Durch die Online-Studiengänge der Jesuiten erhalten Flüchtlinge weltweit die Chance, eine höhere Bildung zu erfahren. | © Andreas C. Müller
Durch die Online-Studiengänge der Jesuiten erhalten Flüchtlinge weltweit die Chance, eine höhere Bildung zu erfahren. | © Andreas C. Müller

Online-Studiengänge für Flüchtlinge weltweit

22.06.2020, 10:56

Seit 2010 bauen die Jesuiten weltweit ein Netz von Zentren höherer Bildung in den unwirtlichsten Regionen der Welt aus. Auch in afrikanischen Flüchtlingscamps. Mitten drin: Pascal Meyer (36). Seit Herbst 2018 arbeitet Pascal Meyer für das internationale Bildungsprojekt. Sein «Herz für Menschen am Rand der Gesellschaft» sowie die weltweite Dimension des Projekts motivieren ihn dazu, sagt der junge Mann aus Langnau am Albis bei Zürich. «Jesuit Worldwide Learning» haben die Jesuiten an einer Konferenz von 2010 aus der Taufe gehoben. Dabei vereinbarten die Jesuiten-Universität Regis in Colorado (USA), das digitale Jesuiten-Netzwerk Jesuit Commons und der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (Jesuit Refugee Service), höhere Bildung für Flüchtlinge anzubieten. Heute gibt es laut JWL-Webseite über 30 Jesuiten-Lerngemeinschaften in 14 Ländern weltweit. Rund 4000 Personen sind in Ausbildung, 57 Prozent davon Frauen. Den vollständigen Bericht über die Arbeit von Pascal Meyer lesen Sie im Beitrag von Regula Pfeifer, kath.ch: Studiengänge für Flüchtlinge_Jesuiten_200622.

Am Samstag, 20. Juni, finden in Baden und Aarau Aktionen zum diesjährigen Flüchtlingstag statt. | © Marie-Christine Andres
Am Samstag, 20. Juni, finden in Baden und Aarau Aktionen zum diesjährigen Flüchtlingstag statt. | © Marie-Christine Andres

Kirchenmarathon zum Flüchtlingstag

20.06.2020, 09:50

Heute, am 20. Juni, ist Uno-Weltflüchtlingstag. An diesem wird der Menschen gedacht, die auf der Flucht verschwunden sind. Aus diesem Grund sollen an verschiedenen Orten die Namen von rund 40’000 Menschen vorgelesen werden, die seit 1993 auf dem Weg nach Europa vor allem im Mittelmeer ums Leben kamen. In der Offenen Kirche Elisabethen in Basel beginnt die Vorlese-Aktion am 20. Juni um 12 Uhr und dauert 24 Stunden. Auch die Heiliggeistkirche in Bern leistet sich einen 24-Stunden Marathon und ein solcher findet ebenfalls in der Peterskapelle in Luzern statt, letzterer jedoch am 24. und 25. Juni. In der Zürcher Wasserkirche startet die Aktion am Samstag um zwölf Uhr und endet abends ums sechs. In St. Gallen teilt sich der Anlass in eine Standaktion in der Stadt und einer Präsenz in der Kathedrale auf. Auch im Aargau sind in Aarau und Baden Anlässe geplant (Horizonte berichtete)

Der Regenbogen ist das internationale Symbol der LGBT-Bewegung. Er steht für Toleranz, Vielfalt und Hoffnung. | © Marie-Christine Andres
Der Regenbogen ist das internationale Symbol der LGBT-Bewegung. Er steht für Toleranz, Vielfalt und Hoffnung. | © Marie-Christine Andres

Pride: Kampagne und Gottesdienste statt Parade

18.06.2020, 11:26

Die Zürich-Pride, der grösste Lesben- und Schulen-Anlass in der Schweiz, eigentlich geplant für das kommende Wochenende, findet wegen den Beschränkungen des Bundesrates für Grossanlässe im Zug der Corona-Pandemie nicht statt. Als Ersatz dienen Kampagnen im Internet, die auch von kirchlichen Kreisen unterstützt werden. Des Weiteren finden sowohl in Basel als auch in Zürich spezielle Gottesdienste statt: Am Sonntag, 21. Juni, um 14 Uhr im Grossmünster in Zürich, um 18 Uhr in der offenen Kirche Elisabethen in Zürich.

