16.04.2021

«Leben, was geht!» ab sofort in Wohlen

Ab Samstag, 17. April, um 17 Uhr ist die Ausstellung «Leben, was geht!» wieder in Wohlen zu sehen . Die Ausstellung thematisiert Suizid im Gespräch mit Hinterbliebenen. Was löst ein Suizid bei Hinterbliebenen, ihrem Umfeld und Helfenden aus? Welche Antworten und welche Sprache gibt es auf diese herausfordernde Lebenssituation? Beiträge von direkt und indirekt Betroffenen fassen das Unfassbare in Worte – sie alle geben dem tabuisierten Thema in Form einer «Living Library» eine lebensnahe Sprache. Horizonte hat letztes Jahr anlässlich der Ersteröffnung über die Entstehung und die Hintergründe der Ausstellung berichtet.

Die Ausstellung bleibt bis am 2. Mai im Chappelehof in Wohlen. Danach zieht sie weiter nach Bremgarten ins Alte Zeughaus, wo sie vom 6. bis am 20. Mai zu sehen ist. Alle Infos unter www.leben-was-geht.ch

14.04.2021

«Ohne Gebet keine Kirchenreform»

In seiner heutigen Generalaudienz betonte Papst Franziskus die unabdingbare Notwendigkeit des Gebets für den Fortbestand und für die Erneuerung der Kirche. In seiner Katechese, die er dem Thema «Die Kirche, Lehrmeisterin des Gebets» gewidmet hat, ermahnte der Papst: «Alles in der Kirche entsteht und wächst im Gebet. Wenn das Gebet aufhört, wird die Kirche zu einer leeren Hülle, die nicht mehr die Quelle der Wärme und Liebe besitzt.» Wenn der Teufel die Kirche bekämpfen wolle, dann tue er das, indem er versuche, ihre Quelle versiegen zu lassen, sie am Beten zu hindern, schreibt Silvia Kritzenberger, Korrespondentin von Vatican News, in ihrem Beitrag zur Generalaudienz. Franziskus erläuterte seine Gedanken am konkreten Beispiel: «Wir sehen das bei gewissen Gruppen, die sich darauf einigen, kirchliche Reformen voranzubringen, Änderungen im Leben der Kirche und aller Organisationen; die Medien informieren alle darüber. Aber das Gebet ist nicht zu sehen – da wird nicht gebetet. Wir müssen dies und jenes ändern, wir müssen diese Entscheidung treffen, die ein bisschen heikel ist, aber der Vorschlag ist interessant. Er ist interessant – nur mit Debatte, nur mit den Medien. Aber wo ist denn da das Gebet? Das Gebet ist es doch, das die Tür zum Heiligen Geist öffnet, er bringt uns voran.»

12.04.2021

Online-Meeting zu Extremismus und Radikalisierung

Die Fachstelle Integration Region Baden organisiert am Mittwoch, 28. April, eine virtuelle Podiumsdiskussion zu Extremismus und Radikalisierung. Gerade im Zusammenhang mit der Pandemie-Situation seien Fake News und Verschwörungstheorien alltäglich geworden. Diese extremistischen Inhalte bildeten den Nährboden für eine Polarisierung in der Gesellschaft, die zu Radikalisierung führen könne, schreibt die Fachstelle. In einem Online-Meeting diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus derWissenschaft, aus der Sicherheitsbehörde und aus der Sozialen Arbeit miteinander. Professor Doktor Dirk Baier erläutert im ersten Teil die Phänomene aus wissenschaftlicher Perspektive. Danach richtet Matthias Schildknecht, Dienstchef Kriminalprävention Kanton Aargau und Patric Nussli, Fachverantwortlicher Prävention und Lage Stadtpolizei Baden, den Fokus auf die aktuelle kantonale und regionale Situation. Urs Allemann, Leiter der Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention Winterthur, berichtet aus seiner Tätigkeit in der Stadt, welche viel Aufmerksamkeit durch Dschihad-Reisende erlangte. Melanie Brühlmann und Urs Schildknecht stellen folgend die beiden Anlaufstellen Radikalisierung im Kanton Aargau vor und abschliessend bleibt Zeit für Fragen aus dem Plenum.

Online-Meeting: Mittwoch, 28. April 2021, 17.30 bis ca. 19.30 Uhr. Link für die Teilnahme: https://zoom.us/j/8432176512 / Meeting-ID: 843 217 6512 & Kenncode: 20210216. Die Teilnahme ist kostenlos und braucht keine Anmeldung.
 

