19.06.2021

Engagement der Kirchen bei Abstimmungen

Das Engagement der Kirchen für die Konzernverantwortungsinitiative im Herbst 2020 hat politisch hohe Wellen geworfen und zu einer Reihe politischer Vorstösse geführt. Moniert wurde besonders, dass die öffentlich-anerkannten Kirchen öffentliche Mittel für ihre Kampagnen eingesetzt hätten. Auch die Vorlagen der Abstimmung vom 13. Juni 2021 (Initiativen für sauberes Trinkwasser, gegen synthetische Pestizide und CO2-Gesetz) haben wieder zu ähnlichen Diskussionen geführt. Das Bundesgericht ist auf die eingereichten Stimmrechtsbeschwerden nicht eingetreten, sodass eine diesbezügliche höchstrichterliche Klärung unterblieben ist.

Nun liegt eine Studie vor, die von Dr. Lorenz Engi, freier Mitarbeiter am Institut für Religionsrecht der Universität Freiburg und Privatdozent an der Universität St. Gallen, verfasst wurde. Sie legt aus rechtlicher Optik und mit Blick auf die Zukunft dar, welche Spielregeln zu beachten sind, wenn sich anerkannte Kirchen in Abstimmungskämpfen politisch engagieren. Darin gelangt der Verfasser zum Schluss, dass sich die anerkannten Kirchen in Abstimmungskämpfen engagieren dürfen. Dabei haben sie die Grundsätze der Transparenz, der Verhältnismässigkeit und der Sachlichkeit zu beachten.

17.06.2021

Propstei Wislikofen ist «Ausgezeichnet»

Die Propstei Wislikofen gehört nun offiziell zu den schönsten Seminarhotels der Schweiz. Beim «Swiss Location Award» erreichte die Zurzibieter Tagungslocation mit 8,9 von 10 Punktenden den fünften Rang in ihrer Kategorie. Damit erhält die Propstei das Gütesiegel «Ausgezeichnet». Der Swiss Location Award ist die massgebliche Bewertung der Schweizer Eventbranche und wird von der Plattform eventlokale.ch verliehen. Fast 28’000 Veranstalter und Besucher bewerteten zusammen mit einer Fachjury 195 Lokale in der Kategorie «Tagungslocations und Seminarhotels». Dass die Propstei so gut abgeschnitten hat, freut Hotelleiter Stefan Bischoff. Im Interview mit dem Badener Tagblatt sagte er: «Wir sind sehr stolz auf die gute Bewertung. Sie zeigt, dass wir mit unserem Team, unserem Hotel und unserem Angebot auf dem richtigen Weg sind.»

Für die Propstei ist die Auszeichnung nicht unbedeutend. So ausgezeichnete Hotels können den Award auf Portalen wie Tripadvisor oder Booking.com vermerken. Das hat einen grossen Werbeeffekt. Rund 900 Lokale waren in diesem Jahr nominiert. Nur wenig fehlte dem Wislikofer Seminarhotel für die beste Auszeichnung: Insgesamt 19 Lokale erreichten 9 Punkte oder mehr und somit das Gütesiegel «Herausragend». Dass das Seminarhotel Propstei dies knapp verfehlte, stört Stefan Bischoff nicht: «Wir waren in diesem Jahr das erste Mal dabei und konnten uns schon so weit oben platzieren – darüber können wir uns freuen.»

14.06.2021

Aargauer Teil des Hugenottenwegs ist eröffnet

Der internationale «Hugenottenweg» von Frankreich nach Deutschland erinnert an die Geschichte und das Schicksal der Hugenotten. Als «Hugenotten» (frz. huguenots) wurden die reformierten Christen Frankreichs, die sich zur Lehre des Reformators Jean Calvins bekannten, in der Zeit von etwa 1560 bis zur Revolution 1789 bezeichnet. Über Jahrhunderte wurden Reformierte in Frankreich als Ketzer verfolgt, vor allem nach der Aufhebung des Toleranzedikts von Nantes, 1685, das die Reformierten in Frankreich der Verfolgung preisgab. Viele von ihnen sind in die Schweiz geflüchtet und wurden von reformierten Kantonen aufgenommen.

