02.12.2020

Fragilität muss neu definiert werden

Die Kommission für Bioethik der Schweizerischen Bischofskonferenz (KBSBK) fordert in ihrer jüngsten Stellungnahme von der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften (SAMW) eine Präzisierung bei der Definition von Fragilität. Sie nimmt dabei Bezug auf ein Dokument der SAMW, welches die medizinisch-ethischen Richtlinien für den Fall einer Ressourcenknappheit in der intensivierten Betreuung im Rahmen der Corona-Pandemie beschreibt. Die Mitglieder der KBSBK stossen sich daran, dass die Definition der Fragilität allein auf der Mobilität des Patienten, seinem Unterstützungsbedarf und/oder seinem Demenzgrad beruht. Diese Skala schliesse Menschen mit vorbestehenden Behinderungen weitehend von intensivmedizinischen Behandlungen aus. Die KBSBK fordert eine Definition, die den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten betrachtet, unter Berücksichtigung seiner Fähigkeit, eine intensivmedizinische Behandlung zu tolerieren, ohne ältere Menschen oder Menschen mit Demenz oder Behinderung per se zu diskriminieren.

30.11.2020

Konzerninitiative scheitert am Ständemehr

Der Erfolg war zum Greifen nah – doch die Konzernverantwortungsinitiative (KVI) scheitert am Ständemehr. Kirchliche Befürworter fordern nun eine sofortige Umsetzung des Gegenvorschlags. «Ich bin enttäuscht», sagt Bernd Nilles vom Fastenopfer. «Das Volks-Ja zeigt: Für die Bevölkerung ist klar, dass Schweizer Konzerne auch im Ausland Verantwortung übernehmen müssen.» Ähnlich sieht es auch Sozialethiker Thomas Wallimann-Sasaki: «Die letzten Monate haben sichtbar gemacht: Sind die Kirchen engagiert, haben eine klare Haltung, gut in ihrer Sozialethik begründet, und kann die Abstimmung gewonnen werden, geniessen sie weder Freiraum noch Vorzugsbehandlung», so Thomas Wallimann-Sasaki. Der Sozialethiker leitet das Institut «ethik22». Im Aargau wurde die Initiativre klar abgelehnt.

27.11.2020

Horizonte und das Bistum gehen live

Am kommenden Sonntag, 29. November, betritt die Redaktion des Aargauer Pfarrblatts Horizonte digitales Neuland. Zum ersten Mal streamt sie live zwei Gottesdienste via Youtube. Um 14 Uhr und um 16.30 Uhr wird Weihbischof Denis Theurillat im Verenamünster Bad Zurzach je einen Firmgottesdienst zelebrieren und dabei einmal neun und einmal sieben Jugendlichen das Sakrament der Firmung spenden. Da die Coronaschutzmassnahmen nicht mehr als 50 Personen an einem Ort zulassen, müssen viele Freunde und Verwandte auf die Teilnahme am Gottesdienst verzichten. Sie sollen aber dennoch die Möglichkeit haben, live dabei zu sein, einfach auf digitalem Weg. Über den Youtubekanal «Horizonte Aargau» kann man die Gottesdienste am Sonntag live mitverfolgen oder aber im Nachhinein noch anschauen. Die Liveübertragungen werden auch via Horizonte-Homepage zu sehen sein.

Auch das Bistum Basel will via Video die frohe Botschaft zu den Gläubigen bringen. Gemeinsam mit dem Internationalen Scalabrini-Säkularinsititut lancieren Bischof Felix Gmür und Weihbischof Denis Theurillat zehn Advents- und Weihnachtsgottesdienste, die «live» oder als «replay» mitgefeiert werden können. Die Scalabrini-Gemeinschaft engagiert sich im Migrationskontext weltweit für Bildung und für Gemeinschaft in der Vielfalt. Der erste Video-Gottesdienst findet ebenfalls am 29. November, um 17.30 Uhr, statt. Das Angebot kann abgerufen werden auf der Website des Bistums: bistum-basel.live.

25.11.2020

Wie gehen wir mit dem Coronatod um?