10.04.2021

Erstkommunion in Zeiten von Corona

Der Religionspädagoge Stephan Leimgruber schreibt in seinem aktuellen Beitrag auf der Website des Bistums Basel über die Chancen der Erstkommunion in Zeiten von Corona. Vor einem Jahr ist die Erstkommunion wegen des Lockdowns ausgefallen. Dieses Jahr sind Gottesdienste mit bis zu 50 Personen wieder erlaubt. «Das bringt eine tiefgreifende Veränderung des Weissen Sonntags mit sich.» Die erste Veränderung spiele sich dabei in der Erfahrung der Kinder ab: «Sie begegnen Jesus Christus nicht in einer Grossgruppe mit einigen äusserlichen Festlichkeiten, sondern vermehrt und vielleicht inniger in der Kleingruppe.» Die zweite Herausforderung betrifft, nach Ansicht des emeritierten Professors für Religionspädagogik und Didaktik, die Katechese: «Die Katechetinnen sind zu vermehrtem Kleingruppenunterricht herausgefordert. Individualisiertes Lernen ist angesagt, selbst wenn es mehr Zeit und Kraft in Anspruch nimmt.» Auch die Eltern seien bei der Erstkommunion unter diesen speziellen Umständen besonders gefragt: «Wer lehrt die Kinder beten, wenn nicht Mutter und Vater? Wenn das Kind bei ihnen und den Geschwistern und weiteren Kindern ablesen kann, wie beten geht, dann bleibt das Gebet nichts Fremdes, sondern kann ins Leben aufgenommen werden.» Ganz wichtig seien auch die Grosseltern für die religiöse Beheimatung der Kinder: «Zahlreiche Grosskinder lernen bei ihren Grosseltern,  wie das Kreuzzeichen geht und wie sie beten. Gewiss, die Coronapandemie behindert auch den Kontakt mit den Grosseltern, insbesondere wenn sie fortgeschrittenen Alters und in Pflegeheimen sind. Viele Grosseltern gehören aber zu den ‹jungen Alten› und können durchaus mit den Kindern in Kontakt stehen.»

08.04.2021

Zum Tod von Hans Küng

Der bekannte Schweizer Theologe Hans Küng ist am Dienstag, 6. April 2021, im Alter von 93 Jahren in Tübingen verstorben. Hans Küng wurde 1928 in Sursee geboren. 1948 bis 1955 studierte er Philosophie und Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom; 1954 wurde er zum Priester geweiht. 1955 folgte ein Studium an der Sorbonne und am Institut Catholique in Paris, das er 1957 mit dem Doktorat der Theologie abschloss. 1960 erhielt Hans Küng den Ruf als Professor für Fundamentaltheologie an die Katholisch-Theologische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen.

Weil Hans Küng die Strukturen der Katholischen Kirche kritisierte, und unter anderem auch die päpstliche Unfehlbarkeit in Frage stellte, entzog ihm die Deutsche Bischofskonferenz Ende 1979 die kirchliche Lehrerlaubnis. Um ihm weiterhin die universitäre Lehre zu ermöglichen, gliederte die Universität Tübingen sein damaliges Institut für Ökumenische Forschung aus der Katholisch-Theologischen Fakultät aus. 1980 wurde Hans Küng fakultätsunabhängiger Professor für Ökumenische Theologie und Direktor des Instituts für ökumenische Forschung. Hans Küng erhielt zahlreiche Auszeichnungen sowie Ehrendoktorate von Universitäten weltweit.

Das katholische Medienzentrum kath.ch hat zum Gedenken an Hans Küng ein Dossier unter dem Titel «Ein Liebhaber der Kirche» zusammengestellt.

08.04.2021

Pater Adam bleibt weiterhin suspendiert

In der heute erschienenen Ausgabe des Pfarrblatts Horizonte wendet sich auf den Seiten des Seelsorgeverbands Birmenstorf-Gebenstorf-Turgi (S. 28) Bischof Felix mit einem offiziellen Schreiben direkt an die Gläubigen des Seelsorgeverbands. In seinem Brief weist der Bischof von Basel darauf hin, dass die von ihm veranlasste Enthebung des Salvatorianerpaters Adam Serafin von sämtlichen Ämtern, die er bis 31. Dezember 2020 im Seelsorgeverband innehatte, auch durch die eingereichte Beschwerde gegen die bischöflichen Dekrete nicht aufgehoben werde. Die seelsorgerische Verantwortung für den Seelsorgeverband Birmenstorf-Gebenstorf-Turgi liegt seit der Amtsenthebung von Pater Adam direkt beim zuständigen Bischofsvikar, Valentine Koledoye.