Am vergangenen Wochenende wurde in Aarau die Eröffnung des Aargauer Teils des internationalen Hugenottenwegs von Murgenthal bis Bergdietikon gefeiert. Im Aargau führt der Hugenottenweg von Aarburg, wo viele Flüchtlinge von Bern auf der Aare herkommend, ausstiegen, über Zofingen, Aarau, Suhr, Schafisheim, Lenzburg, Brugg, Mellingen nach Spreitenbach und Zürich, von wo er weiter in Richtung Schaffhausen und Deutschland geht. «Der Aargauer Abschnitt hat die europäische Kulturroute einige Kilometer vorwärtsgebracht» sagte Doris Brodbeck gegenüber der Aargauer Zeitung. Doris Brodbeck ist Präsidentin des Vereins Hugenotten- und Waldenserweg Aargau-Zürich-Schaffhausen.

Der Schweizer Abschnitt des Hugenottenwegs wird dereinst von Genf bis nach Schaffhausen führen. Den Aufbau des internationalen Hugenotten- Kulturwanderwegs in der Schweiz betreut die Stiftung «Via – auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser».

09.06.2021

Hilfswerk initiiert einen «Tag der Wohltäter»

Das weltweite päpstliche Hilfswerk «Kirche in Not (ACN)» initiiert einen «Tag der Wohltäter». Dieser findet am Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu statt; dieses Jahr am Freitag, 11. Juni. Projektpartner des Hilfswerks auf der ganzen Welt feiern an diesem Tag heilige Messen für ihre Wohltäter und beten für sie. «Kirche in Not» Schweiz/Liechtenstein lädt am Freitag zu Gottesdiensten in Oberwil im Kanton Zug sowie im zürcherischen Rheinau ein. «Kirche in Not» zählt insgesamt über 330 000 Unterstützerinnen und Unterstützer in 23 Ländern. «Da unser Werk keine Kirchensteuermittel oder öffentliche Gelder erhält und komplett von Spenden lebt, sind unserer Wohltäter die lebende Garantie, dass die Hilfe für bedrängte und notleidende Christen in 140 Ländern weitergeht», erklärte Jan Probst, Geschäftsführer der Schweizer und Liechtensteinischen Sektion.

07.06.2021

Aargauer Programm zum Flüchtlingstag am 19. Juni

Velomechaniker, Köchin, Metzger, Pharma­assistentin: Immer mehr geflüchtete Menschen machen eine Lehre. Diese positiven Nach­richten sind das Thema des Flüchtlingstags am Samstag, 19. Juni 2021, im Aargau. Erstmals werden Aktionen an sieben Standorten im Kanton statt­finden. In Aarau erzählen Arbeitgebende und Lernende vor Ort über ihre Erfahrungen während der Aus­bildung. Die Region Aargau Süd plant ein Standpodium mit Erfahrungsberichten und eine Filmvorführung. Lernende aus Baden präsentieren ihr Können und ihre Diplomarbeiten. In der Fussgängerzone werden «Stolpersteine auf dem Weg zur Ausbildung» grafisch auf der Strasse dargestellt und verschiedene Rednerinnen und Redner erzählen von ihren Erfah­rungen als Ausbildnerin oder Stellencoach von geflüchteten Menschen. Geflüchtete berichten, wie sie die Lehre meistern. Auch in Brugg und Zofingen werden Standaktionen stattfinden und im Freiamt wird an einer Aktion getüftelt. Die Koordinationsstelle Fricktal gestaltet zusammen mit der römisch-katholischen Kirche Möhlin und den Freiwilligengruppen einen Gottesdienst. Ein Lernender und sein Lehrmeister erzählen ihre Geschichte. Plakate von Lehrbetrieben und Lehrlingen sind an jedem Standort aufgestellt und Informations­material zu den Angeboten der verschiedenen NGOs und des Kantons liegen auf. Am Sonntag, 20. Juni, finden in Aarau, Baden, Brugg und Zofingen Gottesdienste zum Thema statt.

Die detaillierten Programme der einzelnen Standorte finden Sie auf der Webseite des Flüchtlingstags.

 

05.06.2021

Gebenstorf-Turgi: Bischof Felix nimmt Stellung

In einer Mitteilung vom 5. Juni 2021 an die Gläubigen aus dem Seelsorgeverband Gebenstorf-Turgi nimmt Bischof Felix Stellung zu zwei Dekreten der Kleruskongregation. Damit stellt er klar, was die Dekrete aus Rom aussagen und was dies für die weitere Entwicklung der Lage in Gebenstorf-Turgi bedeutet.

