Am 14. November können interessierte 5.- bis 7-Klässler im Pfarreizentrum Brugg einen Blick hinter die Kulissen einer Pfarrei und eines Pastoralraums werfen. Der Zukunftstag macht dies möglich. | © zvg

Kirche ist ein vielseitiger Arbeitgeber

Marie-Christine Andres Schürch, 21.10.19
  • Am 14. November findet der nationale Zukunftstag statt.
  • Auch der Pastoralraum Region Brugg-Windisch beteiligt sich mit einem Programm für 5. bis 7.-Klässler am Zukunftstag.
  • Ein solches Engagement auf Ebene Pastoralraum hilft, die Kirche auch als vielseitige Arbeitgeberin zu positionieren.

 

«Kirche hat vieles zu bieten – nicht zuletzt viele sehr verschiedenartige Berufe, alle unter einem Dach», sagt Fabien Daetwyler. Der Katechet organisiert das Programm, mit dem sich der Pastoralraum Region Brugg-Windisch am 14. November am nationalen Zukunftstag (siehe Kasten) beteiligt.

Film und Wirklichkeit 

Bereits letztes Jahr war der Pastoralraum am Zukunftstag dabei. Den ganzen Tag waren die damals drei Teilnehmer im Kirchenzentrum und im Pastoralraum unterwegs. Am Vormittag lernten sie in kurzen Filmsequenzen verschiedene Kirchenberufe kennen. Im Anschluss an den Film machten sie jeweils Bekanntschaft mit jemanden, der oder die den gezeigten Beruf ausübt. So arbeiteten die Kinder mit dem Sakristan, stiegen mit dem Organisten zur Orgel hinauf, trafen die Seelsorgerin und halfen der Pfarreisekretärin beim Artikelschreiben fürs Pfarrblatt. Am Nachmittag bereiteten die Kinder zusammen mit den Pastoralassistenten eine Religionsstunde vor, die sie dann auch gleich mit Schülern halten konnten.

Zukunftstag geht reihum

«Die Kinder waren interessiert dabei und haben die Vielfalt an verschiedenen Tätigkeitsfeldern sehr geschätzt», blickt Fabien Daetwyler zurück. Besonders bewährt habe sich, dass die Teilnehmer aktiv mitgestalten durften. Aufgrund der positiven Rückmeldungen der Teilnehmer behält Fabien Daetwyler für den diesjährigen Zukunftstag viele Elemente bei. Was aber ändert, ist der Ort der Durchführung. Fand der Zukunftstag letztes Jahr im Pfarreizentrum Windisch statt, so wird das Programm jetzt in Brugg durchgeführt. Fabien Daetwyler: «Auf diese Weise soll jedes Kirchenzentrum innerhalb des Pastoralraumes einmal einen Zukunftstag organisieren können.»

Enormes Potenzial

Im Pfarreizentrum Brugg erhalten die Kinder am 14. November Einblick in das «Arbeitsfeld Kirche», wie Fabien Daetwyler sagt. «Wir versuchen, alle möglichen Berufsgruppen vorzustellen.» So werden am Zukunftstag Sakristan, Sekretärin, Seelsorgerin und Kirchenmusiker ihre Tätigkeit vorstellen. Der Zukunftstag bietet die Chance, die enorme Vielseitigkeit des Arbeitgebers Kirche aufzuzeigen. Das gefällt Claudia Rüegsegger von der Fachstelle Katechese-Medien. «Oft werden in unserem dualen System nur die pastoralen Beruf wie Pfarrer oder Pastoralassistentin als ‚kirchlich’ wahrgenommen. Doch in einem Pastoralraum hat es kaufmännische Berufe und handwerkliche, Berufe mit und ohne Studienabschluss.» Angesichts dieses Potenzials müssten sich andere Pastoralräume vom Beispiel Region Brugg-Windisch inspirieren lassen, findet sie.

Zukunftstag noch Zukunftsmusik

Auf Verwaltungs- und Fachstellenebene der Landeskirche gibt es zwar einzelne Mitarbeitende, die ihre Kinder am Zukunftstag zur Arbeit mitnehmen, doch ein Spezialprogramm für interessierte Schüler bietet die Landeskirche nicht an. «Aber grundsätzlich wäre es sicher denkbar, sich am Zukunftstag zu beteiligen, die Kirche sollte offen sein für solche Ideen», sagt Claudia Rüegsegger. Auch das Projekt «Chance Kirchenberufe», das junge Leute für Berufe in der Kirche gewinnen will, beteiligt sich noch nicht am Zukunftstag. Projekt-Mitarbeiter Severin Bischof erklärt: «Unsere Zielgruppe sind hauptsächlich Maturanden und junge Studierende zwischen 25 und 35 Jahren. Der Zukunftstag richtet sich eher an ein jüngeres Publikum, deshalb haben wir bisher von einer Beteiligung abgesehen.» Grundsätzlich sei aber eine Beteiligung in Zukunft nicht ausgeschlossen.

 

Nationaler Zukunftstag

Entstanden als «Tochtertag» aus der Idee heraus, bei Mädchen das Interesse für typische «Männerberufe» zu wecken, steht der Zukunftstag heute Mädchen und Buben offen. Das Grundprogramm sieht vor, dass die Kinder einen Elternteil oder eine Person aus dem Verwandten- oder Bekanntenkreis zur Arbeit begleiten. Darüber hinaus bieten viele Firmen und Organisationen Spezialprojekte unter dem Motto «Seitenwechsel für Mädchen und Jungs» an. So sollen die Kinder geschlechtsuntypische Berufe entdecken. Im Aargau können Schülerinnen und Schüler der 5. bis 7. Klasse am Zukunftstag mitmachen. Für die einzelnen Projekte kann man sich anmelden unter www.nationalerzukunftstag.ch  Für das Programm des Pastoralraums Region Brugg-Windisch können sich Interessiert noch bis am 7. November anmelden bei fabien.daetwyler@kathbrugg.ch

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