Nachrichten
Volle Moschen gab es während des Ramadanmonats keine und wird es auf absehbare Zeit auch nicht geben. | © Georges Scherrer
Volle Moschen gab es während des Ramadanmonats keine und wird es auf absehbare Zeit auch nicht geben. | © Georges Scherrer

Ein besonderer Ramadan

25.05.2020, 08:31

Viel Zeit für spirituelle Besinnung, aber kaum Gemeinschaft – so verlief der Ramadan für die Muslime. Corona stellte die Gläubigen vor eine nie dagewesene Situation, die so gar nicht zum Wesen des Fastenmonats passt. Am Samstag endete der islamische Fastenmonat und auch das dreitägige Fest des Fastenbrechens stand weltweit im Schatten der Angst vor dem Coronavirus. Von Marrakesch bis Jakarta war es ein Ramadan wie nie zuvor in der 1400-jährigen Geschichte des Islam. Schon im März schlossen fast überall in der islamischen Welt und in der Diaspora die Moscheen. Manche Gelehrte stellten gar die Frage, ob der Verzicht auf Essen und Trinken zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang in der Pandemie überhaupt geboten sei.
In Europa erheben sechs Staaten Kirchensteuern: Dänemark, Österreich, Deutschland, Finland, Schweden und die Schweiz. | © Andreas C. Müller
In Europa erheben sechs Staaten Kirchensteuern: Dänemark, Österreich, Deutschland, Finland, Schweden und die Schweiz. | © Andreas C. Müller

Steuerausfälle für Kirchen befürchtet

23.05.2020, 14:15

Die Arbeitslosenzahlen steigen, Tausende von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sind auf Kurzarbeit gesetzt. Das wirkt sich aufs steuerbare Einkommen der Betroffenen aus – entsprechend werden die Steuereinnahmen von Bund, Kantonen und Gemeinden sinken - und auch das der Kirchen. Zu erwarten sind laut Schweizer Radio SRF Mindereinnahmen von bis zu 15 Prozent und eine Durststrecke von etwa 5 Jahren.
Bereits ab nächster Woche sollen Gottesdienste wieder stattfinden können  | © Oliver Sittel
Bereits ab nächster Woche sollen Gottesdienste wieder stattfinden können | © Oliver Sittel

Gottesdienste ab 28. Mai wieder erlaubt

20.05.2020, 16:58

Der Bundesrat hat die Gebete der Gläubigen, wie beispielsweise die offenen Briefe der Bischöfe, erhört. Gottesdienste sollen bereits ab nächster Woche, genauer ab dem 28. Mai, wieder möglich sein. Das hat der Bundesrat in seiner heutigen Sitzung beschlossen. Die Glaubensgemeinschaften erhalten nun eine Woche Zeit um Schutzkonzepte zu erarbeiten. Dabei sollen sie insbesondere die Nachverfolgung von Infektionsketten sicherstellen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat laut Bundesrat bereits ein entsprechendes Rahmenschutzkonzept erstellt.
Religionsvertreter suchten das direkte Gespräch mit Gesundheitsminister  Alain Berset | © kna.ch
Religionsvertreter suchten das direkte Gespräch mit Gesundheitsminister Alain Berset | © kna.ch

Wiederaufnahme Gottesdienste: Heute entscheidet der Bundesrat!

20.05.2020, 08:45

Gestern haben sich Vertreter des Schweizerischen Rats der Religionen mit Bundesrat Alain Berset getroffen. Im Gespräch mit dem Gesundheitsminister haben sie einmal mehr die Wichtigkeit von Gottesdiensten betont. Für die Religionsgemeinschaften wäre es an der Zeit, die wegen des Versammlungsverbots verfügten Schliessungen von Kirchen, Moscheen und Synagogen rasch aufzuheben. Der Präsident des Rats, der Christkatholische Bischof Harald Rein, erklärte gegenüber kath.ch, dass die SCR-Delegation ein «sehr konstruktives» Gespräch mit Bundesrat Berset habe führen können. Dieser habe sich gegenüber den Religionsvertretern bereit erklärt, die Forderung nach einer baldmöglichsten Wiederaufnahme der Gottesdienste in die nächste Sitzung des Gesamtbundesrates einzubringen. Diese wird heute stattfinden. Gemäss der aktuell geltenden Regelung dürfen Kirchen und Gotteshäuser anderer Religionen erst ab 8. Juni wieder für ordentliche Gottesdienste geöffnet werden. Die Schweizer Bischofskonferenz hatte am 13. Mai eine Öffnung der Kirchen rechtzeitig zu Auffahrt (Morgen Donnerstag, 21. Mai) und Pfingsten (31. Mai) gefordert.
Barbara Metzner ist eine von elf Frauen, die an der Zoom-Konferenz vom 17. Mai, dem Gedenktag der Junia, mitwirkte | © Roger Wehrli
Barbara Metzner ist eine von elf Frauen, die an der Zoom-Konferenz vom 17. Mai, dem Gedenktag der Junia, mitwirkte | © Roger Wehrli