Der Bischof hält fest, dass die Kongregation im Dekret vom 11. Mai 2021 die Beschwerde von Pater Adam Serafin zurückweise und bestätige, dass für eine Pfarrwahl die Ernennung durch den Bischof zwingend notwendig sei. Bischof Felix Gmür schreibt: «Weil ich ihn nicht zum Pfarrer ernennen werde, kann P. Adam Serafin weder eine etwaige Wahl annehmen noch als Pfarrer tätig sein.»

Im anderen Dekret vom 10. Mai 2021 wurde die Abänderung der «missio canonica» von P. Adam Serafin durch Bischof Felix Gmür nicht geschützt. Die Kleruskongregation habe dies deshalb nicht getan, weil bislang die Zustimmung des Ordensoberen von P. Adam Serafin fehle. «Bereits seit 2019 bemühe ich mich darum, mich mit dem Provinzial über die Rückkehr von P. Adam Serafin in seinen Orden abzusprechen. Ebenso wurde der Provinzial vom Ordensgeneral bisher erfolglos zu einer Absprache aufgefordert», schreibt Bischof Felix Gmür. Er werde gegen dieses Dekret in diesen Tagen Rekurs beim Höchsten Gericht der Apostolischen Signatur einlegen, hält er fest. In der Mitteilung an die Gläubigen betont Bischof Felix Gmür: «P. Adam Serafin kann weiterhin keine priesterlichen Dienste ausüben, weil die damalige «missio canonica» nach der Demission des Gemeindeleiters keine Wirkung entfaltet und sich P. Adam Serafin vertraglich verpflichtet hat zu kündigen, was er verweigert, aber zwischenzeitlich durch die Kirchgemeinde Birmenstorf und die römisch-katholische Landeskirche Aargau geschehen ist. Weder die Kirchenpflege Gebenstorf-Turgi noch der Anwalt von P. Adam Serafin sind befugt zu bestimmen, wer in den drei Pfarreien als Priester wirken kann. Ich bin bestrebt und zuversichtlich, dass wir den Pfarreien zeitnah eine Lösung anbieten können, die möglichst vielen Anliegen gerecht wird und zur Befriedung der Situation beiträgt. Bis dahin bitte ich weiterhin um Geduld und um Unterstützung des für die Pfarreien zuständigen Priesters, Bischofsvikar Valentine Koledoye.»

04.06.2021

«Nach draussen gehen und Fortschritte machen»

Martin Werlen, Benediktiner und ehemaliger Abt des Klosters Einsiedeln, ist Propst von St. Gerold in Vorarlberg. Wie kath.ch berichtet, skizzierte er in seiner Predigt, wie man eine alternative Prozession gestalten könnte. «Warum wir heute eine Prozession machen? Weil die Kirche berufen ist, nach draussen zu gehen, Fortschritte zu machen und Christus hochzuhalten», sagte Martin Werlen.

Damit die Prozession im Anschluss an diesen Gottesdienst auch klappe, gab er noch einige praktische Anweisungen:

  1. Zur Prozession läuten alle Glocken.
  2. Der Weg, den wir wählen, ist der Weg zurück in unseren Alltag. Selbstverständlich ist auch die Musikgesellschaft dabei: Alle Mitglieder dürfen in ihrem Alltag die Melodie Gottes, der mit uns auf dem Weg ist, erklingen lassen.
  3. Die Monstranz sind wir selbst, die wir Jesus Christus in dieser Feier in seinem Wort und im Sakrament der Eucharistie empfangen haben. So bekommt die Gegenwart Christi in uns Getauften Hand und Fuss. (…) Christus hat keine Hände und Füsse. Er will mit unseren Händen und Füssen wirken.
  4. Wenn uns heute jemand fragt, warum die Glocken um 10.45 Uhr geläutet haben, erzählen wir ihnen, dass wir als Kirche berufen sind, hinaus zu gehen, Fortschritte zu machen und Christus hochzuhalten.

«Wenn diese Prozession in unseren Alltag gelingt, dann ist wirklich Fronleichnam!»