07.04.2021

Frauen drängen auf Veränderung

Unter dem Titel «Frau.Macht.Kirche. – Eine Institution gerät ins Wanken» hat das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) einen Dokumentarfilm produziert, der den Kampf der Frauen für eine gerechtere und menschlichere Kirche zeigt. Der Film porträtiert dazu vier Frauen und ihr je eigenes Engagement im Bemühen um einen Richtungswechsel. Antonia Papenfuhs will Priesterin werden, Doris Bauer ist ausgetreten, Angelika Pohlers Kampf geht über die Kunst, und Schwester Maria Stadler diskutiert mit Bischöfen. Die katholische Kirche steht an einem Scheidepunkt. In den vergangenen zwei Jahren haben sich vor allem die Frauen in der katholischen Kirche organisiert und fordern Veränderungen.

 

05.04.2021

Papst fordert Impfstoff für arme Länder

In einem fast leeren Petersdom hat Papst Franziskus am Ostersonntag feierlich seinen Segen «Urbi et Orbi» erteilt. Wie schon im vergangenen Jahr waren angesichts der Coronapandemie fast keine Teilnehmer am Ostersegen und der vorangegangenen Eucharistiefeier zugelassen. Der Papst forderte in seiner Osterbotschaft eine solidarische Verteilung von Corona-Impfstoffen und zeigte sich solidarisch mit den Demonstranten in Myanmar. In seiner Osterbotschaft, so berichten die Vatican News auf ihrer Website, betonte Papst Franziskus: «Alle Menschen, vor allem die schwächsten, brauchen Betreuung und haben ein Recht darauf, Zugang zu der notwendigen Pflege zu erhalten. Dies wird in dieser Zeit noch deutlicher, in der wir alle aufgerufen sind, die Pandemie zu bekämpfen, und in diesem Kampf stellen die Impfstoffe ein wesentliches Instrument dar.»

03.04.2021

Hoffnung auf Erlösung hilft durch Pandemie

Unter dem Titel «Die Kraft der Zuversicht» schreibt Autor Matthias Drobinski von der Süddeutschen Zeitung über die Chancen, die der Kirche gerade durch das Osterfest aus der aktuellen Coronapandemie erwachsen. «Die Kirche steht als Institution in der Kritik», liest man im Artikel, den das katholische Medienzentrum kath.ch auf seiner Website publiziert. «Aber gerade dieses Osterfest in der Pandemie zeigt, wie wichtig der Auferstehungsglaube und die Erlösungshoffnung sind.» Matthias Drobinksi kritisiert die Kirchenspitze, die vielerorts den Glauben an das Osterwunder selber verloren hat: «Viele, die als Gläubige der Institution den Rücken kehren, merken genau das: wie wenig die Zuversicht und wie sehr die Verlustangst gerade die katholische Kirche treibt. Sie nehmen das übel, zu Recht.» Es brauchte aber die ganze Welt diese Osterzuversicht, «…selbst wenn nur noch eine Minderheit glaubt, dass dieser Jesus leibhaftig auferstanden ist. Es braucht sie in der quälend langen Pandemie und danach, wenn es darum geht, wie man leben soll, um die Erderhitzung zu begrenzen, wie eine global gerechte Welt und der Schutz der Menschenwürde hinzubekommen wären. Es braucht sie als eine Kraft von vielen Kräften. Doch ohne diese Zuversicht nähme das Ganze Schaden.»

31.03.2021

Die Kirchen auf dem digitalen Prüfstand

Das internationale ökumenische Forschungsprojekt CONTOC – Churches Online in Times of Corona – untersucht das kirchliche Handeln in der Coronazeit. Digitalisierte Kommunikation ist in vielen Bereichen kirchlichen Lebens präsent. Pfarrpersonen und Seelsorger zeigen eine grosse Bandbreite unterschiedlicher und kreativer Umgangsformen mit der Krisensituation. In der Coronazeit stellt sich die Frage nach Aufgabe und Rolle der Kirche dringlicher als zuvor. In den Medien wird die Rolle der Kirchen in der Coronazeit kontrovers diskutiert. Die Aussagen schwanken: Hier begeisterte Berichte über digitale Innovation und pastorale Erneuerung. Dort Vorwürfe wegen verpasster Chancen, Obrigkeitshörigkeit und unzureichender Glaubenskommunikation. Hier Anzeichen dauerhafter Kirchenreform, dort die Rede von ihrer fehlenden Systemrelevanz. In Ihrem Beitrag auf Radio SRF 1 stellt Nicole Freudiger die Ergebnisse der Contoc-Studie vor und spricht mit Fachleuten darüber.