Am 14. Juni 2019 fand nach 25 Jahren der zweite grosse Frauenstreik in der Schweiz statt. An vielen Orten organisierten sich auch kirchlich Engagierte und in der Kirche berufstätige Frauen zum Frauen*Kirchenstreik. Dieser dauerte bis zum Sonntag, 16. Juni 2019. Besonders der Schweizerische Katholische Frauenbund (SKF) hatte zu verschiedenen Aktionen aufgerufen. | © Anne Burgmer
Am 14. Juni 2019 fand nach 25 Jahren der zweite grosse Frauenstreik in der Schweiz statt. An vielen Orten organisierten sich auch kirchlich Engagierte und in der Kirche berufstätige Frauen zum Frauen*Kirchenstreik. Dieser dauerte bis zum Sonntag, 16. Juni 2019. Besonders der Schweizerische Katholische Frauenbund (SKF) hatte zu verschiedenen Aktionen aufgerufen. | © Anne Burgmer

Rückblick auf den Frauenkirchenstreik

16.06.2020, 06:32

Vor einem Jahr gingen Frauen für Gleichberechtigung in der Kirche auf die Strasse. In der Amtskirche hat sich seither nichts getan. Kein Grund zur Frustration, sagen drei Kirchenfrauen. Den Streik von vor einem Jahr haben die Frauen gleichwohl positiv in Erinnerung. Von einem «Kristallisationspunkt» spricht Susanne Andrea Birke, bei der Fachstelle Bildung und Propstei der Römisch-Katholischen Kirche im Aargau für den Bereich Frauen* und Gender verantwortlich. Regula Grünenfelder von der Frauenkirche Zentralschweiz spricht von einer «Unterbrechung der Resignation».

Nicht alle Pfarreien reagierten gleich auf die Corona-Massnahmen der Schweizer Bischofskonferenz. | © Marie-Christine Andres
Nicht alle Pfarreien reagierten gleich auf die Corona-Massnahmen der Schweizer Bischofskonferenz. | © Marie-Christine Andres

Bischöfe mussten auf Lockdown insistieren

14.06.2020, 15:04

An ihrer ordentlichen Versammlung in Einsiedeln sprachen die Schweizer Bischöfe über den Ausbruch der Coronapandemie und die Reaktionen in den Pfarreien. «Die zeitnahe Reaktion der SBK und der Bistümer auf die jeweiligen Beschlüsse von Bund und Kantonen war wichtig, um den Gläubigen und den Verantwortlichen vor Ort Halt und Handlungssicherheit zu vermitteln, heisst es in der Mitteilung der Bischofskonferenz (SBK). Die Empfehlungen seien nicht überall mit demselben Verständnis aufgenommen worden. Auf das Verbot öffentlicher Gottesdienste hätten einige Pfarreien mit Unverständnis reagiert, vor allem an Orten, wo die Pandemie in ihrer vollen Tragweite nicht wahrgenommen worden sei, erklärte SBK-Sprecherin Encarnación Berger-Lobato gegenüber kath.ch. Die Bischöfe hätten zum Teil persönlich intervenieren müssen. Auch hätten sich einzelne Priester nicht an die Weisungen der Bischöfe gehalten. In Regionen, in denen kaum Erkrankungen auftraten, wollte man schnell zum normalen Gottesdienstalltag zurückfinden. «Dies hätte zu einem Gottesdiensttourimus geführt», vermutet die Sprecherin. Die grosse Teilnahme an den Liveübertragungen von Gottesdiensten oder Gebeten auf Internet, Radio oder TV habe die Bischöfe überrascht. Nach Einschätzung der SBK habe dies dazu geführt, «dass mehr Menschen mitgebetet haben als vor der Coronavirus-Krise», heisst es in der Mitteilung.