In der gestrigen Ausgabe des «Echo der Zeit» hat das Schweizer Radio ein Gespräch mit Isabelle Noth ausgestrahlt. Darin beantwortet die Professorin für Seelsorge, Religionspsychologie und Religionspädagogik an der Universität Bern Fragen zum aktuellen Umgang der Gesellschaft mit dem Coronatod. Nachdem der erste gemeldete Todesfall am 5. März dieses Jahres für grosses mediales Echo gesorgt hatte, würden die 142 aktuellen Todesfälle heute fast stillschweigend zur Kenntnis genommen. Das Bundesamt für Statistik weist in diesem Zusammenhang auf eine «signifikante Übersterblichkeit bei älteren Menschen» hin. Isabelle Noth stellt sich der Frage, ob die «späten Jahre» in unserer Gesellschaft weniger wert geworden sind durch die Coronapandemie.

23.11.2020

Showdown in Gebenstorf wird verschoben

Die mit Spannung erwartete (Horizonte berichtete), auf morgen Dienstag, 24. November, angesetzte Kirchgemeindeversammlung in Gebenstorf-Trugi ist kurzfristig verschoben worden. «Weil im ganzen Dorf Flyer verteilt und Plakate aufgestellt wurden, um Menschen zu mobiliseren, müssen wir davon ausgehen, dass mehr Menschen kommen, als unser Schutzkonzept erlaubt», erklärt Kirchenpflegepräsident Daniel Ric. Die Kirchenpflege habe beraten und alles rechtlich abgeklärt. Die Teilnehmerzahl zu beschränken und überzählige Personen abzuweisen, wäre nicht rechtsgültig gewesen – genausowenig wie das kurzfristige Ausweichen auf einen anderen Veranstaltungsort. Aus diesem Grund hat man sich fürs Verschieben entschieden. «Die Versammlung wird etwa Mitte Dezember in der Mehrzweckhalle Brühl in Gebenstorf stattfinden», so Daniel Ric. «Das genaue Datum wird noch diese Woche bekannt gegeben – sicher, wie es das Recht vorschreibt, zwei Wochen vor Durchführung. «Der Entscheid erstaunt uns nicht», erklärt Hilde Seibert von der oppositionellen «Gruppe der 88». Man habe sich ohnehin gewundert, dass die Kirchenpflege nicht schon früher eine grössere Halle organisiert habe. Es sei ja absehbar gewesen, dass mehr Menschen kommen werden. Zudem: «Flyer habe man nicht verteilt, nur verschickt. Und sicher keine Plakate aufgestellt.»

 

19.11.2020

SPI: «So viele Kirchenaustritte wie noch nie»

«Im Jahr 2019 sind 31’772 Personen aus der katholischen Kirche ausgetreten. Das sind mehr Austritte als jemals zuvor innerhalb eines Jahres gezählt wurden», konstatiert das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut SPI in St. Gallen. Im Vergleich zum vorangegangenen Jahr, 2018, hat demnach die Zahl der Menschen, die sich von der katholischen Kirche verabschiedet haben, um ein Viertel zugenommen. Als Grund gibt das SPI an: «Die Berichte über die Missbräuche oder die Debatten um die Sexualmoral der Kirche und die Stellung der Frau innerhalb der Kirche»

17.11.2020

Tele M1 bringt zu Weihnachten TV-Gottesdienste

Die Reformierten Landeskirche Aargau wird in Zusammenarbeit mit der Römisch-Katholischen Pfarrei Aarau ökumenische Gottesdienste vom Regionalsender Tele M1 ausstrahlen lassen. Die Römisch-Katholische Landeskirche war dieses Mal nicht zu einer Zusammenarbeit bereit. Insgesamt vier Sendungen werden vorher aufgenommen und zu folgenden Terminen auf Tele M1 ausgestrahlt: Am Heiligabend, 24.12., eine Christnachtfeier um 22.30 und 23.30 Uhr, am Weihnachtsmorgen, 25.12., um 10.30 Uhr, spezielle Impulse zur Weihnachtsfeier für Familien mit Kindern, am Silvesterabend, 31.12., um 17.30 Uhr, eine Feier zum Abschluss dieses denkwürdigen Jahres 2020, am Neujahrsmorgen, 1.1., um 10.00 oder 10.30 Uhr, ein Gottesdienst zum Beginn des Neuen Jahres. Ausserdem überträgt das Schweizer Fernsehen auf SF1 am Heiligabend, um 17.10 Uhr, das Krippenspiel «De Himmel chunnt uf d Erde» von und mit Andrew Bond aus der Stadtkirche Aarau, das 2017 aufgezeichnet wurde.Alle Gottesdienste können auch online auf Tele M1 und auf dem YouTube-Kanal der Reformierten Landeskirche www.youtube.com/user/refaargau zeitversetzt angeschaut werden.

