Zur 11. «Nacht der Begegnungen - Nacht der Lichter» lädt der Pastoralraum Unteres Freiamt nach Wohlen ein. Persönlichkeiten aus verschiedenen Lebensbereichen erzählen aus ihren Biographien und von ihrem Glauben. | © zvg

«Zur Ehre Gottes» – 11. Begegnungsnacht in Wohlen

Anne Burgmer, 12.3.18
  • Am Freitag, 16. März 2018, sind Jugendliche und Erwachsene zur 11. «Nacht der Begegnungen – Nacht der Lichter» in Wohlen eingeladen. Organisiert wird der Anlass im Auftrag des Pastoralraums «Unteres Freiamt».
  • In zehn Ateliers erzählen Persönlichkeiten aus verschiedenen Lebensbereichen aus ihrer Biographie und von ihrem Glauben. 

 

Ein ehemaliger Bankräuber, ein Polizist, eine ehemalige Erotik-TV-Moderatorin, eine Frau, die furios ihr Leben im Rollstuhl managt – das sind vier von zehn Menschen, die in den Ateliers aus ihrem Leben und von ihrem Glauben erzählen werden.

Alter des Publikums: 14 bis 99

Markus Leutenegger, mittlerweile pensioniert, erinnert sich: «Im Jahr 2008 führte ich als Pastoralassistent in Wohlen anlässlich des Jubiläums ‚200 Jahre Kirche St. Leonhard‘ erstmals diesen Anlass durch. Ich war damals im OK und machte die Anregung, einen besonderen Anlass für die Kinder durchzuführen. Für die Jugendlichen organsierte ich die «Nacht der Begegnungen – Nacht der Lichter». Ab 2009 waren auch Erwachsene eingeladen. Mittlerweile bin ich pensioniert und organisiere den Anlass im Auftrag des Pastoralraums Unteres Freiamt». Das Publikum sei sehr durchmischt, die Altersspanne reiche von der 2. Oberstufe, das heisst 14, 15 bis 99.

Zwei der zur diesjährigen Nacht der Begegnungen – Nacht der Lichter eingeladenen Personen haben Horizonte mit Blick auf die Veranstaltung einige Fragen beantwortet.

Tina Schmidt: Zweifel als Angriff des Feindes

Tina Schmidt gründete unter dem Namen Venus das erste Erotik-TV-Magazin der Schweiz, organisierte Partys, Modenschauen und arbeitete in der Redaktion des Playboy in München. Dann erlebte sie ihre Bekehrung, arbeitete bei Pfarrer Sieber, studierte Theologie. Heute ist sie verheiratet und arbeitet beim Fontis-Verlag.

Im Jahr 2011 erlebten Sie, so steht es in einem Zeitungsbeitrag, Ihren «Moment der Erweckung»?
Tina Schmidt
: Es war vielleicht nicht ein Moment der Erweckung, sondern sicherlich ein Prozess, der kumuliert im Jahr 2011 zu einer Bekehrung zu Jesus Christus führte.

Was ist der grösste Unterschied zu Ihrem früheren Leben?
Früher habe ich Freiheit und Liebe in allen möglichen Dingen in dieser Welt gesucht, bei Menschen um Anerkennung gerungen. Heute weiss ich, dass ich in erster Linie Gott gefallen möchte und nicht mehr anderen Menschen. Ich glaube, dass die wahre Freiheit in Jesus Christus ist. Wir sind nicht als unabhängige Wesen geschaffen, und so bleibt uns nur die Entscheidung zwischen Abhängigkeit von unserem Schöpfer und damit einhergehend Freiheit von der Welt. Oder die Abhängigkeit von der Welt, die uns nicht erfüllt und ewig suchend lässt. Die Gewissheit, dass ich von Gott geliebt und anerkannt bin, gibt mir meine wahre Identität und dadurch auch Sinn im Leben. Menschliche Liebe ist dann ein Extra-Geschenk.