29.03.2021

Armeeseelsorge neu mit Juden und Muslimen

Die Schweizer Armeeseelsorge geht mit dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) sowie mit der Föderation Islamischer Dachorganisationen der Schweiz (FIDS) eine Partnerschaft ein. Damit will die Armeeseelsorge dem Anspruch von Diversität und Inklusion in den eigenen Reihen gerecht werden. Laut Bericht von kath.ch will die Armeeseelsorge mit den neuen Partnerschaften die Diversität und Inklusion in ihren eigenen Reihen umsetzen. Es gehe darum, alle Armeeangehörigen kompetent und adäquat begleiten zu können. Die Armeeseelsorge trage so der Tatsache Rechnung, dass die Schweizer Milizarmee ein Spiegelbild der Gesellschaft, also divers sei.

26.03.2021

Zwischenstand der Aktion Sternsingen 2021

Dank des Einsatzes der Sternsinger-Kinder und ihrer Begleitpersonen konnten bis Mitte März knapp über 1 Mio. Franken bei der Aktion Sternsingen gesammelt werden. Das gab das Hilfswerk missio diese Woche bekannt. Das Ergebnis der Sternsingeraktion 2021 wird hinter dem Rekord des letzten Jahres zurückbleiben: Missio rechnet mit einem Rückgang von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die fehlenden Spenden werden in den rund 200 jährlich unterstützten Kinderprojekten einschneidende Konsequenzen haben. Doch den schwierigen Umständen entsprechend, hätten die Sternsingerinnen und Sternsinger ihr Bestes gegeben, fasst Martin Bernet von missio zusammen: «Der Einsatz und die Kreativität der Sternsingerinnen und Sternsinger im Rahmen der Aktion 2021 war ganz einfach umwerfend.» Die Aktion Sternsingen 2021 unterstützt elf Caritas-Tageszentren in unterschiedlichen Städten der Ukraine sowie das «Haus der Barmherzigkeit» für Mädchen aus schwierigen familiären Situationen. Noch haben Spenderinnen und Spender bis Ende Juni die Möglichkeit, das Resultat der Aktion Sternsingen 2021 zu verbessern und den Kindern in den Projekten, die auf unsere Unterstützung angewiesen sind, Halt zu geben.

23.03.2021

Brennholz für den guten Zweck

Schwerarbeit für einen guten Zweck leisten Lionel, Severin und Nils Knaup aus Wettingen. Bereits in den letzten Jahren sammelten die Brüder Christbäume ein, die zur Entsorgung bereitstanden, um Geld fürs Fastenopfer zu verdienen. Auch dieses Jahr waren die Buben fleissig und schleppten mehr als 70 Bäume nach Hause. Dort entasteten sie die Bäume und zersägten die Stämme in handliche Stücke. Diese verkaufen sie in als Brennholz. Beim selbstgebauten Unterstand hinter dem Gartenzaun darf jeder Kunde so viel nehmen, wie er braucht, und dafür so viel bezahlen, wie er mag. Kundinnen und Kunden können das Holz selber einpacken und den gewählten Betrag in den Briefkasten legen. Zu finden ist das Brennholz in Wettingen an der Rebhaldenstrasse 29. Den Erlös aus dem Holzverkauf – letztes Jahr rund 350 Franken – spenden die jungen Holzsammler ans Fastenopfer.

21.03.2021

Joseph Maria Bonnemain zum Bischof von Chur geweiht

Am Freitag, 19. März, dem Tag des Heiligen Josef, weihte Kardinal Kurt Koch in der Kathedrale Chur Joseph M. Bonnemain zum Bischof. Der Weihegottesdienst begann um 16 Uhr und wurde vom Tessiner Fernsehen RSI sowie im Internet live übertragen. Die Feier nutzte starke Symbole und nährte die Hoffnung auf einen Neuanfang im Bistum Chur.

