18.09.2020

Keine Empfehlungen von Justitia et Pax

Am 27. September stimmt das Schweizer Volk über fünf verschiedene Vorlagen ab: die Volksinitiative «Für eine massvolle Zuwanderung (Begrenzungsinitiative)», die Änderung des Jagdgesetzes, die Änderung des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, die Änderung des Erwerbsersatzgesetzes (indirekter Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie») und den Bundesbeschluss über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge. Justitia et Pax, die Kommission der Schweizer Bischofskonferenz zu sozialethischen Fragen, hat in ihrer heutigen Sitzung beschlossen, für keine der genannten Vorlagen eine Stimmempfehlung abzugeben. Wolfgang Bürgstein, Generalsekretär der Kommission, erklärt diese Zurückhaltung wie folgt: «Bei allen fünf Vorlagen geht es primär um politische Entscheide, die ethischen Aspekte stehen nicht im Vordergrund. Bei der Begrenzungsinitiative etwa geht es nicht um Migration oder Flüchtlingsschutz. Auch bei den Kampfjets handelt es sich nicht um eine ethische Frage, ob man diese Flugzeuge beschafft oder nicht. Dafür setzt sich die Kommission aber ganz klar gegen eine Ausweitung des Exports von Rüstungsgütern ein, denn mehr Waffen schaffen nicht mehr Frieden.» Natürlich enthalte jede Vorlage auch einen ethischen Aspekt, räumt Wolfgang Bürgstein ein, aber Justitia et Pax könne sich nicht zu allen politischen Entscheiden äussern. Dazu fehlten auch schlicht die Ressourcen.

16.09.2020

INRI wird zum Markennamen

Ein Immobilien-Investor aus Aichach (Bayern, D) hat sich die Kreuzinschrift INRI als EU-weite Marke sichern lassen. Das berichtet, unter anderen, der Donaukurier in seiner gestrigen Ausgabe. Geschäftsmann Werner Lustig will künftig Produkte mit dem entsprechenden Schriftzug auf den Markt bringen. Die ersten T-Shirts hat er bereits produzieren lassen. «Jeder sollte seinen Glauben auf dem Herzen tragen», findet Werner Lustig. Deshalb steht auf den ersten Shirts, die grundsätzlich in schlichtem Weiß gehalten sind, vorne auf der Brust mittig der INRI-Schriftzug in goldener Farbe. Auf der Rückenseite ist ein farbiges Bild des Porträts des Turiner Grabtuchs zu sehen. Werner Lustig bezeichnet sich selbst als gläubigen Menschen, fünf Jahre lang war er als Ministrant aktiv, berichtet er. Daher kam ihm auch die Idee, die Abkürzung als Marke schützen zu lassen. Nach Absprache mit einer Kanzlei, mit der er in rechtlichen Fragen zusammenarbeitet, war klar: Das ist grundsätzlich möglich. In vier Nutzerklassen konnte sich der 58-Jährige daraufhin die EU-weiten Markenrechte sichern: Lederwaren, Textil, Kosmetika und Getränke.

14.09.2020

Gott geht nicht mehr an die Urne

Während mehr als 100 Jahren war die Christlichdemokratische Volkspartei CVP das politische Zuhause der meisten Katholiken und auch vieler anderer Menschen in der Schweiz, deren politisches Engagement auf christlichen Traditionen und Werten fusste. Nun hat die Partei, im 109. Jahr ihres Bestehens, beschlossen, mit einem neuen Namen bei der Wählerschaft zu punkten. Zusammen mit der BDP, der Bürgerlich-Demokratischen Partei, will die CVP als «die Mitte» den Ausgleich zwischen Links und Rechts schaffen und den Neubeginn wagen, ohne das christliche C im Namen. Ein weiterer Beweis dafür, dass christliches und damit auch kirchliches Gedankengut in der Politik nicht mehr erwünscht sind. Die Neue Zürcher Zeitung hat sich mit CVP-Präsident Gerhard Pfister auf eine Abschiedstour durch die Stammlande der Partei gemacht. Den sehr lesenswerten Artikel finden Sie hier, auf der Webseite von kath.ch.

