Aktivistinnen der Initiative «Maria 2.0» demonstrieren für Geschlechtergerechtigkeit und Priesterinnenweihe in der katholischen Kirche. | © kna-bild

Vizeprovinzial der Pallottiner ist für Frauenweihe

Marie-Christine Andres Schürch, 14.7.20

Der Vizeprovinzial der Pallottiner, Michael Pfenning, will das Priesteramt in der katholischen Kirche grundlegend reformieren. Im Interview der «Augsburger Allgemeinen» von Mittwoch forderte der Vertreter der ordensähnlichen Gemeinschaft aus dem deutschen Friedberg die Priesterinnenweihe und die Möglichkeit, nebenberuflich Priester sein zu können.«Es muss sich etwas ändern, man muss das Priesteramt für Frauen öffnen», sagte Michael  Pfenning. «Das ist schon eine Frage der Gleichberechtigung.» Man könne die Kirchenaustritte nicht nur mit Gottlosigkeit oder Glaubensverlust erklären: «Man mogelt sich um die Zeichen der Zeit herum! Gott will mit seiner Kirche einen neuen Weg gehen. Jede getaufte Frau und jeder getaufte Mann ist zum Dienst in der Kirche berufen.» Das Argument, Jesus habe nur Männer zu Aposteln berufen, sei ihm «theologisch nicht stichhaltig genug. Erste Zeugin der Auferstehung war beispielsweise eine Frau.» so Pfenning. Auch wenn er für die nächsten Jahre realistischerweise keine Öffnung für das Frauenpriestertum sehe, so müsse es jetzt und in aller Deutlichkeit vertreten werden, erklärte Michael Pfenninger. Die Pallottiner haben nach eigenen Angaben rund 2500 Mitglieder in weltweit 300 Kommunitäten; benannt sind sie nach dem italienischen Priester Vinzenz Pallotti (1795-1850).

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