Junia-Initiative startete mit Zoomkonferenz ins Junia-Jahr

18.05.2020, 09:25

«Ist heute normal oder anders?», zitiert Barbara Metzner die Frage eines Ministranten aus ihrer Pfarrei im aargauischen Mettau. Normal, damit sei der Wortgottesdienst mit Kommunionfeier gemeint, «anders» sei die Eucharistiefeier. Mit ihrem Votum weist Metzner auf den sakramentalen Notstand in Pfarreien hin, der noch nicht einmal als solcher empfunden werde: «Die Sakramente sind verschwunden, und niemand fragt mehr danach», sagt Metzner. Sie ist eine von elf Frauen, die an der Zoom-Konferenz vom 17. Mai, dem Gedenktag der Junia, in jeweils knapp zwei Minuten schilderten, weshalb sie zur sakramentalen Sendung bereit sind. Mit dieser sakramentalen Sendung meinen die Initiantinnen der Junia-Initiative die Erlaubnis und Beauftragung des Bischofs, die Sakramente feiern zu dürfen. Diese Beauftragung soll an Personen gehen, die sich dazu berufen fühlen und die sich bewährt haben. Gesandt werden sollen sie von Menschen aus ihren Kirchgemeinden und Gemeinschaften, Bischöfen und Ordensoberinnen und -obern. Die Namen werden auf der Website gesammelt und sollen am 17. Mai 2021 den Ortsbischöfen übergeben werden. Was die Bischöfe von der Junia-Initiative halten, ist bislang nicht bekannt. Gemäss Mediensprecherin Veronika Jehle wären die Bischöfe Markus Büchel (St. Gallen) und Felix Gmür (Basel) eingeladen worden, wenn die Konferenz auf normale Weise hätte stattfinden können. An der öffentlichen Zoom-Konferenz waren sie gemäss kath.ch jedoch nicht zugeschaltet.
Ermutigt mit seiner Enzyklika «Laudato si» kirchliche Kreise, sich für den Atomausstieg stark zu machen: Papst Franziskus. | © REUTERS/Luca Zennaro
Ermutigt mit seiner Enzyklika «Laudato si» kirchliche Kreise, sich für den Atomausstieg stark zu machen: Papst Franziskus. | © REUTERS/Luca Zennaro

Vatikan: Aktionsjahr zu Umwelt und Entwicklung

16.05.2020, 22:41

Der Vatikan hat ein Aktionsjahr zur Umwelt-Enzyklika «Laudato si» angekündigt. Die Risse im Planeten seien zu offensichtlich und zu schädlich, als dass man sie weiter ignorieren könnte. Die Corona-Pandemie mache deutlich, wie vernetzt und aufeinander angewiesen die Weltbevölkerung sei, heisst es in der Mitteilung der Vatikanbehörde für Entwicklungsfragen am Samstag. Geplant sind in den kommenden Monaten Webinare, Tagungen und Aktionen in digitalen Netzwerken, aber auch die Publikation eines Leitfadens und ein Runder Tisch beim nächsten Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar.
Bischof Felix Gmür hoffte, dass an Auffahrt und Pfingsten wieder Gottesdienste stattfinden können. | © Werner Rolli
Bischof Felix Gmür hoffte, dass an Auffahrt und Pfingsten wieder Gottesdienste stattfinden können. | © Werner Rolli