Für die St. Galler Corona-Bibel haben 1189 Freiwillige je ein Kapitel von Hand abgeschrieben. | © kath.ch
Für die St. Galler Corona-Bibel haben 1189 Freiwillige je ein Kapitel von Hand abgeschrieben. | © kath.ch

St. Galler Corona-Bibel nimmt Form an

11.06.2020, 18:02

Die Idee hinter der St. Galler Corona-Bibel ist einfach: Menschen wählen ein Kapitel der Bibel und schreiben es in ihrer Handschrift ab. Diese Idee fand in einer Zeit von Isolation, Untätigkeit und Ungewissheit auf Anhieb Anklang und es fanden sich 1189 Freiwillige, wie kath.ch berichtet. Bis am 10. Juni hatten die Teilnehmenden Zeit, ihren handschriftlichen Beitrag abzuliefern. Nun treffen seit ein paar Wochen täglich Stapel von Couverts aus dem In- und Ausland bei Initiant Uwe Habenicht und seinem Team ein, diese werden aktuell im Domzentrum in der Nähe der St. Galler Kathedrale gesammelt und gemäss der Reihenfolge in der Bibel einsortiert. Im Rahmen einer Feier, zu welcher alle Teilnehmenden nach St. Gallen eingeladen werden, soll die Corona-Bibel der Stiftsbibiliothek übergeben werden. Im Hinblick auf die weiterhin geltenden Einschränkungen bei grösseren Versammlungen ist dieser Anlass derzeit für Frühling 2021 geplant. «Wir wollen das richtig feiern können», sagt Uwe Habenicht. Derzeit laufen zudem Vorbereitungen, um die ganze Vielfalt an Schriften, Illustrationen und Kommentaren der St. Galler Corona-Bibel im Internet für alle zugänglich zu machen. Laut Uwe Habenicht könnte die digitale Version bereits ab Herbst online verfügbar sein.

Die Sommerlager von Jungwacht Blauring finden statt. | © zvg
Die Sommerlager von Jungwacht Blauring finden statt. | © zvg

Die Sommerlager dürfen stattfinden

08.06.2020, 09:03

Seit vergangenem Samstag, 6. Juni 2020, sind Veranstaltungen bis 300 Personen wieder erlaubt. Dies bedeutet, dass die Sommerlager der Jugendorganisationen durchgeführt werden können. Den Zelt- und Hauslagern von Jungwacht Blauring Schweiz steht damit nichts im Weg. Die Lagerteilnehmer müssen allerdings das Schutzkonzept einhalten, welches auf der offiziellen Jubla-Webseite zu finden ist. Die Lockerungen bedeuten auch, das ab sofort wieder Jubla-Aktivitäten stattfinden dürfen. Auch für die Gruppenstunden steht ein Schutzkonzept zur Verfügung.

Die Konzernverantwortungsinitiative geht dem Nationalrat viel zu weit: Die in der Initiative geforderten Haftungsregeln seien strenger als in anderen Rechtsordnungen und würden den Wirtschaftsstandort Schweiz gefährden. | © zvg
Die Konzernverantwortungsinitiative geht dem Nationalrat viel zu weit: Die in der Initiative geforderten Haftungsregeln seien strenger als in anderen Rechtsordnungen und würden den Wirtschaftsstandort Schweiz gefährden. | © zvg

KOVI kommt vors Volk

05.06.2020, 11:28

Die Konzernverantwortungsinitiative kommt an die Urne, voraussichtlich im November. Ob mit oder ohne Gegenvorschlag, ist noch offen. In drei Runden Debatte hat sich das Parlament nicht auf einen Text einigen können. Die Einigungskonferenz hat nun das Konzept des Ständerates übernommen. Umstritten war, wie weit Konzerne für Verletzungen von Umwelt- und Menschenrechtsbestimmungen im Ausland haften sollen. Der Nationalrat wollte die Haftungspflicht gegenüber heute zwar erweitern, dabei aber weniger weit gehen als die Initiative. Der Ständerat hingegen wollte in Sachen Haftung beim Status quo bleiben. Sein Konzept beinhaltet Berichterstattungspflichten für gewisse Unternehmen. Damit sind die Initianten nicht einverstanden - entsprechend wird die Initiative nicht zurückgezogen, so wie einst in Aussicht gestellt. Den nun zur Diskussion stehenden Gegenvorschlag bezeichnete das Initiativkomitee in einer Mitteilung vom Donnerstag als «Alibi-Gegenvorschlag». Dieser solle den Stimmberechtigten «vorgaukeln», dass es die Initiative nicht mehr brauche.

