Newsletter-Mitteilung des kirchlichen Hilfswerks. Das Initiativ-Komitee hatte in Aussicht gestellt, dass man die Initiative zugunsten des Gegenvorschlags aus Bern zurückziehen werde. Die Initiative will, dass für Firmen, die aus der Schweiz international tätig sind, ethisch verpflichtende Normen aufgestellt werden.

An der Tagung im März soll
über «Europa als gemeinschaftliches Gut» gesprochen werden, das aus den Erfahrungen zweier Weltkriege herausgewachsen ist. Diskutiert werden soll ferner, warum viele Europäer europamüde sind. Die Einführung in dieses Themensegment obliegt dem Basler Bischof Felix Gmür. | @ Roger Wehrli
An der Tagung im März soll über «Europa als gemeinschaftliches Gut» gesprochen werden, das aus den Erfahrungen zweier Weltkriege herausgewachsen ist. Diskutiert werden soll ferner, warum viele Europäer europamüde sind. Die Einführung in dieses Themensegment obliegt dem Basler Bischof Felix Gmür. | @ Roger Wehrli

Bischöfe diskutieren über Europa

19.03.2019, 07:47

Die Bischofskonferenzen von Deutschland, Frankreich und der Schweiz wollen sich auf einer Tagung über Europa, die Wahlen und Probleme auf dem Kontinent austauschen. Die Veranstaltung vom 25. bis zum 26. März in Paris steht unter dem Leitwort «Dialog über das europäische Gemeinwohl». Zu der Tagung laden der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Schweizer Bischofskonferenz, Bischof Felix Gmür, und der Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Erzbischof Georges Pontier, ein.

Podiumsdiskussion mit Sektenspezialist Hugo Stamm, Religionswissenschaftlerin Ruth Thomas, Moderator Jürgen Heinze, Baldegger-Schwester Zita und Heilsarmee-Leiter Beat Schulthess (von links). | © zvg
Podiumsdiskussion mit Sektenspezialist Hugo Stamm, Religionswissenschaftlerin Ruth Thomas, Moderator Jürgen Heinze, Baldegger-Schwester Zita und Heilsarmee-Leiter Beat Schulthess (von links). | © zvg

Podiumsdiskussion über Macht und Ohnmacht des Gebets

14.03.2019, 14:50

An der von rund 160 Gästen besuchten Podiumsdiskussion vom 12. März im Kulturhaus Odeon in Brugg diskutierten Journalist und Sektenspezialist Hugo Stamm, Heilsarmee-Leiter Beat Schulthess aus dem Zürcher Oberland, Humanistin und Religionswissenschaftlerin Ruth Thomas und die katholische Ordensfrau Schwester Zita von den Baldegger Schwestern miteinander und mit dem Publikum über ihre persönliche Einstellung zum Gebet. Während für Heilsarmee-Offizier Beat Schulthess ausser Frage steht, dass Gebete Wunder bewirken und schwere Krankheiten heilen können, hält Hugo Stamm die Vorstellung, dass man von einem personalen Gott einfordert, dass ein Wunsch erhört wird, für puren Egoismus. Gebete seien Placebos und Mittel der Autosuggestion. Schwester Zita zitierte Albert Schweitzer: «Gebete verändern die Welt nicht. Gebete verändern die Menschen, und die Menschen verändern die Welt.» Wir sind verantwortlich für eine gute Welt und müssen mit der Veränderung bei uns selber anfangen. Auch Humanistin Ruth Thomas, die nicht an Gott glaubt, plädierte für «gutes Handeln». Um eine bessere Welt zu schaffen, hält sie es für besser Kinder zum Denken, zur Vernunft und zur klugen Anwendung von Wissen zu erziehen als zum Glauben zu führen. Die vom Pastoralraum Region Brugg-Windisch organisierte und von Jürgen Heinze moderierte Diskussion gab spannende Einblicke in die sehr private Einstellung zum Beten.

Der Heilige Otmar auf einer Darstellung aus dem 15. Jahrhundert. | © Stiftsbibliothek St. Gallen
Der Heilige Otmar auf einer Darstellung aus dem 15. Jahrhundert. | © Stiftsbibliothek St. Gallen

Heiliger Otmar in der Stiftsbibliothek St. Gallen

12.03.2019, 10:37

Im Mittelpunkt der diesjährigen Sommerausstellung «Vater für die Armen. Otmar und die Anfänge des Klosters St. Gallen» der Stiftsbibliothek St. Gallen steht der heilige Otmar (um 690-759). Die Ausstellung über den zweiten Gründer des Klosters St. Gallen wird heute Dienstagabend, 12. März, eröffnet. In der Medienmitteilung schreibt die Stiftsbibliothek St. Gallen, vor 1300 Jahren habe Otmar, ein aus Alemannien stammender Mönch, die von Gallus begründete Mönchsgemeinschaft neu belebt und als Abt das Kloster als religiöses Zentrum mit wachsender Ausstrahlung etabliert. Das Kloster profitierte in dieser Zeit von vielen Landschenkungen, die ihm zu Reichtum verhalfen. Mit diesen wirtschaftlichen Mitteln habe Otmar den Konvent auf die tätige Nächstenliebe ausgerichtet, schreibt die Stiftsbibliothek. Eröffnet wird die Ausstellung vom St. Galler Bischof Markus Büchel und Stiftsbibliothekar Cornel Dora. Sie dauert bis am 17. November 2019.

Nach der Annahme des Rücktritts des amtierenden Bischofs von Chur durch den Papst meldet der Apostolische Nuntius Thomas E. Gullickson geeignete Kandidaten nach Rom. Dort wird unter den Vorschlägen eine Auswahl getroffen - eine Liste mit drei Kandidaten. Aus dieser Liste wählt dann das 24-köpfige Churer Domkapitel den neuen Bischof. | © kath.ch
Nach der Annahme des Rücktritts des amtierenden Bischofs von Chur durch den Papst meldet der Apostolische Nuntius Thomas E. Gullickson geeignete Kandidaten nach Rom. Dort wird unter den Vorschlägen eine Auswahl getroffen - eine Liste mit drei Kandidaten. Aus dieser Liste wählt dann das 24-köpfige Churer Domkapitel den neuen Bischof. | © kath.ch

Ein neuer Bischof fürs Bistum Chur

09.03.2019, 21:47

Am 21 April ist es soweit: In Chur wird der Bischofssitz vakant, weil  Vitus Huonder sein Amt verlässt. Dieser reichte seinen Rücktritt bereits vor zwei Jahren ein. Papst Franziskus verlängerte das Mandat um zwei Jahre. Laut dem Churer Bischofsvikar Joseph Maria Bonnemain wird der Papst das Mandat wohl nicht noch einmal verlängern. Bis zur Wahl dürfte ein Diözesanadministrator gewählt werden. Der Diözesanadministrator leitet die Diözese, wenn kein Bischof dieser vorsteht. Er hat jedoch eingeschränkte Vollmachten, das heisst, er darf «keine Veränderung vornehmen», wie es im entsprechenden Direktorium heisst. Im Bistum Chur wird der Diözesanadministrator durch das Konsultorenkollegium gewählt. Diesem gehören rund die Hälfte der Domherren an.