13.09.2020

Gipfeltreffen in Turgi

In den Kirchenstreit im Wasserschloss kommt vielleicht Bewegung. Am kommenden Donnerstag treffen sich in Turgi Bischof Felix Gmür, Bischofsvikar Valentine Koledoye, Ruth Rippstein, Präsidentin der Kirchenpflege Birmenstorf, Daniel Ric, Präsident der Kirchenpflege Gebenstorf-Turgi und Luc Humbel, Präsident des Kirchenrates der Römisch-Katholischen Landeskirche Aargau. (mehr …)

11.09.2020

Seelsorger im Fricktal an Coronavirus erkrankt

Im Pastoralraum Möhlinbach wurde der leitende Priester Andreas Gschwind positiv auf das Coronavirus getestet, wie Pastoralraumleiter Daniel Reidy auf Anfrage von Horizonte bestätigt. «Er ist zuhause und hat alle Personen angegeben, die mit ihm in engerem Kontakt waren». Es gehe ihm mittlerweile besser, erklärt Andreas Gschwind auf Nachfrage von Horizonte. «Ich hatte Husten und Fieber». Da immer Abstandsregeln und Maskenpflicht eingehalten wurden, hätten nur Personen aus dem engsten Umfeld in Quarantäne gehen müssen. Dank striktem Einhalten des Schutzkonzepts müssten nun nicht viele Menschen kontaktiert werden und sich in Quarantäne begeben, bestätigt auch Pastoralraumleiter Daniel Reidy. Das sei sehr positiv und zeige, dass die Schutzmassnahmen Wirkung zeigten. Bis auf einen Gottesdienst könnten zudem alle kirchlichen Veranstaltungen durchgeführt werden.

09.09.2020

Pässe, die Leben retteten, Fotos, die den Tod bedeuteten

Eine Ausstellung im Jüdischen Museum der Schweiz in Basel beleuchtet ein besonderes Kapitel des Zweiten Weltkriegs: Sie berichtet von Schweizern, die Tausenden von jüdischen Flüchtlingen das Leben retteten, und von Schweizern, die das verhinderten. Die Ausstellung «Pässe, Profiteure, Polizei. Ein Schweizer Kriegsgeheimnis» im Jüdischen Museum der Schweiz ist ab Heute bis zum 31. Dezember geöffnet. 

07.09.2020

Immer mehr Menschen leiden an Hunger – die Schweiz darf nicht wegschauen!

Jeder elfte Mensch ist unterernährt. Schon seit einigen Jahren breitet sich der Hunger auf der Welt wieder aus. Aktuell verschlimmert die Corona-Krise die Situation zusätzlich und bringt Millionen von Menschen in Not. Die Schweiz darf nicht wegschauen. Caritas Schweiz fordert deshalb Parlament und Aussendepartement dazu auf, ergänzend zum Corona-Hilfspaket für das Inland ein zusätzliches für Humanitäre Hilfe im Ausland zu schnüren und 1 Milliarde Franken dafür bereitzustellen.

04.09.2020

Heute finden schweizweit diverse Klimastreiks statt

In 18 Schweizer Städten werden heute, durch den ganzen Tag verteilt, Demonstrationen oder andere Aktionen durchgeführt. Der Klimastreik wird via soziale Medien tagsüber aus den Regionen von den Streiks berichten. Das Fazit vonseiten des Klimastreiks wird um 18:15 Uhr auf denselben Kanälen publiziert.

02.09.2020

Dornbusch Medien lanciert ASO, das akademische Magazin des «Sonntag»

Der Badener Verlag Dornbusch Medien lanciert mit ASO ein sechsmal jährlich erscheinendes Fachmagazin, das frisch und unabhängig theologische Fragen vertieft. Damit soll eine neue Stimme in der katholischen Szene geschaffen werden. Die erste Ausgabe von ASO erscheint Anfang September. In drei Artikeln geht das Magazin der Frage nach, ob und wie die Kirche die Coronakrise als Katalysator nutzen könnte und wo sich dadurch Wachstumschancen ergeben. «ASO greift zeitnah dominierende Themen auf, um sie theologisch auszuleuchten», sagt Anton Ladner, Redaktionsleiter der Dornbusch Medien AG. Die Beiträge von ASO seien dabei deutlich akademischer und vertiefter, als dies im Mutterblatt «Sonntag» möglich sei. Das Magazin versteht sich als Beitrag, die katholische Kirche in der Schweiz wieder zum Blühen zu bringen. Das Wissen dazu sei vorhanden, nur seien viele Stimmen verstummt.

31.08.2020

Bischof Felix Gmür bekommt Privataudienz beim Papst

Der Basler Bischof Felix Gmür hatte eine Privataudienz bei Papst Franziskus. Anlass und Thema? Stillschweigen. Vielleicht Chur, vielleicht die Klerus-Instruktion? Der Vorsitzende der Schweizer Bischofskonferenz wurde am letzten Samstag zu einer Unterredung im Vatikan empfangen. In der katholischen Kirche der Schweiz gibt es anhaltend Missstimmung über die Leitungskrise im Bistum Chur. Diese steht seit über einem Jahr unter einer Übergangsverwaltung durch Bischof Peter Bürcher. Auch sorgte in der Schweiz die jüngsten Richtlinien der römischen Kleruskongregation über Pfarreireformen für Kontroversen. Bischof Felix Gmür nannte die Sichtweisen der Instruktion «wirklichkeitsfremd».