Nicht nur das Spendenverhalten, auch die Erwartungen der Menschen an eine Solidaritätskampagne haben sich verändert. Das Hilfswerk Fastenopfer versucht, den Gegebenheiten mit neuen Ansätzen Rechnung zu tragen. | © Fastenopfer
Nicht nur das Spendenverhalten, auch die Erwartungen der Menschen an eine Solidaritätskampagne haben sich verändert. Das Hilfswerk Fastenopfer versucht, den Gegebenheiten mit neuen Ansätzen Rechnung zu tragen. | © Fastenopfer

Fastenopfer schreibt 2019 schwarze Null

03.06.2020, 11:36

Trotz leichten Einbussen bei Spenden und Beiträgen hat das römisch-katholische Hilfswerk Fastenopfer das Geschäftsjahr 2019 mit einer schwarzen Null abgeschlossen. Mit seinen Projekten hat das Hilfswerk Fastenopfer 2019 nach eigenen Angaben 620’000 Menschen direkt erreicht, die Lage von 2,7 Millionen Menschen sei verbessert worden. Die Einnahmen aus Spenden und Beiträgen lagen 2019 bei 15,36 Millionen Franken, rund 325’000 Franken weniger als 2018. Dazu kam der Beitrag des Bundes über die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) von knapp 6,1 Millionen Franken. Unter dem Strich ergab dies zusammen mit den Einkünften aus Handels- und Dienstleistungen einen Gesamtertrag von rund 21,63 Millionen Franken, rund 265’000 Franken weniger als im Vorjahr. Dank dem Liegenschafts- und Finanzertrag konnte Fastenopfer die Rechnung 2019 jedoch mit einer schwarzen Null abschliessen.

 

Simon Bussinger in Galauniform, kurz vor der Vereidigung am Sonntag, 6. Mai 2018. | © Marie-Christine Andres
Simon Bussinger in Galauniform, kurz vor der Vereidigung am Sonntag, 6. Mai 2018. | © Marie-Christine Andres

Vortrag: «Das Leben eines Schweizergardisten»

01.06.2020, 16:26

26 Monate lang stand Simon Bussinger als Schweizergardist im Dienst des Papstes. Das Aargauer Pfarrblatt Horizonte hatte den damals 20-Jährigen vor seiner Abreise getroffen und war auch an der Vereidigung am 6. Mai 2018 dabei. Nun ist der gebürtige Wallbacher zurück in der Schweiz. Am Mittwoch, 10. Juni, berichtet er in einem Vortrag über seinen Alltag im Vatikan und die Erlebnisse in der ältesten Armee der Welt.

Der Vortrag «Das Leben eines Schweizergardisten» findet am Mittwoch, 10. Juni, in der katholischen Kirche in Wallbach statt. Zeit: 19.30 bis 21 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Chorproben sind im Rahmen der aktuell vom Bund verfügten Massnahmen nicht möglich: Menschen dürfen nicht in Gruppen zusammenkommen. | © Roger Wehrli
Chorproben sind im Rahmen der aktuell vom Bund verfügten Massnahmen nicht möglich: Menschen dürfen nicht in Gruppen zusammenkommen. | © Roger Wehrli

Virtueller Chor zu Pfingsten

29.05.2020, 23:08

Nach dem erfolgreichen ersten Versuch an Ostern singt an Pfingsten im Pastoralraum Aare-Rhein erneut ein virtueller Chor. Alle, die gerne singen, sind über die Pastoralraum-Webseite aufgefordert, mit Hilfe von Playbacks  Gesang einzuüben. Dann werden Aufnahmen mit einer Handy-Kamera gemacht und per WhatsApp oder eMail eingeschickt. Alle Einsendungen werden in einem Tonstudio von Organist Markus Florian zu einem grossen Chor zusammensetzt.

