Papst Franziskus geht entschieden gegen die Vertuschung von sexuellen Straftaten mit Minderjährigen vor. | © REUTERS/Luca Zennaro

Papst schafft «Päpstliches Geheimnis» ab

Christian Breitschmid, 18.12.19

Papst Franziskus hat im Kampf gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern ein deutliches Zeichen gesetzt. Seine gestern vom Vatikan veröffentlichte Instruktion nimmt kirchliche Strafverfahren zu sexuellen Handlungen unter Gewalt, Drohung oder Amtsmissbrauch, sexuelle Handlungen mit Minderjährigen, Besitz und Verbreitung von kinderpornografischem Material sowie Vertuschung von dem Siegel der besonderen Geheimhaltung aus. Das sogenannte «päpstliche Geheimnis» hat bisher vor allem Vorgänge bezüglich der Ernennung neuer Bischöfe sowie die juristischen Verfahren nach Anzeigen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen geschützt. Es wurde von Kritikern wiederholt als eine Ursache für Vertuschung oder ungenügende Behandlung von Missbrauchsfällen bezeichnet. Durch die neue Instruktion, die ab sofort gültig ist, gehen nun Aussagen in Prozessen der Kirche zu Kindsmissbrauch auch an zivile Behörden. Die Entscheidung ist eine Folge des Anti-Missbrauchsgipfels im Vatikan im Februar, zu dem der Papst alle Bischöfe der Welt geladen hatte. 

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