27.08.2020

Sozialpreis 2020: Stimmen Sie ab!

Am 20. Oktober findet in Aarau die Verleihung des Sozialpreises der Aargauer Landeskirchen statt. Der Preis ist mit 18 000 Franken dotiert, aufgeteilt auf drei Gewinner.  Zudem gibt es Anerkennungspreise im Gesamtwert von 2000 Schweizer Franken. Am kommenden Sonntag, 30. August, startet das Online-Voting für die Vergabe des Sozialpreis 2020. Auf der Website www.sozialpreis-ag.ch können Sie über innovative soziale Projekte von Freiwilligen abstimmen. 26 innovative Projekte wurden eingereicht. Das OK der Aargauer Landeskirchen und Benevol Aargau zeigt sich sehr erfreut und zufrieden mit den eingegangenen Bewerbungen und übergibt diese nun einer ausgewählten Jury aus Kirche, Politik und Wirtschaft. Die Stimmen aus dem Online-Voting machen einen Drittel der Gesamtbewertung aus. Das Voting läuft bis 21. September. 

24.08.2020

Kozernverantwortungsinitiative: Komitee in Untersiggenthal

Die Konzernverantwortungsinitiative, über die am 29. November abgestimmt wird, fordert, dass sich Konzerne mit Sitz in der Schweiz auch im Ausland an die Menschenrechte und international anerkannten Umweltstandards halten müssen. Die Initiative findet auf kirchlicher Seite breite Unterstützung. So stehen die Schweizerische Bischofskonferenz, der Schweizerische Katholische Frauenbund, der Rat der Schweizerischen Evangelischen Kirchen SEK, die Evangelischen Frauen Schweiz sowie 137 einzelne Kirchgemeinden und Pfarreien hinter diesem Anliegen. Die Plattform «Kirche für Konzernverantwortung» vereint die kirchliche Unterstützung und macht das Engagement der Kirche sichtbar. Mitte August wurde auch in Untersiggenthal ein lokales Unterstützungs-Komitee für die Konzernverantwortungs-Initiative gegründet. In den Wochen bis zur Abstimmung will die Gruppe Aktionen organisieren und Leute vor Ort zum Thema ansprechen. Interessierte können sich direkt auf der Komitee-Website unter www.konzern-initiative.ch/lokalkomitee-untersiggenthal einschreiben.

23.08.2020

Christkatholiken auf dem Weg zur Ehe für alle

Seit 16 Jahren segnet die Christkatholische Kirche der Schweiz homosexuelle Paare, während das Ehesakrament bislang Verbindungen von Mann und Frau vorbehalten bleibt. Am Samstag, 22. August 2020, hat eine ausserordentliche Synodesession den Weg für eine Gleichstellung vorgespurt. Die 95 Teilnehmer der Versammlung, davon 75 Synodale, haben sich in der Konsultativabstimmung deutlich für eine vollständige Gleichstellung hetero- und homosexueller Paare ausgesprochen, sagte der bischöfliche Vikar, Pfarrer Daniel Konrad, am Samstagabend gegenüber kath.ch. Das entsprechende Modell bekam 62 Ja-Stimmen, vier Teilnehmer lehnten es ab. «Es soll ein einziges Sakrament der Ehe geben, das für Ehen von heterosexuellen und gleichgeschlechtlichen Paaren gelten soll», erklärte Daniel Konrad. Er bezeichnete das Votum für die sakramentale und liturgische Gleichbehandlung und Gleichwertigkeit als «Meilenstein», da die Christkatholiken damit eine «vorausschauende Perspektive» einnähmen.

20.08.2020

Landeskirche fordert Rücktritt von Kirchenpflegepräsident

Im Nachgang an eine Aussprache mit der Kirchenpflege von Gebenstorf-Turgi fordert Luc Humbel, Kirchenratspräsident der römisch-katholischen Landeskirche im Kanton Aargau, nun den Rücktritt des Kirchenpflegepräsidenten von Gebenstorf-Turgi, Daniel Ric. Hintergrund dieses öffentlichen Aufrufs ist die Weigerung des Kirchenpflegepräsidenten, der Aufforderung des Bischofs zur vertraglich festgelegten Kündigung des pfarrverantwortlichen Priesters Adam Serafin nachzukommen. Daniel Ric zeigte sich am Telefon gegenüber Horizonte erstaunt: «In der Aussprache vor etwas mehr als einer Woche hat uns Luc Humbel bescheinigt, dass keinerlei Amtspflichtsverletzung vorliegt».