Gottesdienste: Bischofskonferenz schreibt Bundesrat

13.05.2020, 18:23

Bischof Felix Gmür, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, dem Bundesrat einen Brief zugestellt hat, worin er die Zulassung von öffentlichen Gottesdiensten ab dem 21. Mai 2020 ersucht. «Dass seit dem 11. Mai vieles möglich und offen ist, Gottesdienste aber verboten sind, ist nicht mehr zu vermitteln. Für Hunderttausende sind wöchentliche Gottesdienste ein existentielles Verlangen. Sie brauchen eine Perspektive.», heisst es in dem Schreiben. Und weiter fordert Bischof Felix Gmür, dass ab Christi Himmelfahrt (21. Mai), spätestens an Pfingsten (31. Mai) öffentliche Gottesdienste wieder möglich sind. Die entsprechenden Schutzkonzepte taugen für Grossanlässe und liegen vor».
Seit Ausbruch der Corona-Krise verzeichnen auch die Caritas-Läden, in denen Armutsbetroffene vergünstigt einkaufen können, einen deutlichen Umsatzzuwachs. | © Roger Wehrli
Seit Ausbruch der Corona-Krise verzeichnen auch die Caritas-Läden, in denen Armutsbetroffene vergünstigt einkaufen können, einen deutlichen Umsatzzuwachs. | © Roger Wehrli

Caritas: Überbrückungshilfe für 4’000 Menschen

12.05.2020, 12:33

Caritas Schweiz und die Regionalen Caritas-Organisationen haben seit Beginn der Corona-Krise Überbrückungshilfe für rund 4000 Personen in einem Umfang von über einer halben Million Franken geleistet. Zudem haben sie Einkaufsgutscheine im Wert von 200’000 Franken für die Caritas-Märkte verteilt. Auf Hilfe angewiesen sind besonders Personen, die sich vor der Krise aus eigener Kraft über der Armutsgrenze halten konnten und nun infolge von Einkommenseinbrüchen Unterstützung benötigen. Unterstützt wurden Familien, darunter auch viele Alleinerziehende, sowie kinderlose Haushalte und alleinlebende Personen. Die aktuelle Entwicklung in den Sozialberatungen lässt laut Caritas Schweiz keinen Zweifel daran, dass diese Form von Unterstützung auch weiterhin notwendig ist.
Am 14. Mai findet ein weltweiter Gebetstag zur Überwindung der Corona-Pandemie statt. | © kath.ch
Am 14. Mai findet ein weltweiter Gebetstag zur Überwindung der Corona-Pandemie statt. | © kath.ch

Bischöfe unterstützen Gebetsaufruf

10.05.2020, 00:35

Die Schweizer Bischöfe rufen dazu auf, sich dem weltweiten Gebetstag vom 14. Mai zur Überwindung der Corona-Pandemie anzuschliessen. Dieser wurde von einem internationalen Komitee angeregt. Im Aufruf werden alle Völker aufgefordert, entsprechend ihrer jeweiligen religiösen Überzeugung zu beten und gute Taten zu tun, um diese Pandemie zu beenden. Die Schweizer Bischofskonferenz veröffentlichte nun den Aufruf des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog zu diesem Gebetstag.
Besuche in Heimen und Spitälern werden wieder möglich. Das bedeutet: Auch das Seelsorgepersonal darf wieder kommen. | © Werner Rolli
Besuche in Heimen und Spitälern werden wieder möglich. Das bedeutet: Auch das Seelsorgepersonal darf wieder kommen. | © Werner Rolli

Besuche in Heimen und Spitälern wieder möglich

08.05.2020, 22:28

Besuche in Spitälern und Heimen werden unter bestimmten Voraussetzungen wieder möglich. Per 11. Mai 2020 hebt der Kanton Aargau das grundsätzliche Besuchsverbot auf und führt ein kontrolliertes Besuchsrecht ein. Von diesem wird auch die Spital- und Heimseelsorge profitieren. Besucher müssen sich anmelden und – zwecks Rückverfolgbarkeit – registrieren. Weiter ist eine Gesundheits-Checkliste auszufüllen. Der Besuch hat zudem in kontrollierten und geschützten Begegnungszonen stattzufinden. Die Institutionsleitung legt die genauen Rahmenbedingungen in Form eines Besuchskonzepts fest. Die Hygiene- und Schutzmassnahmen müssen strikte eingehalten werden. Die Verantwortung liegt bei der Institutionsleitung.
Vroni Peterhans, Vizepräsidentin des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes SKF, an einer Klima-Demo in Bern. | zvg
Vroni Peterhans, Vizepräsidentin des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes SKF, an einer Klima-Demo in Bern. | zvg