Zweifeln Sie manchmal?
Ich habe nur einmal am Glauben gezweifelt, bevor ich mein Buch veröffentlicht  und angefangen habe, die gute Botschaft vermehrt und klar nach aussen zu tragen. Dies habe ich als Angriff des Feindes deklariert, der nicht möchte, dass die Wahrheit ans Licht kommt und Menschen mit Gott versöhnt werden.

Wie gehen Sie damit um?
Ich konzentriere mich dann auf die Verheissungen der Bibel, auf Schriften von Autoren, die das Christentum rational erklären können (Francis Schaeffer, Vishal Mangalwadi, Nicky Gumbel und andere), auf inspirierende Predigten (Billy Graham) und besonders auf die vielen Geschichten von Wundern, Heilungen und Lebensveränderungen von Menschen in meinem Umfeld.

Was ist ihre Motivation bei der Nacht der Begegnungen mitzumachen?
Meine Motivation, bei der Nacht der Begegnungen mitzumachen, ist es, dass ich diesen Anlass eine schöne Idee finde und das Konzept ansprechend. Ich bin begeistert, dass die katholische Kirche so einen Anlass durchführt, und ich setze mich gerne für die Einheit unter Christen ein. Ausserdem hoffe ich natürlich, dass ich Menschen im Glauben stärken, erwecken und inspirieren kann. Es ist mir eine Freude, ein lebendiges Zeugnis der alles verändernden Kraft Gottes zu sein, und ich tue es zu seiner Ehre.

Max Meyer: Humanitärer Dienst statt Karriere

Auch Max J. Meyer erlebte einen tiefgreifenden Lebenswandel. Einst Manager und Generaldirektor, erlebte er 1985 sein Schicksalsjahr und verliess sein gewohntes Leben. Er stellte sich in den Dienst des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) und bereiste in humanitärer Mission die Krisengebiete der Welt.

Was war für Sie der Auslöser, sich von Ihrem Job als Manager und Geschäftsführer zu verabschieden und als Delegierter für das IKRK Dienst zu tun?
Max J. Meyer: Das Jahr 1985 war das Schicksalsjahr meines Lebens. Beruflich kam es nach einer dynamischen Computerzeit zu einem Burnout. Ich brauchte Ruhe! Doch im Erholungsurlaub landete ich dann in Österreich in einer Schneelawine.  Ein Rettungshubschrauber (Sankt Christopherus) und die Ärzte im Spital retteten mir mein Leben. Dann verstarb meine Frau im Alter von 46 Jahren auf der Intensivstation in meinen Armen. Ich bekam Herbstdepressionen. Innerhalb einer Woche  verstarben dann mein Vater und sein Bruder!  – Das war in der Vorweihnachtszeit. – Die Welt war für mich  zusammengebrochen. Ich wünschte, nicht mehr leben zu müssen. Im Kantonsspital Baden erwachte ich auf der Intensivstation nach einem missglückten Suizidversuch. –  Nahtoderfahrung! Auch hier hatte mir das Ärzteteam mein Leben gerettet.

Was ist für Sie persönlich der grösste Unterschied zwischen diesen beiden Lebenswelten?
Der grösste Unterschied besteht in den materiellen Zielen. In der Wirtschaftswelt geht es um Geld, Umsatz, Gewinn, Lohn, Marktbeherrschung.  Das Personal steht unter permanentem Leistungsdruck. Es geht um Karriere, Titel und Kaderzugehörigkeit. – Das bedeutet viel unnötigen Stress! Die Tätigkeiten in einer humanitären Hilfsorganisation sind dagegen für die ärmsten Menschen unter den Armen gedacht. HELFEN heisst für mich MACHEN!  Dazu brauchen wir die Intelligenz unseres Herzens. Letztlich geht es um Gottes Liebe für alle, von allen.

Was ist Ihre Motivation, an der Nacht der Begegnungen mitzuwirken?
Diese Lebenserfahrungen mit anderen Menschen zu teilen.

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