Gottfried Locher, langjähriger Präsident des Schweizerischen Evangelisch-Reformierten Kirchenbundes. | © Vera Rüttimann
Gottfried Locher, langjähriger Präsident des Schweizerischen Evangelisch-Reformierten Kirchenbundes. | © Vera Rüttimann

Gottfried Locher tritt zurück

27.05.2020, 20:49

Nachdem er wegen «Grenzverletzungen» unter Druck geraten war, tritt Gottfried Locher zurück. Seit 2011 war er Präsident der Evangelisch-Reformierten Kirche der Schweiz. Gottfried Lochers Handlungsfähigkeit war seit einigen Wochen eingeschränkt, nachdem ein Dutzend Pfarrpersonen in einem offenen Brief erklärt hatten, dass der überraschenden Rücktritt von Ratsmitglied Sabine Brändlin wegen «Grenzverletzungen» Gottfried Lochers  erfolgt sei. Vor diesem Hintergrund entschied sich Gottfried Locher nun, sein Amt per sofort abzugeben. Eine Diskussion um seine Person soll nach dem Willen von Gottfried Locher die Arbeit der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz nicht länger erschweren.

Volle Moschen gab es während des Ramadanmonats keine und wird es auf absehbare Zeit auch nicht geben. | © Georges Scherrer
Volle Moschen gab es während des Ramadanmonats keine und wird es auf absehbare Zeit auch nicht geben. | © Georges Scherrer

Ein besonderer Ramadan

25.05.2020, 08:31

Viel Zeit für spirituelle Besinnung, aber kaum Gemeinschaft – so verlief der Ramadan für die Muslime. Corona stellte die Gläubigen vor eine nie dagewesene Situation, die so gar nicht zum Wesen des Fastenmonats passt. Am Samstag endete der islamische Fastenmonat und auch das dreitägige Fest des Fastenbrechens stand weltweit im Schatten der Angst vor dem Coronavirus. Von Marrakesch bis Jakarta war es ein Ramadan wie nie zuvor in der 1400-jährigen Geschichte des Islam. Schon im März schlossen fast überall in der islamischen Welt und in der Diaspora die Moscheen. Manche Gelehrte stellten gar die Frage, ob der Verzicht auf Essen und Trinken zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang in der Pandemie überhaupt geboten sei.

In Europa erheben sechs Staaten Kirchensteuern: Dänemark, Österreich, Deutschland, Finland, Schweden und die Schweiz. | © Andreas C. Müller
In Europa erheben sechs Staaten Kirchensteuern: Dänemark, Österreich, Deutschland, Finland, Schweden und die Schweiz. | © Andreas C. Müller

Steuerausfälle für Kirchen befürchtet

23.05.2020, 14:15

Die Arbeitslosenzahlen steigen, Tausende von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sind auf Kurzarbeit gesetzt. Das wirkt sich aufs steuerbare Einkommen der Betroffenen aus – entsprechend werden die Steuereinnahmen von Bund, Kantonen und Gemeinden sinken - und auch das der Kirchen. Zu erwarten sind laut Schweizer Radio SRF Mindereinnahmen von bis zu 15 Prozent und eine Durststrecke von etwa 5 Jahren.

Bereits ab nächster Woche sollen Gottesdienste wieder stattfinden können  | © Oliver Sittel
Bereits ab nächster Woche sollen Gottesdienste wieder stattfinden können | © Oliver Sittel

Gottesdienste ab 28. Mai wieder erlaubt

20.05.2020, 16:58

Der Bundesrat hat die Gebete der Gläubigen, wie beispielsweise die offenen Briefe der Bischöfe, erhört. Gottesdienste sollen bereits ab nächster Woche, genauer ab dem 28. Mai, wieder möglich sein. Das hat der Bundesrat in seiner heutigen Sitzung beschlossen. Die Glaubensgemeinschaften erhalten nun eine Woche Zeit um Schutzkonzepte zu erarbeiten. Dabei sollen sie insbesondere die Nachverfolgung von Infektionsketten sicherstellen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat laut Bundesrat bereits ein entsprechendes Rahmenschutzkonzept erstellt.

