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Pfarrerinnen ja, Kirchenratspräsidentinnen kaum. Frauen (im Bild Christina Huppenbauer aus Baden) bekleiden auch in der Schweiz nur selten Führungsämter in der reformierten Kirche. | © Roger Wehrli
Pfarrerinnen ja, Kirchenratspräsidentinnen kaum. Frauen (im Bild Christina Huppenbauer aus Baden) bekleiden auch in der Schweiz nur selten Führungsämter in der reformierten Kirche. | © Roger Wehrli

Auch die reformierte Kirche ist männerlastig

20.11.2017, 12:04

Die evangelische Kirche in Deutschland hat Nachholbedarf bei der Gleichstellung von Frau und Mann. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, gemäss der im Jahre 2014 nur 21 Prozent der Führungspositionen in der evangelischen Kirche von Frauen besetzt waren. Schweizer Radio SRF hat in der Schweiz nachgefragt und herausgefunden, dass auch in der Schweiz Nachholbedarf besteht: Von 24 reformierten Kantonalkirchen hätten nur 3 eine Präsidentin. Die Zürcher Kantonalkirche bestätigte gegenüber Radio SRF einen «Gender Gap». Von Seiten der Reformierten Kirche Aargau wurde auf die sogenannte «Teilzeitfalle» bei Führungspositionen hingewiesen. Demnach arbeiteten Frauen bevorzugt teilzeit, jedoch seien gerade Kirchenratspräsidien in der Regel im Pensum nicht reduzierbar oder auf mehrere Personen aufteilbar.  
Die Zusammenstellung der verschiedene Screenshots macht es deutlich: Es geht um ein und dieselbe Sache, die Reformierte Kirche. Gleichzeitig sind deutliche Unterschiede auszumachen. Mittlerweile steht fest: Die reformierten Kirchgemeinden im Aargau sowie die reformierte Landeskirche wollen einen  einheitlichen Auftritt. | © Zusammenstellung Anne Burgmer
Die Zusammenstellung der verschiedene Screenshots macht es deutlich: Es geht um ein und dieselbe Sache, die Reformierte Kirche. Gleichzeitig sind deutliche Unterschiede auszumachen. Mittlerweile steht fest: Die reformierten Kirchgemeinden im Aargau sowie die reformierte Landeskirche wollen einen einheitlichen Auftritt. | © Zusammenstellung Anne Burgmer

Reformierte wollen einheitlichen Auftritt

17.11.2017, 15:59

Bereits im November 2016 hatte das reformierte Kirchenparlament im Aargau über die Einführung eines gemeinsamen Erscheinungsbildes diskutiert (Horizonte berichtete). Aber auf die Begrifflichkeiten konnte man sich nicht einigen, und die Synode wollte erst einen konkreten Entwurf sehen. An der diesjährigen Herbstsynode vom 15. November 2017 konnte nun nach intensiver Diskussion der Vorschlag des Kirchenrats für ein neues gemeinsames Erscheinungsbild angenommen werden. Mit der neuen Wortmarke «Reformierte Kirche» soll die Sichtbarkeit und Wiedererkennbarkeit der Kirchgemeinden, der Landeskirche und ihrer Angebote und Leistungen auf allen Ebenen verbessert werden.
Bereits Mitte Oktober berichtete die Basellandschaftliche Zeitung, dass die Mauritius-Pensionskasse auf Anfang 2018 das Vorsorgegeschäft der St. Heinrich-Stiftung und der Pensionskasse der Römisch-Katholischen Kirche übernehmen werde. Genauere Informationen folgten zuhanden der Arbeitgeber jedoch erst Anfang November, bzw. erst heute an die Adresse der Versicherten. Auf Anfang/Mitte Dezember sollen dann sämtliche Reglemente online einsehbar sein. | © kna-bild.de
Bereits Mitte Oktober berichtete die Basellandschaftliche Zeitung, dass die Mauritius-Pensionskasse auf Anfang 2018 das Vorsorgegeschäft der St. Heinrich-Stiftung und der Pensionskasse der Römisch-Katholischen Kirche übernehmen werde. Genauere Informationen folgten zuhanden der Arbeitgeber jedoch erst Anfang November, bzw. erst heute an die Adresse der Versicherten. Auf Anfang/Mitte Dezember sollen dann sämtliche Reglemente online einsehbar sein. | © kna-bild.de