Kampf fürs Klima geht online weiter

06.05.2020, 13:46

Der Streik- und Aktionstag des Projekts «Strike for Future» ist abgesagt. Nun aber läuft die Aktion #ChallengeForFuture von zu Hause aus. Am 15. Mai geht es um 11:59 Uhr los. Auf der Website climatestrike.ch werden sich «Challenges», also Herausforderungen, befinden, die es zu lösen gilt. Zusätzlich wird es über ein Webradio ein Programm geben, das aus Updates zum «Spielstand» und Webinaren besteht. In separaten Zoom-Meetings können sich Aktivisten zudem austauschen. Um 11:59 Uhr gibt es einen Klimaalarm: Gemeinsam wird auf Balkonen Lärm gemacht, um die zu wecken, die im Corona-Lockdown die Klimakrise vergessen haben. Auch Vroni Peterhans, Vizepräsidentin des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes (SKF) wird sich für die «Challenge For Future» vor ihren PC setzen. Virtuelle Treffen dieser Art findet sie wichtig. Ein Verband wie der SKF lebe jedoch stark auch von «physischen Begegnungen».
Im Marienmonat Mai ruft Papst Franziskus dazu auf, den Rosenkranz zu beten. Die Hilfsorganisation «Kirche in Not (ACN)» schliesst sich diesem Aufruf an.
Im Marienmonat Mai ruft Papst Franziskus dazu auf, den Rosenkranz zu beten. Die Hilfsorganisation «Kirche in Not (ACN)» schliesst sich diesem Aufruf an.

«Kirche in Not» lädt ein zum Rosenkranzgebet

04.05.2020, 10:48

Das Coronavirus hält die ganze Welt in Atem. Glücklicherweise haben viele Staaten das Virus einigermassen im Griff, aber noch lange nicht alle. Gerade die Entwicklungsländer vermelden immer wieder erschütternde Nachrichten. Deshalb unterstützt das internationale katholische Hilfswerk «Kirche in Not (ACN)» das Anliegen von Papst Franziskus, im Mai den Rosenkranz zu beten. In der Mitteilung der ACN steht: «Das Perlengebet gibt Kraft für den Alltag, Trost in Krankheit, Trauer und Leid. Es ist seit vielen Jahrhunderten fest im Glauben der katholischen Kirche verankert.» Um Priestern und Ordensleuten in notleidenden Ländern zu ermöglichen, auch zur Zeit der Corona-Pandemie den ihnen anvertrauten Menschen pastoral und karitativ beizustehen, hat «Kirche in Not» einen Sonderfonds eingerichtet und bittet um Spenden.
Die Jubla ist beliebt. Seit Jahren steigen die Mitgliederzahlen. | © Jungwacht Blauring Schweiz
Die Jubla ist beliebt. Seit Jahren steigen die Mitgliederzahlen. | © Jungwacht Blauring Schweiz

Auch die Jubla arbeitet digital

02.05.2020, 08:54

Viele Jubla-Scharen organisieren sich digital in den Sozialen Medien, erklärt Roman Oester von der nationalen Geschäftsstelle des Kinder- und Jugendverbandes «Jungwacht Blauring Schweiz» (Jubla) gegenüber dem Katholischen Medienzentrum. «Wir konnten in den Social Media beobachten, wie die Scharen der Jubla schon sehr früh reagiert haben», sagte Oester. Sobald Mitte März bekannt wurde, dass die lokalen Gruppen ihre Aktivitäten aufgrund der Anordnungen des Bundesrates zum Lockdown nicht mehr durchführen konnten, hätten sich diese organisiert. So wurden über die sozialen Kanäle Spiele organisiert, welche die Knaben und Mädchen bei sich zu Hause, aber in digitaler Gemeinschaft mit ihren Kollegen und Kolleginnen in den Scharen durchführen konnten. Dazu gehörten Wettbewerbe, der häusliche Postenlauf oder der Hindernisparcours und Bowling. Der Austausch zwischen den Scharen funktioniere ebenfalls. Als gemeinsames Orientierungszeichen hat die nationale Geschäftsstelle den Hashtag «#jublazuhause» vorgegeben.  
Bischof Felix Gmür hoffte, dass an Auffahrt und Pfingsten wieder Gottesdienste stattfinden können. | © Werner Rolli
Bischof Felix Gmür hoffte, dass an Auffahrt und Pfingsten wieder Gottesdienste stattfinden können. | © Werner Rolli