01.06.2021

30'000 Besucher an der Langen Nacht der Kirchen

Am Freitag, 28. Mai um 18 Uhr wurde die dritte «Lange Nacht der Kirchen» eröffnet. Die von den Aargauer Landeskirchen initiierte dritte Durchführung fand nicht nur im Aargau, sondern auch in den Kantonen Bern, Jura, Solothurn, Baselland, Zürich, Zug und Graubünden statt. Rund 30‘000 Männer, Frauen und Kinder besuchten einen Anlass in den mehr als 470 teilnehmenden Kirchgemeinden und Pfarreien schweizweit.

Eine besondere Nacht

Die beteiligten Kirchgemeinden und Pfarreien ziehen eine positive Bilanz. Reto Gmünder, Pfarrer im Kirchgemeindeverband Par8 im Berner Jura, sagte: «Die Lange Nacht ist eine Chance, Neues zu wagen und aus dem Gewohnten auszubrechen.» Obwohl aufgrund der aktuellen Situation Schutzvorkehrungen getroffen werden mussten und vieles nicht möglich war, zeigten sich die Pfarreien und Kirchgemeinden vor Ort kreativ. Die Angebote reichten von Ausstellungen über Erzählcafés zu Turmbesteigungen, Escape Rooms und Lichtshows. Die Besucher und Besucherinnen schwärmen von der besonderen Nacht, die gerade nach dieser Pandemiezeit ein besonderer Lichtblick war. Gäste aus dem Kanton Graubünden melden zurück: «Der Abend war sehr schön und gelungen! Wir haben es sehr genossen, nach langer Zeit endlich wieder einmal unter die Leute zu kommen.»

Dritte Ausgabe im Aarau

Für die Kantonalkirchen im Aargau war diese Lange Nacht der Kirchen nach 2016 und 2018 die dritte Ausgabe. Mehr als 60 reformierte und katholische Kirchen organisierten ein attraktives Programm. Ein Ausschnitt aus dem Abend zeigt, dass es dieses Jahr viele spezielle Angebote im Aussenbereich gab, wie einen Actionbound – eine elektronisch geführte Schnitzeljagd – in Lenzburg und Bremgarten, welcher auch viele Jugendliche angesprochen hat. Im Weiteren prägten Vernissagen, Fotoausstellungen und musikalische Highlights aller Art den Abend.

Nächste Ausgabe im Jahr 2023 geplant

Die Lange Nacht der Kirchen findet jeweils zeitgleich mit Österreich, Italien (Südtirol), Tschechien, Estland und Teilen der Slowakei statt. Es ist eine Veranstaltung der Reformierten, der Römisch-Katholischen und der Christkatholischen Kirche. Die nächste Ausgabe ist für den Juni 2023 geplant.

31.05.2021

Prozessionen zu Fronleichnam offiziell möglich

Diesen Donnerstag, 3. Juni, ist Fronleichnam. Wie kath.ch berichtet, sind laut Bundesamt für Gesundheit BAG mit den aktuellsten Lockerungen die traditionellen Fronleichnamsprozessionen durchführbar. «Prozessionen sind religiöse Veranstaltungen im Aussenbereich. Diese sind erlaubt mit maximal 300 Personen», erklärte Peter Forster von der Rechtsabteilung des BAG auf Anfrage von kath.ch. Trotzdem finden die grossen Fronleichnamsprozessionen im Aargau in Baden und Muri dieses Jahr nicht statt. Informationen darüber, in welcher Form die Fronchleichnamsfeiern in den einzelnen Pfarreien stattfinden, finden Sie hier auf den Pfarreiseiten.

Am zweiten Donnerstag nach Pfingsten feiert die katholische Kirche das Fest Fronleichnam. Der Name bedeutet übersetzt «Herrenleib» und leitet sich ab aus dem Althochdeutschen, wobei «vron» für «Herr» und «licham» für «Leib» steht. Im Messbuch trägt das Fest den Namen «Hochfest des Leibes und Blutes Christi». Mit dem Fest erinnern die Katholiken an die Gegenwart Jesu im Sakrament der Eucharistie.