Neue Pensionskasse für Kirchenpersonal

16.11.2017, 06:07

Die rund 900 Versicherten sowie Rentnerinnen und Rentner der Pensionskasse der Römisch-Katholischen Landeskirche Aargau werden heute schriftlich über das Ergebnis der angestrebten Fusion ihrer Vorsorge-Einrichtung mit der Basler St. Heinrich-Stiftung informiert. Mit der Mauritius-Pensionskasse ist eine neue Vorsorgestiftung entstanden, die rund 300 Millionen Franken Vermögen verwaltet und einen Deckungsgrad von 108 Prozent aufweist. In der neuen Pensionskasse dürften mehr Teilzeiterwerbstätige Zugang zu Vorsorgeleistungen erhalten. Im Gegensatz zur Vorgängereinrichtung wird es jedoch für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer teurer. Als Umwandlungssatz soll - wie bereits bis anhin für die Aargauer Versicherten - 6 Prozent bei Rentenalter 65 gelten. Bis Anfang/Mitte September will die neue Vorsorge-Einrichtung ihre neue Webseite mit allen Reglementen aufgeschaltet haben.
Pastoralkonferenz-Co-Präsident Bernhard Lindner mit Referentin Christiane Bundschuh-Schramm. «Wir haben ein anregendes gemeinsames Nachdenken sowie ein inspirierendes dialogisches Miteinander erleben dürfen», freute sich der Gemeindeleiter aus Oeschgen. | © Andreas C. Müller
Pastoralkonferenz-Co-Präsident Bernhard Lindner mit Referentin Christiane Bundschuh-Schramm. «Wir haben ein anregendes gemeinsames Nachdenken sowie ein inspirierendes dialogisches Miteinander erleben dürfen», freute sich der Gemeindeleiter aus Oeschgen. | © Andreas C. Müller

Pastoralkonferenz gewinnt an Bedeutung

15.11.2017, 16:23

An der Generalversammlung der Aargauischen Pastoralkonferenz zog Co-Präsidentin Brigitta Minich ein positives Fazit seit der Reorganisation vor einigen Jahren: «Die Pastoralkonferenz hat an Bedeutung gewonnen und dürfte nach der Abschaffung der Dekanate weiter an Bedeutung gewinnen». Zum Thema «In-SPIRIerT-sein» führte die Aargauische Pastoralkonferenz am 15. November 2017 in Wislikofen erneut ihre Jahrestagung durch. Jede in der katholischen Kirche im Aargau für die Pastoral angestellte Person ab einem Stellenpensum von 50 Prozent ist automatisch Mitglied. Am Vormittag referierte die deutsche Pastoraltheologin Christian Bundschuh-Schramm zum Thema «Impulsgebende Pastoral». Neu in den Vorstand gewählt wurden Lara Tedesco aus Wohlen und Nicole Macchia aus Riniken – zwei junge Frauen für die auf Ende Jahr zurücktretende Susanne Muth und den verstorbenen Beat Schalk. An der Frühjahrestagung am 30. Mai 2018 soll die vom Bistum Basel beschlossene Auflösung der Dekanate thematisiert werden.  
Am 18. November tagen aus Anlass des 50-Jahr-Jubiläums der Priesterrat und der Rat der Diakone und Laientheologen gemeinsam mit dem Diözesanen Seelsorgerat – vermutlich erstmals in ihrer Geschichte. | © Pia Zeugin
Am 18. November tagen aus Anlass des 50-Jahr-Jubiläums der Priesterrat und der Rat der Diakone und Laientheologen gemeinsam mit dem Diözesanen Seelsorgerat – vermutlich erstmals in ihrer Geschichte. | © Pia Zeugin

50 Jahre Diözesane Räte

14.11.2017, 09:29

Am 18. November 2017 feiern der Priesterrat und der Diözesane Seelsorgerat goldenes Jubiläum. 1967 – vor fünfzig Jahren – war in der katholischen Kirche eine Zeit des grossen Aufbruchs (Zweites Vatikanisches Konzil). In diesem Geist sind «Räte» auf verschiedenen kirchlichen Ebene entstanden - beispielsweise die Pfarreiräte. 1967 wurden auch der Priesterrat und der Diözesane Seelsorgerat ins Leben gerufen. Im Diözesanen Seelsorgerat sind Frauen und Männer aus den zehn Bistumskantonen engagiert. Ganz ähnlich wie ein Pfarreirat auf Pfarreiebene bringen sie ihre Anliegen ins Gespräch mit dem Bischof.  
Ein buddhistischer Mönch, ein Hindupriester, schiitische und sunnitische Imame, Juden und Vertreterinnen und Vertreter verschiedener christlicher Religionen: Die zehnte Nacht der Religionen in Bern zeigte, dass die in der Schweiz präsenten Religionen ihre Verpflichtung zum Frieden ernst nehmen. | © Stefan Maurer
Ein buddhistischer Mönch, ein Hindupriester, schiitische und sunnitische Imame, Juden und Vertreterinnen und Vertreter verschiedener christlicher Religionen: Die zehnte Nacht der Religionen in Bern zeigte, dass die in der Schweiz präsenten Religionen ihre Verpflichtung zum Frieden ernst nehmen. | © Stefan Maurer

