Diesen Mittwoch, 13. November, tagte wieder das Parlament der Römisch-Katholischen Landeskirche im Aargau. | © Andreas C. Müller

Synode: Finanzplanung und Aufgabenüberprüfung

Andreas C. Müller, 13.11.19
  • Das Kirchenparlament der Römisch-Katholischen Landeskirche Aargau hat an seiner Herbstsynode das Budget für 2020 samt Finanzplan für die Folgejahre gutgeheissen – zusammen mit den Kreditabrechnungen für die Erweiterung des Hauptsitzes in Aarau und den Dachstockausbau der Villa Jugend in Aarburg.
  • Gewählt für den Rest der Amtsperiode 2019 –2022 wurde zudem Markus Schmid als Präsident der Geschäftsprüfungskommission.

 

Noch mindestens bis 2023 rechnet der Kirchenrat der Römisch-Katholischen Landeskirche Aargau mit Defiziten. Der für die Finanzen zuständige Kirchenrat Rolf Steinemann ist zudem überzeugt, «dass in den kommenden Jahren die Differenzen zwischen Rechnung und Budget Jahr um Jahr kleiner werden».

Aufgabenüberprüfung soll Sparpotenzial aufzeigen

Im Budget für 2020 ist erneut ein Defizit von 455 000 Franken eingeplant. Gleichwohl hält der Kirchenrat in Übereinstimmung mit den Regelungen des Personalreglements und dessen Vollzugserlassen an Lohnerhöhungen für sein Personal fest. Im Zuge einer laufenden Aufgabenüberprüfung soll jedoch Sparpotenzial erschlossen werden.

«Bereits fürs kommende Jahr konnte so das Defizit von 674 000 Franken auf 455 000 Franken gegenüber dem ursprünglichen Finanzplan gesenkt werden», erklärte Rolf Steinemann vor den Mitgliedern des Aargauischen Katholischen Kirchenparlaments.

Ziel: Handlungsfähig bleiben!

Im Mitteilungsteil erläuterte Kirchenratspräsident Luc Humbel die verschiedenen Massnahmen der Aufgabenüberprüfung genauer: Diese verfolge einen ganzheitlichen, proaktiven Ansatz und sei bestimmt keine Notfallübung. Ziel sei es, dass die Landeskirche auch dann noch handlungsfähig bleibe, wenn die Steuereinnahmen weiter zurückgehen.

«Fürs kommende Jahr haben wir schon erste Schritte geschafft, es reicht aber noch nicht für eine schwarze Null», so Luc Humbel im Aargauer Grossratssaal. Mit Hilfe einer aktuell laufenden Aufgabenüberprüfung soll es aber bis innert der kommenden Jahre gelingen.

Alle müssen ihre Kernaufgaben definieren

In einem ersten Schritt habe man die aktuelle Jahresrechnung analysiert und direkte Einsparmöglichkeiten auf das Budget 2020 geprüft. In einem zweiten Schritt, so der Kirchenratspräsident, habe man in vereinzelten Bereichen verschiedene Abklärungen vorgenommen – auch die regelmässigen Beiträge der Landeskirche an Dritte wurden durchleuchtet.

«Als Nächstes müssen nun die Fachstellen, Missionen sowie die Verwaltung bis 2020 aufzeigen, was sie als ihre Kernaufgaben definieren und was Aufgaben sind, aufgrund derer die Kirche im Aargau nicht untergeht, wenn sie nicht mehr geleistet werden.»

Drei Millionen Franken für Bauprojekte

Einsparungen sollen gemacht werden, gleichzeitig will man aber an Lohnerhöhungen, die aufgrund des Lohnreglements angezeigt und berechtigt sind, fürs Kirchenpersonal festhalten. Sowohl die Geschäftsprüfungskommission als auch das Kirchenparlament hiessen das Vorhaben des Kirchenrates gut und bewilligten auch die Kreditabrechnungen für die beiden grossen Bauprojekte des laufenden Jahres.

Die Erweiterung des Hauptsitzes an der Feerstrasse 8 in Aarau für 2‘611‘283 Franken und der Dachstockausbau der Villa Jugend in Aarburg für 441‘760 Franken – das sind die grossen Investitionen im 2019. Der Erweiterungsbau in Aarau erlaubte den Zusammenzug von Fachstellen der Römisch-Katholischen Landeskirche in der Kantonshauptstadt; diese Kreditabrechnung schloss um 6,7 Prozent tiefer ab als geplant, während die Abrechnung des Dachstockausbaus in Aarburg aufgrund nicht voraussehbarer Kosten und Mehrleistungen um rund 9 Prozent höher ausfiel.

Herausforderungen: Vakanzen in der Pastoral

Im Rahmen des pastoralen Teils der Synode thematisierte Claudia Mennen, Leiterin der Fachstelle Bildung und Propstei, das Problem zunehmender Vakanzen an Seelsorgepersonal in den Kirchgemeinden und deren Folgen für das Pfarreileben. Problematisch sei, dass oftmals im Zuge solcher Vakanzen das Pfarreileben nur überleben könne, wenn sich Freiwillige engagierten. Tragisch sei jedoch, dass, wenn ein neuer Priester übernehme, dieser den Freiwilligen oft das Gefühl gebe, es brauche dieses freiwillige Engagement nun nicht mehr.

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