Noch heute steht im Zentrum von Fronleichnam die Prozession mit der Monstranz, dem Gefäss, in dem die geweihten Hostien aufbewahrt sind. Meist geht der Pfarrer mit der wertvoll verzierten Monstranz unter einem Baldachin, dem «Himmel». In vielen Gemeinden werden die Prozessionswege besonders geschmückt mit Fahnen und kleinen Altären. In einigen Pfarreien streuen Kinder Blumen auf den Weg, an anderen Orten werden aus Blüten prächtige Blumenteppiche gesteckt. Zur traditionellen Feier gehören Männer in Uniform und Frauen in Trachten sowie die Blasmusik. Auch Böllerschüsse ertönen an diesem Tag. In Muri feuert die 1618 gegründete Michaelsbruderschaft Böllerschüsse aus ihrer Kanone ab. In Wettingen baut die Emaus-Bruderschaft in ehrenamtlicher Arbeit den Altar und Gottesdienstplatz auf und schiesst während der Feier vom Waldrand aus einige Böllerschüsse ab.

 

28.05.2021

100 Menschen pro Messe ab 31. Mai möglich

Der Bund lockert die Corona-Massnahmen. Ab 31. Mai 2021 können wieder bis zu 100 Menschen an einem Gottesdienst teilnehmen. Open-Air-Messen sind mit bis zu 300 Menschen möglich. Kirchenchöre dürfen im Freien Konzerte geben. Das vermeldet das katholische Medienzentrum kath.ch auf seiner Website, unter Berufung auf die Medienmitteilung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) vom 26. Mai 2021. Darin steht unter anderem: «Für Veranstaltungen mit Publikum gilt neu in Innenräumen eine Limite von 100 anstatt 50 Personen und draussen von 300 statt 100 Personen. Neu darf die Hälfte der Raumkapazität genutzt werden statt wie bisher bloss ein Drittel. Dieselben Regeln gelten für religiöse Veranstaltungen. Im Unterschied zur Konsultationsvorlage müssen die Sitzplätze bei Publikumsanlässen nicht mehr fest zugeordnet werden, Maske und Abstand genügen.» Weil dieser Öffnungsschritt grösser ausgefallen sei als geplant, so das BAG in seiner Mitteilung weiter, sei vor der Sommerpause nur noch ein weiterer, ebenfalls grösserer Öffnungsschritt geplant. Dies geschehe auch auf Wunsch der Kantone. Der Bundesrat schickt das nächste Öffnungspaket, das ab dem 1. Juli gelten soll, voraussichtlich am 11. Juni in Konsultation und entscheidet darüber am 23. Juni.

26.05.2021

Papst lanciert Aktionsplattform

Gestern hat Papst Franziskus eine ökosoziale Aktionsplattform lanciert, die alle Initiativen aufgreifen und bündeln soll, die katholische Gemeinden und Gruppen weltweit in den Anliegen der Enzyklika «Laudato si‘» unternehmen (siehe auch Kurznachricht vom 21. Mai 2021). Das vermelden die Vatican News auf ihrer Website. «Laudato si‘» stammt aus dem Jahr 2015 und war die erste Enzyklika eines Papstes überhaupt zum Thema Umwelt und Bewahrung der Schöpfung. Franziskus, ihr Autor, schloss gestern ein erstes «Laudato si‘»-Themenjahr ab. Mit der neuen Aktionsplattform macht er aber klar, dass er am Thema dranbleiben will. Die Erde, «unser gemeinsames Haus», sei weiter auf unseren Schutz angewiesen, sagte er in seiner Videobotschaft, die auf der Website ebenfalls abrufbar ist. Auch die derzeitige Coronapandemie habe «den Schrei der Natur und den Schrei der Armen noch lauter werden lassen», so Papst Franziskus weiter. Darum brauche es «einen neuen ökologischen Ansatz» – neue Lebensstile, einen neuen Blick auf den Menschen und auf seine Weise zu leben. 