Nacht der Religionen: Zeichen für Frieden

13.11.2017, 13:06

Rund tausend Menschen setzten an der zehnten Nacht der Religionen in Bern ein Zeichen für den Frieden. Menschen unterschiedlichster Kulturen und Religionen begegneten sich in gegenseitigem Respekt, führten ernsthafte Dialoge – und brachten ihr Engagement für Frieden mit Tänzen, spannenden Erzählungen und vielfältiger Musik zum Ausdruck.
Für die Wittnauer mit Gemeindeleiter Christoph Küng (im Bild) hat das Pastoralraumprojekt nicht überzeugt | © Roger Wehrli
Für die Wittnauer mit Gemeindeleiter Christoph Küng (im Bild) hat das Pastoralraumprojekt nicht überzeugt | © Roger Wehrli

Wittnau: Nein zum Pastoralraum

10.11.2017, 21:25

Die Kirchgemeinde Wittnau hat an ihrer Versammlung am 10. November 2017 dem Projekt «Pastoralraum AG20» in verschiedenen Voten sowie auch mit dem Stimmzettel eine Abfuhr erteilt. «Vernetzung und Zusammenarbeit unter den Pfarreien sind wichtig, doch die Informationsabende zum Pastoralraum haben nicht überzeugt», resümierte Gemeindeleiter Christoph Küng. Und er ergänzte: Die Voraussetzungen für eine Zusammenführung seien in den drei Regionen des geplanten Pastoralraums nicht gleich gegeben. Auch sei es um den Kredit für ein Projekt gegangen, für das nach wie vor der Projektleiter nicht bekannt sei.
Wer den Grossratssaal betreten wollte, musste sich entscheiden: rechtes oder linkes Tor. Der Kirchenrat thematisiert den Schwerpunkt «Fremdsein» noch bis 2018 in verschiedensten Projekten. | © Marie-Christine Andres
Wer den Grossratssaal betreten wollte, musste sich entscheiden: rechtes oder linkes Tor. Der Kirchenrat thematisiert den Schwerpunkt «Fremdsein» noch bis 2018 in verschiedensten Projekten. | © Marie-Christine Andres

Umbau, Ausbau, Neubau – Herbstsynode der Landeskirche

08.11.2017, 21:43

121 Mitglieder der Synode bearbeiteten am Mittwoch, 8. November 2017, an der Herbstsitzung die Geschäfte der römisch-katholischen Kirche im Aargau. Die Landeskirche ist auf mehreren Baustellen aktiv - wörtlich und durchaus positiv gemeint. So kamen an der Synode gleich drei Bauvorhaben zur Sprache. Erstens der Umbau des Verwaltungsgebäudes an der Feerstrasse 8 in Aarau. Kirchenratspräsident Luc Humbel informierte über den Fortschritt der Bauarbeiten, die kürzlich begonnen haben. Weiter behandelten die Synodemitglieder den Kreditantrag des Kirchenrats für den Dachstockausbau der Villa Jugend in Aarburg. Kirchenrat Olivier Dinichert betonte in seinem Votum, die Villa Jugend weise gute Betriebszahlen auf, doch die Fachstelle Jugend und junge Erwachsene wolle das Haus neu positionieren und den spirituellen Schwerpunkt betonen. Der ausgebaute Dachstock wird als «Raum der Stille» zu diesem Ziel beitragen. Die Synode stimmte dem Kreditantrag mit grosser Mehrheit zu. Drittens entschieden die Synodalen über den Antrag des Kirchenrats zur Erhöhung des Darlehens an die Wohnbaugenossenschaft «Faires Wohnen». Die Genossenschaft braucht das zusätzliche Kapital, um das Bauvorhaben in Birr-Lupfig in Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde Brugg zu realisieren. Es sollen ein Neubau für das Kirchenzentrum «Paulus Birrfeld» und eine Wohnsiedlung auf dem Areal neben dem Altersheim entstehen. Auch dieser Antrag wurde von den Synodalen mit grosser Mehrheit angenommen. Kirchenratspräsident Luc Humbel bedankte sich bei den Synodemitgliedern für das Vertrauen und zeigte sich überzeugt, dass diese «grosse Kiste» ein Projekt mit Zukunft ist. Auch das Budget 2018 und der Finanzplan für die Jahre 2018 bis 2021 fanden die Zustimmung der Synode. Im pastoralen Teil der Synode referierte die Studentin Fabienne Kramer über ihre Maturaarbeit. Die 20-jährige Lengnauerin schrieb in diesem Rahmen den historischen Roman «Masel Tow», der im jüdischen Milieu im 19. Jahrhundert spielt. Während rund 200 Jahren, bis ins Jahr 1866, durften sich die Juden in der Schweiz nur in den Aargauer Dörfern Endingen und Lengnau niederlassen. Die Referentin zeigte auf, wie das Zusammenleben von Christen und Juden in den beiden Dörfern trotz Konflikten und Vorurteilen mehrheitlich funktionierte und die Bevölkerung immer wieder pragmatische Lösungen fand. Symbol dafür ist die «Doppeltür», zwei separate Eingangstüren am gleichen Haus. So umgingen Juden und Christen die Regel, die ihnen verbot, im gleichen Haus zu wohnen.  
Es wirke hilflos und sei diskriminierend, wenn Gemeinden ihre Kassen auf Kosten der Schwächsten, etwa Flüchtlingen sanieren wollten, erklärt das Netzwerk Sozialer Aargau. Was nun not tue, sei eine Lösung, die die Sozialhilfekosten solidarisch auf alle Gemeinden verteile. Im Bild: Caritas Strassentheater zum Thema «Armut». | © Roger Wehrli
Es wirke hilflos und sei diskriminierend, wenn Gemeinden ihre Kassen auf Kosten der Schwächsten, etwa Flüchtlingen sanieren wollten, erklärt das Netzwerk Sozialer Aargau. Was nun not tue, sei eine Lösung, die die Sozialhilfekosten solidarisch auf alle Gemeinden verteile. Im Bild: Caritas Strassentheater zum Thema «Armut». | © Roger Wehrli