Keine Gottesdienste an Auffahrt und Pfingsten

29.04.2020, 16:25

«Die Krise ist noch nicht vorbei», sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga an der heutigen Pressekonferenz. Für den Bundesrat bedeutete das: weiterhin keine Gottesdienste. Über die dritte Etappe der Corona-Lockerungen, in welche auch die Gottesdienste fallen dürften, werde der Bundesrat am 27. Mai entscheiden. Bundesrat Alain Berset liess durchblicken, dass ab dem 8. Juni wieder Gottesdienste stattfinden könnten. Zu Auffahrt und Pfingsten wird es somit wohl keine öffentlichen Feiern geben. Felix Gmür, Bischof von Basel und Vorsitzender der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), hofft indessen noch immer, dass ab Christi Himmelfahrt am 21. Mai oder ab Pfingsten am 31. Mai wieder Gottesdienste abgehalten werden können. Die SBK hat für Gottesdienste eigens ein Schutzkonzept erarbeitet.      
Auch auf lautes Singen im Gottesdienst soll in Deutschland als Schutzmassnahme verzichtet werden. | © Roger Wehrli
Auch auf lautes Singen im Gottesdienst soll in Deutschland als Schutzmassnahme verzichtet werden. | © Roger Wehrli

Deutschlands Kirchen: Kein lauter Gesang mehr

27.04.2020, 07:55

Die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland haben am Freitag konkrete Empfehlungen für sichere Gottesdienste in Zeiten der Corona-Krise vorgelegt. Unter anderem sollen Höchstzahlen von Gottesdienstbesuchern festgelegt werden und auf lauten Gesang verzichtet werden. Das Betreten und Verlassen der Kirche soll «geordnet organisiert werden», nach Möglichkeit mit der Hilfe von Ordnern. Nach Möglichkeit sollen Ein- und Ausgang getrennt und Laufwege als Einbahnwege markiert sein. Zudem wird empfohlen, Mund-Nasen-Schutz während des Gottesdienstes zu tragen und liturgische Berührungen etwa zum Friedensgruss zu vermeiden. Kollekten sollen nur am Kirchenausgang stattfinden. Die Gläubigen sollen zudem eigene Gesangbücher mitbringen und auf lauten Gesang verzichten.
Jungwacht und Blauring ist der grösste katholische Kinder- und Jugendverband in der Schweiz. Schweizweit zählt  die «Jubla» rund 30'000 Mitglieder. | © Marie-Christine Andres
Jungwacht und Blauring ist der grösste katholische Kinder- und Jugendverband in der Schweiz. Schweizweit zählt die «Jubla» rund 30'000 Mitglieder. | © Marie-Christine Andres

Kinder bangen um Sommerlager

25.04.2020, 15:06

Ob die traditionellen Lager der Jugendverbände im Sommer stattfinden oder nicht, sei noch ungewiss, berichtet die Pendlerzeitung «20 Minuten». Klare Weisungen des Bundes gibt es noch nicht. Geplant wird trotzdem. «Das Sommerlager ist das jährliche Highlight jeder Schar», sagt Roman Oester, Kommunikationsverantwortlicher von Jungwacht und Blauring Schweiz. Aber ob die Sommerlager dieses Jahr stattfinden können, sei noch ungewiss. Corona droht den Jugendorganisationen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Weiter sei man auch schon Hygienemassnahmen für die Zelt- und Hauslager am ausarbeiten, so Roman Oester. Er sei sich bewusst, dass solche Massnahmen schwer umsetzbar sind. Immerhin sind die Teilnehmer meist auf engstem Raum zusammen. Roman Oester: «Wir versuchen die Lager so anzupassen, dass sie durchführbar sind. Aber dazu sind wir auf die Infos des Bundes angewiesen.» Geplant wird also weiter.  
Auch in der Schweiz sollen bald wieder Gottesdienste stattfinden dürfen. Gespannt schaut man auf die Entwicklung in den Nachbarländern. | © Anne Burgmer
Auch in der Schweiz sollen bald wieder Gottesdienste stattfinden dürfen. Gespannt schaut man auf die Entwicklung in den Nachbarländern. | © Anne Burgmer