Der neue Bischof prangerte ein krankes Bistum an und sagte: «Unsere Kirche muss bescheidener, demütiger, ehrlicher, transparenter werden.» Zum Ende der Feier setzte der frisch geweihte Bischof ein starkes Zeichen. Er liess sich vor dem Volk auf die Knie fallen, um sich segnen zu lassen, bevor er den Bischofssegen spendete.

kath.ch wertet den «Kniefall von Chur» als Zeichen dafür, dass Joseph Bonnemain Abbitte leiste. Er, der seit 40 Jahren in verschiedenen Rollen Teil der Bistumsleitung war, sei «kein passiver Beobachter, sondern Teil des Systems, das für Intrigen, Machtmissbrauch und Ränkespiele verantwortlich ist», gewesen. Den Willen zum Neuanfang belegt auch die Einladung des ehemaligen Generalvikars Martin Kopp, der vor einem Jahr abgesetzt worden war. Ausserdem verlas eine Frau, die Leiterin der Zürcher Spitalseelsorge Sabine Zgraggen, die Ernennungsurkunde von Papst Franziskus. Ein weiteres Hoffnungszeichen war, dass Joseph Bonnemain im Beisein des Ökumene-Ministers Kardinal Kurt Koch drei ranghohen Reformierten die Heilige Kommunion gab: der Präsidentin der Evangelisch-Reformierten Kirche Schweiz, Rita Famos; dem Zürcher Kirchenratspräsidenten Michel Müller und dem Zürcher Regierungsrat Mario Fehr.

18.03.2021

Bischof Felix Gmür will sich für Homosexuelle einsetzen

Aus Rom kam von der vatikanischen Glaubenskongregation ein Segnungsverbot für homosexuelle Paare. Wie hat das den Arbeitskreis Regenpastoral des Bistums Basel getroffen? Die Aargauer Seelsorgerin Susanne Andrea Birke, langjährige Organisatorin von «Segens- und Solidaritätsfeiern für gleichgeschlechtlich Liebende, ihre Freunde und Angehörige» erklärt auf Anfrage: «Ich kann nichts im Auftrag des Arbeitskreises Regenbogenpastoral sagen – dazu habe ich kein Mandat, denn unser Arbeitskreis ist Teil des Bistums.» Bischof Felix Gmür hatte noch am Dienstag getwittert: «Das vatikanische Segnungsverbot für homosexuelle Paare entspricht der traditionellen Lehre. Theologie und Seelsorge  müssen sich jedoch auch in diesem Bereich weiterentwickeln. Dazu dient unsere Regenbogenpastoral.» Auf Nachfrage präzisiert Bistumssprecher Hansruedi Huber: «Der Bischof sagt mit seinem Tweet, dass die traditionelle Lehre teilweise nicht mehr der gelebten Wirklichkeit entspreche. Zu Fragen einer gendergerechten Pastoral lässt sich Bischof Felix deshalb von einer Gruppe aus Theologinnen und Theologen beraten. Das Bistum St. Gallen fährt da denselben Kurs, das dortige Pastoralamt hat eine gleichlautende Erklärung veröffentlicht.» Homosexuelle scheinen sich indessen von der katholischen Kirche eher abzuwenden. Laut Susanne Andrea Birke sieht man nämlich aufgrund der geringen Beteiligung im Jahre 2019 von der Durchführung von Segensfeiern für gleichgeschlechtlich Liebende im Aargau seither ab. Die Seelsorgerin betont aber, dass kirchliche Beratungen von Homosexuellen nach wie vor gefragt sind. Bischof Felix verschickte überdies am Mittwoch noch eine Nachricht an sein Seelsorgepersonal: «Die Mitteilung der Glaubenskongregation, wonach es nicht möglich ist, homosexuelle Partnerschaften kirchlich zu segnen, hat manche tief verletzt. Ich bin mir bewusst, dass sich schwule und lesbische Menschen durch diese Stellungnahme erneut diskriminiert und ausgegrenzt erfahren. Das tut mir leid, und ich hoffe, dass sie in der konkreten Pastoral in unserem Bistum Annahme und Wertschätzung erfahren. Denn vom Segen Gottes ist niemand ausgeschlossen.»