21.05.2021

Laudato si'-Garten im Kloster Fahr eröffnet

Am Freitagnachmittag, 21. Mai, eröffnete im Kloster Fahr der erste Laudato si’-Garten der Deutschschweiz. Priorin Irene Gassmann, Schwester Beatrice Beerli und Novizin Judith Samson begrüssten die Medienvertreter und stellten die Idee des Gartens vor. Sie geht auf die im Jahr 2015 von Papst Franziskus veröffentlichte Enzyklika «Laudato si’ – über die Sorge für das gemeinsame Haus» zurück. Zum 5-Jahre-Jubiläum der Enzyklika gab es letztes Jahr verschiedene Aktivitäten, wie «Laudato si’ Wochen» oder die Gestaltung von «Laudato si’-Gärten». Die Benediktinerinnen vom Kloster Fahr nahmen diese Impulse auf und gestalteten im ehemaligen Schulgarten der Bäuerinnenschule einen «Laudato si’-Garten». Ein solcher Garten soll ein besonderer Ort der Harmonie zwischen Gott, Natur, Menschen und Kunst sein – also zwischen «dem Schöpfer, der Schöpfung, Gottes Geschöpfen und der menschlichen Schöpfung» wie Novizin Judith Samson ausführte. Auch sind die Gärten den Kriterien für Nachhaltigkeit und Ökologie verpflichtet. So wachsen im Fahrer Garten einheimische Gemüse, Stauden und Kräuter, aber auch Raritäten wie Haferwurz oder Erdbeerspinat. Schwester Beatrice pflegt die Pflanzen mit Fachwissen, Sorgfalt und Begeisterung, so dass der historische Garten ein Anziehungspunkt für viele Besucherinnen und Besucher ist. Eine zentrale Rolle im Laudato si’-Garten des Klosters spielen Texte von Silja Walter, welche das Thema «Schöpfung» immer wieder ver-dichtete. Auf zehn Tafeln entlang der Gartenmauern tritt die Lyrik von Silja Walter in Dialog mit Zitaten von Papst Franziskus aus der Enzyklika «Laudato si’».

Der Laudato si’-Garten im Kloster Fahr ist jederzeit öffentlich zugänglich. Ab Juni 2021 wird Novizin Judith Samson schöpfungstheologische Führungen und Schwester Beatrice Beerli «Gartenführungen» anbieten. In der nächsten Print-Ausgabe des Pfarrblatts Horizonte wird der Garten im Kloster Fahr detailliert vorgestellt.

18.05.2021

Wohnkompetenzen von Geflüchteten fördern

In Zusammenarbeit mit dem Kanton Aargau lanciert Caritas Aargau im Sommer 2021 mit «Wohnstart» ein neues Freiwilligenprojekt zur Förderung von Wohnkompetenzen. Es richtet sich an Menschen aus dem Flüchtlingsbereich, welche seit kurzem in einer eigenen Wohnung im Kanton Aargau leben. Aktuell sucht das Hilfswerk interessierte Freiwillige. 

Für Menschen aus dem Flüchtlingsbereich ist es eine grosse Herausforderung, sich in ihrem neuen Umfeld zurechtzufinden. Schon bald nach dem Wohnungsbezug treten Unsicherheiten auf: Was ist eine «Hausordnung», wie werden Geräte gepflegt und wo entsorgt man den Müll? Wo bekomme ich Informationen? Welche Rechte und Pflichten habe ich? Das Hilfswerk, das seit Jahren in der Beratung und Begleitung von Flüchtlingen tätig ist, erlebt immer wieder, dass im Bereich Wohnen ein grosser Bedarf an Grundwissen besteht. Mit Hilfe von Freiwilligen nimmt sich Caritas Aargau des Themas an: Ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren sollen im Projekt «Wohnstart» Familien oder Einzelpersonen in ihrer Wohnung besuchen und ihnen praktische Informationen und Know-how vermitteln.

«Mit dem Projekt Wohnstart wollen wir möglichen Schwierigkeiten im Bereich Wohnen vorbeugen, sei es im Umgang mit der Infrastruktur oder im Umgang mit der Nachbarschaft und Vermietenden», sagt Projektleiter Stephan Frei. «Gleichzeitig erhalten die Flüchtlinge wertvolle Hinweise, wie man umwelt- und budgetschonend einen Haushalt führt. Für die Flüchtlinge ist dies eine sehr wertvolle Unterstützung auf dem Weg zur Integration.»

Caritas Aargau ist aktuell auf der Suche nach Freiwilligen, die sich etwa für die Dauer eines Jahres im Projekt engagieren möchten. Freiwillige erhalten eine Einführung und werden je nach Wunsch und Bedarf von Caritas begleitet. Unter www.caritas-aargau.ch/wohnstart finden Interessierte weitere Informationen zum Projekt. 

