Ein buntes Angebot wartet auf die Besucherinnen und Besucher der zweiten Langen Nacht der Kirchen am 25. Mai. Über 8'000 Menschen kamen allein vor zwei Jahren bei der Premiere zu den gut 300 Events in 80 Kirchgemeinden. | © Röm.-Kath. Landeskirche Aargau

Zweite Lange Nacht der Kirchen steht an

Andreas C. Müller, 7.5.18
  • Vor zwei Jahren von den Aargauer Landeskirchen lanciert, geht die «Lange Nacht der Kirchen» am 25. Mai 2018 in die zweite Runde.
  • Dieses Jahr findet der Anlass erstmals in verschiedenen Schweizer Kantonen gleichzeitig statt.
  • Interessierte können sich ihr eigenes Eventprogramm auf der Webseite zusammenstellen.

 

«Im Aargau haben wieder etwas mehr als 80 Kirchgemeinden, die sich mit über 300 Events beteiligen», freut sich Esther Kuster, Kommunikationsverantwortliche der Römisch-Katholischen Landeskirche Aargau, die das Projekt koordiniert. Auf die Besucherinnen und Besucher warten Turmbegehungen (unter anderem in Reinach, Mumpf und Klingnau), diverse Konzertveranstaltungen (beispielsweise im Jonental und in Wettingen), aber Auch Filmvorführungen (beispielsweise in Baden und Stein), Ausstellungen (etwa in Brugg) oder Lesungen (beispielsweise in Würenlos mit Ulrich Knellwolf). Auch für Familien mit Kindern wird Verschiedenes geboten: In Zufikon kann man eine «Kugelibahn» basteln, in Windisch Laternen. Und für Jugendliche gibt’s in Bremgarten gar einen Poetry Slam in der Kirche.

Weihrauchkartoffeln und Kapuzinerkressesuppe

In Stans im Kanton Nidwalden haben die Organisatoren die umliegende Gastronomie mit ins Boot geholt. «Wir haben sehr gute Restaurants am Dorfplatz bei der Kirche», erklärt Judith Gander-Brem vom Organisationsteam. «Um angesichts der geringen Vorbereitungszeit Kräfte zu sparen und nicht selbst ein Verpflegungsangebot stellen zu müssen, haben wir unseren Wirten vom Anlass erzählt. Die sind erfreulicherweise sofort eingestiegen.» So gibt es an der langen Nacht der Kirchen in sechs Restaurants eigens zum Anlass passende Gerichte wie Weihrauchkartoffeln oder Kapuzinerkressesuppe.

Online das persönliche Programm zusammenstellen

Die Kirchgemeinden gestalten ihr Angebot selber, die federführende Projektleitung von Seiten der Landeskirchen mischt sich nicht ein. «Wir stellen nur die Plattform und kümmern uns um die Vermarktung des Anlasses», erklärt Esther Kuster. Neu können sich Interessierte auf www.langenachtderkirchen.ch ihr individuelles Programm via Merkliste zusammenstellen und ausdrucken. «Ein gedrucktes Programm gibt es dieses Jahr nicht», räumt Esther Kuster ein.

2020 wollen weitere Kantone mitmachen

Mit Bern, Jura, Solothurn und Nidwalden beteiligen sich erstmals auch andere Kantone – allerdings erst in einem bescheidenen Rahmen. «Viele Kantone haben Interesse bekundet, vermochten innert der kurzen Vorbereitungszeit die erforderlichen Finanzbeträge nicht mehr durch die Kirchenparlamente bringen», erklärt Esther Kuster. Für die dritte Auflage der Langen Nacht der Kirchen hätten Basel, Zürich, Luzern, Graubünden, Schaffhausen und Thurgau ihre Teilnahme bereits in Aussicht gestellt.

Geboten wird eine Kirche mit Spassfaktor

Das Konzept der Veranstaltungsnacht überzeugt offenbar über die anstehende Auflage hinaus. Esther Kuster erklärt sich das mit der Möglichkeit, über solch einen Anlass auch sogenannt «Kirchenferne» ansprechen zu können. «Konzerte, Lesungen und Anderes bringt Menschen wieder in die Kirche, die dort schon länger nicht mehr waren.» Dieses Jahr findet der Anlass Freitagnacht, nicht mehr am Samstag statt. Vor zwei Jahren jedenfalls wurden im Aargau 8’000 Besucherinnen und Besucher gezählt.

Internationale Vorbilder

Die Idee für die Lange Nacht der Kirchen stammt aus Deutschland und Österreich. In Frankfurt fand eine solche erstmals 1995 statt, in Österreich 2005. Im Jahre 2009 folgte die Tschechische Republik. Und auch in Ungarn und Estland öffneten die Kirchen bereits des Nachts ihre Pforten. Eine direkte Vernetzung über die Landesgrenzen hinaus gibt es bis jetzt nicht, so Esther Kuster. «Mittlerweile haben wir aber grenzübergreifend denselben optischen Auftritt, freut sich die Kommunikationsverantwortliche. Und mit Blick auf St. Gallen, Basel oder auch Aargau meint sie: Für die Bevölkerung in den Grenzregionen liegt es nahe, Veranstaltungen auch in Deutschland oder Österreich zu besuchen.

 

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