Religionsvertreter suchten das direkte Gespräch mit Gesundheitsminister  Alain Berset | © kna.ch
Religionsvertreter suchten das direkte Gespräch mit Gesundheitsminister Alain Berset | © kna.ch

Wiederaufnahme Gottesdienste: Heute entscheidet der Bundesrat!

20.05.2020, 08:45

Gestern haben sich Vertreter des Schweizerischen Rats der Religionen mit Bundesrat Alain Berset getroffen. Im Gespräch mit dem Gesundheitsminister haben sie einmal mehr die Wichtigkeit von Gottesdiensten betont. Für die Religionsgemeinschaften wäre es an der Zeit, die wegen des Versammlungsverbots verfügten Schliessungen von Kirchen, Moscheen und Synagogen rasch aufzuheben. Der Präsident des Rats, der Christkatholische Bischof Harald Rein, erklärte gegenüber kath.ch, dass die SCR-Delegation ein «sehr konstruktives» Gespräch mit Bundesrat Berset habe führen können. Dieser habe sich gegenüber den Religionsvertretern bereit erklärt, die Forderung nach einer baldmöglichsten Wiederaufnahme der Gottesdienste in die nächste Sitzung des Gesamtbundesrates einzubringen. Diese wird heute stattfinden. Gemäss der aktuell geltenden Regelung dürfen Kirchen und Gotteshäuser anderer Religionen erst ab 8. Juni wieder für ordentliche Gottesdienste geöffnet werden. Die Schweizer Bischofskonferenz hatte am 13. Mai eine Öffnung der Kirchen rechtzeitig zu Auffahrt (Morgen Donnerstag, 21. Mai) und Pfingsten (31. Mai) gefordert.

Barbara Metzner ist eine von elf Frauen, die an der Zoom-Konferenz vom 17. Mai, dem Gedenktag der Junia, mitwirkte | © Roger Wehrli
Barbara Metzner ist eine von elf Frauen, die an der Zoom-Konferenz vom 17. Mai, dem Gedenktag der Junia, mitwirkte | © Roger Wehrli

Junia-Initiative startete mit Zoomkonferenz ins Junia-Jahr

18.05.2020, 09:25

«Ist heute normal oder anders?», zitiert Barbara Metzner die Frage eines Ministranten aus ihrer Pfarrei im aargauischen Mettau. Normal, damit sei der Wortgottesdienst mit Kommunionfeier gemeint, «anders» sei die Eucharistiefeier. Mit ihrem Votum weist Metzner auf den sakramentalen Notstand in Pfarreien hin, der noch nicht einmal als solcher empfunden werde: «Die Sakramente sind verschwunden, und niemand fragt mehr danach», sagt Metzner. Sie ist eine von elf Frauen, die an der Zoom-Konferenz vom 17. Mai, dem Gedenktag der Junia, in jeweils knapp zwei Minuten schilderten, weshalb sie zur sakramentalen Sendung bereit sind. Mit dieser sakramentalen Sendung meinen die Initiantinnen der Junia-Initiative die Erlaubnis und Beauftragung des Bischofs, die Sakramente feiern zu dürfen. Diese Beauftragung soll an Personen gehen, die sich dazu berufen fühlen und die sich bewährt haben. Gesandt werden sollen sie von Menschen aus ihren Kirchgemeinden und Gemeinschaften, Bischöfen und Ordensoberinnen und -obern. Die Namen werden auf der Website gesammelt und sollen am 17. Mai 2021 den Ortsbischöfen übergeben werden. Was die Bischöfe von der Junia-Initiative halten, ist bislang nicht bekannt. Gemäss Mediensprecherin Veronika Jehle wären die Bischöfe Markus Büchel (St. Gallen) und Felix Gmür (Basel) eingeladen worden, wenn die Konferenz auf normale Weise hätte stattfinden können. An der öffentlichen Zoom-Konferenz waren sie gemäss kath.ch jedoch nicht zugeschaltet.