17.05.2021

Junia-Initiative: Weiterdenken im Kloster Fahr

Zum Gedenktag der Apostolin Junia ruft die Junia-Initiative Interessierte zur Unterstützung auf. Wie kath.ch berichtet, organisiert die Initiative am Donnerstag, 17. Juni einen «Quellentag» im Kloster Fahr. Abends zuvor finden in verschiedenen Pfarreien Junia-Vigilfeiern statt. Der «Quellentag» steht unter dem Motto «Kräfte bündeln, lustvoll austauschen, einander stärken». Rund 40 Personen hätten sich angemeldet, sagte Charlotte Küng-Bless am 12. Mai im Interview im Pfarrblatt Bern. Küng-Bless ist Mitinitiantin der Junia-Initiative. Diese hat sich ursprünglich zum Ziel gesetzt, den Schweizer Bischöfen zur sakramentalen Sendung bereite Frauen vorzuschlagen. Die Hälfte der Teilnehmenden am Quellentag komme von ausserhalb der Junia-Initiative, sagte Küng-Bless. Darunter «überraschend viele Männer». Diskutiert werden soll im Kloster Fahr unter anderem, wie die Initiative ihre Strahlkraft nach aussen stärken kann. Eine weitere Idee sei, die Kirchgemeinden zu ermutigen, den Gleichstellungsartikel in ihre Statuten aufzunehmen, den die Kirchen beider Basel 2014 angenommen haben.

15.05.2021

Vortrag: Priesteramt radikal neu denken

Am 20. Mai 2021, von 19.30 – 21.00 Uhr, hält Generalvikariatsrat Dr. Christian Hennecke im Auftrag des Klaus Hemmerle Forums ein Zoomreferat zum Thema «(Priester)Amt neu denken – Jenseits der rituellen Sackgassen». Schnellentschlossene können sich noch bis 16. Mai über diese Mailadresse anmelden: leiter@kh-forum.org. Die Anmeldung ist nur über diese Mailadresse möglich. Der Vortrag möchte eine neue Perspektive eröffnen für das Verstehen des Amtes und für eine Entwicklung des kirchlichen Amtes in einer Kirche der Zukunft. Natürlich sind Nachfragen und eine anschließende Diskussion gewünscht. Dazu steht im Einladungstext: «Die Diskussion, die wir gewohnheitsmässig erleben, folgt den routinierten Gleisen. Und den gewohnten Auseinandersetzungen. Der synodale Weg thematisiert den priesterlichen Lebensstil und auch die Frage nach der Macht. Im Hintergrund stehen Bilder einer klerikalen Kirche. Gehört ein ‹Oben-Unten› wesentlich zur theologischen Tradition des katholischen Amtsverständnisses? Gehört das Dual ‹Priester-Laien› dazu? Was heißt hier überhaupt ‹Leiten› im sakramentalen Dienstamt? Welche Missverständnisse sind klärbar? Welche Diskussionen führen seit Jahrzehnten in die Sackgasse?» Auf Fragen wie diese gilt es, Antworten zu finden.

13.05.2021

Benevol bewirbt Tag der Nachbarn am 28. Mai

Am 28. Mai findet nicht nur schweizweit die Lange Nacht der Kirchen statt, sondern auch ganz Europa feiert diesen Tag als Tag der Nachbarn. Benevol Aargau, das Kompetenzzentrum für Freiwilligenarbeit im Kanton Aargau, bewirbt in seiner jüngsten Pressemitteilung diesen Tag als eine passende Gelegenheit, gute Nachbarschaft zu pflegen und so die Herausforderungen des Alltags zu meistern: «Den besonderen Umständen entsprechend, soll der Tag auch in diesem Jahr klein aber fein gestaltet werden. Lassen Sie dabei Ihre Phantasie spielen. Warum nicht eine Karte schreiben und sich für allfällige Hilfe in den vergangenen Monaten bedanken? Vielleicht mit einem selbstgebackenen Kuchen oder einem Blumenstrauss. Oder wie wäre es, an der Nachbarstür zu klingen und zu einem gemeinsamen Spaziergang einzuladen? Auch ein Balkonkonzert könnte eine erfrischende Überraschung sein. Natürlich können Sie auch ein paar Nachbarn in Ihren Garten einladen, ohne die Abstandsregeln zu verletzen. Und falls Sie Kinder haben, beziehen Sie diese mit ein: Zeichnungen für die Türen oder den Gartenzaun erheitern das Gemüt, genauso wie mit Kreide bunt bemalte Strassen. Werden Sie am 28. Mai aktiv – es muss ja nichts Grosses sein!» Mehr Informationen gibt es auf der Website von benevol Aargau und zum Tag der Nachbarn hier.