In Deutschland gibt es wieder Gottesdienste

23.04.2020, 23:38

Das Bistum Erfurt hat ein Schutzkonzept für Teilnehmer von Gottesdiensten in Kraft gesetzt. Dies, nachdem das deutsche Bundesland Thüringen öffentliche Gottesdienste wieder zugelassen hatte: in geschlossenen Räumen mit bis zu 30 Teilnehmenden und unter freiem Himmel mit bis zu 50 Besuchern unter der Bedingung, dass die staatlichen Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Das bedeutet, dass die Gottesdienstbesucher Abstand voneinander halten, Menschen mit Erkältungssymptomen fern bleiben müssen und spezielle Hygienevorschriften für die Kommunion gelten. Am Montag wird die Bundesregierung über einen Rahmenplan zu Vereinbarungen über Gottesdienste beraten. Insgesamt seien bereits 15 Konzepte von Religionsgemeinschaften eingegangen, die aufzeigten, wie Gottesdienste unter strengen Auflagen stattfinden könnten. 
Für das Kloster Fahr gilt derzeit Quarantäne. Die erkrankten Schwestern bleiben zudem isoliert in ihren Zimmern. | © Marie-Christine Andres
Für das Kloster Fahr gilt derzeit Quarantäne. Die erkrankten Schwestern bleiben zudem isoliert in ihren Zimmern. | © Marie-Christine Andres

Corona: Fahrer Schwestern geht es besser

21.04.2020, 08:37

Ein Viertel der 20 Schwestern aus dem Kloster Fahr ist mit dem Coronavirus infiziert - sie sind zwischen 71 und 88 Jahre alt. Alle sind auf dem Weg der Besserung, eine ist bereits wieder gesund. Laut Priorin Irene Gassmann zeige das Virus bei den Betroffenen einen schwachen Verlauf – wie eine leichte Grippe. Die Schwestern hätten nur schwach erhöhte Temperatur. Eine sei etwas heiser, eine andere habe keinen Geschmack mehr im Mund. Drei litten an einer Magenverstimmung.
Spätestens ab dem 8. Juni soll es in der Schweiz wieder Gottesdienste geben. | © Jil Lüscher
Spätestens ab dem 8. Juni soll es in der Schweiz wieder Gottesdienste geben. | © Jil Lüscher

Gottesdienste wieder ab dem 8. Juni

19.04.2020, 00:16

Felix Gmür, Bischof von Basel und Präsident der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), ist vom aktuellen Fahrplan des Bundesrats zur Lockerung der Corona-Massnahmen enttäuscht. Dieser sieht öffentliche Gottesdienste frühestens am 8. Juni vor. Die Kirchen seien  keine Freizeitbetriebe, sondern dienten der Gesellschaft auf vielfältige Weise mit Hilfs- und Unterstützungsleistungen, sagte Felix Gmür gegenüber der «Schweiz am Wochenende» (18. April). Die SBK will der Regierung nun ein Schutzkonzept vorlegen, damit Gottesdienste unter bestimmten Bedingungen schon vor Juni wieder öffentlich stattfinden können.
Um die Ausbreitung des Corona-Virus' zu stoppen, müssen die Kirchenbänke leer bleiben. | © kna-bild
Um die Ausbreitung des Corona-Virus' zu stoppen, müssen die Kirchenbänke leer bleiben. | © kna-bild

Weiterhin keine Gottesdienste

16.04.2020, 17:04

An seiner heutigen Medienorientierung hat der Bundesrat am Verbot für ganz kleine Veranstaltungen über den 27. April hinaus festgehalten. Das bedeutet: Bis in den Mai hinein bleiben die Kirchen für Gottesdienste geschlossen. Auch kirchliche Veranstaltungen wie Kaffeekreise, Vortragsabende und anderes bleiben verboten. Der Bundesrat hält an der Losung «Bleiben Sie zuhause» fest. Auf welchen Zeitpunkt hin eine Lockerung des Versammlungsverbots erlassen werden könnte, dazu wollte der Bundesrat noch keine Angaben machen. Einzig für Beerdigungen gab es Lockerungen: Diese dürfen kümftig im erweiterten Familienkreis stattfinden. Und mit der Öffnung der Schulen dürfte auch der Religionsunterricht wieder stattfinden können.