16.11.2020

Papst fordert zum Welttag der Armen mehr Einsatz für Bedürftige

Der Papst hat zum Welttag der Armen mehr Einsatz für Notleidende und Bedürftige gefordert. «Wie viele Menschen verbringen ihr Leben nur damit, Besitz anzuhäufen», kritisierte Franziskus bei der Sonntagsmesse im Petersdom. Sie seien darauf bedacht, dass es ihnen gut gehe, anstatt Gutes zu tun. Aber ein Leben, das Bedürfnissen nachjage, ohne auf Bedürftige zu schauen, sei «leer». «Wenn wir über Gaben verfügen, dann nur, um anderen eine Gabe zu sein», betonte das Kirchenoberhaupt. Zu dem Gottesdienst anlässlich des Aktionstags waren wegen der Corona-Pandemie nur rund 100 Gäste zugelassen, darunter auch eine Gruppe Obdachloser, die von der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio betreut werden. Das Mittagessen mit den Armen, zu dem Franziskus in den Vorjahren nach der Messe Hunderte Personen in die vatikanische Audienzhalle geladen hatte, musste entfallen. Stattdessen sollten Lebensmittelpakete an die Betroffenen verteilt werden.

14.11.2020

Teilnehmerbeschränkung im Gottesdienst: Walliser und Romands wehren sich

In Genf, in der Waadt und im Wallis laufen Klagen gegen die Einschränkungen von Gottesdiensten. Der Walliser Kantonsrat hat zwei Postulate verabschiedet: Die Obergrenze soll schnellstens gelockert werden. Nun muss das Bundesgericht entscheiden. Das Walliser Kantonsgericht hat eine Beschwerde von Walliser Gläubigen gegen die Corona-Massnahmen des Kantons abgelehnt. Die Gläubigen wehren sich gegen die Zehn-Personen-Regelung, die im Wallis für Gottesdienste gilt. Die Gruppe zieht nun vors Bundesgericht, wie der «Walliser Bote» berichtet. «Mit dem Gang vors Bundesgericht beabsichtigen wir, diese ungerechte und ungeeignete Beschränkung, welche die Walliser Gläubigen betrifft, rasch aufzuheben, bevor das endgültige Urteil gefällt wird, das höchstwahrscheinlich nicht vor Weihnachten der Fall sein wird», sagt Marc-André Mabillard. Der Anwalt aus Leytron vertritt das Anliegen der Gläubigen.

12.11.2020

Synode der Römisch-Katholischen Landeskirche: Es wird gespart

Nach Ankündigungen an den letzten Synoden konnte Kirchenratspräsident Luc Humbel an der diesjährigen Herbstsynode bereits erste Einsparungen für die Budgets 2020 und 2021 in Höhe von rund einer Viertelmillion Franken präsentieren. Es seien «schmerzvolle Massnahmen», erklärte Luc Humbel, in deren Zusammenhang auch Kündigungen ausgesprochen worden seien. Des Weiteren würden sowohl Fachstellen als auch Missionen auf Stellenprozente verzichten. Die Fachstelle «Seelsorge für Menschen mit Behinderung» wird zudem in die Spezialseelsorge integriert. Über eine Erhöhung des Zentralkassenbeitrags sollen weitere Kündigungen vermieden werden. Als Nachfolger des zurückgetretenen Kirchenrats Heinz Altorfer wurde Michael Jablonowski aus Bergdietikon gewählt. Für Juni des kommenden Jahres hat bereits Rolf Steinemann seinen Rücktritt angekündigt. Das Präsidium der Synode übernimmt im Geschäftsjahr 2021-2022 Margrit Röthlisberger-Egli.