10.05.2021

«Eklärungsregelung» für Organspenden

Am 5. Mai 2021, hat der Nationalrat die Initiative und den Gegenvorschlag zur Organspende, die eine mutmassliche Zustimmung vorsehen, angenommen. Die Kommission für Bioethik der Schweizer Bischofskonferenz (KBSBK) schlägt einen dritten, ethischeren Weg vor: die Einführung einer «Erklärungsregelung». Die Lösung einer «Erklärungsregelung», bei der die Bevölkerung regelmässig aufgefordert würde, der Organspende zu widersprechen, ihr zuzustimmen, den Willen dazu nicht zu äussern oder den Entscheid an eine Vertrauensperson zu delegieren, wäre sowohl aus ethischer Sicht als auch in Bezug auf ihre Wirksamkeit die bessere Lösung. Über eine Aufklärung der Bevölkerung könnte die Zahl der Spenden auf diese Weise erhöht werden, jede einzelne Person könnte frei entscheiden, und den Angehörigen könnte diese schwierige Entscheidung abgenommen werden. Die KBSBK fordert den Ständerat daher nachdrücklich auf, einen echten Gegenvorschlag zu machen, indem er das ethische und effektivere System der «Erklärungsregelung», einführt. Zum vollständigen Artikel der KBSBK geht es hier.

07.05.2021

Mai-Aktion des Hilfswerks «Brücke - Le pont»

Im Projekt Culinaria des Hilfswerks «Brücke – Le pont» der Katholischen Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbewegung Schweiz (KAB) bilden sich Jugendliche aus brasilianischen Armenvierteln in der Gastronomie aus. Ihre neu erworbenen Kompetenzen öffnen ihnen den Weg zu einer Arbeit und einem Leben in Würde. Im Projekt erwerben die Jugendlichen in der Berufsschule «Pimenta do Reino» (Portugiesisch für «schwarzer Pfeffer») fachliche und soziale Kompetenzen. Sie lernen insbesondere, lokale Nahrungsmittel zu gesunden Mahlzeiten zu verarbeiten. Zusätzlich besuchen sie Kurse zu Arbeitsrechten und Umweltthemen und erstellen einen individuellen Lebensplan mit ihren beruflichen und persönlichen Zielen. Nach der Ausbildung unterstützt sie das Projektteam beim Bewerbungsprozess oder beim Aufbau ihres eigenen Unternehmens. Eine von 120 Jugendlichen, die das Projekt Culinaria besuchten, ist Andreza Barbosa da Costa. Sie blickt mit Freude auf ihre Ausbildung zurück: «Die Schule hat mein Leben stark bereichert.» Andreza hat eine eigene Marke aufgebaut und verkauft erfolgreich Gebäck mit Zutaten aus ihrer Heimatregion. Sie möchte sich selbst in der Berufsbildung engagieren und hat grosse Pläne: Ihr Unternehmen soll wachsen und dringend benötigte Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Region schaffen. Andreza will die Menschen mit gutem Essen begeistern und gleichzeitig dafür sorgen, dass sie selbst und andere von ihrer Arbeit leben können: «Ich glaube, dass wir alle einen Zweck auf dieser Erde haben und wenn mein Diplom oder mein Beruf nur mein eigenes Leben verändern, ist das nicht viel wert.» Ihre Zielstrebigkeit und das grosse Engagement des Projektteams stimmen zuversichtlich, dass noch viele weitere Jugendliche aus armen Verhältnissen eine gute Stelle finden – und damit auch ihr Umfeld zum Positiven verändern.

Brücke – Le pont unterstützt mit dem Programm «Arbeit in Würde» mit rund 30 Projekten benachteiligte Menschen in Afrika und Lateinamerika. Jedes Jahr stellt das KAB-Hilfswerk den katholischen Pfarreien einen Gottesdienstvorschlag zu. Den aktuellen Vorschlag zum Thema «Hunger nach Wissen» finden Sie auf der Website: www.bruecke-lepont.ch/mai-aktion