Ermutigt mit seiner Enzyklika «Laudato si» kirchliche Kreise, sich für den Atomausstieg stark zu machen: Papst Franziskus. | © REUTERS/Luca Zennaro
Ermutigt mit seiner Enzyklika «Laudato si» kirchliche Kreise, sich für den Atomausstieg stark zu machen: Papst Franziskus. | © REUTERS/Luca Zennaro

Vatikan: Aktionsjahr zu Umwelt und Entwicklung

16.05.2020, 22:41

Der Vatikan hat ein Aktionsjahr zur Umwelt-Enzyklika «Laudato si» angekündigt. Die Risse im Planeten seien zu offensichtlich und zu schädlich, als dass man sie weiter ignorieren könnte. Die Corona-Pandemie mache deutlich, wie vernetzt und aufeinander angewiesen die Weltbevölkerung sei, heisst es in der Mitteilung der Vatikanbehörde für Entwicklungsfragen am Samstag. Geplant sind in den kommenden Monaten Webinare, Tagungen und Aktionen in digitalen Netzwerken, aber auch die Publikation eines Leitfadens und ein Runder Tisch beim nächsten Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar.

Bischof Felix Gmür hoffte, dass an Auffahrt und Pfingsten wieder Gottesdienste stattfinden können. | © Werner Rolli
Bischof Felix Gmür hoffte, dass an Auffahrt und Pfingsten wieder Gottesdienste stattfinden können. | © Werner Rolli

Gottesdienste: Bischofskonferenz schreibt Bundesrat

13.05.2020, 18:23

Bischof Felix Gmür, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, dem Bundesrat einen Brief zugestellt hat, worin er die Zulassung von öffentlichen Gottesdiensten ab dem 21. Mai 2020 ersucht. «Dass seit dem 11. Mai vieles möglich und offen ist, Gottesdienste aber verboten sind, ist nicht mehr zu vermitteln. Für Hunderttausende sind wöchentliche Gottesdienste ein existentielles Verlangen. Sie brauchen eine Perspektive.», heisst es in dem Schreiben. Und weiter fordert Bischof Felix Gmür, dass ab Christi Himmelfahrt (21. Mai), spätestens an Pfingsten (31. Mai) öffentliche Gottesdienste wieder möglich sind. Die entsprechenden Schutzkonzepte taugen für Grossanlässe und liegen vor».

Seit Ausbruch der Corona-Krise verzeichnen auch die Caritas-Läden, in denen Armutsbetroffene vergünstigt einkaufen können, einen deutlichen Umsatzzuwachs. | © Roger Wehrli
Seit Ausbruch der Corona-Krise verzeichnen auch die Caritas-Läden, in denen Armutsbetroffene vergünstigt einkaufen können, einen deutlichen Umsatzzuwachs. | © Roger Wehrli

Caritas: Überbrückungshilfe für 4'000 Menschen

12.05.2020, 12:33

Caritas Schweiz und die Regionalen Caritas-Organisationen haben seit Beginn der Corona-Krise Überbrückungshilfe für rund 4000 Personen in einem Umfang von über einer halben Million Franken geleistet. Zudem haben sie Einkaufsgutscheine im Wert von 200’000 Franken für die Caritas-Märkte verteilt. Auf Hilfe angewiesen sind besonders Personen, die sich vor der Krise aus eigener Kraft über der Armutsgrenze halten konnten und nun infolge von Einkommenseinbrüchen Unterstützung benötigen. Unterstützt wurden Familien, darunter auch viele Alleinerziehende, sowie kinderlose Haushalte und alleinlebende Personen. Die aktuelle Entwicklung in den Sozialberatungen lässt laut Caritas Schweiz keinen Zweifel daran, dass diese Form von Unterstützung auch weiterhin notwendig ist.