 

11.11.2020

Kirche und Konzernverantwortung: Bundesgericht könnte Grundsatzfrage klären

Wie die Aargauer Zeitung berichtete, hatten die Aargauer Jungfreisinnigen letzte Woche beim Regierungsrat eine Beschwerde gegen das Engagement der Kirchen im Abstimmungskampf zur Konzernverantwortungsinitiative eingereicht. Heute Mittwoch hat der Aargauer Regierungsrat entschieden, nicht auf die Beschwerde einzutreten. Die von Tim Voser, Vorstandsmitglied der Jungfreisinnigen, verfasste Beschwerde fordert unter anderem, dass bei einem Ja zur Konzernverantwortungs-Initiative am 29. November das Resultat aufzuheben sei. Dies für den Fall, dass «die in dieser Beschwerde geltend gemachten Mängel» – gemeint ist das Engagement der Kirchen für die Initiative – bis zum Abstimmungstermin nicht behoben werden könnten. Die Jungfreisinnigen argumentieren, die Interventionen der Kirchen im Abstimmungskampf würden gegen die Verfassung verstossen. Kirchen seien als öffentlich-rechtliche Institutionen, die Steuern einziehen könnten, grundsätzlich zur politischen Neutralität verpflichtet. Sie dürften nur in einem Abstimmungskampf intervenieren, wenn sie von einer Vorlage besonders betroffen seien. Seinen Nichteintretensentscheid begründet der Regierungsrat in einer Medienmitteilung: «Die in der Abstimmungsbeschwerde gerügten Eingriffe in den Abstimmungskampf fallen nicht in den Zuständigkeitsbereich des Regierungsrats, da sie in ihren Auswirkungen nicht auf das Gebiet des Kantons Aargau beschränkt sind.» Damit schafft der Regierungsrat die Voraussetzung, dass die Beschwerdeführer die in der Abstimmungsbeschwerde angesprochenen Grundsatzfragen nun vom Bundesgericht klären lassen können. Wie der Regierungsrat festhält, würde er eine solche Klärung dieser Grundsatzfragen begrüssen.

09.11.2020

100. Jahrestag der diplomatischen Beziehungen zum Heiligen Stuhl

Am 8. November 1920 trat der erste Nuntius des Vatikans in Bern sein Amt an. Anlässlich des 100. Jahrestags zeichnet kath.ch in einem Artikel die Chronik der Ereignisse nach. Der Entsendung des Nuntius vorhergegangen war fast ein halbes Jahrhundert, in denen die Beziehung zwischen der Schweiz und dem Heiligen Stuhl brachlag, weil es im frostigen Klima des Kulturkampfes zum Kontaktabbruch gekommen war. Doch auch nach der Wiederaufnahme 1920 waren die diplomatischen Beziehungen weit vom Courant normal entfernt. Der Heilige Stuhl hatte eine ständige Vertretung in Bern eröffnet – die Schweiz war nicht bereit, ihrerseits einen Botschafter nach Rom zu entsenden. Der Historiker und Theologe Urban Fink weiss, warum: «Die Schweiz war noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts stark freisinnig und protestantisch geprägt. Es gab deshalb Widerstände, gleichwertige diplomatische Beziehungen aufzunehmen.»

Doch im Verlauf der Jahre habe «die Offenheit von beiden Seiten» zur Qualität des Verhältnisses beigetragen, erklärt Urban Fink. Laut Historiker Lorenzo Planzi erwies sich die Nuntiatur in Bern während des Zweiten Weltkrieges «als vorteilhaft sowohl für diplomatische Verhandlungen als auch in Bezug auf humanitäre Massnahmen». Eine weitere Annäherung brachte das Zweite Vatikanische Konzil, als die römisch-katholische Kirche positive Signale in die Welt sandte. Die Wende brachte aber erst die Ernennung von Wolfgang Haas zum Bischof im Bistum Chur. Um den Religionsfrieden in der Schweiz zu erhalten, setzte der Bundesrat 1991 den Diplomaten Jenö Staehelin als Gesandten in Sondermission ein. Erstmals seit 1920 erhielt der Nuntius ein Gegenüber. Erst 2004 bekam die Schweiz einen ordentlichen Botschafter beim Heiligen Stuhl. In diesem Jahr besuchte der polnische Papst Johannes Paul II. zum zweiten Mal die Schweiz. Den Anstoss für die weitere Aufwertung der diplomatischen Beziehungen hatte der katholische Bundesrat und damalige Bundespräsident Joseph Deiss gegeben. Urban Fink ist überzeugt: «Dieser Schritt war ein Geschenk an den Papst anlässlich seiner insgesamt zweitletzten Auslandreise, die in die Schweiz führte.» 

Ein letzter Schritt steht auch nach 100 Jahren noch aus: Die Schweiz hat nur einen nicht-residenten Botschafter beim Heiligen Stuhl: Der Schweizer Botschafter in Slowenien vertritt von Ljubljana aus Schweizer Interessen beim Vatikan. Dies könnte sich ändern. Die Schweiz prüfe «auf Wunsch des Vatikans» die Errichtung einer ständigen Botschaft in Rom, sagte Bundesrat Ignazio Cassis Ende Oktober 2020 in einem Interview mit kath.ch.