19.08.2020

Brigitte Glur-Schüpfer ist neue Regionalverantwortliche

Die Familienfrau, Lehrerin, Dozentin und Seelsorgerin Brigitte Glur-Schüpfer ist seit dem 1. Juli Regionalverantwortliche im Bistum Basel. Die 56-jährige Luzernerin übernimmt die Leitung der  Bistumsregion St. Viktor. Brigitte Flur-Schüpfer hat in den 1980er-Jahren Theologie studiert, und war die letzten sieben Jahre in der Seelsorge tätig. Nun übernimmt sie eine führende Funktion im Bistum: Sie begleitet Leitungspersonen in Pfarreien und Pastoralräumen, koordiniert regionale Aufgaben und beteiligt sich bei allfälligen Konflikten an einer Lösungsfindung. Dabei sieht sie ihre Aufgabe in der Bistumsregion zusammen mit Bischofsvikar Hanspeter Wasmer als Drehscheibe.

17.08.2020

Wer wird neuer Bischof von Chur? – Fünf Namen

Das Namenskarussell für die Nachfolge von Vitus Huonder dreht sich weiter: Nuntius Thomas Gullickson erkundigt sich derzeit zu möglichen Kandidaten, um dann der Bischofskongregation in Rom eine Namensliste zu überreichen. Auf der Liste sollen sich laut kath.ch Ruedi Beck, Joseph Bonnemain, Urban Federer, Adrian Lüchinger und Mario Pinggera befinden. Joseph Bonnemain (72) ist Bischofsvikar im Bistum Chur und Mitglied des Domkapitels. Ruedi Beck (57) ist Pfarrer der Hofkirche in Luzern. Urban Federer (52) ist Abt des Benediktinerklosters in Einsiedeln. Adrian Lüchinger (55) ist Pfarrer in Horgen und gehört dem «Forum Priester der Diözese Chur» an, das sich für einen Brückenbauer als Bischof einsetzt. Mario Pinggera ist Pfarrer von Richterswil und Dozent für Kirchenmusik in Chur. Nach welchen weiteren Namen sich der Nuntius erkundigt, sei unklar, schreibt kath.ch. Sobald die Namen in Rom überzeugen, erhält das Domkapitel eine Dreierliste, die sogenannte Terna, zugestellt. Das Domkapitel in Chur muss dann einen der drei Kandidaten zum Bischof wählen.

16.08.2020

Papst verlängert Jubiläum für Luftfahrt-Patronin

Das Jubiläumsjahr für die Schutzpatronin der Flugreisenden ist wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr bis zum 10. Dezember 2021 verlängert. Die Verlängerung geschehe, weil die Feierlichkeiten nicht im geplanten Umfang stattfinden konnten, heisst es in einem am Samstag veröffentlichten Erlass des päpstlichen Gnadengerichtshofs, der Pönitentiarie.Das Jubiläumsjahr war am 8. Dezember im italienischen Loreto an der Adriaküste eröffnet worden und soll an die Ernennung der dort verehrten Madonna zur «Aeronautarum Patrona», der Schutzheiligen der Luftfahrer, durch Benedikt XV. im Jahr 1920 erinnern. Hintergrund ist die Legende, nach der Engel das Wohnhaus der Gottesmutter Maria von Nazaret nach Loreto trugen.

13.08.2020

Rassismusdebatte trifft Sternsinger

Facebook will verstärkt gegen Rassismus vorgehen. Künftig soll das sogenannte «Blackfacing» verboten sein und entfernt werden. Die Benutzerregeln über die neuen Regeln wurden bereits entsprechend angepasst, teilte das Unternehmen laut Medienberichten mit. – Betroffen davon ist auch christliches Brauchtum wie das Sternsingen oder der flämische Nikolaushelfer «Zwarte Piet». Die Gefahr sei gross, dass die Traditionen hier nicht differenziert betrachtet würden, betonte das deutsche Kinderhilfswerk «Die Sternsinger». In vielen Sternsingergruppen wird eines der Kinder schwarz geschminkt, um den König aus Afrika zu repräsentieren. Beim «Blackfacing» schminken sich weisse Menschen das Gesicht schwarz, um Schwarze zu imitieren. Die Praxis war früher vor allem auf der Theaterbühne verbreitet, findet sich aber auch noch heute etwa bei volkstümlichen Traditionen.