Netzwerk Sozialer Aargau warnt vor Sparmotion

07.11.2017, 10:38

Einzelne Aargauer Grossräte wollen die Höhe der Sozialhilfe davon abhängig machen, wieviele Jahre jemand Steuern bezahlt hat und wieviele AHV-Beitragsjahre geleistet wurden. Ein zweiter Vorstoss will den Gemeinden in der Sozialhilfe mehr Kompetenzen geben. Das Netzwerk Sozialer Aargau - bestehend aus zehn Hilfswerken und Non-Profitorganisationen -  lehnt die beiden Vorstösse ab und beurteilt sie als untauglich und diskriminierend. Diese werden heute Dienstag, 7. November im Grossen Rat behandelt.
Es wurde erwogen, ob die Kreiskirchenpflege anstelle eines Sachwalters die Geschäfte der zurückgetretenen Kirchenpflege hätte übernehmen dürfen. «Eine solche Konstellation könnte zu Interessenkonflikten führen, weshalb wir bewusst davon abgesehen haben», erklärte Luc Humbel gegenüber Horizonte auf Nachfrage. | © Roger Wehrli
Es wurde erwogen, ob die Kreiskirchenpflege anstelle eines Sachwalters die Geschäfte der zurückgetretenen Kirchenpflege hätte übernehmen dürfen. «Eine solche Konstellation könnte zu Interessenkonflikten führen, weshalb wir bewusst davon abgesehen haben», erklärte Luc Humbel gegenüber Horizonte auf Nachfrage. | © Roger Wehrli

Sachwaltung in Entfelden

04.11.2017, 11:12

Die Mitglieder der Ortskirchenpflege Entfelden treten zurück. Der Kirchenrat der Römisch-Katholischen Landeskirche Aargau setzt vorübergehend einen Sachwalter ein. Ein Streit mit der Gemeindeleitung hatte zunächst zum Rücktritt von zwei, dann von allen Mitgliedern der Kirchenpflege geführt. Gemeindeleiterin Hedy Bugmann dazu: «Es gibt zum einen die pastorale, kirchliche Säule und zum andern eine staatskirchenrechtliche Säule. Entsprechend sind die Verantwortlichkeiten geregelt. In der Pfarrei Entfelden sind nun unterschiedliche Auffassungen zu den Verantwortlichkeiten zwischen Gemeindeleitung und Ortskirchenpflege aufgetreten.» Man respektiere die Demissionen und bedaure sie sehr. Der eingesetze Sachwalter soll bis Ende Januar 2018 befristet amten, doch Luc Humbel, Präsident der Römisch-Katholischen Landeskirche Aargau, geht davon aus, dass das Mandat verlängert wird: «Es ist davon auszugehen, dass die Bestellung einer neuen Kirchenpflege mehr Zeit beanspruchen wird. Dies ist aber Teil der Situationsanalyse in den ersten drei Monaten».