04.11.2020

Schweizerischer Rat der Religionen bekundet Solidarität mit Österreich

Der Schweizerische Rat der Religionen verschickte kurz nach dem Attentat in Wien vom Montagabend, 2. November, eine Medienmitteilung. Darin bekundet der Rat seine entschiedene Solidarität mit Österreich. «Wie zuvor die islamistischen Terroranschläge in Europa ist dies ein Anschlag auf die Menschlichkeit überhaupt. Es war ein Akt des Terrors aus Hass auf europäische Grundwerte, auf die Demokratie und friedliches Zusammenleben der Kulturen und Religionen. Sich beim Töten auf Gott zu berufen, ist die übelste Form des Missbrauchs der Religion», heisst es in der Medienmitteilung.  Fundamentalistische Gewalttäter hätten das Ziel, die friedliche Zivilgesellschaft zu spalten und sie zu verunsichern. «Aber es wird ihnen nicht gelingen. Weil unsere Solidarität des Guten und des friedlichen Zusammen­lebens stärker ist als Hass. Aufeinander zugehen, menschliche Wärme geben und nicht die Kälte des Hasses verbreiten. Das ist unser moralisches Grund­prinzip, das ist die grundlegende Botschaft der Religion, und der Glaube an Gott steht für Nächstenliebe und Barmherzigkeit.»

02.11.2020

Rita Famos wird erste Präsidentin der EKS

Mit 47 zu 25 Stimmen wählte am 2. November 2020 die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz EKS Pfarrerin Rita Famos zur Präsidentin. Damit ist sie in der hundertjährigen Geschichte des Kirchenbundes und seiner Nachfolgerin EKS die erste Frau in diesem Amt. Auch in den anderen Schlüsselfunktionen setzt die Synode der EKS auf weibliche Kompetenz: So wurden Evelyn Borer als Präsidentin der Synode und Claudia Haslebacher in den Rat der EKS gewählt.  «Ich freue mich, als Präsidentin eine moderne, offene, gleichberechtigte Kirche mitzugestalten», sagte Rita Famos zur Synode. Die im Kanton Bern aufgewachsene Zürcher Pfarrerin ist seit 2013 Abteilungsleiterin der Spezialseelsorge der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich und kirchenpolitisch sehr erfahren. Ihr Programm unter dem Motto «Gemeinsam Kirche gestalten» überzeugte die 79 Delegierten der Synode. Famos setzte sich im ersten Wahlgang mit 47 Stimmen gegen ihre Mitkandidatin Isabelle Graesslé aus dem Waadtland durch. Aufgrund der Covid-19 Schutzbestimmungen fanden die Wahlen erstmals virtuell per e-Voting statt.
  

30.10.2020

Aktion Sternsingen braucht Flexibilität und Kreativität

Die Aktion Sternsingen 2021 wird coronabedingt nicht in der traditionellen Form stattfinden können. Missio bietet deshalb den Verantwortlichen für das Sternsingen in den Pfarreien Leitlinien an und wird in einer Zoom-Konferenz informieren, wie die Aktion Sternsingen durchgeführt werden kann. «Wir bei Missio sind uns bewusst, dass die vom Bundesrat empfohlenen Massnahmen zusätzliche Anstrengungen für die Verantwortlichen der Sternsinger-Gruppen und natürlich die Kinder bedeuten. Aber mit Kreativität und Flexibilität wird die Aktion Sternsingen auch in diesen dunklen Zeiten eine Freude machen», ist Kathrin Staniul-Stucky überzeugt. Sie koordiniert für Missio-Kinder und Jugend die Aktion Sternsingen in der Deutschschweiz. Missio bietet deshalb auch einen Leitfaden an, mit konkreten Empfehlungen und Vorschlägen, die verschiedene mögliche Kontexte berücksichtigen. «Wir schlagen beispielsweise vor, eine kleine Anzahl von Kindern unter den Fenstern eines Hauses den Segen sprechen zu lassen. Geld kann mit einem an einer Stange befestigten Säckchen entgegengenommen oder kontaktlos via TWINT QR-Code überwiesen werden.» Wo immer der Besuch einer Sternsingergruppe nicht möglich ist, gibt es die Möglichkeit eines virtuellen Sternsingerbesuchs: In einem Kurzvideo überbringt eine Sternsingergruppe den Segen für das Haus und bittet um eine Spende.