17.03.2021

Frauenbund kritisiert Segnungsverbot

 
Die Glaubenskongregation der katholischen Kirche schliesst Segnungen für homosexuelle Partnerschaften auch in Zukunft aus. Der Schweizerische Katholische Frauenbund SKF lehnt die Haltung aus Rom entschieden ab. Auch gleichgeschlechtliche Paare sollten die Möglichkeit haben, ihre Beziehung segnen zu lassen, schreibt der SKF in einer Medienmitteilung. Mit dem jüngsten Entscheid, homosexuellen Paaren auch weiterhin den Segen zu verweigern, habe sich die katholische Kirche gegen die Liebe und für die Ausgrenzung entschieden, hält der SKF fest. Präsidentin Simone Curau-Aepli findet deutliche Worte: «Es ist unsäglich, dass liebenden Menschen der Segen verwehrt wird. Es ist unsäglich, dass die Liebe gleichgeschlechtlicher Menschen auf diese Weise delegitimiert wird.» Der Entscheid der Glaubenskongregation transportiere die Botschaft, Homosexuelle hätten keinen Schutz verdient und seien der Barmherzigkeit Gottes nicht würdig. Diese Haltung stelle eine verpasste Chance dar, der Kirche ein glaubwürdiges Antlitz zu verleihen und der Lebenswirklichkeit ihrer Gläubigen gerecht zu werden, so der SKF. Die Glaubenskongregation begründet das Segnungsverbot mit der sexuellen Praxis ausserhalb der Ehe, wobei sie die Ehe als Verbindung zweier Menschen definiert, die biologisch dazu befähigt sind, Kinder zu zeugen und dies auch tun wollen. Der SKF-Verbandsvorstand plädiert für ein Verständnis der Ehe als Ausdruck einer verantwortungsvollen Liebe zweier Erwachsener, unabhängig ihres Geschlechts. «Das Papier der Glaubenskongregation ist in sich theologisch schlüssig, denn die katholische Kirche begründet ihre Sexualmoral mit der angeblichen Kenntnis des göttlichen Plans in Hinblick auf Sexualität. Diese dürfe laut katholischer Lehre nur innerhalb der Ehe gelebt werden. Das eigentliche Problem ist also die veraltete Interpretation gelebter Sexualität, nicht das Segnungsverbot», kommentiert Silvia Huber, SKF-Beauftragte für Theologie. Segnen sei etwas Rituelles, das Gottes Geistkraft unter die Menschen bringt. Die starre Sexualmoral der katholischen Kirche und der daraus resultierende Entscheid der Glaubenskongregation berauben die Menschen des Feierns der Heilswirkung Gottes, so die Theologin.

15.03.2021

Erfolgreiche Jerusalema-Challenge in Suhr

24 Personen im Alter von 2 bis 60 Jahren beteiligten sich Ende Februar in Suhr an einer Jerusalema-Dance Challenge. Der Kommunikationsverantwortliche des Pastoralraums Region Aarau, Dani Schranz, stellte aus den Eindrücken des Tages ein unterhaltsames Video zusammen. In die Ermüdung der Menschen als Folge der Pandemie habe man an die Vision erinnern wollen, die in der Offenbarung stehe – und als Text im Song Jerusalema in die Welt hinein getanzt werde, so Pfarreileiterin Brigitta Minich. Ziel war es, davon selbst ein Teil zu werden. Man habe «keine perfekte Choreo» filmen wollen. Vielmehr sei es darum gegangen, «die Botschaft zu transportieren und vor allem, dass alle Beteiligten Spass hatten». Dass sich dies mit so viel Leichtigkeit habe umsetzen lassen, ist Brigitta Minich besonders positiv in Erinnerung geblieben. Gedreht wurde 4 Stunden, das Schneiden des Videos hat nochmals 15 Stunden gedauert. 

 

13.03.2021

«Vorläufig Aufgenommene« als Flüchtlinge anerkennen

In einem Interview mit Kath.ch fordert Marianne Hochuli von Caritas Schweiz, dass «Vorläufig Aufgenommene» endlich als Flüchtlinge anerkannt werden. Der Grund: Als Flüchtlinge seien sie nicht anerkannt und hätten so schlechtere Voraussetzungen, eine Arbeit und Wohnung zu finden. Auch Reisen seien nicht erlaubt. Den Bruder in Deutschland zu besuchen sei praktisch unmöglich. Geschweige denn, die Familie nachzuholen. Seit zehn Jahren herrsche in Syrien Bürgerkrieg. Auf absehbare Zeit könnten die Flüchtlinge nicht zurückkehren, sagt Marianne Hochuli. Sie fordert daher vom Bund, die Bedingungen für Flüchtlinge zu verbessern. Momentan könnten nicht alle ihr Potenzial entfalten.