 

28.10.2020

Wasserschloss: Der Bischof spricht ein Machtwort

Nachdem seit Monaten ein Streit um den Verbleib des umstrittenen Salvatorianerpaters Adam Serafin in den Pfarreien Birmenstorf, Gebenstorf und Turgi (Horizonte berichtete) tobt und die bisherige Handhabe des Basler Bischofs Felix Gmür im Konflikt durchaus Interpretationsspielraum geboten hat, erlässt Felix Gmür ein Dekret an die Adresse von Pater Adam. In diesem erklärt der Basler Bischof explizit die im Jahre 2017 ausgestellte Missio für Pater Adam für erloschen und verbietet ihm jegliche Ausübung pastoraler Dienste in der Pfarrei Birmenstorf. Noch bis Ende Jahr darf Pater Adam in Gebenstorf und Turgi gemäss der unlängst von Bischofsvikar Valentine Koledoye ausgestellten Missio arbeiten. Hernach aber soll für Pater Adam aber im Bistum Basel Schluss sein. Begründung: Unter Anführung entsprechender Artikel aus dem kanonischen Recht Schädigung und Verwirrung der kirchlichen Gemeinschaft. Daniel Ric, Präsident der Kirchenpflege Gebenstorf-Turgi, sagt dazu: «Ich bin froh, dass der Bischof nun endlich Farbe bekennt und durch dieses Dekret klarmacht, dass er der Hautptverantwortliche im Bistum Basel für den Priestermangel ist. Gleich wie bei unserem früheren Priester Celestine Thazhuppil und in vielen anderen Pfarreien verunmöglicht er den Dienst von Priestern. Meistens versteckt er sich dabei aber hinter der Landeskirche oder den lokalen Gremien. Bischof Felix ist es aber, der gegen Priester ist und dabei auch staatliches Recht bricht, um seine Ziele zu erreichen».

26.10.2020

Ranfttreffen 2020 findet digital statt

Jungwacht Blauring Schweiz führt angesichts der Corona-Lage das beliebte Ranfttreffen in diesem Jahr digital durch. Das Grossereignis bringt jedes Jahr am Wochenende vor Weihnachten rund 1000 Jugendliche und junge Erwachsene zu einem spirituellen Erlebnis zusammen. Abschluss des Treffens bildet jeweils der Gottesdienst in der Ranftschlucht bei Flüeli-Ranft. Für dieses Jahr planen die ehrenamtlichen Organisatoren unter gross angelegtem Einsatz digitaler Technik ein digitales Treffen. In der Nacht vom 19. auf den 20. Dezember soll das Herzstück des Ranfttreffens, die andächtige Feier im Lichtermeer, erstmalig digital aus der Ranftschlucht direkt auf die Bildschirme der Teilnehmenden kommen.

24.10.2020

OEKU empfiehlt ein «Ja» zur Konzern-Verantwortungs-Initiative


OEKU-Kirche und Umwelt empfiehlt, die Konzernverantwortungsinitiative anzunehmen, über die am 29. November 2020 abgestimmt wird. Mit der Annahme der Initiative wird ein Zeichen gesetzt für die Menschenrechte, für den Schutz der Umwelt und für eine gerechtere globale Wirtschaftsordnung. Die Konzernverantwortungsinitiative KVI will die weltweite Einhaltung der Menschenrechte und internationaler Umweltstandards durch Unternehmen mit Sitz in der Schweiz sicherstellen und Elemente der UNO-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte verbindlich umsetzen. International tätige Unternehmen tragen eine besondere Verantwortung, die prekären politischen und rechtlichen Verhältnisse in anderen Ländern nicht für ihr Gewinnstreben auszunützen. Der Bundesrat anerkennt, dass die Initiative gesellschaftlich bedeutende Anliegen verfolgt und rechtlich umsetzbar ist. Im Unterschied zur Initiative setzen Bundesrat und Parlamentsmehrheit aber auf freiwillige
und unverbindliche Massnahmen der Unternehmen. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass freiwillige Massnahmen nicht ausreichen, um einen wirksamen Menschenrechts- und Umweltschutz zu garantieren. Die KVI will dagegen internationale Umweltstandards und Menschenrechte verbindlich und einklagbar machen.